Was wurde aus Maxtor, Conner, IBM und Co.? Die Geschichte der bekanntesten Festplattenhersteller

Viele bekannte Festplattenmarken sind verschwunden, wurden übernommen oder leben in anderen Unternehmen weiter. Ein Blick auf Maxtor, Conner, IBM, HGST, Fujitsu und weitere bekannte Namen.

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Was wurde aus Maxtor, Conner, IBM und Co.? Die Geschichte der bekanntesten Festplattenhersteller
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In diesem Format blickt PCGH lose auf historische Ereignisse der Hardware- und Spiele-Geschichte - als informativ-unterhaltsames Trivia-Format.

Wer heute eine klassische Festplatte kaufen will, landet praktisch bei Seagate, Toshiba oder Western Digital. In den 1990er- und 2000er-Jahren sah das noch anders aus: Namen wie Conner, Maxtor, Quantum, Fujitsu oder Samsung waren im PC-Markt, bei Komplettsystemen und im Notebook-Segment deutlich sichtbarer. Von dieser Vielfalt ist nach Jahrzehnten der Marktkonsolidierung nur noch wenig übrig. Dass viele dieser Marken verschwanden, lag meist nicht an einem plötzlichen Aus, sondern an einer langen Reihe von Übernahmen, Zusammenschlüssen und Verkäufen. Für Endkunden blieb davon vor allem sichtbar, dass bekannte Namen nach und nach aus den Regalen verschwanden, während Technik und Produktlinien in anderen Unternehmen integriert wurden. Gerade bei klassischen HDD-Marken aus den 1990er- und 2000er-Jahren lässt sich diese Entwicklung besonders gut nachvollziehen.

Seit 1956 gab es so viele Festplattenhersteller, dass sich selbst historische Übersichten nur schwer vollständig halten lassen. Listen nennen weit über 200 Anbieter und sind häufig noch unvollständig. Der Festplattenmarkt ist damit kein Einzelfall: Solche Konsolidierungseffekte gab und gibt es in der Hardware-Branche immer wieder.

Von IBM und Hitachi zu HGST und Western Digital

Ein zentraler Strang der HDD-Geschichte beginnt bei IBM, das 1956 mit RAMAC die erste kommerzielle Festplatte auf den Markt brachte. Das Unternehmen gehörte zu den prägenden Namen der Festplattenentwicklung und war mit Deskstar- und Travelstar-Laufwerken auch im Endkundenmarkt präsent - ein Name, der später nicht immer ganz ohne Wortspiele blieb. 2002 kündigten Hitachi und IBM an, ihre HDD-Aktivitäten in ein neues Unternehmen unter Hitachi-Mehrheitsbesitz zu überführen. Daraus entstand Hitachi Global Storage Technologies, kurz HGST.

Für Endkunden von Desktop- und Notebook-Festplatten war das vor allem ein Markenwechsel. Aus IBM-Festplatten wurden Hitachi- und später HGST-Laufwerke. Western Digital übernahm HGST 2012; die Marke blieb noch einige Zeit sichtbar, verschwand später aber als eigenständiger aktiver Name aus dem Markt. Technik und Produktlinien gingen in Western Digital auf, wie schon bei der Übernahme von Tandon 1988.

Auch Fujitsu verschwand nicht einfach aus der Festplattenwelt, sondern übertrug das HDD-Geschäft 2009 an Toshiba. Zunächst war eine neue Gesellschaft mit Toshiba-Mehrheitsbeteiligung vorgesehen, später wurde der Transfer vollständig vollzogen. Damit verschwand ein weiterer bekannter Name aus der PC-Ära, während Toshiba seine Position im HDD-Markt ausbaute.

Seagate sammelte mehrere bekannte Marken ein

Besonders deutlich lässt sich die Marktkonsolidierung an Seagate zeigen. Das Unternehmen wuchs früh auch durch Zukäufe und übernahm 1989 die HDD-Sparte Imprimis von Control Data. 1996 folgte Conner Peripherals, ein in den frühen 1990er-Jahren im PC- und OEM-Markt bekannter Name, der zuvor aus einer Fusion mit Codata hervorgegangen war. Später folgte Maxtor: Seagate schloss die Übernahme 2006 ab, das kombinierte Unternehmen lief unter dem Namen Seagate weiter. Maxtor hatte zuvor bereits Miniscribe übernommen. Hinzu kam 2011 das HDD-Geschäft von Samsung mit den Spinpoint-Modellen. Damit verschwand ein weiterer großer Name aus dem klassischen HDD-Markt.

