Xeon 600 for Workstation gegen Threadripper: Intel mit 86 P-Kernen, Octa-DDR5-8000 & 128× PCIe 5.0
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Xeon 600 for Workstation gegen Threadripper: Intel mit 86 P-Kernen, Octa-DDR5-8000 & 128× PCIe 5.0

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Dass Intel die Kombinierbarkeit von LGA4710-CPUs einschränkt, ist besonders in Richtung "Server-CPU auf Workstation-Board" schade, da so der Zugang zu einem bestehenden, variationsreichen Angebot sowie später zu günstigen Gebrauchts-Upgrades verwehrt bleibt. Auf PCGH-Frage begründet Intel diese Inkompatibilität nur in Gegenrichtung: Workstation-CPUs "erfordern" einen W880-PCH und laufen deswegen in Server-Platinen, die ohne I/O-Hub daherkommen, nicht. Aufgrund des identischen Siliziums gehen wir davon aus, dass dieses "Erfordernis" eher regulatorischer denn technischer Natur ist. Vorherigen, detaillierten Gerüchten sowie den spärlichen Angaben im Xeon-600-Press-Deck zufolge, dürfte der W880 nämlich dem Desktop-PCH Z890 entsprechen. Dieser spielt, außer bei einer Namensüberprüfung, keine Rolle mehr im Boot-Prozess, sondern dient als reiner Schnittstellenlieferant. Die PCIe-4.0-Lanes treten dabei, ob des 5.0-Aufgebots von Granite-Rapids, in den Hintergrund. Aber USB 3.1 und 3.2 sowie gegebenenfalls SATA braucht es im Einsatzgebiet von Workstation-CPUs eben doch.

Neues Namensschema und "vereinfachte" Modellpalette

Letzgenannte heißen jetzt "Xeon 600", setzen also nicht das 2017 begonnene Namensschema von Xeon W-2100/-2200/-2300/-2400/-2500 fort. Einen ähnlichen Bruch nach Auslaufen der Intel-7-Generation hat Intel bereits im Server-Markt sowie bei den Consumer-CPUs vollzogen - "Xeon 6" löste "Xeon SP" Bronze/Gold/Platinum "5th Gen" ab und "Core Ultra" ersetzte "Core i"-13000/-14000. Xeon-Server- und -Workstation-Serien unterscheiden sich künftig ohne "W" nur noch durch vier- respektive dreistellige Nummern, wobei die typische Klasseneinstufung "3", "5", "7" und "9" neu arrangiert wird: Ein Workstation-Xeon mit 16 Kernen heißt noch "638", während im Server bereits 12 Kerne für "6505P" reichen. Umgekehrt bleibt das Xeon-690-Topmodell deutlich hinter den bis zu 128-kernigen Xeon-6900 zurück. Xeon 6 und Xeon 600 teilen sich also nur den Namen, unterscheiden sich in den Modellbezeichnungen aber genauso stark wie AMDs Server-Epyc und Workstation-Threadripper.

Intel Xeon 600 for Workstation Launch-Präsentation (12):<br>80 oder 128 Lanes, Übertaktung und MRDIMM-Support gliedern die 'einheitliche', relativ kleine Modellpalette in vier Gruppen. Quelle: Intel Intel Xeon 600 for Workstation Launch-Präsentation (12):
80 oder 128 Lanes, Übertaktung und MRDIMM-Support gliedern die "einheitliche", relativ kleine Modellpalette in vier Gruppen.

