Intel Core i5-11400F im Test: Spielebenchmarks und CPU-Index
Auf Seite 2 beschäftigen wir uns vor allem mit der Leistung der CPU. Wie schlägt sie sich gegen die Konkurrenz? Zudem erhält der CPU-Index ein Update mit den Werten des Core i5-11400F.
In diesem Artikel
- Seite 1 Intel Core i5-11400F im Test: Einleitung
-
Seite 2
Intel Core i5-11400F im Test: Spielebenchmarks und CPU-Index
- 2.1 Die Prozessor-Messmethodik der PCGH
-
2.2
Intel Core i5-11400F im Test: Benchmarks in 20 Spielen
- 2.2.1 Doom Eternal - "Thunderstorm"
- 2.2.2 F1 2020 - "Spain"
- 2.2.3 Horizon Zero Dawn - "Mother's Heart"
- 2.2.4 Mafia Definitive - "Little Italy"
- 2.2.5 Planet Zoo - "Meilin"
- 2.2.6 Total War: Three Kingdoms - "Xiapi"
- 2.2.7 Anno 1800 - "Bright Sands"
- 2.2.8 Assassin's Creed Valhalla - "Fornberg (CPU)"
- 2.2.9 Watch Dogs: Legion - "Westminster Bridge"
- 2.2.10 Borderlands 3 - "The Droughts"
- 2.2.11 Crysis Remastered - "Rescue (CPU)"
- 2.2.12 Hitman 3 - "Mendoza"
- 2.2.13 Red Dead Redemption 2 - "Saint Denis"
- 2.2.14 Cyberpunk 2077 - "Overdrive"
- 2.2.15 Battlefield 5 - "The Last Tiger"
- 2.2.16 Star Wars Jedi: Fallen Order - "Kashyyyk"
- 2.2.17 Greedfall - "Serene"
- 2.2.18 Serious Sam 4 - "Bredouille"
- 2.2.19 The Witcher 3 - "Toussaint"
- 2.2.20 Kingdom Come Deliverace - "Rattay Nights"
- 2.3 CPU-Index 2021+ mit Core i5-11400F
- Seite 3 Intel Core i5-11400F im Test: Spezialbenchmarks + OC
- Seite 4 Intel Core i5-11400F im Test: Effizienz, Wertung und Fazit
- Seite 5 Bildergalerie
Die Prozessor-Messmethodik der PCGH
Jede CPU wird vor den Benchmark-Durchläufen einer Aufheizperiode unterzogen, während derer sich der Kerntakt (Boost) auf ein bestimmtes, von Modell zu Modell unterschiedliches Niveau absenkt. Im UEFI konfigurieren wir ein TDP-Limit: Jede CPU wird auf die Parameter konfiguriert, die der Hersteller für das jeweilige Modell vorsieht. Die Geschwindigkeit des verbauten Speichers wird ebenfalls auf die Herstellervorgabe forciert, die Menge mit 32 GiB und die Timings (XMP) geben wir vor. Auf diese Weise vermeiden wir unrealistisch hohe Werte und ermöglichen einen fairen Vergleich. Wir nutzen, wenn möglich, immer die neueste Version von Windows inklusive allen (Sicherheits-)Updates. Alle Messungen werden mittels CapFrameX durchgeführt.
Intel Core i5-11400F im Test: Benchmarks in 20 Spielen
Seit vielen Jahren testet PC Games Hardware Spiele mit echten Ingame-Szenen, die aufwendig validiert und dokumentiert werden. Alle ermittelten Werte haben rund ein Jahr Gültigkeit - bis 2022 wieder ein komplett neuer Index ansteht. Stichprobenartig überprüfen wir allerdings einzelne Werte. Weichen diese zu sehr vom Ausgangswert ab, wird die CPU noch einmal neu vermessen. Das war aktuell beispielsweise beim AMD Ryzen 9 5950X der Fall. Neue UEFI-Updates bringen der CPU im Schnitt 1,6 Prozent mehr Leistung, über 20 Spiele verteilt. Die übrigen Zen-3-Prozessoren werden in Kürze ebenfalls ein Update erfahren. Alte Benchmarks sind daher nicht unbedingt mit neuen Benchmarks vergleichbar, auch wenn sie die gleiche Szene im gleichen Spiel beinhalten. Spiele erhalten ebenso oft Updates, die aber meist neue Inhalte einbauen und nicht weiter an der Performance schrauben.
