Benchmarks überbewertet? Laut Intel sollte man den Fokus auf die dahinter stehende Technik legen
Intels CEO Bob Swan sprach im Rahmen eines Ersatzevents für die abgesagte Computex über die Herausforderungen der COVID-19-Pandemie. Laut Swan sollte man die Gelegenheit nutzen und seinen Blick nicht länger allein auf Benchmarks legen, sondern mehr auf die Technik hinter den jeweiligen Produkten.
Intel zog in Benchmarks wiederholt den Kürzeren. So bietet man aktuell zwar nach wie vor die flottesten Spieleprozessoren, hat im Multi-Threading aber das Nachsehen. So kann es ein Core i9-10900K, der lediglich zehn Kerne hat, nicht mit der Anwendungsleistung eines mit 16 Kernen bestückten Ryzen 9 3950X aufnehmen. Im HEDT-Segment fällt der Unterschied noch wesentlich größer aus. Aktuell steht es dort 18 zu 64 Kerne zugunsten AMDs. Intel hatte sein Marketing zuletzt schon auf eine "Real World Performance" ausgerichtet. Eine neue Aussage von CEO Bob Swan schlägt in eine ähnliche Kerbe. Konkret empfiehlt er, dass man den Fokus nicht länger auf Benchmarks legen soll.
Das Statement fiel während eines Online-Events, das als Ersatz für die Computex abgehalten wurde. Mit Blick auf die COVID-19-Pandemie sagte der Geschäftsführer: "Wir sollten als Industrie diesen Moment als Möglichkeit nutzen, unseren Fokus von den Benchmarks auf die Vorteile und Effekte der Technologien, die wir geschaffen haben, zu verlagern."
Corona hat Bedeutung unterstrichen
Intel bezieht sich dabei auf Funktionen wie AVX-512 und DL-Boost, wie sie beispielsweise von Xeon-Prozessoren der Cascade Lake-Reihe unterstützt werden. Die machen, je nach Einsatzzweck, tatsächlich einen Unterschied, obwohl damit bestückte CPUs in allgemeinen Benchmarks unterliegen. Laut Swan würde die aktuelle Pandemie - Forscher brauchen für ihre Berechnungen aktuell reichlich Rechenpower - die Bedeutung jener zweckorientierten Technologie unterstreichen.
Mehr zum Thema: Comet Lake übertakten: Im Prinzip auch mit H470-/B460-Boards und Non-K-Prozessoren
Benchmarks sollten natürlich immer im Kontext betrachtet werden. Im Prinzip betont Swan also nichts Neues, wenn er sagt, dass es auf den jeweiligen Anwendungsfall ankommt. Dafür will Swan anscheinend ein schärferes Bewusstsein schaffen. Weg von Benchmarks, hin zu einer angepassten Software-Umgebung und dem, was sich durch Optimierung erreichen lässt. Doch auch in dem Zusammenhang wird man in den meisten Fällen nicht um Vergleiche herumkommen. Von irgendwas wird man den Kauf eines Produkts letzlich abbhängig machen - und Vergleichswerte, ob synthetisch, optimiert oder aus der "real World", bieten sich nun mal als Anlaufstelle an.
Von 7980XE zum i9-9900K wäre es außerdem ein schlechtes Downgrade gewesen, nicht nur auf Grund der halbierten Speicherbandbreite. Außerdem war die Rede von 500-600€ für eine CPU, nicht von 1000€-2000€.
Mein Q6600 hat mir damals fast 5 Jahre gute Dienste geleistet. Und das, wie auch der i7-2600K ab Mitte 2011 nur deshalb so lange, weil ich zum Kaufzeitpunkt das jeweilige Spitzenmodell im Desktopbereich gewählt habe.
Wenn mir der i9-9900K wieder 7 Jahre ausreicht, dann wird er aus heutiger Sicht durch den dann aktuellen Threadripper ersetzt. Außer, Intel kann in 4-5 Jahren etwas vergleichbares oder gar besseres liefern.
Ich: Okay, gut, habt ihr PCI-E 4?
Intel: