Die große Smart-Ring-Kaufberatung: Wearables im Test - neu mit dem Ultrahuman Ring Air

Ein Smart Ring scheint die dezente Alternative zu Smartwatch und Co. Doch was leisten die Wearables wirklich, worauf gilt es beim Kauf zu achten und welche Hersteller gibt es? Außerdem: Aktuelle Kurztests, jetzt neu mit dem Ultrahuman Ring Air.

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Die große Smart-Ring-Kaufberatung: Wearables im Test - neu mit dem Ultrahuman Ring Air
Quelle: Samsung/ Oura/ RingConn

In einer Welt, in der viele Menschen mehr Stunden vor einem Bildschirm als anderswo verbringen, wird es immer relevanter, auf wichtige Gesundheitsfaktoren wie ausreichend Bewegung und Schlaf zu achten. Wer aber keine vermeintlich unbequeme oder auffällige Smartwatch tragen möchte, für den ist ein Smart Ring eine dezente Alternative. Dabei handelt es sich tatsächlich um eine der spannendsten Wearable-Entwicklungen der vergangenen Jahre. Denn ein Smart Ring sitzt unauffällig am Finger, misst rund um die Uhr Gesundheits- und Fitnessdaten und liefert via App Auswertungen zu Schlaf, Erholung, Stress oder Aktivität. Doch welche Modelle und Marken sind zu empfehlen und worauf sollte man beim Kauf achten? Antworten darauf gibt es in diesem Ratgeber, inklusive aktueller Produkttests.

Aktuell im Test:

Ultrahuman Ring Air

Ein Smart Ring mit zahlreichen Sensoren liegt auf einem Holztisch Quelle: PCGH Den Ultrahuman Ring Air gibt es nicht nur in klassischem Bionic Gold und Space Silver, sondern auch in Raw Titanium, Aster Black, Matte Grey und Brushed Rose Gold. Bei einem Smart Ring steht Tragekomfort ganz oben auf der Checkliste. Denn einen unbequemen Schlaftracker, der mit scharfen Kanten und klobigem Tragegefühl stört, kann niemand gebrauchen. Darum hat Ultrahuman mit dem Air einen Ring auf den Markt gebracht, der, wie der Name schon vermuten lässt, zu den leichtesten Produkten seiner Klasse zählt. Gerade einmal 2,4 bis 3,6 Gramm bringt das kleine Wearable je nach Größe auf die Waage. Um jedoch zunächst die richtige Ringgröße herauszufinden, kann man vom Hersteller ein Sizing-Kit anfordern. Verfügbar sind die Größen 5 bis 14 - wie perfekt diese Optionen passen, ist allerdings sehr individuell. Für unseren Test erwies sich Größe 10 mit einem Außenumfang von 22 mm und 2,5 mm Dicke als die geeignetste, obwohl es für Leute, die bisher nie Ringe trugen, einiger Gewöhnungszeit bedarf.

Verarbeitet ist der Air dabei hervorragend: außen Titan mit einer Wolframkarbid-Kohlenstoffbeschichtung, innen hypoallergenes Epoxidharz, das sich angenehm auf der Haut anfühlt. Zudem ist er bis zu 100 Meter Tiefe wasserdicht. Duschen und Händewaschen mit milder Seife dürften daher kein Problem sein. Bei schweren Arbeiten sollte man den Ring dennoch ablegen, da das matte Finish nicht nur verdammt schick aussieht, sondern auch recht anfällig für Kratzer ist.

App-Funktionen und Übersichtlichkeit

Während das bislang eher verschmerzbare Kritik ist, gibt es bei der App leider noch mehr zu bemängeln. Die ist zwar schnell und simpel eingerichtet, wirkt anschließend aber regelrecht überladen und lässt nur geringfügige Anpassungen zu. Nicht immer ist klar, welche Elemente interaktiv sind oder was dieser oder jener Wert bedeutet. Nach anderen muss man dagegen erst etwas suchen. So ist der Blutsauerstoff in der Schlafauswertung versteckt, während einmal hinzugefügte Powerplugs nur über Umwege wieder entfernt werden können. Die meisten dieser optionalen Messwerte sind praktischerweise kostenlos - etwa die Vitamin-D- oder die Koffeinüberwachung. Manche kosten dagegen ein paar Euro pro Monat. 100 % abofrei ist der Air damit nicht, wenngleich auf die kostenpflichtigen Powerplugs problemlos verzichtet werden kann.

Bildergalerie

Wer die App - kompatibel mit iOS 14 bzw. Android 6 oder höher - vollumfänglich nutzen und seinen Alltag aussagekräftig erfassen möchte, muss sich also erst einmal mit ihr vertraut machen. Lange Ladezeiten oder dass die App teilweise schlecht bzw. gelegentlich überhaupt nicht ins Deutsche übersetzt ist, erleichtern die Sache nicht gerade. Doch wer etwas Zeit investiert und den Ring brav auch beim Schlafen trägt, wird feststellen, dass die Sensoren zuverlässige Arbeit leisten. Neben den bereits erwähnten Werten messen sie etwa Herzfrequenz, Aktivität und Schlaf, wobei insbesondere letzteres sehr ausführliche Einblicke und Tipps liefert. Wer seine Schlafroutine verbessern oder etwa Bewegungstrends nachverfolgen möchte, wird hier definitiv fündig. Sogar Empfehlungen gegen Alltagsstress gibt es hier. Hochleistungssportlern, die weit mehr als ihren Kalorienverbrauch tracken wollen, dürften die Daten wiederum nicht ausführlich genug sein.

Und wie viel Ausdauer hat der Ring Air?