Wir haben alle Tests, Benchmarks und Messungen auf einem MSI Z590 ACE durchgeführt. Die CPU wird von einem stattlichen Wasserkühler auf Trab gehalten, der MSI Coreliquid K360. Als Arbeitsspeicher kommen zwei Riegel mit jeweils 16 GiB zum Einsatz, die CPU kann also auf Dual-Ranked-Speicher zurückgreifen, was die Leistung erhöht. Die Rolle der Grafikkarte übernimmt eine Asus ROG Strix RTX 3090 OC. Da uns zum Testzeitpunkt des Core i5-10400F noch kein Z590-Unterbau vorlag, fanden die Messungen der Comet-Lake-CPU auf einem MSI Z490 ACE statt, mit ansonsten identischer Konfiguration. Selbstverständlich verfügen die Mainboards als auch das Betriebssystem über alle aktuellen Updates und Treiber.
Doom Eternal - "Thunderstorm"
- Engine: iD Tech 7.1.1 (Vulkan)
- Besonderheiten: Außerordentlich gute Performance
- Detaileinstellungen: 664p, Details bis auf AF alle maximal, dynamische Auflösung auf Statisch und 50 Prozent setzen (effektive Auflösung: 558 × 332 = 185.256 Pixel), Async Compute aktiviert
- Benchmarkszene: Entspannter Lauf durch den Gewittersturm
- DRM-Plattform: Steam
F1 2020 - "Spain"
- Engine: Aktuelle Version von Codemasters' EGO-Engine
- Besonderheiten: Direct X 12 entlastet die CPU stark und glättet die GPU-Frametimes
- Detaileinstellungen: 720p, TAA Schachbrett, AF und dynamische Auflösung deaktivieren, Rest maximal
- Benchmarkszene: Benchmark-Funktion des Spiels nutzen, Strecke: Spanien, Wetter: Sehr nass, Verfolgerkamera auf Weit stellen und virtuellen Rückspiegel aktivieren.
- DRM-Plattform: Steam
Horizon Zero Dawn - "Mother's Heart"
- Engine: Decima-Engine (Direct X 12)
- Besonderheiten: Sehr GPU-Lastig
- Detaileinstellungen: 1.176 × 664 mit 50-Prozent-Skalierung, AF/AO aus, Rest max.
- Benchmarkszene: Sprint in städtischer Umgebung
- DRM-Plattform: Steam
Mafia Definitive - "Little Italy"
- Engine: Inhouse-Engine von Hangar 13 (basierend auf Mafia 3)
- Besonderheiten: Äußerst detailverliebt
- Detaileinstellungen: 720p bei maximalen Details
- Benchmarkszene: Fahrt durch Little Italy
- DRM-Plattform: Steam
Planet Zoo - "Meilin"
- Engine: Cobra-Engine (bekannt aus Planet Coaster)
- Besonderheiten: Ultimative CPU-Last
- Details: 720p mit höchsten Details
- Benchmarkszene: Meilin-Zoo aus Steam Workshop
- DRM-Plattform: Steam
Total War: Three Kingdoms - "Xiapi"
- Engine: Warscape-Engine mit Direct X 11
- Besonderheiten: Sehr anspruchsvoll an die CPU
- Detaileinstellungen: 720p mit 50-Prozent-Skalierung, maximale Details bis auf AF (aus), TAA, Gefechtseffekte "Geschichte"
- Benchmarkszene: Historisches Gefecht "Belagerung von Xiapi"
- DRM-Plattform: Steam
Anno 1800 - "Bright Sands"
- Engine: Aktuelle Version der RD-Engine mit Direct-X-12-Support
- Besonderheiten: In der Regel CPU-limitiert, vor allem im Endgame
- Detaileinstellungen: 720p, max. Details, MSAA deaktiviert, feste Sonnenposition aus
- Benchmarkszene: Großstadt (Bright Sands aus der Kampagne)
- DRM-Plattform: Uplay
Assassin's Creed Valhalla - "Fornberg (CPU)"
- Engine: Anvil-Engine
- Besonderheiten: Sehr GPU-lastig
- Detaileinstellungen: 720p mit 50-Prozent-Skalierung, Schatten Niedrig, volumetrische Wolken mitte, Rest max.
