Intel Cannon Lake: Erste Notebooks und NUCs mit 10-nm-CPU erhältlich [Update: Intel-Ark]
Intels Versprechungen, seit Monaten die ersten Cannon-Lake-basierten Prozessoren als Kleinserie auszuliefern, tragen die ersten Früchte. In China bietet Lenovo ein Ideapad 330 mit dem Core i3-8121U an, zudem plant Intel offenbar die Vorstellung des Crimson-Canyon-NUCs mit gleicher CPU. Die Zweikerner werden in 10 nm gefertigt und können augenscheinlich auf keine iGPU zurückgreifen.
Update vom 16.05.18:
Intel hat den Core i3-8121U inzwischen auch in seine Ark-Datenbank aufgenommen. Über die i3-Kategorie oder die Suche findet man den Prozessor noch nicht, dafür aber bereits über Suchmaschinen wie Google. Intel betätigt, dass das Modell im laufenden zweiten Quartal veröffentlicht worden ist ("launched"). Die zwei Kerne mit insgesamt vier Threads haben einen Basistakt von 2,2 GHz, der maximale Turbo liegt bei 3,2 GHz. Der L3-Cache umfasst 4 MiByte. Das Ganze hat eine TDP von 15 Watt.
Zum Vergleich: Das nächst größere Modell, der Core i3-8130U (aus der Kaby-Lake-U-Familie mit 14- statt 10-nm-Fertigung), darf sich im gleichen Energiebudget auf bis zu 3,4 GHz hochtakten und hat zusätzlich eine GT2-iGPU. Andere 15-Watt-CPUs von Intel nutzen vier Kerne (Kaby Lake Refresh). Als kleinere Verbesserung kann der Core i3-8121U offiziell mit LPDDR4(X)-2400-Speicher nebst DDR4-2400 umgehen. Die anderen Mobile-Prozessoren inklusive Coffee Lake-H müssen sich mit DDR4-2400 und LPDDR3-2133 begnügen.
Originalartikel vom 14.05.18:
Die Prozessorfamilie mit dem Codenamen Cannon Lake stellt Intels erste Generation dar, die in 10 nm gefertigt wird. Weil der Fertigungsprozess als letzte Generation mit klassischer Immersionslithographie schlecht läuft, musste Intel die Serienproduktion immer wieder verschieben -inzwischen auf 2019. Bisherige Cannon-Lake-CPUs werden laut dem Chiphersteller lediglich in einer kleinen Auflage gefertigt und seit Ende 2017 an Partner verschickt. Inzwischen lassen sich die ersten Produkte finden, die mit einem Core i3-8121U ausgestattet sind.
Einer der Partner stellt Lenovo dar, der in China ein Ideapad 330 mit dem Zweikerner aufgelegt hat. Es handelt sich um ein Low-End-Notebook, das umgerechnet ab gut 430 Euro angeboten wird. Intel verkauft die Cannon-Lake-CPUs auch ohne integrierte Grafikeinheit, weshalb Lenovo den Core i3-8121U mit einer Radeon RX 540 auf Basis der Polaris-12-GPU mit 512 Shader-Einheiten und 2 GiByte GDDR5-RAM paart. Das Ideapad 330 nutzt ein 15,6 Zoll großes Display mit einer geringen Auflösung von 1.366 × 768 Pixeln. Die 430-Euro-Konfiguration kommt mit einem einzelnen 4-GiByte-Speicherriegel und einer 500-GByte-HDD daher. Ein Upgrade auf 8 GiByte RAM und eine 256-GByte-SSD schlägt mit einem Gesamtpreis von circa 515 Euro zu Buche.
Darüber hinaus plant Intel offenbar die Veröffentlichung eines NUCs mit dem Codenamen Crimson Canyon, das ebenfalls mit einem Core i3-8121U ausgestattet ist. Auf der indonesischen Handelsplattform bukalapak.com lassen sich bereits ein Bild und Daten zu dem Mini-PC finden. Intel selbst paart die iGPU-lose CPU mit einer Radeon RX 550. Sucht man nach der Produktbezeichnung, lassen sich unter anderem in Belgien erste Händlerlistungen finden. Offiziell vorgestellt hat Intel das NUC noch nicht, Liefertermine werden keine genannt.
Erste Ergebnisse, die mit einem Core i3-8121U entstanden sein sollen, lassen sich in den Benchmark-Datenbanken von 3DMark und Geekbench finden. Der Zweikerner beherrsche SMT, könne also vier Threads verarbeiten, greife auf 4 MiByte L3-Cache zurück und komme mit einem Basistakt von 2,2 GHz daher. Der maximale Turbo soll sich auf 3,1 oder 3,2 GHz belaufen. Die U-Bezeichnung spricht für eine TDP in Höhe von 15 Watt. In Anbetracht der Spezifikationen könnte der Kaby-Lake-Refresh mit vier Kernen im 15-Watt-Korsett die sinnvollere Option darstellen, vor allem da er auf eine iGPU zurückgreifen kann, was Strom spart.
Von daher ist Cannonlake nur interessant, wenn man ein Computermuseum eröffnen will.
Ein Tick zu Skylake? 2016 wir kommen!
Low-Production-Volume von 10nm Prozessoren war auch nicht ausgeschlossen worden, aber laut Intel selber gibt es das Mass-Production-Volume erst irgendwann 2019 und das sieht aktuell nach 10nm+ mit Ice-Lake aus.
Cannon-Lake wird als 10nm Low-End-Ware im kleinem Rahmen verkauft und vermutlich bleibt es dabei.
Jetzt sind slso doch in H1 2018 schon 10nm Prozessoren von Intel kaufbar. Sieh an (man kommte es zwar scjon vorab öfter wo lesen, dachte aber generell eher erst an 2019 was Intels 10 nm Produkte betrifft). Hoffentlich kommt auch für den Desktop bald ein 10nm Cannon Lake