Intel vergleicht 96 Cascade-Lake-AP-Kerne gegen 64 AMD-Zen-Kerne
Auf der Supercomputing-2018-Konferenz rührt Intel weiter die Werbetrommel für seine Cascade-Lake-AP-Familie, die als Dual-Chip-Lösung bis zu 48 CPU-Kerne nutzt. Zwei kommende Topmodelle mit insgesamt 96 Kernen sieht Intel um den Faktor 1,5 bis 3,4 vor zwei Epyc-7601-Modellen von AMD mit zusammen 64 Kernen.
Anfang November hat Intel die Produktserie der Advanced-Performance-Prozessoren innerhalb der Cascade-Lake-Familie vorgestellt. Die neue Speerspitze vereint zwei Siliziumchips auf einem Package, was bis zu 48 nutzbare CPU-Kerne und 12 Speicherkanäle ergibt - physisch vorhanden sind vermutlich 56 Rechenherzen. Zur Vorstellung nannte Intel erste Performance-Werte aus synthetischen Benchmarks. In Stream Triad sollen zwei kommende 48-Kerner 30 Prozent schneller rechnen als zwei Epyc-7601-CPUs von AMD mit jeweils 32 Kernen. In Linpack sei Intels Angebot 240 Prozent flotter. Machine-Learning soll gegenüber zwei hauseigenen Xeon Platinum 8180 mit Hilfe der neuen AVX512VNNI-Erweiterung innerhalb von Intels "DL Boost" um den Faktor 17 beschleunigt werden.
Neue hochgerechnete Benchmarks von Cascade Lake-AP
Auf der Supercomputing 2018 hat Intel jetzt die ersten "Real World"-Benchmarks veröffentlicht, wo die 96 Cascade-Lake-AP-Kerne um den Faktor 1,5 bis 3,1 schneller rechnen sollen als zwei Epyc-7601-CPUs (insgesamt 64 Kerne, 2,2-3,2 GHz, 16 × 16/32 GiByte DDR4-2666, SMT wie bei Intel aus). Es handle sich um Ergebnisse, die anhand von Vorserien-Hardware hochgerechnet worden seien. Das könnte zum Beispiel bedeuten, dass die Cascade-Lake-AP-Modelle mit einem niedrigeren Takt als final anvisiert liefen und die Werte anhand der erwarteten Frequenzen interpoliert wurden. Genaue Angaben zu den Spezifikationen oder dem Testsystem gibt es nicht.
Die 50 Prozent mehr Leistung in MILC, einer Anwendung für Quantenchromodynamik, entspricht genau dem Plus an Kernen, die Cascade Lake-AP gegenüber AMDs Zen nutzen kann. In WRF (Berechnung von Wetterprognosen) und OpenFOAM (Berechnung von numerischer Strömungsmechanik) falle die Mehrleistung mit 60 Prozent etwas höher aus, wobei dort die insgesamt 12 statt acht Speicherkanäle helfen dürften. Die Performance in NAMD (APOA1) und YASK (ISO 3DFD) steige um den Faktor 2,1 beziehungsweise 3,1. Bei YASK sollte man allerdings beachten, dass es sich um ein Intel-Framework handelt.
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Intel möchte Cascade Lake-AP kommendes Jahr veröffentlichen. Dort wird sich der 48-Kerner mit AMDs Zen 2 anlegen müssen, der bis zu 64 Kernen in einem Package nutzt. Mit einer Verdoppelung der Kerne, einem zu erwartenden höheren Takt und architektonischen Optimierungen dürfte AMD die Nase leistungstechnisch 2019 vorne haben. Spätestens die Effizienz sollte dank TSMCs 7-nm-Fertigung eine ganze Ecke besser ausfallen.

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Problematische Latenzen dürften durch den Decoder meiner Einschätzung nach kaum entstehen, denn letztlich müssen auf allen Plattformen die gleichen Berechnungen durchgeführt werden. Bei ARM steckt der komplexe Teil des Codes halt im Quelltext, bei x86 wird ein Befehl an die CPU gegeben und die kümmert sich um den Rest. Das kostet gegebenenfalls etwas zusätzliche Zeit, aber dafür kann die CPU den gesamten weiteren Ablauf optimal abstimmen. Wenn sich ein Entwickler sehr viel Mühe gibt und hardware-nah optimiert, hat er bei RISC prinzipiell mehr Möglichkeiten – deswegen hat Intel bei Itanium damals sehr viel Organisatinslogik dem Compiler überlassen. Aber wir wissen ja alle, was daraus wurde.