Die auch von Letztgenannten bekannte Plattform-Zweiteilung in "Pro" und "normal" entfällt dagegen mit Xeon 600. Statt einer großen W-3500-Serie mit Octa-Channel-DDR5 und W-2500 mit Quad-Channel und weniger PCIe-Lanes, gibt es künftig nur noch einen "vereinfachten", "einheitlichen" Product-Stack. Dies ist Intels Wortwahl, die Anführungszeichen stammen dagegen von uns, denn tatsächlich liegt künftig sogar eine Dreiteilung vor: Xeon-630-Modelle mit 12 und 16 Kernen sind auf vier Kanäle DDR5-6400 (RDIMM) und 80 PCIe-5.0-Lanes beschränkt. Sie werden nur als Tray-Version an Systemintegratoren verkauft, sodass sich die Verwirrung in Grenzen halten wird - eine fertige Workstation kauft man mit einer gegebenen Anzahl an PCIe- und RAM-Slots, die ohnehin selten dem Maximum der LGA4710-Plattform entsprechen wird. Boxed-Modelle, beginnend mit den Xeon 650 (18, 20 oder 24 Kerne), verfügen dagegen alle über Octa-Channel DDR5-6400 und 128 Lanes. Bei den Ausbaustufen 670 (32 oder 48 Kerne, für System-Integratoren auch 28) sowie 690 (64 oder, OEM-only, 86 Kerne) kommt noch Support für MRDIMMs mit 8.000 MT/s hinzu.

MRDIMM: DDR5-8000 in Spec dank doppeltem Prefetch

Multiplexed-Rank-Speichermodule, vor Veröffentlichung teils auch "MCR" genannt, stellen hierbei eine weitere Neuerung für Workstations dar, welche aus Serversicht ein alter Hut ist: Bereits 2023 präsentierte Intel die Technik auf großer Bühne und wirbt seitdem mit praktisch verdoppelten DDR5-Geschwindigkeiten. Hierzu wird ein, bei Registered-DIMMs für Server ohnehin vorhandener, Zwischenpuffer nicht mehr mit 2× 32 Bit je Modul und Takt abwechselnd aus verschiedenen Speicherbereichen (Ranks) gefüllt, sondern parallel mit 2× 64 Bit aus zwei Ranks gleichzeitig. Da das Modul seinerseits über einen normalen 2×-32-Bit-DDR5-Bus mit der CPU verbunden ist, erfolgt die anschließende Datenübertragung mit doppelter Geschwindigkeit: Während die CPU ein Octa-Channel-DDR5-8000-Interface sieht, arbeiten also in Wirklichkeit 16 Ranks mit dem leicht erreichbaren Tempo von DDR5-4000.

Intel Xeon 600 for Workstation Launch-Präsentation (11): MRDIMM erlaubt 8.000 MT/s auf dem DDR5-Bus bei übersichtlichen Anforderungen an den eigentlichen Speicher. Quelle: Intel Intel Xeon 600 for Workstation Launch-Präsentation (11): MRDIMM erlaubt 8.000 MT/s auf dem DDR5-Bus bei übersichtlichen Anforderungen an den eigentlichen Speicher.

Die Kehrseite sind zusätzlicher Aufwand und damit Latenzen sowie die eingeschränkte Granularität der de facto 64-Bit-breiten Zugriffe. Zusammen mit dem DDR5-typischen 16-Bit Prefetch, also der Auslesung von zwei vollen Byte je Datenleitung am Stück, können Daten nämlich nur noch in 128 Byte großen Blöcken angewählt werden. 64-Bit-x86-CPUs arbeiten aber mit 64 Byte großen Cache-Lines. Bei großen Zugriffen, die mehrere Kilo- bis Megabyte am Stück übertragen, ist der Unterschied vernachlässigbar. Normale DDR5-Module teilen ihre 64 Datenleitungen aber nicht ohne Grund in zwei 32-Bit-Sub-Channels auf, die unabhängig voneinander 64 Byte große Zugriffe ausführen: Werden nur einzelne Werte benötigt, limitiert also die Anzahl der Zugriffe statt deren addierte Datenrate, fällt MRDIMM 8000 auf das Niveau von normalem DDR5-4000.

Übertaktung: Ja, bitte!

Enthusiastische Desktop-Anwender sollten also bei konventionellen RDIMMs bleiben und 8.000 MT/s eher mittels Overclocking anstreben. Xeons werden zwar nicht allgemein mit Tuning assoziiert, regulärer Support wurde erst mit der W-3400-Generation eingeführt, aber beim Xeon-600-Launch verwendet Intel ein volles Siebtel der mit Inhalten versehenen Slides auf dieses Thema. Leider werden dennoch nicht alle Modelle freigegeben, erst ab 24 Kernen und somit ab 1.700 USD MSRP gibt es das "unlocked"-X - und somit eine vierte Stufe in der "einheitlichen" Produktpalette. Dann lässt sich Intel aber nicht lumpen: Neben den auch im Desktop bekannten Multiplikatoren für verschiedene Turbo-Stufen und den um AVX512 erweiterten Befehlssatzanpassungen, werden auch Xeon-spezifische Einstellungen für die einzelnen Mesh-Bereiche der Multi-Tile-CPUs sowie detaillierte Überwachungsoptionen der zahlreichen Kerne, Spannungen und möglichen Limitierungen eingeführt.

Intel Xeon 600 for Workstation Launch-Präsentation (15): Intels OC-Freigabe für Xeon W-2400/-3400 war so erfolgreich, dass Tuning-Software jetzt zum Verkaufsargument wird. Quelle: Intel Intel Xeon 600 for Workstation Launch-Präsentation (15): Intels OC-Freigabe für Xeon W-2400/-3400 war so erfolgreich, dass Tuning-Software jetzt zum Verkaufsargument wird.

Um den Zugang zu erleichtern, arbeitete Intel schon im Vorfeld mit OC-Base zusammen und umgeht damit die teils knappen Tuning-Optionen von Workstation-Mainboards: Xeon 600 kann offiziell, aber natürlich jenseits der Garantie, mittels OCCT-App unter Windows, oder ausdrücklich auch Linux, übertaktet werden. Intels Ziel dürften dabei natürlich weniger Gamer oder zehn in Zusammenarbeit mit Asus aufgestellte Weltrekorde sein, sondern professionelle Anwender mit wenig Bedarf an Lebensdauer oder Effizienz, aber großem Interesse an schnellstmöglich reagierenden Systemen: automatisierter Börsenhandel. Während Xeon-6-Server-CPUs überwiegend Maximal-Boosts von knapp 4 GHz bieten, verspricht Xeon 600 bereits ab Werk knapp 5 GHz im Single Thread. Aus 6,2 GHz beim 14900KS verwöhnter Desktop-Sicht beeindruckender sind All-Core-Turbos von 4,5 GHz auf 20 Kernen oder 3,8 GHz für 64 Kerne bei 210 respektive 350 W TDP. Die einhergehenden MTPs hat Intel noch nicht veröffentlicht, sie lagen bei den Vorgängern typischerweise 20 Prozent über der nominellen Dauer-TDP.

CXL 2.0: (unter anderem) RAM via PCI-Express

Wer statt zusätzlicher Leistung in der CPU mehr in deren Umfeld anstrebt, für den hat Granite Rapids noch einen Leckerbissen im Gepäck: Intel unterstützt offiziell Compute Express Link in Version 2.0 auch bei der Workstation-Plattform. Das auf PCI-Express aufbauende CXL-Protokoll erlaubt eine im Vergleich latenzarme und vor allem speicherkohärente Anbindung von Erweiterungen. Dies können einerseits passende Beschleunigerkarten oder FPGAs sein, welche direkt mit Daten im RAM der CPU interagieren, aber auch in Gegenrichtung externe Speicherpools, die nativ vom Prozessor mit verwaltet werden. Retail-Mainboard-Hersteller hatten in der Vergangenheit entsprechende CXL-Steckkarten mit bis zu 0,5-TiB-Bonus-RAM auch für Threadripper-Systeme vorgestellt (für Datenbank-Server sind 1 TiB und mehr verfügbar), aber da AMD den Support offiziell nur bei Epyc aktiviert, bleiben entsprechende Erweiterungen aus Sicht professioneller Anwender dubios; Hersteller-übergreifende Kompatibilität oder dauerhafte Verfügbarkeit kann in AMD-Workstations niemand garantieren.

