Comet Lake S: Lastverbrauch auf Niveau einer Geforce RTX 2080?
Comet Lake wird nach bisherigem Wissen eine TDP von 125 Watt haben, aber die informierten Leser wissen, dass das nur die halbe Wahrheit ist. Im Web sind nun PL1- und PL2-Werte für einen Core i9-10900F aufgetaucht. Der hat zwar 10 Kerne, ist aber noch nicht das am schnellsten getaktete Modell. Und der kommt laut einem Leak schon auf das Niveau einer Geforce RTX 2080 im PL2.
Für informierte Leser wird es kaum überraschend sein, dass man die Comet-Lake-Prozessoren gut kühlen wird müssen, um die beste Performance herauszuholen. Soweit man die Taktraten bislang kennt, sind die schon mit über 5 GHz Boost beachtlich - verteilt auf bis zu 10 Kerne. Da weiß man schon von einem Core i9-9900K, dass der nicht gerade zur Sorte Prozessoren gehört, die nur handwarm wird. Zusammen mit den geänderten Boost-Haltezeiten, die Intel wohl für den neuen Sockel bringt, könnten die Verbrauchswerte spannend ausfallen.
Der informierte Leser weiß auch aus der Vergangenheit, dass 95 Watt TDP für Coffee Lake bzw. 125 Watt für Comet Lake unter einigen Lastszenarien nicht ausreichen werden. PCGH hatte sogar den Artikel "Praxis-Anleitung: Intel-CPUs innerhalb der Spezifikation betreiben". Für die weiter in 14 nm gefertigten Comet Lake wird das kaum anders sein. Bis zu 224 Watt in "normalen" Spitzenlastszenarien machen die Runde für nicht einmal das Spitzenmodell. PC Gamer vergleicht das mit der Leistungsaufnahme einer Geforce RTX 2080 (225 Watt TDP) und will auch erfahren haben, dass Intel wegen des hohen Stromverbrauchs die Comet-Lake-Prozessoren zurückhält.
Nun dürfte es aber auch nicht sonderlich überraschend kommen, dass die Architektur und der Fertigungsprozess ohne große Änderungen nicht mehr viel hergeben. Insbesondere mit höheren Boost-Werten, längeren Haltezeiten und zwei Kernen mehr kommt man da schnell auf spannende Verbräuche. Nicht umsonst wird in Folien überall auch ein dedizierter Thermal Velocity Boost genannt, der noch mal 100, 200 MHz drauflegt, wenn die Rahmenbedingungen es hergeben. Und Turbo Boost 3.0 soll mehr Kernen hohe Taktraten erlauben.
Da hört man auch nicht das erste Mal, dass der eine oder andere Mainboard-Hersteller etwas frustriert ist. Die Spannungsversorgung auf den Boards wird immer komplexer und gerade die neuen Haltezeiten sorgen für Unmut. Dabei war vom Core i9-9900K klar, dass 95 Watt TDP-Fenster (der Wert gilt ja ohnehin nur für den Basistakt) einfach nicht reichen, um das Potenzial der CPU auszunutzen. Die meisten Boards erlauben das auch, aber die 10000er-Reihe scheint hier, abseits der nun 125 Watt, ganz neue Anforderungen zu stellen - man darf gespannt sein, wie sich das im Preis bemerkbar macht.
PL1 bis 170 Watt, PL2 bis 224 Watt
Der Blick richtet sich hier auf die PL1- und PL2-Werte. Für einen Core i9-10900F geistern ein PL1-Wert von 170 Watt durchs Web (Weibo via Twitter), ein PL2 von 224 Watt. Und die CPU ist deutlich unter den K-Taktraten. Soweit man das bisher weiß, ist der F mit 2,8/4,5/5,0/5,1 GHz unterwegs. Der K mit 3,7/4,8/5,1/5,2 GHz. Die Werte stehen jeweils für Basistakt, Boost (n), Boost (1) und Boost Max Turbo 3.0. Und dann gibt es noch den Thermal Velocity Boost, der für den F bei 4,6/5,2 GHz und den K bei 4,9/5,3 GHz liegt. Man wird das noch weiter ausreizen können, denn von AVX-Lastszenarien weiß man, dass da auch die letzten Grenzen fallen. Kurzum wird man wohl einen ordentlichen Kühler und Spannungsversorgung brauchen, um die großen Comet Lake S bei Laune zu halten und nicht potenziell in eine Drosselung zu laufen. Als Vergleich kann ein Ryzen 9 3900X (12/24) herhalten, der eine nominelle TDP von 105 Watt hat und in Spitzenlastszenarien knapp 150 Watt konsumiert.
Wem der Verbrauch wichtig ist, der kann einen Blick in unseren Effizienz-Index werfen. Die meiste Leistung pro Watt gibt es aktuell beim Ryzen 5 3400G. Danach kommt schon, dank 7 nm und Zen-2-Technik, der Ryzen 9 3900X. Und da sind sogar noch unausgeschöpfte Potenziale vorhanden. Einen wirklichen Sprung bei Intel wird es erst mit Ice Lake in 10 nm und den dort verbauten Sunny-Cove-Kernen geben, die laut Intel 18 Prozent mehr IPC bieten. Über die architektonischen Hintergründe hatten wir bereits im Dezember berichtet.

Eine neue CPU, die sogar höher taktet (5.2GHz SC), ist im Singlecore langsamer als mein oller i9 mit 4.5GHz.
Und im Multicore habe ich, auch wenns 2 Kerne mehr sind, über 70% mehr Punkte? Da warte ich erst echte Tests ab.
I9-10900F 10C/20T @4.6GHz 29363 P
i9-7920X 12C/24T @4.5GHz 50928 P
System manufacturer System Product Name
- Geekbench Browser
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~35% Differenz.
Nun wirds aber endlich mal Zeit für ein Gegenbeispiel vom Sandwurm.