Intel Cannon Lake: 10-nm-CPU als Dauer-Drama ohne gutes Ende

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Auf der CES 2017 war ein Laptop mit Cannon Lake zu sehen. Ein Jahr später gibt es solche Produkte noch immer nicht im Handel.
Quelle: Intel

Cannon Lake war vor einigen Jahren ein Intel-Codename, der mit großen Erwartungen an 10-Nanometer-Prozessoren verknüpft war. Davon ist inzwischen nicht mehr viel übrig geblieben und mehrere Beobachter gehen davon aus, dass Cannon Lake so gut wie tot ist und vielleicht nur noch einige Chargen für Notebooks tatsächlich jemals auf den Markt kommen.

Intel verwendet seit einigen Jahren schon einen immer wieder etwas verbesserten 14-Nanometer-Herstellungsprozess, obwohl laut früheren Planungen eigentlich jetzt schon die Veröffentlichung der ersten 7-Nanometer-Prozessoren wie Tigerlake anstehen sollte. Wie Semiaccurate in einem Artikel anmerkt, hatte Intel jedoch schon beim vorher fälligen Schritt auf 10 Nanometer mit einer extrem schlechten Ausbeute zu kämpfen und hat diese Probleme anscheinend bis heute noch nicht lösen können.

Laut älteren Roadmaps hätte Cannon Lake als erste 10-Nanometer-CPU schon vor zwei Jahren vorgestellt werden sollen, stattdessen hat sich Intel laut Semicaccurate immer wieder mit zuvor unbekannten und nicht wirklich neuen CPU-Architekturen wie Kaby Lake und Coffee Lake beholfen. Von Prozessoren aus der 10-nm-Produktion fehlt nach wie vor jede wirkliche Spur. Anfang 2017 hatte Intel von Ende 2017 gesprochen, nun sieht es eher danach aus, als würde Cannon Lake vielleicht nie oder nur in kleineren Mengen für Notebooks erscheinen.

Das sehen beispielsweise Computerbase so, die Cannon Lake sogar als "Albtraum" für Intel bezeichnen. Es sei noch nie zuvor geschehen, dass Intel öffentlich über einen Nachfolger wie Ice Lake gesprochen habe, ohne dass die Vorgänger überhaupt im Handel zu finden waren. Eventuell wird Intel im Sommer 2018 einige Notebook-Prozessoren mit Cannon-Lake-Architektur vorstellen, doch laut Gerüchten werden diese Modelle geringere Taktraten als Kaby Lake aufweisen und vielleicht sogar keine integrierte GPU besitzen. Das wäre dann sogar ein Rückschritt statt einer Weiterentwicklung.

Doch das Drama rund um die 10-Nanometer-Produktion könnte noch ein viel schlimmeres Ende für Intel haben, wenn andere Hersteller wie TSMC, Samsung oder Globalfoundries der Konkurrenz bei AMD oder auch Via/Zhaoxin ähnliche oder bessere Möglichkeiten bieten und Intel damit einen seiner wichtigsten Vorteile verliert.

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    • Kommentare (57)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Rollora
        Leistungsverlust im Worst Case ist natürlich wahnsinn, aber wie im CB Link gesehen kommt das eigentlich nicht vor.

        Ob es schonmal was schlimmeres gab liegt im Auge des Betrachters:
        Sind 50% worst Case (die wohl kaum eintreten) schlimmer oder
        -sich verrechnen (Pentium Bug)
        -sich verrechnen (Apple Bug)
        -Systemstabilität (AMD bugs in diversen 3rd Party Chipsätzen und Boards)
        -Systemstabilität und eigentlich völlige OS inkompatibliät (etwa in meinem 780G Chipsatz, das ganze wurde mit vielen XP Rechnern ausgeliefert und war eigentlich inkompatibel)
        -Systemstabilität und nicht funktinoierende aber beworbene Features (Ilano und sein BD3D Support)...
        -Phenom Bug der auch entweder Tempo kostete - im Durchschnitt wesentlich mehr als dieses Problem (aber das wird wohl unerwähnt bleiben), oder zu Abstürzen führen konnte
        Also ich verstehe das immer noch nicht. Hier bei uns liefen ein M4A78 Pro und ein M4A78 Plus vollkommen reibungslos über Jahre (außer als ich versehentlich einen falschen Chipsatztreiber installiert hatte). Erst drei Jahre mit XP (64bit) und dann mit Windows 7 Ultra 64 bit. Warum, oder womit ihr da solche Probleme hattet kann ich nicht nachvollziehen.

