Comet Lake übertakten: Im Prinzip auch mit H470-/B460-Boards und Non-K-Prozessoren
Comet-Lake-Prozessoren zu übertakten, funktioniert eigentlich nur mit Modellen aus der K-Reihe wie dem Core i9-10900K. Über das erhöhte Langzeit-Power-Limit lässt sich allerdings auch mit festem Multiplikator deutlich mehr aus der CPU herausholen. Neuerdings sogar auf eigentlich für die Mittelklasse gedachten H470-/B460-Mainboards.
Overclocking funktioniert bei der aktuellen Ryzen-3000-Serie ganz unkompliziert. Kunden, die mehr aus ihrer CPU herauskitzeln wollen, legt AMD weder auf Seiten der CPU noch der Mainboards größere Steine in den Weg. So lässt sich der beliebte, inzwischen für unter 170 Euro gehandelte Ryzen 5 3600 selbst auf einem preiswerten B450-Board übertakten. Bei Intel ist die Sache ein bisschen komplizierter. Wer sich eine CPU aus der aktuellen Comet Lake-Riege anschafft und unbedingt an der Taktschraube drehen will, muss nicht nur zu einer K-CPU wie dem Core i9-10900K greifen - sondern auch zu einem Board mit dem teuren Z490-Chipsatz. Es gibt allerdings ein Schlupfloch. Davon machen Mainboard-Hersteller anscheinend nur zu gerne Gebrauch.
Dieses Schlupfloch schlummert in den verschiedenen Boost-Modi. Die hatte Intel bereits beim Core i9-10900K deutlich angehoben. So liegt die offizielle TDP zwar bei 125 Watt, was über den Parameter "PL1" angegeben wird. Allerdings existiert mit "PL2" ein zweiter Lastzustand. Dieser beträgt über die Dauer "Tau" stolze 250 Watt, wobei Tau auf 56 Sekunden spezifiziert ist. Das heißt, dass sich die CPU bis zu 56 Sekunden 250 Watt genehmigen kann.
Intel gibt diese Werte als Empfehlung aus, letztlich werden sie aber vom jeweiligen Mainboard-Hersteller bestimmt. Der kann, muss die Empfehlungen aber nicht notwendigerweise wie von Intel empfohlen hinterlegen. Um die Spannungsversorgung des Mainboard zu schonen, kann ein Hersteller beispielsweise auch zu moderateren Werkseinstellungen greifen. In die entgegengesetzte Richtung geht es natürlich auch, wie die Vergangenheit gezeigt hat. Schon bei Coffee-Lake-Platinen hinterlegte manch Hersteller deutlich höhere Werte. So traf man bei PL1 mitunter auf astronomische Werte: 95-Watt-Chips konnten schon mal dauerhaft mit 200 Watt laufen.
Asrock, Asus und MSI erlauben "OC" auf B460- und H470-Boards
Asrock war zuletzt bereits vorgeprescht und hatte mit dem "Base Frequency Boost (BFB)" ein erhöhtes Langzeit-Power-Limit (PL1) für Z490-Mainboard angekündigt. Dieses höhere Limit soll explizit jene Comet-Lake-Prozessoren beschleunigen, die einen festen Multiplikator haben und eigentlich nicht übertaktbar sind. Technisch gesehen funktioniert Overclocking über den Base Frequency Boost mit Non-K-Modellen also doch. Der Unterschied liegt eigentlich nur darin, dass man die Taktraten nicht selbst festlegt, sondern dass sie über den Lastzustand vom Mainboard definiert werden. Mittlerweile bewirbt Asrock dieses Features sogar für B460- und H470-Boards.
Asrock hat dazu bei vielen Mainboards der B460- und H470-Serie PL1 bei eigentlich für 65 Watt ausgelegten CPUs für 125 Watt freigegeben. Damit ist der Hersteller inzwischen nicht mal mehr allein. Asus tat es den Taiwanern mit den 125 Watt für PL1 gleich. Dort trägt das Kind mit "Asus Performance Enhancement" (APE) lediglich einen anderen Namen. Beim ROG Strix B460-F Gaming geht Asus sogar rauf bis 210 Watt - was die Taktraten natürlich durch die Decke gehen lässt. Der eigentliche Boost-Takt wird damit praktisch zum neuen Basistakt.
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MSI hat das Thema ebenfalls für sich entdeckt. Beim MAG B460 Tomahawk und MAG B460 Mortar (WiFi) darf sich die CPU bis zu 255 Watt genehmigen, beim MAG B450M Bazooka immerhin noch 135.
Quelle: Chiphell, Benchlife, CoolPC, ASRock via Videocardz

Naja mal gucken was spätere BIOS Versionen bringen. Ansonsten gefällt mir das Board ja ganz gut, allem voran die abartig gute VRM Ausstattung inkl. Kühler. Die 12 90A SPS ohne Doppler können schon was
250 W ist für viele günstigere, "125 W TDP kompatible" Kühler jedenfalls unstemmbar. Wenn eine Platine derartige Werte als default-Setting hat, legt es der Hersteller darauf an, dass diverse Builds die CPU regelmäßig und möglicherweise über lange Zeiträume im Temperaturlimit schmoren lassen.
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