[26/11/2021] AMDs FSR 2.0 ist da … und nun ja, man könnte wohl sagen: „Endlich!“ Ich finde es sehr positiv, dass es nun ein gutes Upsampling für prinzipiell alle Spieler gibt. Natürlich kann ich auch Nvidias Proprietär-Ansatz nachvollziehen, denn das technologische Vorpreschen und die Kunden in das eigene, recht geschlossene Ökosystem zu locken, bietet einerseits Anreize zum Kauf von Nvidia-GPUs und hält andererseits einmal gewonnene Kunden fest – und eine solche Strategie ist schon seit Jahren, wenn nicht sogar Jahrzehnten bei den Kaliforniern zu beobachten. Mit GTX-Pöbel und RTX-Elite jüngst gar nochmals separiert. Persönlich halte ich allerdings nicht sonderlich viel von proprietären Technologien, geschlossenen Märkten oder Monopolbestrebungen. Deshalb bin ich froh, dass es nun eine brauchbare Alternative gibt – und zwar nicht nur für den PC, sondern auch für die Konsolen. Und gerade letzteren Punkt halte ich für sehr wichtig – auch auf den Konsolen gab es bislang keinen DLSS-Konkurrenten. Nun können auch die Daddelkisten – prinzipiell sogar die Last-Gen-Plattformen, Handhelds und wahrscheinlich sogar Smartphones – ein gutes Upsampling nutzen und genau dies dürfte AMDs FSR 2.0 zusammen mit der Einbindung in die Unreal Engine 4 und 5 in relativ kurzer Zeit eine hohe Verbreitung einbringen. Natürlich bin ich weiterhin gespannt, wie sich die Upsampling-Techniken rund um DLSS, FSR und auch Intels XeSS noch entwickeln werden, doch prinzipiell herrscht nun in gewisser Hinsicht Gleichstand zwischen den modernen Plattformen – zumindest was die Features betrifft. Eigentlich müsste Nvidia bald die nächste große Hype-Technologie zücken, mit der sie die kommenden Jahre die Schlagzeilen und Grafikkarten-Verkäufe anführen wollen. Denn Raytracing, Upsampling etc. können nun ja auch die schnöden Konsolen und die PC-Konkurrenz – es ist Mainstream geworden, das passt natürlich nicht so gut zu dem (selbst-)wahrgenommenen Technologieführer. Ich vermute irgendwas mit noch mehr „KI“, weil das gerade voll hip ist, zumindest zur Hälfte intelligent wirkt und auch technologisch eher unbedarfte Anleger verzücken kann. Und obendrein vielleicht noch etwas Pathtracing (einige Demos gingen ja zuletzt schon in die Richtung). Letzteres würde jedenfalls mit einiger Gewissheit dafür sorgen, dass man die nächsten 10 Jahre weiterhin fleißig Grafikkarten kaufen muss, weil die vorherige stets zu langsam ist ;) (Philipp Reuther)