Quantum wiederum zog sich 2001 aus dem Festplattengeschäft zurück und verkaufte die Sparte an Maxtor. In dieser HDD-Linie steckten zuvor auch Zukäufe wie Plus Development und das HDD-Geschäft von DEC. In der Rückschau führte damit auch dieser Weg indirekt zu Seagate: Quantum-HDDs mit markanten Namen wie Fireball und Bigfoot gingen zunächst an Maxtor, Maxtor später an Seagate. Quantum selbst ist nach wie vor aktiv - in der Datenarchivierung.

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten bekannten Marken und ihre Nachfolger:

Hersteller Bekanntheit Verbleib Bezug
IBM Deskstar, Travelstar HDD-Geschäft ging in Hitachi Global Storage Technologies auf Linie führte später zu HGST und damit zu Western Digital
Hitachi Deskstar, Travelstar nach dem IBM-Übergang HDD-Geschäft wurde mit IBM zu HGST gebündelt HGST wurde später von Western Digital übernommen
HGST Ultrastar, Travelstar 2012 von Western Digital übernommen Technik und Produktlinien gingen in Western Digital auf
Western Digital Caviar, WD Blue, WD Black, WD Red Weiter aktiv Einer der verbliebenen HDD-Hersteller
Seagate Barracuda, Momentus, Expansion Weiter aktiv Einer der verbliebenen HDD-Hersteller und Käufer mehrerer früherer Marken
Conner Peripherals IDE-Festplatten der frühen 1990er 1996 mit Seagate zusammengeschlossen Marke verschwand, Geschäft ging in Seagate auf
Maxtor DiamondMax, OneTouch 2006 von Seagate übernommen Marke verschwand als eigenständiger HDD-Hersteller
Quantum Fireball, Bigfoot Verkauf des HDD-Geschäfts an Maxtor HDD-Linie ging an Maxtor und später indirekt an Seagate
Samsung (HDD) Spinpoint HDD-Geschäft 2011 an Seagate verkauft Samsung verschwand als eigenständiger HDD-Anbieter
Fujitsu Notebook- und OEM-Festplatten HDD-Geschäft 2009 an Toshiba übertragen Fujitsu verschwand als eigene HDD-Marke, Toshiba baute seine Position aus
Toshiba 2,5-Zoll- und Notebook-HDDs Weiter aktiv Einer der verbliebenen HDD-Hersteller
HDD-Markt heute: drei Hersteller, klar verteilt

Eine aktuelle Markteinordnung zeigt außerdem, wie stark sich der HDD-Markt inzwischen auf drei Anbieter verengt hat. Nach 2026 veröffentlichten Branchenschätzungen entfielen bei den HDD-Kapazitätslieferungen für 2025 rund 47 Prozent auf Western Digital, 42 Prozent auf Seagate und 11 Prozent auf Toshiba. Je nach Bezugsgröße kann die Verteilung abweichen: Bei den Stückzahlen fällt Toshibas Anteil traditionell höher aus als bei den Kapazitätslieferungen, weil hochkapazitive Enterprise-Laufwerke die Gewichte verschieben.

<i>Nach 2026 veröffentlichten Branchenschätzungen für 2025 in Kapazitätslieferungen lag Western Digital vor Seagate und Toshiba.</i> Quelle: Grafik: PCGH, Daten: Forbes Nach 2026 veröffentlichten Branchenschätzungen für 2025 in Kapazitätslieferungen lag Western Digital vor Seagate und Toshiba.

Andere bekannte Namen ereilte ein ähnliches Schicksal, wenn auch mit geringerer Sichtbarkeit im Massenmarkt. Miniscribe verschwand bereits früher vom Markt, während Hersteller wie Micropolis, Priam oder Rodime heute vor allem noch in Retro- und Sammlerkreisen auftauchen. Für Endkunden blieb davon meist nur der Markenname auf alten Laufwerken, Verpackungen oder in Erinnerungen an PCs aus den 1990er- und 2000er-Jahren.