- Benchmarkszene: Sprint durch das Dorf Fornberg
- DRM-Plattform: Uplay
Watch Dogs: Legion - "Westminster Bridge"
- Engine: Disrupt Engine
- Besonderheiten: Sehr gutes Raytracing
- Detaileinstellungen: 720p bei maximalen Details, AF/AO/Raytracing aus, zusätzliche Details Null Prozent
- Benchmarkszene: Fahrt über eine Brücke bei Nacht
- DRM-Plattform: Uplay
Borderlands 3 - "The Droughts"
- Engine: Unreal Engine 4 im optimierten Gewand (Direct X 12)
- Besonderheiten: Von Hand optimiert, sehr gute Performance
- Detaileinstellungen: 720p, Auflösungsskalierung auf Minimum, höchstes Grafik-Preset, AF/AO deaktiviert
- Benchmarkszene: CPU-lastige Outdoor-Fahrt mit Buggy
- DRM-Plattform: Epic Launcher
Crysis Remastered - "Rescue (CPU)"
- Engine: Cryengine (DirectX 11)
- Besonderheiten: Sehr auf Grafik bedachte Engine
- Detaileinstellungen: 664p, höchstes Grafik-Preset (Can it run Crysis?), SMAA 2TX, ohne Raytracing
- Benchmarkszene: CPU-lastige Wald-Szene
- DRM-Plattform: Epic Launcher
Hitman 3 - "Mendoza"
- Engine: Glacier-Engine
- Besonderheiten: Sehr ansehnliche Spiegelungen ohne Raytracing
- Detaileinstellungen: 720p mit maximalen Details, AF aus, Simulations-Qualität auf Optimal
- Benchmarkszene: Sprint an sehr vielen NPCs vorbei
- DRM-Plattform: Epic Launcher
Red Dead Redemption 2 - "Saint Denis"
- Engine: Aktuelle Rockstar Advanced Game Engine (RAGE)
- Besonderheiten: Äußerst detailverliebt
- Detaileinstellungen: 720p, max. Details, Auflösung 0,5x
- Benchmarkszene: Ritt durch die Stadt Saint Denis
- DRM-Plattform: Rockstar Game Launcher
Cyberpunk 2077 - "Overdrive"
- Engine: RED-Engine (Direct X 12)
- Besonderheiten: Intel-Affinität
- Detaileinstellungen: 720p, FoV 90, maximale Details inkl. Effekte, Mengendichte Hoch, Raytracing deaktiviert
- Benchmarkszene: Rasante Motorradfahrt durch Night City
- DRM-Plattform: GoG
Battlefield 5 - "The Last Tiger"
- Engine: Frostbite-Engine (Direct X 12)
- Besonderheiten: Vorbildliches Optik-/Performance-Verhältnis
- Detaileinstellungen: Ultra-Preset, DX12, FFR aus, 25 Prozent Auflösungsskalierung
- Benchmarkszene: Einzelspieler-Mission "Der letzte Tiger"
- DRM-Plattform: Origin
Star Wars Jedi: Fallen Order - "Kashyyyk"
- Engine: Unreal Engine 4 im bekannten Direct-X-11-Gewand
- Besonderheiten: Eher CPU-lastig
- Details: Maximale Details, alle Effekte aktiv, dynamische Auflösung und Framelimit (per Config) deaktiviert
- Benchmarkszene: Sprint auf Planeten Kashyyyk
- DRM-Plattform: Origin
Greedfall - "Serene"
- Engine: Silk-Engine (entstanden aus Sonys Phyre-Engine)
- Besonderheiten: Charmantes Oldschool-RPG
- Detaileinstellungen: Maximale Details in 664p ohne AF, geringstmögliche Auflösungsskalierung
- Benchmarkszene: Sprint durch eine CPU-lastige Stadt
- DRM-Plattform: DRM-frei von GoG.com (alternativ bei Steam erhältlich)
Serious Sam 4 - "Bredouille"
- Engine: Serious-Engine 4
- Besonderheiten: Liebevolle Oldschool-Ballerei
- Detaileinstellungen: Zu umfangreich, siehe Video
- Benchmarkszene: Absolutes Chaos =)
- DRM-Plattform: DRM-frei bei GoG
The Witcher 3 - "Toussaint"
- Engine: Red Engine 3 (DX11) von CD Projekt
