Smart-TV: Nutzer werden ausspioniert - TV-Hersteller mit wenig Updates
Das Bundeskartellamt warnt vor der Nutzung von smarten TVs, wenn diese mit dem Internet verbunden sind. Viele TV-Hersteller wie Samsung, LG, Sony und Co. veröffentlichen so gut wie keine Software-Updates für ihre Geräte.
Bereits vor der weltweiten Coronavirus-Pandemie waren Streaming-Dienste wie Netflix, Amazon Prime Video oder Sky Ticket immer stärker dabei, in unsere Wohnzimmer einzuziehen. Schließlich können Nutzer derartiger Cloud Services eine Sendung immer dann abrufen, wenn Sie gerade Zeit haben, und müssen sich nicht an Sendezeiten halten. Um möglichst bequem auf Netflix und Co. zugreifen zu können, bieten sich mit dem Internet verbundene Smart-TVs an. Wie das Bundeskartellamt in einer Untersuchung festgestellt hat, sollten Nutzer jedoch Vorsicht walten lassen. So sind in vielen Fällen die Datenschutzverordnungen nur formal DSGVO konform, sodass in einigen Bereichen lediglich allgemeine Aussagen getroffen werden, mit denen der Verbraucher wenig anfangen kann. Auch werden sehr viele Daten zum Nutzungsverhalten der TVs gesammelt.
Wann wurde welche App geöffnet? - Ihr Smart-TV weiß die Antwort
Viele Menüs von Smart-TVs sind - der Erhebung zufolge - so gestaltet, dass sich der Nutzer zwingend entscheiden muss, aber nicht ausreichend darüber aufgeklärt wird, welche datenschutzrechtlichen Folgen die Auswahl hat. So können etwa Daten zur Nutzung des smarten Fernsehers erhoben werden. Hierbei wird beispielsweise erfasst, wann und wie oft eine bestimmte App geöffnet wurde. Je nach TV wird auch mit protokolliert, welche Cursorbewegungen ein Nutzer getätigt hat. Falls der Smart-TV über eine aktivierte Sprachfunktion auf der Fernbedienung verfügt, wird auch hier mit getrackt, welche Aussagen der Nutzer gesprochen hat. Die erhobenen Daten können dann etwa für personalisierte Werbung genutzt werden. Derartiges Sammeln von Daten - sogenanntes Digital Nudging - ist durchaus nach geltendem Recht zu beurteilen, schließlich hat der jeweilige Nutzer sein Einverständnis dazu abgegeben.
Die Sektoruntersuchung basiert hauptsächlich auf zwei schriftlichen Befragungen. In der ersten Umfrage wurden 32 Unternehmen befragt. Hierzu zählen neben Lieferanten für Software von Smart-TVs auch die 21 größten am deutschen Markt vertretenen TV-Hersteller. Bei der zweiten Runde sind 21 Unternehmen zu Datenschutz und Sicherheit vom Bundeskartellamt befragt worden.
Software-Update für Smart-TVs - Welches Software-Update?!
Problematisch erweist sich die Tatsache, dass viele TV-Hersteller keine Software-Aktualisierungen für ihre Geräte veröffentlichen. Es ist keinesfalls gesichert, dass ein neu gekaufter Smart-TV auch in den Folgejahren neue Software erhält. Kein einziger Smart-TV-Hersteller veröffentlicht eine Liste, wie lange seine Produkte mit sicherheitsrelevanten Patches ausgerüstet werden. Smart-TVs sind jedoch - sofern man Apps benutzt und somit den TV am Internet angeschlossen hat - auch anfällig für Angriffe von Hackern, da sie ja mit dem Internet verbunden sind. Schutzsoftware, wie es sie für PCs und Smartphones gibt, existieren für die meisten Fernseher nicht. So müssten die Geräte eben unter anderem durch die TV-Hersteller mit Software-Updates mit einem Mindestmaß an Sicherheit versorgt werden.
Die Betriebssysteme von Smart-TVs sind jedoch hierbei eine Herausforderung, weil viele verschiedene Systeme miteinander konkurrieren und die jeweiligen Hersteller kaum Updates bereitstellen. Huawei will bald mit dem eigenen Harmony OS im Markt der IoT-Geräte angreifen, den aktuell drei Betriebssysteme unter sich aufteilen. Von Google gibt es etwa Android TV, welches unter anderem Sony und Philips verwenden. Allerdings entscheiden immer die TV-Hersteller selbst, welche Android-Version auf welchem TV-Modell zum Einsatz kommt. Marktführer Samsung benutzt das auf Linux aufbauende Tizen OS, welches auch mit angepassten Android-Apps zurechtkommt, die von Samsung zertifiziert sein müssen. Allerdings ist hier die App-Auswahl merklich geringer als bei Android TV. Ebenfalls auf ein selbst entwickeltes Betriebssystem setzt LG mit WebOS. Hierbei laufen die Apps auf HTML5-Basis mit der Chromium-Engine, die auch den Google Chrome und den neuen Microsoft Edge antreibt.
Warn-Symbole auf Smart-TVs gefordert - TV-Sticks als Alternative?