Der Festplattenmarkt ist damit eines der sichtbareren Beispiele dafür, wie sich ein Hardware-Segment über Jahre konsolidiert. Viele Anbieter traten an, einige wuchsen durch Übernahmen, andere zogen sich unter steigendem Kostendruck wieder aus dem Markt zurück. Für viele Leser bleiben am Ende vor allem die Namen in Erinnerung, die früher auf Kartons, Laufwerken und in Datenblättern standen - und das typische Rattern klassischer Festplatten, das in unzähligen PCs über Jahre ganz selbstverständlich zum Alltagston gehörte.

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    • Kommentare (33)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PeaceTank Freizeitschrauber(in)
        Zitat von der_yappi
        Als PC-Gehäuse noch mehr 5,25 Zoll Slots hatten war auch der Sharkoon Vibe Fixer ne gute Lösung...
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        Meine zwei die ich hatte wurden mir "mit Kusshand" hier im Forum abgekauft
        Krasses Teil.
      • Von der_yappi Volt-Modder(in)
        Zitat von PeaceTank
        Ha, noch ganz vergessen die Dämpfer. Damit die Schwingung nicht auf das Gehäuse übergehen.[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
        Als PC-Gehäuse noch mehr 5,25 Zoll Slots hatten war auch der Sharkoon Vibe Fixer ne gute Lösung...
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        Meine zwei die ich hatte wurden mir "mit Kusshand" hier im Forum abgekauft
      • Von villeneuve Kabelverknoter(in)
        Meines Wissens war eine Voraussetzung dafür, daß WD HGST übernehmen durfte, daß (wesentliche oder alle?) Teile der HGST Technologie an Toshiba übertragen werden mußten. Dementsprechend waren/sind Toshiba HDDs zumindest teilweise durch Toshiba produzierte HGST Modelle und somit IMO die besten. Seit einiger Zeit werkelt bei mir im HTPC/Videorecorder eine helium-gefüllte Toshiba Toshiba MG07ACA12TE 12 TB Platte in einem Scythe Quiet Drive SQD-1000 Dämmgehäuse und die Platte wurde noch nie wärmer als 35 °C, ohne aktive Kühlung. Vorher hatte ich in dem Scythe Gehäuse eine Seagate Seagate ST8000NM0055-1RM112 8 TB und die lief immer über 10 °C wärmer und die begann nach einem Jahr alle paar Monate Reservesektoren zu benutzen. Seagate Modelle, die bei mir extrem zuverlässig und lange liefen waren 60 GB IDE und 500 GB SATA Modelle. Meinen Erfahrungen nach wurde es bei Seagate ab 750 GB problematisch, bei IBM ab 30 oder 40 GB.
        Eien Quantum ProDrive LPS 270 MB hatte ich damals in meinem IBM PC330 und als mein Vater und ich diese in unseren ersten selbst gebauten Pentium 100 MHz PC umziehen wollten haben wir zu lange Schrauben verwendet und die Quantum hatte kein Metall hinter den Schraublöchern, das verhindert hätte, daß sich eine der Schrauben schön durch mehrere Leiterbahnen des Controllers bohren konnte. Ich sah meine ganzen Daten schon im Nirvana, aber ein toller Nachbar, Elektriker im Atomkraftwerk, hat dann unter einem riesigen Mikroskop die Leiterbahnen wieder gelötet und die Platte lief danach wieder problemfrei, so daß ich die Daten auch heute noch habe. Wer zufällig genau das Quantum Modell rumfliegen hat kann sich bei mir melden, da ich den IBM PC330 gerne auch geräuschmäßig wieder in den Originalzustand versetzen würde.
      • Von Logos_Atum PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von _Oskar_
        Welche Platte war das nochmal damals, die mit 10 K Touren lief und so laut war ?

        Bin die ganze Zeit am überlegen.
        Seagate Cheetah... der Willhaben Faktor hält bis heute
      • Von PeaceTank Freizeitschrauber(in)
        Ha, noch ganz vergessen die Dämpfer. Damit die Schwingung nicht auf das Gehäuse übergehen.[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]
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