- Besonderheiten: Grafisch aufgewertet via PCGH-Config
- Detaileinstellungen: PCGH Wicked (Schatten Epic) + HD Reworked Project 11
- Benchmarkszene: Schneller Sprint über den farbenfrohen Marktplatz
- DRM-Plattform: DRM-frei von GoG.com (alternativ bei Steam erhältlich)
Kingdom Come Deliverace - "Rattay Nights"
- Engine: Erweiterte und von den Entwicklern umgebaute Cryengine
- Besonderheiten: Sehr hohe CPU-Last, nutzt maximal Hexacores (mit SMT)
- Detaileinstellungen: 664p, maximale Details inklusive HD-Texturen, SMAA 1X, alle Distanzregler auf Maximum
- Benchmarkszene: Sprint durch das Dorf Rattay bei Nacht
- DRM-Plattform: DRM-frei von GoG.com (alternativ bei Steam erhältlich)
CPU-Index 2021+ mit Core i5-11400F
Die Leistung in Spielen kann sich sehen lassen und der Platz im CPU-Index, neben Core i9-9900K und Ryzen 9 3900X, die ungleich teurer in der Anschaffung ausfallen, wertet das Image des Prozessors enorm auf. Oft setzt sich Intels Core i5-11400F sogar vor ehemalige High-End-CPUs wie den Core i9-9900K, der Abstand zum Vorgänger ist in der Regel auch gegeben. Zur "Mittelklasse" der Konkurrenz, AMD Ryzen 5 5600X, kann Intels kleinste Rakete aber nicht aufschließen, doch der Vergleich müsste aus Sicht des Kaufpreises ohnehin mit dem Ryzen 5 3600 stattfinden und den schlägt ein i5-11400F locker. Ein Problem konnten wir aber über alle Benchmarks hinweg feststellen: Der CPU steht oft das eigene, sehr knapp bemessene Energiebudget im Weg. Wir konnten in allen Spielen und Benchmarks nach etwa 28 Sekunden feststellen, dass die CPU ihren Takt auf rund 3,8 GHz senkt, um die 65 Watt TDP einhalten zu können. Normalerweise sieht Intel maximal 4,2 GHz auf allen Kernen für den i5-11400F vor. Der Vorgänger taktet zwar nur mit 4,0 GHz, hält diesen Takt innerhalb der Spielebenchmarks bombenfest, egal ob mit TDP-Limit oder ohne. Das lässt den i5-11400F schlechter aussehen, als er eigentlich ist, zeugt jedoch davon, dass die Leistungsaufnahme um einiges höher gegenüber dem Vorgänger ausfällt. Die genauen Zahlen schauen wir uns auf Seite 4 an.
Fakt ist, und das muss man der "kleinen" CPU lassen, so viel Leistung für eine UVP von 157 US-Dollar kann derzeit nur Intel bereitstellen. Nimmt man dazu die Vorteile durch PCI-Express 4.0 und die gestiegene Anzahl der PCI-E-Lanes hat Intel hier ein schönes kleines Gesamtpaket geschnürt. Die Mehrleistung von einem Ryzen 5 3600, der seinerzeit sehr viele Abnehmer gefunden hat und sehr oft im Angebot für unter 150 Euro war, ist allerdings zu gering um ein Upgrade zu rechtfertigen, vom Sockel-Wechsel einmal angesehen. Von einem Core i5-10400F aus betrachtet, gilt für die Leistung das gleiche, der Nutzer kann jedoch in Sachen Plattform-Schnittstellen etwas aufrüsten. Ob das den Aufpreis lohnt, müssen Sie selbst entscheiden. Wir haben den seltenen Fall, dass Intel zur gleichen Zeit zwei Preisbrecher für den aktuellen Sockel anbietet. Die finale Entscheidung sollten Sie von mehreren Faktoren abhängig machen, weiter geht es jetzt mit den Spezial-Benchmarks und der Betrachtung der OC-Möglichkeiten auf Seite 3.

