Veränderung durch Coronavirus: DVD und Blu-ray nicht mehr gefragt, Netflix und Disney Plus boomen

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Veränderung durch Coronavirus-Pandemie: DVD und Blu-ray nicht mehr gefragt (1)
Quelle: PC Games Hardware

In Zeiten der globalen Covid-19-Pandemie schauen viele Leute zu Hause Filme und Serien an, doch dabei greift man oft nicht auf DVDs oder Blu-rays zurück, sondern auf Netflix & Co.

In Zeiten der globalen Coronavirus-Pandemie verbringen immer mehr Menschen (noch) mehr Zeit zu Hause. Zur Beschäftigung im Lockdown dienen neben Videospielen auch Filme und Serien. Allerdings hat die Mehrheit der Verbraucher einen eindeutigen Favoriten, wenn es um Videoinhalte geht. Seit zehn Jahren geht alleine in den USA der Verkauf von DVDs und Blu-rays mit Filmen und Serien jährlich zurück. Im Coronajahr 2020 sind die Verkaufszahlen für optische Datenträger um 20,46 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 zurückgegangen, wie der Branchenverband Digital Entertainment Group bekannt gegeben hat.

Netflix & Co. boomen in der Covid-19-Pandemie

Das heftige Minus erstaunt, da die Menschen im vergangenen Jahr ja vielerorts nicht in die Kinos gehen konnten, weil diese im Lockdown geschlossen bleiben mussten, um die Infektionszahlen mit dem Sars-CoV-2-Erreger herunterzubringen - und somit die Menschen eigentlich zu Hause Filme und Serien anschauen müssten. Wie ein Blick auf die Zahlen von Video-Streaming-Diensten zeigt, haben das auch sehr viele Leute getan, nur kauften die Mehrheit der Menschen eben keine DVDs und Blu-rays mehr, um Videos ansehen zu können. Vielmehr nutzt man Video-Streaming-Dienste. Laut Digital Entertainment Group haben Konsumenten in den USA beim Kauf, der Ausleihe von digitalen Filmen und Serien sowie für kostenpflichtige Streaming-Dienste im Jahr 2020 mehr als 25,6 Milliarden US-Dollar ausgegeben, was einem Plus von über 32 Prozent im Vergleich zum Jahr 2019 entspricht.

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Der Marktführer Netflix verkündet, dass man im vierten Quartal 2020 die Zahl von 200 Millionen zahlender Abonnenten geknackt hat. Weltweit hat Netflix gut 204 Millionen zahlende Mitglieder. Der erst seitdem im Jahr 2019 verfügbare Dienst Disney Plus hat Anfang Januar schon mehr als 95 Millionen zahlende Abonnenten. Alleine von Oktober bis Ende Dezember konnte der Video-Services von Disney mehr als 20 Millionen neue Mitglieder begrüßen. Es zeigt sich also, dass immer mehr Nutzer auf Video-Streaming-Dienste setzen. Nur Apple TV Plus scheint bei den Kunden nicht so recht angenommen zu werden. Der kostenpflichtige Video-Streaming-Dienst soll nur rund 33 Millionen Abonnenten haben.

Warum setzen Universal Pictures und Warner auf Veröffentlichung bei Streaming-Diensten?

Einige Filmstudios haben sich gar entschlossen, neue Filme zuerst über digitale Stores zu vertreiben und - wenn überhaupt - nur mit Zeitverzug noch als DVD- oder Blu-ray-Ausgabe zu veröffentlichen. Disney will eine Veröffentlichung auf DVD oder Blu-ray nur noch in ausgewählten Märkten, je nach Wunsch der Mehrheit der Nutzer, vollziehen. Radikaler gehen etwa das zum Sky-Eigentümer Comcast gehörende Filmstudio Universal Pictures sowie Warner Bros. vor, die viele Filme hierzulande nur noch als Videostream anbieten und aktuell auf die Disc-Ausgabe verzichten. Beim Animationsfilm "Trolls World Tour" hat dies beispielsweise gut funktioniert, wie die New York Times berichtet. Der zweite Teil spielte in den drei Wochen nach der digitalen Veröffentlichung mehr Umsatz in die Kassen, als der erste Trolls-Teil in den US-Kinos in fünf Monaten eingespielt hat. Aus diesem Grund sieht sich NBCUniversal in ihrer Strategie bestätigt und will auch nach der Coronakrise parallel zum Kinostart neue Filme auch auf verschiedenen kostenpflichtigen Streamingdiensten wie etwa bei Amazon Prime Video anbieten. Aktuell gibt es "Trolls World Tour" in Deutschland bei verschiedenen Online-Händlern zum Preis von 10 Euro zum digitalen Kauf. Allerdings hat der Kunde dann lediglich ein Nutzungsrecht gekauft.