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  1. Seite 1 Architektur und interner Aufbau
  2. Seite 2 Plattform-Features & SKU-Stack
  3. Seite 3 Leistung, Auslieferung und Fazit
    • Kommentare (12)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Pokerclock
        CPU- und VRM-Kühlung ist tatsächlich weniger das Problem. Es geht eigentlich immer nur um den RAM, der selten direkten Luftstrom in Desktop-Gehäusen abbekommt, aber dringend benötigen würde. Es gibt bis dato dazu keine Lösung. Ein übergroßer Topblower-Kühler wäre eine. Den hat aber keiner im Programm. Die Mainboards selbst haben ihre ATX- und EPS-Kabel meistens wild irgendwo im Luftstrom verteilt. Also nicht einmal ein Rack wäre eine Lösung diese Workstation-Boards wie das Asus Sage.
        Also bei den Platinen, die ich bislang in der Hand hatte, konnte man die Stromkabel, Führung in der Nähe des Mainboard-Trays statt quer über allem baumelnd vorausgesetzt, leicht aus dem Luftstrom für den RAM raushalten und bei den größeren 8-Channel-Plattformen sind die Slots auch nahezu immer in Ost-West-Richtung orientiert, sodass Frontlüfter dazwischen blasen können. Falls diese zu schwach sein sollte, gibt es weiterhin RAM-Luftkühler, auch wenn die scheinbar kein Händler mehr an Geizhals reportet. (Im Gegensatz zu Wasserkühlern.)

        Zitat
        Es gibt mehr als genug Anwender, die keinen Nutzen aus 1851/AM5 ziehen können, mangels Lanes und Steckplätzen. Aus 4677 bzw. WRX80/WRX90 sehr wohl. Aktueller Geheimtipp ist hier WRX80 mit einem 3945WX. Billigster DDR4-RAM bis 128 GB möglich, aber mal eben 7 Capture-Karten einbauen oder 4 Dual-Slot-Workstation-Grafikkkarten? Gar kein Problem! Mit DDR5-RDIMM darf man erst einmal tausende Euros investieren, ohne irgendeinen Nutzen davon zu haben.
        Wieso sind für Anwender, denen 128 GiB oder weniger DDR4 reichen, die Preise für 256 GiB RDIMM ein Problem? Nur weil die CPU ggf. Octa-Channel hat, muss man doch nicht alle acht Slots bestücken. Ich gebe zu, dass 1.700 Euro (günstigstes Angebot im Moment des Postens) für 4× 16 GiB alles andere als günstig sind. (Ich habe dafür im Sockel 1151 mal 260 Euro bezahlt.^^) Aber wenn wir von einem professionellen System mit 600-1.000 Euro für die CPU, 400-800 Euro für das Mainboard und 2.000-8.000 Euro an Capture-Karten reden, denen sicherlich noch eine SSD-Ausstattung in ähnlicher Größenordnung gegenüberstehen, dann sind die 1.000 Euro Mehrkosten gegenüber UDIMM auch "nur" 5-15 Prozent Aufpreis, trotz unserer extremen Zeiten.

        Das ist dann der saure Apfel, in den man als Nischennutzer beißen muss. Niemand entwickelt eine Plattform exklusiv für "7 Capture Karten, die ihre Anbindung voll Auslasten, nebst Massenspeicher, aber keinen Platz mehr für Bildausgabe". 3-4 4.0-×4-Karten laufen auch auf normalen Desktop-Plattformen (sechs auch und mit aktiven Risern sogar noch mehr, aber dann kriegt man nicht mehr genug Laufwerke für die aufaddierte Datenrate bei Volllast unter). Die nächst höhere Klasse reicht eben auch bis zu Leuten, die 1+-TiB-RAM und 60 Kerne für Software-Raytraycing suchen. Sowas ist für Käufer am unteren Ende eines Bereichs immer blöd – frag mal Leute die nur ein billiges Office-System mit 70-Euro-Mainboards ala 1150 suchen, heute aber einen Sockel AM5 designed für 16-Kerner, Multi-High-End-SSD & Co bezahlen müssen.

