[26/11/2021] AMDs FSR 2.0 ist da … und ich finde es prima. Es soll tatsächlich Leute geben, die aus dem Stand die neue Temporal-Upsampling-Referenz erwartet haben, was mit den schon lange bekannten Eckdaten "kein Neuronales Netzwerk" und "mit konventionellen Rechenwerken" natürlich ein klein wenig zu optimistisch war. Bei Nvidia arbeiten keine Amateure und trotzdem wird dort seit drei Jahren an DLSS herumgedoktert - letztlich mit Erfolg. FSR 2.0 kommt stellenweise sehr nah an diese Hirnschmalz-Meisterleistung heran und ist damit eine wirklich gute Option für alle, die keine RTX-Grafikkarte besitzen. Mittel- bis langfristig haben die Geforce-Macher gewiss Argumentationsprobleme für ihre Closed-Source-Blackbox und es wird spannend sein, zu sehen, wie das Gerangel um Entwickler-Ressourcen ausgeht. In Kürze, angeblich schon Ende Mai, steht ja auch noch Intel mit XeSS auf der Matte. Und schon jetzt möchte ich manchmal speien, weil das Thema Bildqualität immer komplexer und zeitaufwendiger wird. Und ... wie sage ich das nett ... weil jeder mit einem Youtube-Channel meint, diese tatsächlich beurteilen zu können. Everyone's a critic oder: 80 Millionen Bundestrainer. Sicher, das Thema ist subjektiv, aber in Zeiten, bei denen der unbestreitbare Nutzen voll dynamischer Raytracing-Beleuchtung infrage gestellt wird, brauche ich nicht noch einen Kriegsschauplatz der Sorte "Nein! Doch! Oooh!" und fühle mich an uralte Diskussionen mit Leuten erinnert, die tatsächlich Nvidias augenschändendes G7x-AF gut fanden, weil das (auf Bildern) so schön scharf aussah. Oder, noch älter, aber im Kontext FSR vs. DLSS passender, Debatten darüber, ob 4× RGSSAA wirklich besser aussieht als 4× OGSSAA, weil schließlich sind das gleich viele Samples pro Pixel und so. Brrr. (Raffael Vötter)