Western Digital wird wegen verschwiegener SMR-Technik verklagt

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Western Digital wird wegen verschwiegener SMR-Technik verklagt
Quelle: Techpowerup / Western Digital

Nachdem im April bekannt wurde, dass alle großen Festplattenhersteller den Einsatz der SMR-Technik bei einigen Modellen verschwiegen haben, gibt es nun eine Klage gegen Western Digital. Laut dieser hat das Unternehmen die Kunden bewusst getäuscht, indem es dafür ungeeignete SMR-Festplatten für den Einsatz im NAS beworben hat.

Mitte April wurde bekannt, dass die drei Festplattenhersteller Seagate, Toshiba und Western Digital bei einigen Festplatten falsche Spezifikationen angegeben haben. Bei den betroffenen Modellen kommt die Speichertechnik SMR zum Einsatz, die die Speicherdichte erhöht, zugleich aber auch die Schreibgeschwindigkeit deutlich reduziert. In manchen Fällen, wie bei den oben abgebildeten 20-TB-Festplatten, ist das notwendig, um die besagte Speichermenge auf einem begrenzten Raum unterzubringen. Bei Festplatten mit weniger Speicher dient SMR hingegen zur Kosteneinsparung.

SMR und NAS verträgt sich nicht

Western Digital bekommt dieses Vorgehen nun zu spüren, denn in Kalifornien liegt eine Klage gegen das Unternehmen vor. Diese bezieht sich konkret auf die NAS-Laufwerke des Unternehmens, also die "Red"-Serie. Zwar haben auch Toshiba und Seagate den Einsatz der SMR-Technik verschwiegen, Western Digital hat aber als einziges NAS-Laufwerke mit verschwiegener SMR-Technik verkauft. Ebendiese ist, laut Klageschrift, für den angepriesenen Zweck ungeeignet. Untermauert wird diese Ansicht durch eine Aussage des Konkurrenten Seagate:

"Seagate only produces NAS drives that are CMR. We do not have any SMR drives in our IronWolf and IronWolf Pro drives, which are NAS solutions...[W]e don't recommend SMR for NAS... Seagate will always recommend the correct drive technology for the right application."

Passend zum Thema: Kritisierte SMR-Technik: Western Digital veröffentlicht Liste mit betroffenen HDDs

Konkret wird Western Digital in der Klage irreführendes Marketing vorgeworfen, denn die WD-Red-Festplatten wurden explizit mit ihrer Ausrichtung auf den Einsatz im NAS und im RAID-Betrieb beworben. Dass SMR hier negative Einflüsse haben kann, zeigen beispielsweise frisch veröffentlicht Benchmarks von Serve The Home: Dort wurde eine der betroffenen Festplatten mit "normalen" CMR-Modellen verglichen, wobei die SMR-Festplatte in einigen Aufgaben deutlich langsamer agiert. Besonders dramatisch ist der Unterschied bei der RAID-Datenwiederherstellung: Hier benötigte die SMR-Festplatte mehr als 13 mal so lang als die CMR-Modelle.

Unabhängig vom Erfolg der Klage gibt es laut Ars Technica Kundenberichte, dass der Support von Western Digital betroffene Festplatten auf Anfrage gegen CMR-Modelle austauscht. Ein offizielles Austauschprogramm gibt es aber noch nicht, deshalb könnte Western Digital den Austausch im Einzelfall auch verweigern