        Zitat von peru3232
        Ich darf da kurz nachhaken. Das war einer der größten Vorteile der letzten wirklich interessanten HEDT Plattform von Intel. Es war zwar kaum bekannt, aber von mir sehr gerne genutzt: Die XEONs liefen ebenso auf den X99er Boards - und zwar natürlich auch mit RDIMMs. Sicher waren diese Singlecore wesentlich schwächer, aber das war für mich irrelevant - vor allem im Gebrauchtmarkt tummelten sich die Speichermodule, die man problemlos für weniger als die Hälfte wie für normale DIMMs bekam...
        Kurz gesagt, die Plattform X99 unterstützte beides - ebenso davor X79, der Bruch kam erst mit X299
        Vielleicht habe ich etwas mit Fully Buffered vermischt (umgekehrt wird Registered aber auch oft mit ECC in einen Topf geworfen, letzteres ist definitiv flexibler), entsprechende Specs scheinen erstaunlich selten zu sein. Meine "ich kann mich nicht erinnern"-Aussage hat aber trotzdem Bestand.^^
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Pokerclock
        CPU- und VRM-Kühlung ist tatsächlich weniger das Problem. Es geht eigentlich immer nur um den RAM, der selten direkten Luftstrom in Desktop-Gehäusen abbekommt, aber dringend benötigen würde. Es gibt bis dato dazu keine Lösung. Ein übergroßer Topblower-Kühler wäre eine. Den hat aber keiner im Programm. Die Mainboards selbst haben ihre ATX- und EPS-Kabel meistens wild irgendwo im Luftstrom verteilt. Also nicht einmal ein Rack wäre eine Lösung diese Workstation-Boards wie das Asus Sage.
        Also bei den Platinen, die ich bislang in der Hand hatte, konnte man die Stromkabel, Führung in der Nähe des Mainboard-Trays statt quer über allem baumelnd vorausgesetzt, leicht aus dem Luftstrom für den RAM raushalten und bei den größeren 8-Channel-Plattformen sind die Slots auch nahezu immer in Ost-West-Richtung orientiert, sodass Frontlüfter dazwischen blasen können. Falls diese zu schwach sein sollte, gibt es weiterhin RAM-Luftkühler, auch wenn die scheinbar kein Händler mehr an Geizhals reportet. (Im Gegensatz zu Wasserkühlern.)

        Zitat
        Es gibt mehr als genug Anwender, die keinen Nutzen aus 1851/AM5 ziehen können, mangels Lanes und Steckplätzen. Aus 4677 bzw. WRX80/WRX90 sehr wohl. Aktueller Geheimtipp ist hier WRX80 mit einem 3945WX. Billigster DDR4-RAM bis 128 GB möglich, aber mal eben 7 Capture-Karten einbauen oder 4 Dual-Slot-Workstation-Grafikkkarten? Gar kein Problem! Mit DDR5-RDIMM darf man erst einmal tausende Euros investieren, ohne irgendeinen Nutzen davon zu haben.
        Wieso sind für Anwender, denen 128 GiB oder weniger DDR4 reichen, die Preise für 256 GiB RDIMM ein Problem? Nur weil die CPU ggf. Octa-Channel hat, muss man doch nicht alle acht Slots bestücken. Ich gebe zu, dass 1.700 Euro (günstigstes Angebot im Moment des Postens) für 4× 16 GiB alles andere als günstig sind. (Ich habe dafür im Sockel 1151 mal 260 Euro bezahlt.^^) Aber wenn wir von einem professionellen System mit 600-1.000 Euro für die CPU, 400-800 Euro für das Mainboard und 2.000-8.000 Euro an Capture-Karten reden, denen sicherlich noch eine SSD-Ausstattung in ähnlicher Größenordnung gegenüberstehen, dann sind die 1.000 Euro Mehrkosten gegenüber UDIMM auch "nur" 5-15 Prozent Aufpreis, trotz unserer extremen Zeiten.

        Das ist dann der saure Apfel, in den man als Nischennutzer beißen muss. Niemand entwickelt eine Plattform exklusiv für "7 Capture Karten, die ihre Anbindung voll Auslasten, nebst Massenspeicher, aber keinen Platz mehr für Bildausgabe". 3-4 4.0-×4-Karten laufen auch auf normalen Desktop-Plattformen (sechs auch und mit aktiven Risern sogar noch mehr, aber dann kriegt man nicht mehr genug Laufwerke für die aufaddierte Datenrate bei Volllast unter). Die nächst höhere Klasse reicht eben auch bis zu Leuten, die 1+-TiB-RAM und 60 Kerne für Software-Raytraycing suchen. Sowas ist für Käufer am unteren Ende eines Bereichs immer blöd – frag mal Leute die nur ein billiges Office-System mit 70-Euro-Mainboards ala 1150 suchen, heute aber einen Sockel AM5 designed für 16-Kerner, Multi-High-End-SSD & Co bezahlen müssen.