So kann immer der Anbieter bestimmen, welcher "gekaufte" Film wie lange abrufbar bleibt. Für die Filmstudios ein klarer Vorteil gegenüber der Veröffentlichung auf DVD oder Blu-ray. Zudem rechnet sich ein digitaler Vertrieb, weil sie 80 Prozent des Kaufpreises einbehalten können, statt nur 50 Prozent wie etwa beim Kino-Ticket.

Der Warner Bros. Film Wonder Woman 1984 wird gar seit dem 18. Februar vor der Kinoveröffentlichung exklusiv bei Sky gezeigt. Hierbei verlangt Sky Deutschland keinen Aufpreis. Man benötigt lediglich das Sky Ticket Entertainment & Cinema, welches monatlich kündbar ist und 11 Euro im Monat kostet. Alternativ können auch Nutzer mit einem Sky-Q-TV-Receiver über das Abo Sky Cinema Paket den Film ansehen.

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Sammlung zum Niedergang der Filme auf DVD und Blu-ray:

  • Laut dem amerikanischen Branchenverband Digital Entertainment Group sind die Verkaufszahlen in den USA für DVDs und Blu-rays im Coronajahr 2020 um 20,46 Prozent gesunken.
  • Die Leute geben stattdessen mehr Geld für kostenpflichtige digitale Filme und Serien aus. So wurden im letzten Jahr mehr als 25,6 Milliarden US-Dollar und somit über 32 Prozent mehr Geld für den Kauf von digitalen Filmen oder für Streaming-Dienste wie Netflix ausgegeben.
  • Erste Filmstudios veröffentlichen neue Filme daher bevorzugt bei digitalen Anbietern, wie etwa Wonder Woman 1984 von Warner, das hierzulande exklusiv bei Sky seine Premiere feiert.

Quellen: Digital Entertainment Group, New York Times, Amazon, Sky

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    • Kommentare (62)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von tacmichi Kabelverknoter(in)
        Dem kann ich auch nur zustimmen.
        Durch das fehlen von vielen Blockbustern kam seit über 1 Jahr kaum noch was interessantes auf Disc raus... Kein wunder dass die Zahlen sinken!

        Ich kaufe auch nur DVD's und BD's weil mich der streaming-Quatsch nicht anspricht.
        >10€ für ein "Nutzungs-Recht"? am A****
        Immer vom Internet abhängig? Nein danke
        Die Abo's mit begrenztem Programm sind dann auch solala
        Zukünftig kommt man aber kaum drumherum, schon jetzt hat man ohne Streaming nicht die Möglichkleit viele der neuen filme überhaupt zu sehen. Was daran nur das Problem ist? Theoretisch braucht man mittlerweile auch gleich wieder 3-4 Dienste zusammen, sonst ist man weiterhin eingeschränkt. Und dann ist das auch nicht mehr so viel günstiger als Discs...
      • Von tacmichi Kabelverknoter(in)
        Dem kann ich auch nur zustimmen.
        Durch das fehlen von vielen Blockbustern kam seit über 1 Jahr kaum noch was interessantes auf Disc raus... Kein wunder dass die Zahlen sinken!