        Gesendet von meinem HTC mit Tapatalk
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Rollora
        Leistungsverlust im Worst Case ist natürlich wahnsinn, aber wie im CB Link gesehen kommt das eigentlich nicht vor.

        Ob es schonmal was schlimmeres gab liegt im Auge des Betrachters:
        Sind 50% worst Case (die wohl kaum eintreten) schlimmer oder
        -sich verrechnen (Pentium Bug)
        -sich verrechnen (Apple Bug)
        -Systemstabilität (AMD bugs in diversen 3rd Party Chipsätzen und Boards)
        -Systemstabilität und eigentlich völlige OS inkompatibliät (etwa in meinem 780G Chipsatz, das ganze wurde mit vielen XP Rechnern ausgeliefert und war eigentlich inkompatibel)
        -Systemstabilität und nicht funktinoierende aber beworbene Features (Ilano und sein BD3D Support)...
        -Phenom Bug der auch entweder Tempo kostete - im Durchschnitt wesentlich mehr als dieses Problem (aber das wird wohl unerwähnt bleiben), oder zu Abstürzen führen konnte
        Also ich verstehe das immer noch nicht. Hier bei uns liefen ein M4A78 Pro und ein M4A78 Plus vollkommen reibungslos über Jahre (außer als ich versehentlich einen falschen Chipsatztreiber installiert hatte). Erst drei Jahre mit XP (64bit) und dann mit Windows 7 Ultra 64 bit. Warum, oder womit ihr da solche Probleme hattet kann ich nicht nachvollziehen.

        Gesendet von meinem HTC mit Tapatalk
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Don-71
        Du brauchst auch bei diesem BUG nicht im "Internet" hängen, es reicht schon, das ein Cloud Teilnehmer, durch diesen BUG, aus seiner VMWare ausbrechen kann und auf andere VMs Zugriff erlangt, dass ist doch Teil des Problems.
        Um eine Cloud zu Hosten muss ich ins Internet.
      • Von Don-71 Lötkolbengott/-göttin
        Du brauchst auch bei diesem BUG nicht im "Internet" hängen, es reicht schon, das ein Cloud Teilnehmer, durch diesen BUG, aus seiner VMWare ausbrechen kann und auf andere VMs Zugriff erlangt, dass ist doch Teil des Problems.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Atent123
        Gab es eigentlich schon mal einen Zwischenfall dieser Größenordnung ?
        Bis zu 50% Leistungsverlust (natürlich nur in extremen Fällen) sind jetzt nicht gerade wenig.
        Leistungsverlust im Worst Case ist natürlich wahnsinn, aber wie im CB Link gesehen kommt das eigentlich nicht vor.

        Ob es schonmal was schlimmeres gab liegt im Auge des Betrachters:
        Sind 50% worst Case (die wohl kaum eintreten) schlimmer oder
        -sich verrechnen (Pentium Bug)
        -sich verrechnen (Apple Bug)
        -Systemstabilität (AMD bugs in diversen 3rd Party Chipsätzen und Boards)
        -Systemstabilität und eigentlich völlige OS inkompatibliät (etwa in meinem 780G Chipsatz, das ganze wurde mit vielen XP Rechnern ausgeliefert und war eigentlich inkompatibel)
        -Systemstabilität und nicht funktinoierende aber beworbene Features (Ilano und sein BD3D Support)...
        -Phenom Bug der auch entweder Tempo kostete - im Durchschnitt wesentlich mehr als dieses Problem (aber das wird wohl unerwähnt bleiben), oder zu Abstürzen führen konnte