        Zitat von peru3232
        Ich darf da kurz nachhaken. Das war einer der größten Vorteile der letzten wirklich interessanten HEDT Plattform von Intel. Es war zwar kaum bekannt, aber von mir sehr gerne genutzt: Die XEONs liefen ebenso auf den X99er Boards - und zwar natürlich auch mit RDIMMs. Sicher waren diese Singlecore wesentlich schwächer, aber das war für mich irrelevant - vor allem im Gebrauchtmarkt tummelten sich die Speichermodule, die man problemlos für weniger als die Hälfte wie für normale DIMMs bekam...
        Kurz gesagt, die Plattform X99 unterstützte beides - ebenso davor X79, der Bruch kam erst mit X299
        Vielleicht habe ich etwas mit Fully Buffered vermischt (umgekehrt wird Registered aber auch oft mit ECC in einen Topf geworfen, letzteres ist definitiv flexibler), entsprechende Specs scheinen erstaunlich selten zu sein. Meine "ich kann mich nicht erinnern"-Aussage hat aber trotzdem Bestand.^^
      • Von peru3232 Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals ein Registered-oder-Unbuffered-Speichercontroller veröffentlicht wurde. Entweder eine Plattform unterstützt das eine oder das andere. Da einer der Selling-Points dieser Systeme die riesige RAM-Ausstattung ist, setzt man hier zu Recht auf "das eine", also RDIMMs. 256 GB UDIMM dagegen kann man dagegen auch im Mainstream verbauen*; dafür braucht niemand eine große Plattform zu kaufen.
        Ich darf da kurz nachhaken. Das war einer der größten Vorteile der letzten wirklich interessanten HEDT Plattform von Intel. Es war zwar kaum bekannt, aber von mir sehr gerne genutzt: Die XEONs liefen ebenso auf den X99er Boards - und zwar natürlich auch mit RDIMMs. Sicher waren diese Singlecore wesentlich schwächer, aber das war für mich irrelevant - vor allem im Gebrauchtmarkt tummelten sich die Speichermodule, die man problemlos für weniger als die Hälfte wie für normale DIMMs bekam...
        Kurz gesagt, die Plattform X99 unterstützte beides - ebenso davor X79, der Bruch kam erst mit X299
      • Von HardWareFresser87 BIOS-Overclocker(in)
        Intel macht deutlich: Workstations leben, und sie sind fest entschlossen, AMDs Vorsprung nicht länger hinzunehmen. Der Abstand zum Threadripper Pro 9000 schrumpft spürbar – und in manchen Workloads könnte Intel sogar die Nase vorn haben. Mehr Kerne, mehr Speicherbandbreite, mehr PCIe‑Lanes, bessere Effizienz.
        Zitat von Misanthrop68
        Wenn ich immer die Anzahl an PCIe-Lanes lese, bei den Workstation. Bekomme ich das Heulen, was die Desktop Systeme so zu bieten haben.
        Ich fühl’s total. Wenn man sich die Workstation‑Plattformen mit 128 PCIe‑5.0‑Lanes, teils sogar mehr über CXL, anschaut und dann auf AM5 oder LGA1700/LGA1851 zurückblickt, fühlt sich das wie zwei komplett unterschiedliche Welten an.
        Zitat von PCGH_Torsten
        Nur weil das verlinkte Board oben sechs Slots hat und nicht einmal näher angeben muss, dass die 5.0 und elektrisch ×16 sind, weil sich das von selbst versteht.^^ (Wohlgemerkt auf einer Platine, die sich primär an die "kleinen" Quad-Channel-SKUs richtet.)
        Das ist genau der Punkt, der einem als Desktop‑User fast schon weh tut: Auf diesen von Workstation‑ oder Server‑Plattformen abgeleiteten Systemen ist Vollausstattung einfach Standard. Niemand muss extra erwähnen, dass die sechs PCIe‑5.0‑×16‑Slots auch elektrisch voll angebunden sind – alles andere wäre dort schon fast ein Designfehler.

