Xeon 600 for Workstation gegen Threadripper: Intel mit 86 P-Kernen, Octa-DDR5-8000 & 128× PCIe 5.0
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Soweit die ganze Theorie - zur Praxis äußert sich Intel auffällig knapp und bescheiden. Benchmark-Vergleiche wurden beim Launch ausschließlich mit DDR5-6400 gegen einen Xeon W9-3595X mit DDR5-4800 gezogen, also dem Topmodell der Xeon-W-Vorgänger. Dieser ist, als 60-kerniger Alder-Lake-Verwandter mit dem beschriebenen AVX-Boost, zwar technisch beeindruckend, architektonisch und fertigungstechnisch aber auf dem Stand von 2021. Gegenüber diesem alten Performance-Maßstab erzielt der neue 86-Kerner Xeon 698X, laut Intel, in der Spec-Workstation-Benchmark-Suite besagte "bis zu" 61 Prozent Mehrleistung, teilweise aber auch nur einen Gleichstand. Weitere Intel-eigene Beispiele aus dem KI-, CAD- und Rendering-Bereich vermelden um 20 bis 30 Prozent Zugewinn, punktuell auch 74 Prozent.
Preise, Konkurrenz und Verfügbarkeit
Quelle: Intel
Intel Xeon 600 for Workstation Launch-Präsentation (17): Wenn Hersteller-Benchmarks Gleichstände zur (sehr) alten Vorgängergeneration eingestehen, naht in der Regel kein Performance-Wunder.
Gegenüber Threadripper Pro 9000, der bis zu 96 Zen-5-Kerne bietet, wird es Xeon 600 also schwer haben. AMD versprach schon für den kleineren Non-Pro-Threadripper 9980X mit Quad-Channel-DDR5 und 64 Kernen bis zu 83 Prozent Vorsprung gegenüber einem W9-3595X und PCGH hat immerhin 56 Prozent gegenüber einem 56-Kern-Sapphire Rapids gemessen - in vergleichsweise schlecht Multi-Thread-optimierten, AMDs Kernvorteil also nicht ausreizenden Anwendungen. Ein Multi-Thread-Sieg für Xeon 600 mit 86 gegen 96 AMD-Kernen erscheint somit ausgeschlossen. Pro Kern, im Single-Thread-Einsatz, verspricht Intel selbst nur 9 Prozent Mehrleistung für Xeon 600 gegenüber Xeon W-3500 und beansprucht somit erst gar nicht, mit Zen 5 mithalten zu können. Stattdessen empfiehlt man für latenzkritische, interaktive oder wenig parallelisierte Anwendungen ausdrücklich Core-Ultra-200-Systeme, was aus PCGH-Sicht sinnvoll erscheint. Genauer sollen wir es Ende März erfahren, wenn neben den CPUs fertige Workstations von den üblichen Verdächtigen erscheinen (u. a. Dell, HP, Lenovo und Puget Systems) sowie Retail-Mainboards von Asus, Gigabyte und Supermicro, aber nicht mehr Asrock oder MSI, in den Handel kommen.
Die zu erwartenden Preise passt Intel den bescheidenen Leistungsversprechen an: Die Quad-Channel-Modelle schließen mit 500 (Xeon 634, 12-Kerner) bis 900 US-Dollar MSRP (Xeon 638 16-Kerner) ohne Lücke an Desktop-SKUs an, bleiben im Bereich von AMDs Ryzen-9-Produktpalette. Die moderneren Mainstream-Prozessoren versprechen zwar weitaus mehr Rechenleistung pro Kern, derart kleine Workstations werden aber meist für große Speichermengen gekauft oder für zahlreiche PCIe-Beschleuniger, welche die eigentliche Arbeit übernehmen. In dieser Nische punktet Xeon 600 selbst mit "nur" Quad-Channel-DDR5 und 80 PCIe-5.0-Lanes, denn Threadripper 9000 mit 48 Lanes starten derzeit erst bei 1.200 Euro und sind künstlich auf vier Speicher-Module beschränkt. Erst Threadripper Pro unterstützt acht Speichermodule, dafür werden aber mindestens 1.600 Euro fällig, bei nur 16 CPU-Kernen. Hier hält Intel mit Masse dagegen: Für 1.700 USD MSRP bietet der Xeon 658X ebenfalls Octa-Channel und 128 Lanes, aber bereits 24 Kerne, auch der 48-Kerner 678X für 3.750 USD MSRP hat einen 50-Prozent-Vorteil gegenüber AMDs 32-Kernern für 3.850 Euro. Das Topmodell Xeon 698X mit 86 Kernen dürfte es für 7.700 US-Dollar MSRP ungleich schwerer gegen einen 64-Kern-Threadripper Pro 9985WX für 7.600 Euro haben. Systeme dieser Leistungsklasse werden aber ohnehin meist für spezifische Anwendungen gekauft, sodass Befehlssätze und die Harmonie zwischen Architektur und Software den Ausschlag geben.

- ebenso davor X79, der Bruch kam erst mit X299
Das ist dann der saure Apfel, in den man als Nischennutzer beißen muss. Niemand entwickelt eine Plattform exklusiv für "7 Capture Karten, die ihre Anbindung voll Auslasten, nebst Massenspeicher, aber keinen Platz mehr für Bildausgabe". 3-4 4.0-×4-Karten laufen auch auf normalen Desktop-Plattformen (sechs auch und mit aktiven Risern sogar noch mehr, aber dann kriegt man nicht mehr genug Laufwerke für die aufaddierte Datenrate bei Volllast unter). Die nächst höhere Klasse reicht eben auch bis zu Leuten, die 1+-TiB-RAM und 60 Kerne für Software-Raytraycing suchen. Sowas ist für Käufer am unteren Ende eines Bereichs immer blöd – frag mal Leute die nur ein billiges Office-System mit 70-Euro-Mainboards ala 1150 suchen, heute aber einen Sockel AM5 designed für 16-Kerner, Multi-High-End-SSD & Co bezahlen müssen.
Kurz gesagt, die Plattform X99 unterstützte beides
Kurz gesagt, die Plattform X99 unterstützte beides
Und dann der eigentliche Hammer: Das Board, auf das du dich beziehst, ist nicht einmal für die „Monster‑CPUs“ gedacht, sondern für die kleineren Quad‑Channel‑Xeons. Also nicht mal die Top‑Tier‑Workstation‑Modelle – und trotzdem bekommst du eine I/O‑Ausstattung, die im Desktop‑Bereich wie Science‑Fiction wirkt.
Das zeigt einfach, wie extrem die Segmentierung inzwischen geworden ist.