Rückblick: CPUs 2021 - Das große Jahr von Intel: Preisverlauf, Marktanteile und wichtige Tests
PCGH blickt zurück auf wichtige CPU-Launches von Intel und AMD, auf die allgemeine Preisentwicklung, auf die Marktanteile bei PCGH-Lesern und auf technische Neuheiten.
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Im Gegensatz zu Grafikkarten war bei Prozessoren im Jahr 2021 ordentlich was geboten - allerdings vornehmlich bei Intel. Nachdem AMD schon 2020 seine Ryzen-5000-Generation auf die Startrampe geschoben hatte, blieb es Intel vorbehalten, gleich zwei neue Architekturen zu veröffentlichen. Gehörte das Jahr 2021 deshalb allein Intel? Wir wollen in diesem Teil des Rückblicks die wichtigsten CPU-Launches kompakt vorstellen, auf Marktanteile unter PCGH-Lesern eingehen, die Preisentwicklung beleuchten und schauen, was ansonsten bei der CPU-Infrastruktur noch so passiert ist.
Die Preise für Prozessoren
Gab es bei den CPUs 2021 eine ähnlich krasse Entwicklung wie bei den Grafikkarten? Aufmerksame PCGH-Leser wissen natürlich, dass das nicht der Fall war. Bei Prozessoren war es über einen längeren Zeitraum gesehen sogar so, dass die Preise immer wieder nach unten gingen - und die Straßenpreise tatsächlich auch unterhalb der unverbindlichen Preisempfehlung landeten. Doch der Reihe nach.
Bei AMD war 2021 am meisten Bewegung und gerade bei den Ryzen-5000-CPUs lässt sich die Entwicklung von Januar bis Dezember noch am besten verfolgen. Fangen wir mit dem Einsteigermodell Ryzen 5 5600X an: Der Sechskerner mit einer UVP von 299 Euro startete recht hoch mit 338 Euro, wurde dann im Jahresverlauf bis August immer günstiger (259 Euro), um dann Richtung Jahresende wieder leicht auf 289 Euro anzusteigen. Insgesamt schwankte der Preis um bis zu 25 Prozent. Eine andere Entwicklung nahm der Achtkerner Ryzen 7 5800X. Bei einer UVP von 449 Euro begann er das Jahr mit 479 Euro, um dann recht schnell unter die UVP zu fallen und das Jahr mit 359 Euro zu beenden. Auch hier lag die Schwankungsbreite des Preises bei 25 Prozent.
Bei den beiden Ryzen-9-Flaggschiffen sah die Lage ganz anders aus: Der 12- und der 16-Kerner waren zu Jahresbeginn kaum verfügbar, entsprechend hoch lagen die Preise. Der 5900X (UVP 549,-) startete mit 749 Euro, lag zwischenzeitlich gar bei 799 Euro, um dann Anfang September auf 489 Euro "abzustürzen". Satte 39 Prozent schwankte der Preis, das war der High-Score bei AMD. Der 5950X (UVP: 799,-) begann das Jahr mit 929 Euro, kratzte im April mit 969 Euro noch an der 1.000er-Marke, um dann im September auf dem Tiefpreis von 699 Euro zu landen. Das bedeutete eine Schwankung von satten 28 Prozent beim Preis und einen absoluten Preisunterschied von immerhin 270 Euro.
Etwas schwieriger fällt die Analyse bei Intel aus, da die Rocket-Lake-Generation erst ab Anfang April und die Alder-Lake-CPUs erst ab Anfang November im Handel verfügbar waren. Bei den erfassten RKL-CPUs i7-11700K und i9-11900K waren im Jahresverlauf Schwankungen um 20 bis 25 Prozent möglich. Bei den Alder Lakes gab es wegen der kurzen Angebotsdauer keine großen Veränderungen, was für die gute Verfügbarkeit zum Release spricht.
Quelle: PC Games Hardware
Preisverlauf CPUs 2021.