Das gilt prinzipiell natürlich auch für andere Treiber-Aspekte, trotzdem ziehen viele Leute eine manuelle Umstellung vor und einige installieren das System sogar komplett neu. Spätestens wenn etwas nicht von alleine läuft – wenn man aber gerade CPU, Mainboard, oft noch RAM, sämtliche UEFI-Einstellungen und dutzende Treiber ausgetauscht hat, ist eine Differentialdiagnose kaum praktikabel oder würde oftmals länger dauern als bei null neu anzufangen.
Beim aktuellen Win 10 gibt es mWn auch keine großen Vorteile mehr, die AMD Sparpläne/Treiber manuell nachzuinstallieren. Da kann ich bei der Alltagsperformance aber nur von einem 3600@fixed Allcore sprechen, auf dem Testbench hatte ich eher andere Prioritäten
Der ein- und Ausbauaufwand kann unter Umständen etwas größer ausfallen, das stimmt. Mit Ausnahme der Dark Rock Pro und einiger Top-Down-Designs ist mir aber schon lange kein Kühler mehr untergekommen, den man in einem Gehäuse mit 2-3 cm Luft über der Boardoberkante nicht auch so rein und raus bekommt. Modelle, bei denen der Lüfter montiert bleiben kann (z.B. Fuma 2, einige weniger empfehlenswerte Cryorig und Cooler Master) sowie nahezu alle Wasserkühlungen (außer modular mit Hardtubes) ermöglichen sogar einen CPU-Wechsel innerhalb weniger Minuten in praktisch jeder Behausung.
Eigentlich bezog sich mein Kommentar aber eher auf die Softwareseite. Selbst ein Mainboard-Aus- und -Einbau kostet nur 5-15 Minuten extra, wenn Kabelmanagement & Co unverändert bleiben dürfen, da eben die gleiche Platine wieder eingebaut wird. Aber bis Betriebssystem und Treiber wieder perfekt laufen hat man zum Teil einiges mehr an Aufwand, weil sich zusammen mit der Platine eben auch unzählige Controller ändern. Das Maximum an Hassle bei einem CPU-Upgrade (neben einem obligatorischen UEFI-Update, das man auch bei Neubau machen sollte) war dagegen die Installation der neuesten AMD-Treiber für Ryzen-Energiesparschemata, die sich im Laufe der Zeit ein paar mal geändert haben.
Ansonsten ist ein CPU-Upgrade auf-raus-rein-zu-fertig und wäre meine universelle Empfehlung für alle, gäbe es ein paar mehr Plattformen, innerhalb derer ausreichend schnelle Wechselmöglichkeiten bestehen. Leider hat AMD I/O-Hub-Politik viele interessante Möglichkeiten zur Generationen-übergreifenden Aufrüstung versalzen und Intel hat seit dem Sockel 775 kein Format mit einer Leistungssteigerung um mehr als 30-40 Prozent gegenüber dem Launch-Portfolio hervorgebracht. Deswegen lohnt sich so etwas leider nur, wenn man beim Erstkauf bewusst tief gestapelt hat.
Sonst hat man u.U. ein A320 oder ein "falsches" B350 Board gekauft und bekommt den 3950X in dem Board nicht zum Laufen. Auch bei AMD ist es nicht so trivial mit der Aufrüstung, wenn man zu Beginn günstig kaufen will/muss und erst ein paar Jahre später merkt, dass man mehr Leistung nachrüsten möchte.
Damit sind natürlich die Leute besser dran, die sowas alle paar Monate machen und die Werkzeuge und Chemikalien griffbereit haben.
