Filesharing im Aufwind: Streaming-Dienste helfen den illegalen Angeboten
Filesharing ist im Aufwind und ausgerechnet die legalen Streaming-Dienste helfen dem illegalen Angebot.
Während der Corona-Pandemie hatten die Filmstudios ihre Inhalte auf Streaming-Plattformen verlagert. Das sorgte nicht nur bei einigen Schauspielern für Unmut, weil deren Verträge mitunter auf Kinoerlöse ausgelegt sind, sondern scheint auch das Filesharing zu begünstigen. Laut einem Bericht des Wall Street Journals unter Berufung auf Muso waren hochwertige Kopien von Filmen schneller verfügbar als zuvor. Von 20 Filmen hatten 12 eine Premiere nur oder zeitgleich bei Streamingdiensten und waren dadurch auch sofort in besserer Qualität verfügbar, während früher eher auch Cam-Rips und dergleichen schlechtere Formate angeboten werden mussten.
Insbesondere The Walt Disney Studios und Warner Bros. hatten ihre eigenen Streaming-Dienste in den Fokus gerückt, statt den klassischen Kino-Release zu verfolgen. Hintergrund waren die entweder geschlossenen oder nur mit Auflagen geöffneten Lichtspielhäuser, die auch nicht die Erwartungen von früher erfüllen können, wie etwa der Kinostart von Tenet gezeigt hat. Die kleinste Sorge sind da wahrscheinlich die Kunden, die Dienste wie das in Deutschland nicht verfügbare HBO Max per VPN abonnieren und so zumindest zur zahlenden Kundschaft werden. Andere machen sich die Mühe nicht und bedienen sich in einem der Filesharing- oder P2P-Angebote.
Berichten zufolge soll das Management von Warner Bros. bei Godzilla vs. Kong wegen 34 Millionen illegalen Zuschauern überrascht gewesen sein. Das wiederum dürfte aber all jene überraschen, die sich mit dem Thema beschäftigen. Grundsätzlich sind die Kopierschutzmechanismen bei Streaming-Services kein sehr großes Hindernis für moderne Technik. Das geht so weit, dass auch Anbieter Geld für umfangreiche Globalabos nehmen, in denen dann Inhalte aller gängigen Streaming-Dienste ohne Geolock heruntergeladen werden können. Die Anbieter sitzen fernab des Zugriffs von US-Anwälten.
Ein guter Teil der Fileshing-Vergehen dürfte nach wie vor auch auf das von Valve-CEO Gabe Newell betitelte "Service-Problem" zurückzuführen sein. Unkompliziert und günstig zugängliche Dienste wie Netflix haben gezeigt, dass Filesharing an Bedeutung verlieren kann. Im beispielhaften Falle von HBO Max des Anbieters Warner Bros. ist das Angebot aber nicht groß gefächert verfügbar und wird in Deutschland vor allem über den Lizenzdeal mit Sky realisiert. Das macht illegale Downloads, die nun auch schnell in besserer Qualität bereitstehen, attraktiver.
Ab 2022 soll sich das aber wieder ändern. Warner Bros. hatte angekündigt, dass man ab 2022 das Experiment erst einmal beendet und Filme wieder ganz regulär ins Kino bringt. Ob sich der Markt für DVDs und Blu-rays erholt, wird sich noch zeigen müssen. Derweil liegen Filme wie der 25. Bond-Film abgedreht auf Eis und es drohen Nachdrehs wegen veralteter Gadgets. Hier wartet man auf ein Release-Fenster im Kino.
Quelle: WSJ


Kannst ja mal versuchen Netflix mit OBS zu filmen - viel Glück dabei...
Natürlich gibts Wege das alles zu machen, aber einen HDCP-verschlüsselten Stream abzugreifen und die Verschlüsselung zu entfernen ist ein bisschen komplizierter als "hau OBS drauf". Das erfolgt in aller Regel mit zusätzlicher Hardware die mindestens Nischenprodukt ist (nein, keine normalen Capturecards...). GANZ dämlich sind Streaminganbieter nun auch nicht.
Nur da, wo das kaufen der Blu-ray nicht geht, weil erheblich teurer oder nicht mehr vorhanden ist, kaufe ich es dann im Stream. Austin Powers ist so ein Beispiel. Die 3 Filme kosteten auch 8 bis 10 EUR je Film in Full HD bei Prime Video, war aber noch günstiger als die Blu-rays (Film 3 gibt es nicht mehr als Blu-ray, Film 2 gab es nur als Sonderedition für 80 oder 90 EUR, Film 1 hielt sich mit 15 EUR im Rahmen).
Ich will damit auch nicht dein Streaming (oder die Downloadoption, wo es denn möglich ist) madig machen. Ich wollte nur darauf eingehen, dass man die Blu-ray auch entsprechend ablegen kann ohne die dauernd einlegen zu müssen. Beide Arten bieten halt entsprechend Vorteile und Nachteile.
Fakt ist halt das optische Datenträger mittelfristig aussterben. In den USA geht der Markt schon strack nach unten, Deutschland folgt wie immer ein bisschen später. Über kurz oder lang ist Bluray genauso tot wie CDs bei Musik. Und wenn die kaum noch einer kauft, werden die auch in Märkten nicht mehr rumstehen und irgendwann fangen dann die ersten Verlage an keine mehr zu veröffentlichen. Denke mal so 5 Jahre geb ich dem Ganzen noch.