Comet Lake S: Engineering Samples in (nichtssagenden) Benchmarks
Aus dem fernen Osten kommt ein Video, wo zwei Engineering Samples von Comet Lake S in recht nichtssagenden Benchmarks vorgeführt werden. Die CPUs haben keinen finalen Takt und das OEM-Board, das zur Verfügung stand, hat noch so seine Last.
Auch wenn Intel auf der CES 2020 in Las Vegas das Thema Comet Lake S hübsch aussparte, so ist die Renovierung der Mainstream-Plattform auch dieses Jahr gesetzt. Mehr als eine Renovierung wird es bekanntermaßen auch nicht, denn es gibt erneut den 14-nm-Prozess und die bekannte Architektur. Die spannenden Sunnyvale-Kerne kommen im Desktop erst später und werden im Moment nur für Notebook-Prozessoren angeboten.
Und wenn Intel nichts sagt, dann sind es eben die Leaks, die für die neue Generation sprechen müssen. Es ist die zehnte Core-Auflage, die einen neuen Sockel (LGA1200) bekommt. Und die wurde nun einmal mehr in Benchmarks gesichtet. Zwei Engineering Samples wurden von "Taobao DIY market reporter" in einem Video vorgeführt. Sie werden auf einem OEM-Mainboard mit B450 getestet. Die zwei Engineering Samples könnten als fertige Produkte wohl als Core i9-10900K und Core i5-10600K auf den Markt kommen. Die ES erkennt man am Takt von 2,5 GHz bzw. 3,0 GHz, der nicht final ist. Der Core i9-10900K wird aber wohl der 10-Kerner werden und der Core i5-10600K wohl ein 6-Kerner. Ersterem wird ein finaler Takt von 3,7/5,1 GHz nachgesagt, letzterem 4,1/4,8 GHz. Das wären dann die 125-Watt-Modelle. Die Non-K-Modelle sollen mit 65 Watt deutlich niedriger takten.
Wie schnell ist das Teil nun?
Die geleakten Benchmarks stammen vor allem aus Cinebench, denn diese Werte lassen sich noch am besten vergleichen. Das Mainboard dürfte wohl keinen großen Unterschied machen, aber es sei erwähnt, dass das OEM-Board so seine Mühe mit dem Comet Lake gehabt haben soll. Jedenfalls boosteten die CPUs nicht richtig und mitunter nur bis 3,3 GHz. Jedenfalls kommen wir auf 4.215 Punkte für den 10-Kerner und 2.928 Punkte für den 6-Kerner im Cinebench R20 und 1.957 respektive 1.199 Punkte im Cinebench R15.
Auch lesenswert: Intel Comet Lake: Angeblich bis zu 5,3 GHz und 125 Watt TDP
Mit dem niedrigen ES-Takt und den Problemen auf dem Board ist natürlich wenig zu gewinnen und so sortieren sich beide CPUs hinter einem Ryzen 3700X mit 2.144 Punkten ein und auch hinter dem Core i9-9900KS mit 2.055 Punkten. Da Cinebench Parallelisierung mag, ist gegen die Ryzen-Armada auch so oder so wenig zu machen. Der Ryzen 9 3900X ist mit 3.172 Punkten generell ein Stück weg.
Temperaturen um 50 Grad mit Handbremse
Nicht ganz so enttäuschend ist das, was man aus dem Umfeld des Tests so erfährt. Der 10-Kerner etwa verwendet den Heatspreader des 9900KS; der 6-Kerner den des 8700K. Die Nase zur Ausrichtung mit dem Sockel ist nun unten statt oben. Halbwegs spannend sind die gezeigten Temperaturen. Wenngleich die Taktraten nicht final sind, produzierte der 10 Kerner 51 Grad bei seinen 2,5 GHz und der 6-Kerner 52 Grad mit seinen 3,0 GHz. Die gezeigten Spiele-Benchmarks sind unter den Testbedingungen recht nichtssagend. Beide CPUs sind nah beieinander und eine Aussagekraft haben die Werte mangels finaler Taktraten nicht.

Okay, das ist nun wirklich nicht mit einem alten Sockel möglich.