Intel Core i9-11900K köpfen: Schwere Geburt mit überraschendem Temperaturgewinn

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Intel Core i9-11900K köpfen: Schwere Geburt mit überraschendem Temperaturgewinn (1)
Quelle: PC Games Hardware

"der8auer" vermutete vor dem Launch des Core i9-11900K, dass sich Rocket Lake-S nicht fürs Köpfen eignet. Nun hat der Overclocker den Versuch gewagt und es war in der Tat eine schwere Geburt - die Ergebnisse allerdings sind unerwartet gut.

Vor dem offiziellen Launch der Rocket-Lake-S-CPUs waren bereits Exemplare des Core i7-11700K im Umlauf. Eines davon hatte ein Overclocker auch zu köpfen versucht, zerstörte die CPU bei diesem Unterfangen allerdings. Die dabei entstandenen Die-Shots legten zudem nahe, dass eine Direct-Die-Kühlung unmöglich sein könnte. Zu dieser Vermutung kam Youtuber und Overclocker "der8auer" nach Sichtung der den Die umgebenden Komponenten. Sie schienen ähnlich hoch zu sein wie der Die selbst. Da sich eine CPU bei der Die-Direkt-Kühlung immer ein bisschen durchbiegt, würden die Bauteile wohl mit dem Kühler kollidieren. Nach dem Launch des Intel Core i9-11900K hat "der8auer" zumindest schon mal das Köpfen probiert.

Tatsächlich gelang das Entfernen des Heatspreaders, allerdings musste der Übertakter dazu alle Register ziehen. Einfach abschieben, auch wenn er es mehrfach mit speziellem Gerät probierte, konnte er den Heatspreader nicht. Kurzerhand steckte er die CPU bei 170° C in den Backofen, damit sich das Indium-Lot zwischen Die und Heatspreader verflüssigt. Nach diesem Schritt ließ sich der Spreader abnehmen, anschließend musste er noch das Indium sowie den Kleber auf der Platine entfernen.

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Deutlicher Temperaturgewinn durchs Köpfen

Beim Messen des geköpften Core i9-11900K stellte sich heraus, dass die brandneue CPU dieselbe Dicke aufweist wie ein Core i9-9900K. Das allerdings nicht, weil der Die wieder höher ausfällt, sondern wegen der stärkeren Platine. Diese Tatsache verleiht dem Prozessor mehr Stabilität - das anfangs vermutete Durchbiegen ist also weniger wahrscheinlich. Beim von "der8auer" gewählten Ansatz, den Heatspreader mit Flüssigmetall wieder anzubringen, machte die CPU diesbezüglich keine Probleme.

Und so erzielte er dann überraschend gute Ergebnisse. Da es sich beim Core i9-11900K um eine verlötete CPU handelt, vermutete "der8auer" lediglich einen moderaten Temperaturgewinn von 3 bis 4 Grad. Nach dem Aufheizen wurde die CPU-Kerne bei 5,0 GHz im Cinebench R20 aber nur noch 79 statt 91 Grad Celsius warm. Auch die Leistungsaufnahme verringerte sich leicht von 297 auf 289 Watt. "der8auer" zeigt sich von den Ergebnissen selbst überrascht und will, bevor er sie für spruchreif erklärt, lieber noch die Erkenntnisse anderer Overclocker abwarten.

Mehr zum Thema: Intel Core i9-11900K, i7-11700K und i5-11600K im Test: Auf dem Thron ist nur Platz für einen Prozessor

Empfehlen kann "der8auer" die Entfernung des Heatspreaders dennoch nicht. Das Risiko, die CPU zu zerstören, sei einfach zu hoch. Alle weiteren Details finden Sie im Video von "der8auer". Mehr über Rocket Lake-S lesen Sie in unserem Test.