Dass das OS und die installierte SW danach ohne Änderungen läuft, ist zwar schön, aber für mich das kleinere Problem (obwohl auf dem i7-2600K noch das Inplace Win 10 Upgrade der Win 7-Installation aus 2011 läuft)
Es ist lange her, dass solche Sprünge innerhalb bereits erschienener Generationen möglich waren, man also nicht auf kommende Veröffentlichungen wetten musste. (Core i5-6600 auf Cannon-Lake-Sechskerner war zum Beispiel eine gute Idee, aber letzterer erschien nie und Phenom II X4 auf FX lohnte sich wegen der Performance letzterer auch nicht wie geplant.) Als es zu Sockel-775-Zeiten das letzte Mal eine homogene Plattform über alle Klassen gab, konnte man jedenfalls gut Geld sparen. Die Leistung von billigen Einsteiger-CPUs reichte zum Spielen 1-3 Jahre aus und bis dahin war das ehemalige High-End-Flaggschiff auf ein Drittel bis ein Sechstel seines ursprünglichen Preise gefallen und bescherte dem System weitere 2-4 Jahre Lebensdauer, je nach Anspruch sogar länger. Und meist bremst der Preisverfall der Enthusiast-CPUs dann auch noch massiv ab, sodass man sie nach den insgesamt sieben Jahren auch noch weiterverkaufen kann. Für meinen nachgerüsteten Sockel-775-Quadcore habe ich Jahre später noch genauso viel bekommen, wie der zuerst genutzte Dual-Core ursprünglich gekostet hat. Netto habe ich im Laufe der Jahre für CPUs also nur die einmalige Quad-Core-Anschaffung bezahlt – zum Gebrauchtpreis drei Jahre nach Erscheinen. Von dem dadurch gesparten Geld hätte man vor einem Dreivierteljahr noch ganze Grafikkarten kaufen können.
[Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]: Nach Verkauf des nachgekauften Quad-Cores lief der beschriebene Dual-Core übrigens wieder als Office-Knecht in dem alten Sockel-775-Board. Das meinte ich mit "behalten". Ist bei der Konstellation zugegebenermaßen weniger relevant, aber beispielsweise bei einer AM4-Zusammenstellung waren die vor 2 Jahren attraktiven Einsteiger-Lösungen APUs, die High-End-Modelle aber CPUs. Wer mit einem 3x00G angefangen hat, jetzt auf einen 3950X aufrüstet und in ein paar Jahren das System wieder mit dem 3X00G in die Zweitverwertung schickt, hat in meinen Augen alles richtig gemacht.
CPU-Wechsel innerhalb einer kompatiblen Plattform sind in meinen Augen übrigen sehr einfach und meiner Erfahrung nach NIE mit Systemproblemen verbunden, ganz im Gegensatz zu Mainboardwechseln. Wer in 20 Jahren dreimal Board und CPU wechselt, hat meiner Einschätzung nach mehr Ärger als jemand, der viermal die CPU aber nur zweimal die Platine austauschen musst, weil er auf halber Strecke nachrüstet. Für Personen, die alle 18 Monate nach mehr Leistung dürsten, ist mein Konzept dagegen nichts, da gebe ich dir recht. Die sind aber selbst innerhalb der PCGH-Leserschaft seltener, als man annehmen würde. Eben gerade habe ich einen Leserbrief mit der alten "CPU oder GPU?"-Aufrüstfrage vom Besitzer einer RTX 2060 und eines 4C/4T-Sandy-Bridges(!) beantwortet. Der wird sich jetzt vermutlich kurz vor der Markteinführung von DDR5 noch einmal alles neu kaufen müssen. Wäre der Markt damals so homogen wie heute dank AMD gewesen, also eine Aufrüstung von Mittelklasse-Sandy-Bridge auf die SB- oder gar IB-Topmodelle mit acht Kernen innerhalb eines Sockels möglich gewesen, hätte ich diesem User selbst noch geraten, mal nach derartiger Gebrauchtware zu gucken. Die ist nämlich spottbillig und wäre für ihn ein 100-Prozent-Leistungs-Upgrade gewesen. Lohnt sich in dem Fall aber eben leider nicht, weil man trotzdem den Sockel ändern müsste – das ist bei heute gekauften Systemen anders.