        ...
        es gibt da eine ziemlich lange Liste.
        Irgendwann in den 2000er Jahren hat die Liste der Errata bei Intel knappe 200 Seiten erreicht. Nicht die Geschichtlichen, sondern die aktuell im Prozessor befindlichen Fehler (!).
        Ergo kann man auch in diesem Fall davon ausgehen, dass es entweder per Software oder Hardware früher oder später behoben wird.

        Zitat von Don-71
        Man kann sich auch alles blau träumen!
        Das gleiche Bla Bla Bla habe ich auch um die Jahrtausenwende gehört als Athlon kam und dann Opteron, da hat AMD, Intel einiges am Server Markt abgejagt und natürlich gibt es jetzt schon Konkurrenz mit Epyc, mit dem ja AMD in das Datacenter drängt, dass durch den Intel BUG am stärksten betroffen ist.
        Klar kann AMD nicht ansatzweise alle Intel Server CPUs kompensieren, aber Microsoft, Google und United Internet etc setzen schon auf AMD Epyc und dieser BUG wird AMD einige Kunden zutreiben und da können wir gerne wetten!
        Der Workaround kostet aber bei Severn mit VM und Datacenter einiges an Performance auf Intel Systemen!
        Epyc ist ein toller Prozessor bzw Zen eine tolle Architektur. Mehr in Serverumgebung noch als in Spielen. Deshalb wird man in vielen Systemen verbaut. Aber die Infrastrukturen von Intel hat man trotzdem in den nächsten 5 Jahren noch nicht. Insofern wird man hier zwar Marktanteile gut machen (man hat ja derzeit keine 5% bzw vor Epyc) und wird Intel etwas ärgern. Aber ich versichere, dass es nicht einzelne Bugs sind, die hier das große Ganze ausmachen.

        Keines der von dir genannten Systeme hängt "offen" im Netz, wennschon hinter zig Sicherheitsmaßnamen die noch nichtmal bis zum direkten Sicherheitszugriff kommen. Mehr betroffen sind hier also kleine Server und andere Systeme.

        Ich kann mich natürlich auch gerne irren, ich habe kein Problem mit einem erneuten Aufstieg von AMD. Ich erinnere aber an den Fall von damals, der hatte wenig damit zu tun, dass Intel so böse Marktmissbräuchlich war, sondern weil AMD massive Stabilitäts und Lieferprobleme hatte (und später manche Probleme, weil "zu klein" bewusst nicht behoben hat). Ein Absolutes No-Go, wenn man man Kunden langfristig binden will oder Kundenzufriedenheit möchte.

        Letzten Endes hiflt es uns allen, wenn AMD wieder erstarkt. Aber rein von den Beobachtungen der letzten Jahre wird dieser bug alleine wenig dafür tun, da muss AMD schon mehr selbst in die Hand nehmen
      • Von Don-71 Lötkolbengott/-göttin
        Man kann sich auch alles blau träumen!
        Das gleiche Bla Bla Bla habe ich auch um die Jahrtausenwende gehört als Athlon kam und dann Opteron, da hat AMD, Intel einiges am Server Markt abgejagt und natürlich gibt es jetzt schon Konkurrenz mit Epyc, mit dem ja AMD in das Datacenter drängt, dass durch den Intel BUG am stärksten betroffen ist.
        Klar kann AMD nicht ansatzweise alle Intel Server CPUs kompensieren, aber Microsoft, Google und United Internet etc setzen schon auf AMD Epyc und dieser BUG wird AMD einige Kunden zutreiben und da können wir gerne wetten!
        Der Workaround kostet aber bei Severn mit VM und Datacenter einiges an Performance auf Intel Systemen!
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