Intel Comet Lake-S: Mit länger andauerndem 250-Watt-Lastverbrauch als Benchmark-König?
Die gemeldeten PL1- und PL2-Werte für Comet Lake-S lassen die Hardware-Community aufhorchen. Der Core i9-10900K etwa soll sich im Lastzustand PL2 satte 250 Watt genehmigen können - was nicht nur in puncto Verbrauch eine Verdoppelung gegenüber dem Core i9-9900K entspricht. Bei einem Tau-Wert von 56 Sekunden könnte der dadurch bedingte Turbo auch doppelt so lange halten. In Benchmarks wäre das ein Riesenvorteil.
Gerüchte dazu kursieren bereits seit Anfang April. Als Ende des Monats die offizielle Vorstellung von Comet Lake-S folgte, veröffentlichten verschiedene Portale, darunter auch Anandtech und Computerbase, detailliertere Zahlen. Es geht um die TDP der Prozessoren, genauer gesagt um die darüber hinaus gehenden Lastzustände. Der Holzhammer scheint dabei neuerdings Intels Mittel der Wahl zu sein. Mit bis zu 250 Watt für 56 Sekunden wäre man in Benchmarks womöglich fein raus.
Schon beim Coffee-Lake-Refresh existiert neben der offiziellen TDP eine weitere für den maximalen Lastzustand. PL1 ist mit der offiziellen TDP noch deckungsgleich, beim Core i9-9900K sind das 95 Watt. Ein Faktor von 1,25, sprich 119 Watt, gelten für den Lastzustand PL2. Der Tau-Wert liegt bei 28 Sekunden. PL2 entspricht einem Maximalwert, den die CPU, so das Mainboard mitspielt, über einen gewissen Zeitraum, Tau, aufnehmen darf.
Diese Zahlen verblassen nun regelrecht, vor allem gegenüber dem neuen Topmodell, dem Core i9-10900K. Intel hat Tau anscheinend auf 56 Sekunden angehoben, den Wert kurzerhand verdoppelt. Dieser Faktor liegt laut den vorliegenden Informationen auch zwischen den Lastzuständen: 125 Watt, also wie gehabt die offizielle TDP, für PL1 und 250 für PL2. Weniger krass verhält sich das beim Core i7-10700K und Core i5-10600K. Mit 125 Watt bringen sie zwar die gleiche offizielle TDP und damit auch den gleichen PL1-Wert in die Gleichung, aber moderatere PL2-Werte von 229 und 182 Watt. Tau jedoch bleibt bei 56 Sekunden. Noch offen sind die Intel-Vorgaben für den Rest des Portfolios.
Das Mainboard wird ein Wörtchen mitzureden haben
Mainboard-Hersteller müssen allerdings auch mitziehen. Schon bei Coffee Lake erlaubten sie mitunter nur moderate Leistungssprünge, wobei sich höherpreisige Modelle tendenziell großzügiger zeigen als Low-End-Platinen. Vieles ist natürlich auch eine Sache der Einstellungen.
Spannend sind die offiziellen Intel-Vorgaben zum Turboverbrauch auch deshalb, weil sie CPU-Tester (aber auch Leser) vor neue Herausforderungen stellen. Lässt ein Mainboard derartige Sprünge zu, werden die Lastverbräuche über die Dauer vieler Benchmarks anliegen - und dann möglicherweise Messwerte verkünden, die in der Praxis nur bedingt haltbar sind beziehungsweise gar nicht erst mit allen Mainboards machbar.
Mehr zum Thema: 32 Mal Intel Comet Lake-S: Kometeneinschlag der Core i-10000-Prozessoren [Update]
Die Frage nach dem tatsächlichen Verbrauch dürfte einigen ebenfalls auf den Nägeln brennen. Intels erneut genutzter 14-nm-Prozess wird kaum mehr Wunder vollbringen. Schon der hochgezüchtete Core i9-9900KS zog am Limit reichlich Energie aus dem Netzteil.
Quelle: Anandtech

Der Verbrauch ist bei Intel trotzdem hoch und sicher auch die Temperatur wenn das ding mal richtig ins schwitzen kommt.
Und mal Butter bei die Fische: Wäre es umgekehrt und AMD an Intels stelle würde man AMD in den Foren zerreißen, den aufgewärmten Müll den Intel die letzten Jahre da kocht sollten die einfach behalten.
Bei den Intel Preisen für Board und CPU frag ich mich eh warum man sowas überhaupt kaufen sollte??
Beim Gaming läuft die CPU nicht auf Volllast. Niemand, der Ahnung hatl, behauptet, dass die CPU 250W beim Gaming zieht.
Die 56 Sekundenregel ist das schlechteste, sie führt die Nachteile aus beiden Welten zusammen. Die CPU zieht immer noch lange genug Strom, um dem Netzteil das Licht auszublasen, das ist ein richtiger Nachteil, der es auch rechtfertigen würde, die CPU auf 125W zu begrenzen (250-350W können bei einem 450-550W Netzteil übel reinspielen, wenn man die CPU 125W veranschlagt hat). Andererseits ist der Leistungsvorteil nichtmehr praxisrelevant, was hat man denn davon? Im Gegenteil, das sorgt für Verwirrung, wenn man die Leistung im Spiel nichtmehr hat, während im Benchmark noch alles in Ordnung war. Auch bei der Videowiedergabe dürfte es für dumme Gesichter sorgen, wenn das Video (nicht GPU beschleunigt, da h.266 o.ä.) nach einer Minute das Ruckeln anfängt.
Ich persönlich finde die Entscheidung jedenfalls richtig, ich darf das bei meinem i7 3770 noch alles von Hand einstellen (geht zum Glück).
Das alles spielt aber keine Rolle, wenn Mainboard-Hersteller Tau auf unendlich setzen und PL2 am besten gleich noch mit. Eine derart konfigurierte CPU boostet dann tatsächlich in vielen Systemen einfach blind bis ins Temperaturlimit und wie du den dauerhaften Betrieb bei 100 °C loben kannst, ist für mich nicht nachvollziehbar. Und das ist noch der bessere Ausgang – wenn das Mainboard vor der CPU überhitzt, kann es auch zu massiven Leistungseinbußen gegenüber einem Betrieb innerhalb der Spezifikation kommen.
Stärker betroffen sind Anwendungsbenchmarks, insbesondere wenn sie die Berechnungszeit für eine festgelegte Aufgabe ermitteln.
Den Aufwand den Intel mittlerweile betreibt ist "idotisch", mit der Brechstange entgegen jeden Vernuftsargument's. Einfach mehr Kerne draufpacken, Singlecore und Ringbus die so weit über dem Sweetspot sind sein lassen was sie sind, man verdient aufgrund seiner Monopolstellung trotzdem genug und muss nicht immer Erster sein. AMD zeigt das am Besten...