Quelle: Ars Technica, Klageschrift

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    • Kommentare (30)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von DKK007 Trockeneisprofi (m/w)
        Ich sehe das Problem auch vor allem in den mangelnden Informationen, die auch auf Nachfrage nicht wirklich kommen.
      • Von DKK007 Trockeneisprofi (m/w)
        Ich sehe das Problem auch vor allem in den mangelnden Informationen, die auch auf Nachfrage nicht wirklich kommen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Wurden die Schreibprobleme eigentlich auch außerhalb von ZFS/RAIDZ beobachtet? Soweit ich das Verfahren überblicke, erzeugt es sehr kleine Datenpakete und somit extrem viele IOs. Da rächst sich die Schreib-IOPS-Schwäche von SMR natürlich, aber in einem typischen Heimanwender-Hardware-(assisted-)RAID5 mit größerer Block-Size könnte die Welt schon ganz anders aussehen. Dann wäre WD zwar immer noch die mangelnde Produktinformation vorzuwerfen, das Laufwerk aber durchaus NAS-tauglich. Für in Privathaushalten noch weiter verbreitete Lösungen ohne RAID5, die zudem oft nur zur statischen Datenlagerung genutzt mit maximal 125 MB/s angesprochen werden, sehe ich allgemein keine Einschränkung. Hier zählt für das Prädikat "besonders NAS-tauglich" eher die Lebensdauer bei Lesezugriffen.
      • Von Mahoy Volt-Modder(in)
        Zitat von PureLuck
        Also für mich als Kunden bedeutet "für NAS geeignet" schon sehr sehr eindeutig danach, dass sie auch für RAIDs besonders geeignet sein müssen.


        Mein Reden: "Bedeutet für mich" ist nicht dasselbe wie "hat der Hersteller beworben".

        Zitat
        Alles andere wäre Quatsch (böser Wink an alle JBOD NAS Nutzer).


        Also, mein Selbstbau-NAS verwendet kein RAID, sondern Pooling, was nichts anderes als ein durch das FS strukturiertes/organisiertes JBOD ist.
        Da kann ich beliebige Technologien und Kapazitäten kombinieren und den Pool beliebig erweitern (oder verkleinern, so lange genug freier Speicher vorhanden ist). Ich kann so viele Spiegelungen einrichten wie ich Datenträger habe und bis runter zu einzelnen Dateien bestimmen, wie oft ich diese spiegeln will. Ich muss mich nicht entscheiden, ob ich verbesserte Zugriffszeiten oder höhere Ausfallsicherheit möchte und muss mir um den Ausfall des RAID-Controllers keine Sorgen machen.

        Damit kann es mir auch gänzlich wurscht sein, welche Speichertechnik die Datenträger nutzen. Wenn es eine Schnittstelle gäbe, würde ich sogar jemanden einbinden, der die Daten in Tontafeln ritzt.

        Spaß beiseite, ich kann den Ärger von Besitzern diverser NAS-Geräte selbstverständlich nachvollziehen. Es ändert allerdings nichts daran, dass ihnen keine spezifischen Eigenschaften zugesichert wurden, sondern nur eine diffuse Eignung für diesen und jenen Zweck. Und das ist der Punkt, an dem ich nachhaken würde, bevor ich überhaupt den Aufpreis für eine bestimmte Modellreihe zahle, nur weil die so ein hübsches rotes Etikett hat.
      • Von PureLuck Software-Overclocker(in)
        Zitat von Mahoy
        Was ich etwas zweideutig finde: Laut Artikel hat WD die Platten für den Einsatz im NAS beworben. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie besonders performant sein oder für den Einsatz im RAID geeignet sein müssten. Sie müssen lediglich für den Dauerbetrieb geeignet sein.
        Also für mich als Kunden bedeutet "für NAS geeignet" schon sehr sehr eindeutig danach, dass sie auch für RAIDs besonders geeignet sein müssen. Alles andere wäre Quatsch (böser Wink an alle JBOD NAS Nutzer).
      • Von Mahoy Volt-Modder(in)
        Was ich etwas zweideutig finde: Laut Artikel hat WD die Platten für den Einsatz im NAS beworben. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie besonders performant sein oder für den Einsatz im RAID geeignet sein müssten. Sie müssen lediglich für den Dauerbetrieb geeignet sein.

        Gegenüber den Kunden ist es zweifelsohne ziemlich arschig, ein elementares Merkmal zu verschweigen, aber es wurden keine spezifischen Eigenschaften zugesichert, welche die Platten dann nicht besaßen. Was der Kunde *erwartet*, wenn er "NAS" hört oder was ein anderer Hersteller für seine HDDs als Kriterien für NAS-Tauglichkeit definiert, hat keinerlei rechtliche Verbindlichkeit für Western Digital.
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