        Ich kaufe auch nur DVD's und BD's weil mich der streaming-Quatsch nicht anspricht.
        >10€ für ein "Nutzungs-Recht"? am A****
        Immer vom Internet abhängig? Nein danke
        Die Abo's mit begrenztem Programm sind dann auch solala
        Zukünftig kommt man aber kaum drumherum, schon jetzt hat man ohne Streaming nicht die Möglichkleit viele der neuen filme überhaupt zu sehen. Was daran nur das Problem ist? Theoretisch braucht man mittlerweile auch gleich wieder 3-4 Dienste zusammen, sonst ist man weiterhin eingeschränkt. Und dann ist das auch nicht mehr so viel günstiger als Discs...
      • Von Desue90 Schraubenverwechsler(in)
        Was diese Statistiken und Berichte vollkommen außer Acht lassen ist der Fakt, dass durch die geschlossenen Kinos kaum neue Blockbuster wie Black Widow, Fast & Furious 9, James Bond 007: Keine Zeit zu sterben, usw. als Blu-ray veröffentlich worden sind. Ich hätte mir liebend gerne eine der Scheiben gekauft, was aber durch die fehlenden Veröffentlichungen schlichtweg nicht möglich war! So ist es meiner Meinung nach nicht verwunderlich, dass im letzten Jahr ein gutes Stück weniger Blu-rays verkauft worden sind.
      • Von GEChun Volt-Modder(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Aber solange man sehr viel Geld für Abspieler sowie für oft nur in 2K gemasterte Medien zahlen muss und bei einigen Filmen weiterhin gar kein passendes Angebot bekommt, wird sich niemand auf den Standard festlegen wollen. Vollkommen unabhängig davon, ob DVDs weiterhin erscheinen oder nicht.
        Was man ja wiederum beim Streaming sieht das es doch so geht, da die Qualitätseinbußen ja doch unter anderen Umständen hinnehmbar sind.
      • Von MHoppe Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Naja, für die Bandbreite ist die Qualität der Streaminganbieter ja sogar ok, aber 20-40 MBit (bisschen Luft für dynamische Szenen, deswegen die breite Spanne) dürften es dann für 4k Streaming schon sein. Die Frage ist ob das überhaupt machbar ist bei x Millionen Leuten.

        Den Unterschied merkt man übrigens extrem wenn man einen Film von BR direkt weiterschaut, weil das Internet oder der Streamingdienst ausgefallen ist. Da braucht es nicht mal einen High End Super Duper Fernseher für.

        Das die Qualität der BRs extrem schwankt wie einige hier sagen stimmt natürlich. Und ob sich eine 4k Disc lohnt sollte man vorher in Erfahrung bringen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Blackvoodoo
        Das verstehe ich auch nicht. Statt endlich mal die Bandbreite der 4k Streams zu erhöhen und somit auch die Bildqualität wird ja eher noch weiter gedrosselt weil es neue Codecs gibt die das Bild nicht verschlechtern.
        Man kann nichts komprimieren ohne Verlust.
        Man kann Verlustbehaftetes aber offensichtlich für gutes Geld vertreiben und spart sich nebenbei die Kosten für eine Bereitstellung in voller Qualität.

        Zitat von Two-Face
        ...haben sie aber nicht getan.
        Haben sie schon bei der VHS nicht getan.

        Und was heißt bei "meinem Diskutieren"? Ich sehe das nur aus rein rationaler Sicht. Ich versuche wenigtens, mich als - damaliger - Enthusiast in die Perspektive des Durchschnittskonsumenten zu versetzen.
        Und der hatte eben nicht so den Bedarf, nicht mal 10 Jahre nach der Einführung der DVD, nochmal das Medium zu wechseln. Von einer Disc zur anderen, bei der die Unterschiede nur auf neueren TVs mitsamt vgl. kostspieligen Abspielgeräten zu sehen waren, die zudem bei neueren Modellen DVDs sehr gut upscalen konnten.

        Die erste Xbox kam übrigens 2001 raus, damals waren HD-DVD und Blu-Ray grade mal in der Konzeptionsphase.
        Soll ich dir mal was über dein Diskutieren verraten?
        BR kam in der Tat zu früh nach der DVD beziehungsweise vor der flächenden Verbreitung von geeigneten Wiedergabegeräten. Die Home-Entertainment-Brnache war damals noch Innovationszyklen in Jahrzehnten gewohnt und für "HDready"-Fernseher brauchte man nichts besseres als die DVD. Dazu der Streit mit HD-DVD...
        Aber für 4K BR wäre es so langsam höchste Zeit: Jeder seit Jahren verkaufte Fernseher könnte damit deutlich höhere Wiedergabequalität als alle konkurrierenden Medien erreichen. Aber solange man sehr viel Geld für Abspieler sowie für oft nur in 2K gemasterte Medien zahlen muss und bei einigen Filmen weiterhin gar kein passendes Angebot bekommt, wird sich niemand auf den Standard festlegen wollen. Vollkommen unabhängig davon, ob DVDs weiterhin erscheinen oder nicht.
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