Core Ultra 5 225F und 235 im Test: Intel definiert die Mittelklasse neu und greift dort AMD an
Mit den non-K-Prozessoren Core Ultra 5 225F und 235 möchte Intel zeigen, dass hohe Leistung, Effizienz und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis durchaus vereinbar sind. PCGH macht den Test!
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Vor gar nicht so langer Zeit konnten die K-Prozessoren der Arrow-Lake-Generation, Core Ultra 9 285K, Core Ultra 7 265K und Core Ultra 5 245K im Nachtest mit erhöhter Leistung und guten Allrounder-Fähigkeiten punkten. Heute müssen sich kleinere Ausbaustufen im Test beweisen: Core Ultra 5 225F und 235. Die CPUs setzen jeweils auf 10 bzw. 14 Kerne und takten mit bis zu 5 GHz. Wie die großen Brüder verzichten auch diese Prozessoren auf SMT, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Im Benchmark-Test klären wir, ob sich die non-K-CPUs gegen die Konkurrenz, auch aus dem eigenen Hause, bestehen können, wie es um die Performance in Spielen bestellt ist und wie effizient die neuen CPU-Kerne arbeiten. Wir bedanken uns bei Intel für die Samples von Core Ultra 5 225F und 235. Es gab kein NDA, die CPUs sind bereits seit einiger Zeit erhältlich.
Übersicht
Ende Oktober 2024 erschienen die K-Prozessoren aus der Arrow-Lake-Generation von Intel, dessen neuer Tile-Aufbau seinen Ursrpung in Meteor Lake (Mobile) fand. Zur CES am Anfang des Jahres 2025 erblickten dann die ersten non-K-CPUs das Licht der Welt, das erste Quartal markiert somit den Release von Core Ultra 5 225F und 235. Beide CPUs unterscheiden sich in erster Linie durch die Anzahl der Kerne: Während der kleinere 225F auf 6 Performance- und 4 Effizienzkerne zurückgreifen kann, sind es beim 235 insgesamt 6 Performance- und 8 Effizienzkerne. Bei der Taktfrequenz dagegen gibt es kaum Unterschiede: Bis 5,00 GHz beim 235 und 4,90 GHz beim 225F darf ein einzelner Kern boosten, sind alle Kerne belastet, fällt der Takt um 200 MHz auf 4,80 bzw. 4,70 GHz ab. Die E-Cores takten in beiden Fällen mit 4,40 GHz. Das F-Suffix weist beim 225F darauf hin, dass es sich um eine CPU mit deaktivierter integrierter Grafikeinheit (IGP) handelt. Der 14-Kerner 235 kann auf die Intel Graphics genannte Lösung zurückgreifen, taktet mit bis zu 2,00 GHz und unterstützt eine Auflösung von bis zu 8K unter 60 Hz. Die TDP beträgt bei beiden Modellen 65 Watt und für 28 Sekunden (TAU) kann auf 121 Watt zurückgegriffen werden. Mit an Bord ist bei beiden CPUs die Intel AI Boost NPU, die bis zu 13 TOPS Leistung liefert.
| Modell | Kerne | Takt (bis zu) | RAM | TDP | Preis (Stand 07.04.25) |
|---|---|---|---|---|---|
| Intel Core Ultra 9 285K | 8p+16e/24t | 5,70/4,60 GHz | DDR5-5600/DDR5-6400 (CUDIMM) | 125 Watt | 623 Euro |
| Intel Core Ultra 7 265K | 8p+12e/20t | 5,50/4,60 GHz | DDR5-5600/DDR5-6400 (CUDIMM) | 125 Watt | 367 Euro |
| Intel Core Ultra 7 265KF | 8p+12e/20t | 5,50/4,60 GHz | DDR5-5600/DDR5-6400 (CUDIMM) | 125 Watt | 349 Euro |
| Intel Core Ultra 5 245K | 6p+8e/14t | 5,20/4,60 GHz | DDR5-5600/DDR5-6400 (CUDIMM) | 125 Watt | 316 Euro |
| Intel Core Ultra 5 245KF | 6p+8e/14t | 5,20/4,60 GHz | DDR5-5600/DDR5-6400 (CUDIMM) | 125 Watt | 284 Euro |
| Intel Core Ultra 5 235 | 6p+8e/14t | 5,00/4,40 GHz | DDR5-5600/DDR5-6400 (CUDIMM) | 65 Watt | 282 Euro |
| Intel Core Ultra 5 225F | 6p+4e/10t | 4,90/4,40 GHz | DDR5-5600/DDR5-6400 (CUDIMM) | 65 Watt | 237 Euro |
Einige Unterschiede
Von Außen betrachtet weichen Core Ultra 5 225F und 235 hauptsächlich bei der Anzahl an Kernen voneinander ab. Wer einen Blick unter die Haube wirft, stellt fest, dass es sich bei Core Ultra 5 225F um ein deutlich abgespecktes Produkt handelt. Der 10-Kerner 225F verzichtet auf die Unterstützung von ECC-Speicher sowie die Intel vPro-Features, die Threat Detection und Teile der Virtualisierung (VT-rp), jedoch auch mögliche sicherheitsrelevante Features wie One-Click-Recovery oder Remote Platform Erase. Für einige dieser Funktionen ist die IGP erforderlich, andere schlicht nicht für den 225F gedacht, denn Intel sieht nur den 235 für Workstations vor, nicht jedoch den 225F. Für PC-Spieler ist davon jedoch kaum etwas wichtig, wenn überhaupt kann die IGP bei defekter dedizierter Grafikkarte aushelfen. Sie können sich die Unterschiede beider CPUs unter diesem Link selbst genauer anschauen.
Die kurios anmutende Aufteilung der Kerne bleibt auch bei Core Ultra 5 225F und 235 erhalten: Auf zwei P-Cores folgen erst einmal E-Cores, im Fall des 225F vier, im Fall des 235 acht Stück. Erst dahinter befinden sich die anderen vier P-Cores. Das hat anfänglich bei den K-Prozessoren für die geringe Performance gesorgt, denn viele Spiele haben die Last einfach nacheinander auf die Kerne gelegt. Beim vorausgegangenen Hybrid-Konzept, das zunächst aus bis zu acht P-Cores und dann bis zu 16 E-Cores bestand (Alder und Raptor Lake), ist das auch vollkommen in Ordnung gewesen. Arrow Lake jedoch hat die Aufteilung umgekrempelt und erst ein Microcode- und einige Windows-Updates konnten die Software davon "überzeugen", auf den richtigen Kernen zu arbeiten. Ein ähnliches Problem versucht AMD seit Jahren bei Desktop-Prozessoren mit zwei CCDs in den Griff zu bekommen. Intels Ansatz ist hier deutlich erfolgreicher. Beim Testen der beiden Core Ultras konnten wir in keinem Fall Auffälligkeiten bei der Zuteilung der Last feststellen.
Damit ist im Grunde alles zu den beiden Intel-Prozessoren im Test gesagt. Auf den kommenden Seiten beschäftigen wir uns wie gewohnt umfangreich mit der Performance in 14 Spielen, diversen Anwendungen, kommen auf die Effizienz und Fps-pro-Watt-Leistung zu sprechen und vergeben im Fazit eine Wertung für Core Ultra 5 235 und 225F.