        Und dann der eigentliche Hammer: Das Board, auf das du dich beziehst, ist nicht einmal für die „Monster‑CPUs“ gedacht, sondern für die kleineren Quad‑Channel‑Xeons. Also nicht mal die Top‑Tier‑Workstation‑Modelle – und trotzdem bekommst du eine I/O‑Ausstattung, die im Desktop‑Bereich wie Science‑Fiction wirkt.

        Das zeigt einfach, wie extrem die Segmentierung inzwischen geworden ist.
        Zitat von Pokerclock
        CPU- und VRM-Kühlung ist tatsächlich weniger das Problem. Es geht eigentlich immer nur um den RAM, der selten direkten Luftstrom in Desktop-Gehäusen abbekommt, aber dringend benötigen würde. Es gibt bis dato dazu keine Lösung. Ein übergroßer Topblower-Kühler wäre eine. Den hat aber keiner im Programm. Die Mainboards selbst haben ihre ATX- und EPS-Kabel meistens wild irgendwo im Luftstrom verteilt. Also nicht einmal ein Rack wäre eine Lösung diese Workstation-Boards wie das Asus Sage.
        Du sprichst ein zentrales Problem dieser „Consumer‑Workstation‑Boards“ an – und es schwingt auch in deinem Tab deutlich mit: Diese Plattformen sind elektrisch gesehen Workstations, aber mechanisch eher Desktops, und genau hier prallen zwei Welten aufeinander. Der RAM ist dabei tatsächlich der Engpass, nicht die CPU oder die VRMs.
      • Von Pokerclock Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Also wir hatte mit unseren Asus- und Asrock-Boards für Sapphire Rapids und Threadripper keine Probleme. Klar: Bei CPU-Peak-Verbräuchen von über 400 W muss man auf ausreichend Belüftung der Umgebung achten, da müssen der DIY-Bastler oder der Systemintegrator bei einem xx.xxx-Euro-System eine Minute länger nachdenken als beim xxx-Euro-Office-Build. Aber gerade die Consumer-Like-Konstruktionen (Asus Sage & Co) haben ziemlich üppige Spannungswandlerkühler und brauchen kein speziell optimiertes Rack mit 80-dB(A)-Lüftern.
        CPU- und VRM-Kühlung ist tatsächlich weniger das Problem. Es geht eigentlich immer nur um den RAM, der selten direkten Luftstrom in Desktop-Gehäusen abbekommt, aber dringend benötigen würde. Es gibt bis dato dazu keine Lösung. Ein übergroßer Topblower-Kühler wäre eine. Den hat aber keiner im Programm. Die Mainboards selbst haben ihre ATX- und EPS-Kabel meistens wild irgendwo im Luftstrom verteilt. Also nicht einmal ein Rack wäre eine Lösung diese Workstation-Boards wie das Asus Sage.

        Zitat von PCGH_Torsten
        Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals ein Registered-oder-Unbuffered-Speichercontroller veröffentlicht wurde. Entweder eine Plattform unterstützt das eine oder das andere. Da einer der Selling-Points dieser Systeme die riesige RAM-Ausstattung ist, setzt man hier zu Recht auf "das eine", also RDIMMs. 256 GB UDIMM dagegen kann man dagegen auch im Mainstream verbauen*; dafür braucht niemand eine große Plattform zu kaufen.
        Es gibt mehr als genug Anwender, die keinen Nutzen aus 1851/AM5 ziehen können, mangels Lanes und Steckplätzen. Aus 4677 bzw. WRX80/WRX90 sehr wohl. Aktueller Geheimtipp ist hier WRX80 mit einem 3945WX. Billigster DDR4-RAM bis 128 GB möglich, aber mal eben 7 Capture-Karten einbauen oder 4 Dual-Slot-Workstation-Grafikkkarten? Gar kein Problem! Mit DDR5-RDIMM darf man erst einmal tausende Euros investieren, ohne irgendeinen Nutzen davon zu haben.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Nur weil das verlinkte Board oben sechs Slots hat und nicht einmal näher angeben muss, dass die 5.0 und elektrisch ×16 sind, weil sich das von selbst versteht.^^ (Wohlgemerkt auf einer Platine, die sich primär an die "kleinen" Quad-Channel-SKUs richtet.)
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