Das Bundeskartellamt fordert daher von den TV-Herstellern auf der Geräteverpackung bereits klarzumachen, ob es beispielsweise bei diesem TV-Gerät eine automatische Inhaltserkennung gibt. So könnten Verbraucher vor dem Kauf gewarnt werden, dass dieses Modell eben Daten sammelt. Zwar ist es so, dass viele Käufer immer wieder mehr Datenschutz fordern, in der Praxis aber alles andere als sparsam mit ihren Daten umgehen und diese an Facebook und Co. abgeben.
Alternativ können Streaming-Dienste auch mit externen Geräten genutzt werden. Allerdings müssen auch Nutzer von Streaming-Boxen mit diversen Trackern leben. Wissenschaftler der Princeton-Universität haben in einer Studie herausgefunden, welche Daten von Streaming-Boxen an unterschiedliche Dienste übermittelt werden. In der Studie wurde sowohl der Amazon Fire TV-Stick, als auch die Roku-Box untersucht, die im Auftrag von Kunden wie Sky etwa den Sky Ticket TV Stick herstellt. Bei beiden Anbietern werden Nutzerdaten an unterschiedliche Domains von Google und Facebook geschickt. Immerhin erlauben es sowohl Amazon, als auch Sky personalisierte Werbung zu deaktivieren. Beide Firmen bieten zudem immer wieder Software-Updates für ihre Streaming-Boxen an. Allerdings gibt es auch hier Grenzen, da sowohl Smart-TVs, als auch Streaming-Boxen über stromsparende ARM-Chipsätze verfügen. Um jedoch kompatibel mit einer neuen Betriebssystemversion sein zu können, muss jeder Gerätehersteller die Software mit einem zum ARM-Prozessor passenden Board Support Package ausstatten. Je nach Gerät und verbautem Chipsatz ist dies mit unterschiedlichem Aufwand für den Hersteller verbunden, sodass nur bestimmte Geräte ein neues Betriebssystem erhalten.
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Sammlung zu Smart-TVs und Datenschutz:
- In einer Sektoruntersuchung des Bundeskartellamts ist ersichtlich, dass viele Smart-TVs jede Menge Nutzungsdaten erheben und diese für personalisierte Werbung verwenden.
- Hierbei wird beispielsweise erfasst, wann, wie oft eine bestimmte App geöffnet wurde. Je nach TV wird auch mit protokolliert, welche Cursorbewegungen ein Nutzer getätigt hat. Falls der Smart-TV über eine aktivierte Sprachfunktion auf der Fernbedienung verfügt, wird auch hier mit getrackt, welche Aussagen der Nutzer gesprochen hat.
- Viele Smart-TVs verfügen über eine nur formal DSGVO-konforme Regelung, die zu wenig ins Detail geht wie die Nutzungsdaten verarbeitet werden, so das Bundeskartellamt.
- Zudem veröffentlichen einige Smart-TV-Hersteller keine Software-Aktualisierungen für ihre mit dem Internet verbundenen TVs. Aus Sicherheitsgründen wäre dies aber begrüßenswert.
- Anbieter von Streaming-Boxen wie Amazon hingegen veröffentlichen immer wieder Software-Updates für ihre Geräte. Um kompatibel mit einer neuen Betriebssystemversion sein zu können, muss jeder Gerätehersteller die Software mit einem zum ARM-Prozessor passenden Board Support Package ausstatten. So gibt es auch hier Grenzen, wie lange eine Streaming-Box mit neuer Software versorgt wird.
Quellen: Bundeskartellamt, Amazon, Sky, LG, Samsung, Controlling - Zeitschrift für erfolgsorientierte Unternehmenssteuerung, Wikipedia

Eigentlich sollte man alles außer das normale TV über externe Geräte laufen lassen aber es gibt zu wenige die das auch tatsächlich tun. Wünschenswert wäre es einfach alles an unnötigen Features abschalten zu können aber das scheint nicht zu funktionieren.
Was fürn Bullshit. Ich habe einen LG Oled, 2016- er Modell. Bisher gab es fünf mal neue Firmware. Inklusive DV und HDR Inklusion.
Bundeskartellamt halt. Will man Philips und Co dadurch unter die Arme greifen? Der Zug für die Eurohersteller ist eh abgefahren. Verpennt haben sie es, wie das Thema Elektromobilität...wie eben alles.
Der Smart TV ist bei mir das Gerät mit den meisten DNS Anfragen im gesamten Netzwerk.
In fünf Tagen wurden etwas über 18.000 Anfragen an den DNS Server gestellt. Das sind ein Drittel aller Anfragen von 20 Clienten im Netzwerk.
Ich schaue mit den Smart TV kein Fernsehn. Lediglich etwas Disney+ und Spotify, der Rest sind Blu-rays.
Das Ding ist mehr in Internet unterwegs, als ich
Ich denke durch Durchschnittliche bis Wenig Internet nutzung und Kartenzahlung kommen schon zig GB an Daten zusammen über jeden einzelen.
Soll heißen wer viele Moderne Medien nutzt, muss sich einfach im klaren sein das viele Daten über ihn gesammelt werden.
Wer sein Haus am Fluss baut, braucht nicht weinen wenn der Fluss hochwasserführt und die Versicherung nicht zahlt.