Marktanteile bei CPUs
Und wie haben sich die CPU-Verkäufe auf die Marktanteile im Forum von PCGH Extreme ausgewirkt? In der Tendenz ist der Kuchen ähnlich wie bei GPUs aufgeteilt, nur mit einem besseren Ende für AMD. Im PCGH-Forum hat AMD dank seiner Ryzen-CPUs einen deutlichen Vorsprung vor Intel. Das Jahr teilt sich dabei in zwei Hälften: Während sich AMD von anfangs 66 Prozent Marktanteil auf 77 Prozent steigern konnte (Juni), ging es in der Folge wieder auf 70 Prozent herunter (November). Im direkten Vergleich also ein kleines Plus, aber das Maximum im Juni wurde nicht gehalten. Entsprechend startete Intel mit 34 Prozent, lag im Juni bei mageren 23 Prozent und landete im November wieder bei 30 Prozent - Tendenz also steigend. Die beliebtesten CPUs im Forum waren im November der Ryzen 7 5800 X (12 %), vor dem Ryzen 9 5900X (11,7 %) und dem Ryzen 7 3700X (10,23 %).
Quelle: PC Games Hardware
Marktanteile CPUs 2021.
Die CPUs des Jahres
Was lässt sich über die wichtigen CPU-Tests des Jahres sagen? Wenn Sie PCGH aufmerksam lesen, sind Sie eigentlich bestens im Bilde. Bei AMD gab es zum Jahreswechsel die beiden OEM-CPUs Ryzen 7 5800 und Ryzen 9 5900, die aber nie für Endkunden verfügbar waren. Außerdem schickte man im August (endlich) Desktop-APUs ins Rennen, in Form der Ryzen-5000-G-Prozessoren. Die Cezanne-APUs Ryzen 5 5600G mit sechs Kernen und Ryzen 7 5700G mit acht Kernen tummelten sich regelmäßig in den Top 10 im PCGH-Preisvergleich, was auch an den attraktiven Straßenpreisen von rund 320 bzw. 250 Euro liegen dürfte.
Bei Intel hingegen reichte es für zwei Launches für unterschiedliche Sockel. Während die Rocket-Lake-CPUs für den Sockel 1200 überschaubares Interesse erzeugten (Ausnahme: der Preis-Leistungs-Knaller 11400F für 155 Euro), sah es bei den Alder Lakes für den Sockel 1700 mit Performance- und Effizienz-Kernen schon besser aus. Die erste Garde der neuen Prozessoren, die in Intel 7 (ehemals 10 nm++) gefertigt werden, sahen in vielen Spiele-Benchmarks sehr gut aus. Abzüge in der B-Note gab es bei Anwendungen und bei der Leistungsaufnahme. Hier hat Intel noch Potenzial für 2022.
Die wichtigsten CPU-Launches 2021 in der Galerie
Bildergalerie
Intel: Neue Technologien
Intel ist es zu verdanken, dass es 2021 auch im Bereich der Infrastruktur massive Neuerungen gab, nachdem die Jahre davor eher AMD den Ton angegeben hatte. Mit der neuen und zwölften Intel-Core-Generation Alder Lake gibt es nämlich nicht nur die neue Speicher-Generation DDR5, sondern mit PCI-Express 5.0 auch einen neuen Standard zu Anbindung von Peripheriegeräten mit dem Chipsatz des Hauptprozessors. Auf dem Papier bieten beide Standards unter anderem erhebliche Leistungsvorteile, allerdings gibt es einen gewaltigen Haken. Während es für PCI-Express 5.0 faktisch überhaupt keine Hardware wie SSDs oder Grafikkarten gibt, die man schon verwenden könnte, wurde DDR5-Arbeitsspeicher zwar zum Launch von Core i9-12900K & Co. Anfang November gesichtet, aber nur für kurze Zeit.
DDR5-RAM ist aktuell vergriffen, was für Alder-Lake-Fans insofern ein Problem darstellt, weil sie sich beim Kauf für ein Mainboard mit DDR4 oder DDR5 entscheiden müssen. Das dürfte den einen oder anderen Early Adopter abschrecken. Die Situation dürfte sich 2022 verbessern, schon allein deswegen, weil dann nicht nur schnellerer Arbeitsspeicher kommen wird, sondern AMD mit Zen 4 bzw. Sockel AM5 ebenfalls auf den DDR5-Zug aufspringt. Und man darf nicht vergessen, dass die finalen technischen Spezifikationen für PCI-Express 6.0 ebenfalls 2021 festgezurrt wurden. Spätestens 2023 ist hier mit einer praktischen Umsetzung auf Mainboards zu rechnen.