Quelle: Youtube

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    • Kommentare (29)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Habe gerade keinen DR4 zur Hand, aber da liegt maximal 1 mm zwischen der Heatpipe-Unterkante und dem IHS, bei einigen Kühlern wird es eher 0,5 mm sein. (Jeweils zuzüglich Wandstärke der Heatpipe.) Selbst wenn man einen kompletten Kühler in eine CNC einspannen könnte, hätte man also bestenfalls genug Fleisch für die Vertiefung selbst, dann aber nicht mehr genug Material für die eigentliche Wärmeverteilung. Bei High-End-Wasserkühlern, die wohl typischer für Anwender sind, die so extreme Umbauten vornehmen, sind Restbodenstärken von unter 0,5 mm mittlerweile allgemein üblich und die Wärmeleitung innerhalb dieses bisschen Kühlers ist so schlecht, dass Direct-Die-Tests regelmäßig schlechtere Temperaturen als mit Heatspreader liefern, weil nur noch ein kleiner Teil der Kühlstruktur effektiv Wärme an das Wasser übergeben kann. Man braucht wenn dann also eine entsprechend dickere Bodenplatte, die die Summe aus normalem Kühlerboden und IHS repräsentiert. (Vermutlich könnte man in dem Fall 1 mm insgesamt einsparen, aber nicht die vollen 3 mm des IHS.)
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Habe gerade keinen DR4 zur Hand, aber da liegt maximal 1 mm zwischen der Heatpipe-Unterkante und dem IHS, bei einigen Kühlern wird es eher 0,5 mm sein. (Jeweils zuzüglich Wandstärke der Heatpipe.) Selbst wenn man einen kompletten Kühler in eine CNC einspannen könnte, hätte man also bestenfalls genug Fleisch für die Vertiefung selbst, dann aber nicht mehr genug Material für die eigentliche Wärmeverteilung. Bei High-End-Wasserkühlern, die wohl typischer für Anwender sind, die so extreme Umbauten vornehmen, sind Restbodenstärken von unter 0,5 mm mittlerweile allgemein üblich und die Wärmeleitung innerhalb dieses bisschen Kühlers ist so schlecht, dass Direct-Die-Tests regelmäßig schlechtere Temperaturen als mit Heatspreader liefern, weil nur noch ein kleiner Teil der Kühlstruktur effektiv Wärme an das Wasser übergeben kann. Man braucht wenn dann also eine entsprechend dickere Bodenplatte, die die Summe aus normalem Kühlerboden und IHS repräsentiert. (Vermutlich könnte man in dem Fall 1 mm insgesamt einsparen, aber nicht die vollen 3 mm des IHS.)
      • Von BigBoymann BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Das funktioniert aber nur, wenn du dir deinen Kühlblock tatsächlich selbst fräst. Bei gekaufter Ware fehlt das stehenzulassende Material ja bereits.
        Und einen guten Kühler zu fertigen ist nicht trivial. Ohne die entsprechenden Maschinen und Designs lässt man schnell zwangsläufig oder unbewusst mehr Kelvin liegen als man durch die Elimnierung des IHS-Kühler-Wärmeübergangs gewinnen kann. Dazu kommt die anspruchsvolle Montage und die Gefahr hoher Belastungen bei Direct Die. Über Kickstarter mal eine Wasserkühlerentwicklung finanziert, aber es dauert sehr lange, ehe man herkömmliche Kühler auf Skylake schlug und ehe man dieses gute Design dann für Coffee Lake angepasst hatte, war der Sockel 1200 da. (Falls seitdem eine CML-Variante erschienen ist, habe ich sie nicht mehr mitbekommen – wäre jetzt aber schon wieder veraltet.)
        Verstehe ich gerade nicht, wenn man einen bestehenden Kühler nimmt, dann kann man doch die wenigen Milimeter wegnehmen, oder übersehe ich gerade etwas? Wenn man bspw. den Dark Rock 4 nimmt, da liegen doch ein paar Milimeter zwischen Boden und Heatpipes, dass müsste doch schon reichen, oder?

        Das diese Art nichts für jeden ist, sollte klar sein. Ich würde niemals meine CPU köpfen, selbst die Intelsche WLP würde ich nicht entfernen, da sind mir die CPU Preise dann einfach viel zu hoch und die Gefahr viel zu groß. Aber wenn jemand wie der8auer das macht, dann sollte das doch gut funktionieren.
        Zitat von IICARUS
        Köpfen muss man mit Intel heute mit Lot auch nichts, daran versuchen sich nur Leute, die jeden einzelnen Grad noch rausholen wollen.
        Köpfen muss man keine CPU, ist aber eigentlich schon spannend, dass da so ein doch deutlicher Temperaturgewinn vorliegt.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von BigBoymann
        Ich meine, warum macht man den Heatspreader wieder drauf?

        Mit den Mitteln, würde ich mir doch mittels CNC Fräse den Heatspreader in meinen Block fräsen, sollte doch kein technisches Hexenwerk sein und man würde sicherlich noch einmal einen Übergangswiderstand minimieren. Denn so hat man ja aktuell zwei mal Flüssigmetall zum Einsatz gebracht und mit meiner Idee wäre es ja dann nur einmal.
        Das funktioniert aber nur, wenn du dir deinen Kühlblock tatsächlich selbst fräst. Bei gekaufter Ware fehlt das stehenzulassende Material ja bereits.
        Und einen guten Kühler zu fertigen ist nicht trivial. Ohne die entsprechenden Maschinen und Designs lässt man schnell zwangsläufig oder unbewusst mehr Kelvin liegen als man durch die Elimnierung des IHS-Kühler-Wärmeübergangs gewinnen kann. Dazu kommt die anspruchsvolle Montage und die Gefahr hoher Belastungen bei Direct Die. Über Kickstarter mal eine Wasserkühlerentwicklung finanziert, aber es dauert sehr lange, ehe man herkömmliche Kühler auf Skylake schlug und ehe man dieses gute Design dann für Coffee Lake angepasst hatte, war der Sockel 1200 da. (Falls seitdem eine CML-Variante erschienen ist, habe ich sie nicht mehr mitbekommen – wäre jetzt aber schon wieder veraltet.)
      • Von vlim Freizeitschrauber(in)
        Zitat von vb87
        Der Artikel ist inhaltlich nicht korrekt. Der8auer hat keine Direkt-Die Kühlung gemacht, sondern ...
        Ja klar, aber er sagt doch am Ende, für "Direkt-Die Kühlung" hat die Zeit nicht mehr gereicht, das macht er dann im nächsten Video.
      • Von IICARUS
        Köpfen muss man mit Intel heute mit Lot auch nichts, daran versuchen sich nur Leute, die jeden einzelnen Grad noch rausholen wollen.
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