Die akkurateste Messung erhält man durch den Turbo-Modus, was aber selbstverständlich den Verbrauch erhöht. Rund vier Tage hält der für einen Smart Ring recht kräftige 24-mAh-Akku dann durch. Im Chill-Modus verlängert sich die Laufzeit um etwa einen Tag, im Batteriemodus um einen weiteren - jeweils auf Kosten einzelner Funktionen. Trotz der soliden Akkugröße bewegt sich die Laufzeit damit im Vergleich eher im Mittelfeld, ist für den Alltag aber völlig ausreichend.

Geladen wird über eine kleine Auflagestation, die den Air in zwei bis drei Stunden wieder auffüllt. Eine geringe Wattzahl erhöht die Ladedauer, wurde während des Tests aber mehrfach von der App empfohlen, damit der Ring nicht überhitzt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, muss ihn also ein- bis zweimal pro Woche abnehmen.

Ultrahuman Ring Air: Fazit

Ganz klar punkten kann der Ultrahuman Ring Air bei den Themen Design und Sensorik. Er ist leicht, sieht schick aus, trägt sich sehr angenehm und liefert als Schlaf- und Alltagstracker tolle Ergebnisse. Außerdem sind viele der optionalen Powerplugs kostenlos, wodurch die wichtigsten Funktionen ganz ohne Abo verfügbar bleiben. Dennoch gibt es bei der App einiges an Verbesserungspotenzial. Ihr großer Umfang kann durchaus überfordern und sollte sowohl übersichtlicher gestaltet als auch vollständig und korrekt übersetzt werden. Die Akkulaufzeit liegt wiederum im Mittelfeld, lässt sich durch einige Einstellungen aber immerhin etwas erhöhen. Zusammenfassend richtet sich der Ring Air damit an Leute, die kein Problem mit etwas Einarbeitungszeit haben und etwas für ihre (Schlaf-)Gesundheit tun möchten, ohne im Bett ein klobiges Armband tragen zu müssen.

Luna Ring

Ein edles, silbernes Lade-Case für einen Smart Ring Quelle: PCGH-Ratgeber Im Lade-Etui kann man den Luna Ring schnell und formschön aufladen. Der Luna Ring von Noise hat gegenüber zahlreichen Konkurrenten einen entscheidenden Vorteil: Er kommt ohne Abo-Modell aus. Einmal gekauft, sind alle Auswertungen frei verfügbar, was sich wohl auch nicht ändern soll. Im Test überzeugt der Ring zudem mit hohem Tragekomfort und einem robusten Titan-Gehäuse, das auch im Alltag wenig empfindlich wirkt. Seine Sensorik erfasst die üblichen Vitaldaten wie Schlaf, Herzfrequenz/HRV, Hauttemperatur und Atemfrequenz und fasst sie verständlich in der App zusammen. Tauchen dabei Fragen auf, steht die integrierte KI als Ansprechpartner zur Verfügung. Die erklärt nicht nur Messdaten und gibt Tipps, sondern erstellt auch Trainings- und Ernährungspläne und empfiehlt sogar passende Rezepte.

Für aussagekräftige Ergebnisse sollte man sich zwar darüber im Klaren sein, dass der Ring auch während des Schlafens getragen werden muss. Besonders lichtempfindliche Menschen könnten sich dabei an den LEDs auf der Innenseite stören. Und auch die 3,5 bis 4 Tage Laufzeit spielen nicht ganz oben mit, werden aber durch besonders kurze Ladezyklen mehr als ausgeglichen. Lädt man ihn etwa während der Duschzeiten, kann man ihn praktisch nonstop nutzen. Insgesamt ist der Luna damit ein spannender Abo-freier Einstieg in die Smart-Ring-Welt, der in unterschiedlichsten Bereichen unterstützt. Wer sich für den vollen Praxistest des Luna Rings interessiert, findet hier den kompletten Artikel.

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    • Kommentare (3)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von chill_eule Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Herr_M
        Irgendwie fehlt mir das Thema
        Sinn des Ganzen.
        Die Sachen kauft man evtl. weil sie existieren, aber nicht weil sie irgendein Mensch auf der Welt braucht...

        Wie hat der Mensch bloß 70.000 Jahre ohne smartwatch/smartring überlebt und nebenbei die ganze Erde bevölkert?

        PS: Ja, ja, gaming PC's sind in dem Sinne natürlich auch sinnlos, aber immerhin ein Hobby bzw. Freizeitbeschäftigung.
        Zählt "seinen Schlaf überwachen" auch als Hobby mittlerweile?
      • Von chill_eule Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Herr_M
        Irgendwie fehlt mir das Thema
        Sinn des Ganzen.
        Die Sachen kauft man evtl. weil sie existieren, aber nicht weil sie irgendein Mensch auf der Welt braucht...

        Wie hat der Mensch bloß 70.000 Jahre ohne smartwatch/smartring überlebt und nebenbei die ganze Erde bevölkert?

        PS: Ja, ja, gaming PC's sind in dem Sinne natürlich auch sinnlos, aber immerhin ein Hobby bzw. Freizeitbeschäftigung.
        Zählt "seinen Schlaf überwachen" auch als Hobby mittlerweile?
      • Von Herr_M Software-Overclocker(in)
        Irgendwie fehlt mir das Thema Datenschutz.

        Zitat

        Oura entwickelt in seinen Oura Labs etwa ein Blutdruck-Trendtracking-Feature.
        Am Finger? NIBP oder IBP?
      • Von Derjeniche Software-Overclocker(in)
        Seh ich mich voll dabei, meine Gesundheitsdaten an irgendwelche Konzerne und Firmen zu senden.

        Internet of Shit

        €dit: Übrigens scheint besonders der hier im Artikel prominent platzierte Hersteller Ultrahuman sogar Daten an Dritte weiterzugeben oder sich wenigstens das Recht dazu einzuräumen. https://www.chip.de/news/...
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