Auf SAM folgt rBAR für Nvidia
Apropos Mainboards: Hier gab es ausschließlich von Intel viele Neuheiten. AMD hatte seine Zen-3-Desktop-Generation Ryzen 5000 schon 2020 an den Start gebracht und die aktuellen Chipsätze wie X570 und B550 stammen ebenfalls aus dem Vorjahr. Dafür sprang Intel doppelt in die Bresche: Trotz Aufwärtskompatibilität im High-End-Bereich führte Intel für Rocket Lake (Start Ende März) einen neuen Plattform Controller Hub (PCH) ein, und zwar den Z590. Damit deckte man die CPUs für den Sockel 1200 ab, doch wie wir allen wissen, gab es Anfang November erneut einen Sockel-Wechsel. Alder Lake brachte den Sockel 1700 mit sich und mit Z690 noch einmal einen neuen PCH. Mainboards spielten auch eine wichtige Rolle beim Thema Resizable BAR, das Ende 2020 durch AMD aufflammte ("SAM") und im März 2021 auch von Nvidia aufgegriffen wurde.
Gemeint ist damit der direkte und unbeschränkte Zugriff auf den Grafikspeicher durch die CPU. Resizable BAR (Resizable Base Address Register) wurde über die PCI-Express-3.0-Spezifikationen festgelegt, aber aus technischen Gründen lange Zeit im Grunde ignoriert. Erst durch einen technischen Kniff wurde die Funktion auch in Spielen nutzbar, AMD legte hier vor, Nvidia zog nach. Da für die Technik immer ein Zusammenspiel aus CPU, Grafikkarte, Mainboard und Grafikkarten-Treiber nötig ist, funktionierte das Feature nicht automatisch bei jeder Hardware-Kombination. Es dauerte einige Wochen und Monate, bis die Unterstützung auf Mainboard-, GPU- und CPU-Seite stetig ausgebaut wurde. Je nach Spiel und Hardware sind Leistungssteigerungen im Bereich von wenigen Prozenten bis zu 15 Prozent messbar. Es gibt keinen guten Grund, das Feature nicht zu aktivieren, weshalb es nach einem gewissen Hype Ende 2020 bis Anfang 2021 irgendwann aus den Nachrichten verschwunden war und sich zum Standard bei Benchmarks entwickelt hatte.
Welches war Ihr Highlight bei Grafikkarten in diesem Jahr? Nutzen Sie Kommentarfunktion und teilen Sie Ihre denkwürdigen Erinnerungen mit.

Kurzum: ich sehe das ja zum Glück nicht nur allein so! Grüße
Z.B. den 5600 non X. Aber leider war das wegen der Chipknappheit wohl nicht möglich.
"Mit der neuen und zwölften Intel-Core-Generation Alder Lake gibt es nämlich nicht nur die neue Speicher-Generation DDR5, sondern mit PCI-Express 5.0 auch einen neuen Standard zu Anbindung von Peripheriegeräten mit dem Chipsatz des Hauptprozessors. Auf dem Papier bieten beide Standards unter anderem erhebliche Leistungsvorteile, allerdings gibt es einen gewaltigen Haken. Während es für PCI-Express 5.0 faktisch überhaupt keine Hardware wie SSDs oder Grafikkarten gibt, die man schon verwenden könnte, wurde DDR5-Arbeitsspeicher zwar zum Launch von Core i9-12900K & Co. Anfang November gesichtet, aber nur für kurze Zeit."...
Großes Jahr für Intel. LOL. Es war ein großes Jahr für AMD. Etablierung, Gewinnung von Marktanteilen.
Ich kann nur schwer verstehen, warum PCGH ständig Intel befeuert!
Was Intel in Sachen Absprachen und unlauterem Wettbewerb verbockt hat geht auf keine Kuhhaut.
Ein Wunder wie sich AMD trotzdem(!) behauptet hat.
Einfach mal die blaue Brille absetzen.
AMD schließt eher zu NVidia auf statt zu Intel.