Zenbleed: Sicherheitslücke bedroht jetzt alle Zen-2-Prozessoren von AMD
Unter bestimmten Umständen kann ein Register in Prozessoren, die auf der Zen-2-Architektur basieren, nicht korrekt auf Null geschrieben werden. Dieser Umstand kann letztlich dazu führen, dass Daten von einem anderen Prozess oder Thread im YMM-Register gespeichert werden. Über die "Zenbleed" getaufte Sicherheitslücke können potenzielle Angreifer möglicherweise auf sensible Informationen zugreifen, wie ein Sicherheitsforscher entdeckt hat.
Wie Tavis Ormandy, seines Zeichens Sicherheitsforscher bei Google Information Security, bei seinen Untersuchungen entdeckt hat, kann es unter ganz bestimmten Umständen dazu kommen, dass x86-Prozessoren, welche auf der 2019 erschienenen Zen-2-Architektur basieren, Register nicht korrekt auf Null schreiben können. Dieser Umstand kann letztlich dazu führen, dass Daten von einem anderen Prozess oder Thread im YMM-Register gespeichert werden, sodass ein potenzieller Angreifer möglicherweise auf sensible Informationen zugreifen und diese so mitunter manipulieren kann. Auch AMD hat mittlerweile auf den Bericht reagiert.
Quelle: PCGH
Die Sicherheitslücke "Zenbleed" wird CVE-2023-20593 geführt und mit "Medium" eingestuft
Zenbleed bedroht alle Zen-2-Prozessoren
Wie der Hersteller in seinem Security-Bulletin ("AMD-SB-7008") bekannt gegeben hat, sind sämtliche Zen-2-Prozessoren aus den Segmenten "Desktop", "Workstation", "HEDT", "Datacenter" und "Mobile" betroffen. Dabei macht es auch keinerlei Unterschied, ob es sich um Ryzen, Eypc oder Threadripper handelt.
Desktop
Die nachfolgenden Prozessoren der 3. Generation Ryzen ("Matisse") sowie dazugehörige AGESA-Firmware sind von Zenbleed betroffen.
Quelle: SPCGH
Betroffene Ryzen-Prozessoren aus dem Segment Desktop
Datacenter & Server
Die nachfolgenden Prozessoren der 2. Generation Epyc ("Rome") sowie dazugehörige AGESA-Firmware sind von Zenbleed betroffen.
Quelle: PCGH
Betroffene Epyc-Prozesoren aus dem Segment Datacenter
Highend-Desktop ("HEDT")
Die nachfolgenden Prozessoren der 3. Generation Ryzen Threadripper ("Castle Peak") sowie dazugehörige AGESA-Firmware sind von Zenbleed betroffen.
Quelle: PCGH
Betroffene Threadripper-Prozessoren aus dem Segment HEDT
Workstation
Die nachfolgenden Prozessoren der 3. Generation Ryzen Threadripper ("Castle Peak") sowie dazugehörige AGESA-Firmware sind von Zenbleed betroffen.
Quelle: PCGH
Betroffene Threadripper-Prozessoren aus dem Segment Workstation
Sicherheitslücke lässt sich aus der Ferne ausnutzen
Wie aus dem Bericht von Tavis Ormandy und dem Security-Bullitin von AMD hervorgeht, lässt sich "Zenbleed" aus der Ferne, beispielsweise über Webseiten oder Online-Plattformen, ausnutzen und erfordert explizit keinen physischen Zugriff auf anzugreifende Computersystem. Der eigentliche Angriff erfolgt dabei mit einer Geschwindigkeit von 30 KiByte pro Kern und Sekunde und ist hauptsächlich softwarebasiert und betrifft beispielsweise auch virtuelle Maschinen.
Zenbleed im Detail erklärt für Admins und Profis
Anwender und Systemadministratoren, die sich mit der Sicherheitslücke im Detail auseinandersetzen möchten beziehungsweise müssen, sollten den Bericht von Tavis Ormandy studieren. Der Google-Sicherheitsforsche erläutert die Schwachstelle hier bis ins Detail und gibt entsprechende Handlungsempfehlungen für betroffene Systeme. Zudem nennt der Experte alle betroffenen Firmware-Versionen.
Quelle: PCGH
Tavis Ormandy erläutert die Sicherheitslücke "Zenbleed" bis ins Detail
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Quelle: Tavis Ormandy, AMD Security Bullitin

Zenbleed ist eine ganz andere Hausnummer und eher mit Spectre zu vergleichen in dem Sinne, dass Daten zwar indirekt, aber letztlich auf deterministischem Wege ausgelesen werden. Und das vergleichbar flott: Genannt werden 30 kb/s pro Kern; die allerersten Spectre-Beispiele wurden mit 80 kb/s auf einem mobile-Quadcore-Haswell angegeben.
Da muss wirklich jemand tief unter den Teppich gekehrt haben.
Das würde diesem Angriff schon einiges von dem Schrecken nehmen.
Es gibt ja so einige Funktionen an denen man ewig rechnen kann und nie das Zeil erreicht, weil man mit jedem Ergebnis bzw. Zwischenschritt 50% weniger erreicht (z.B. können auch 80% sein) und somit schnell nahe 0% Fortschritt geht.
Bei einer 128Bit Verschlüsselung wäre die Gefahr dann quasie 0, zumal Verschlüsselungen nun auch nicht immer mit statischen Schlüsseln arbeiten, sondern den Schlüssel auch bei jeder Anfrage neu erstellen können.
It is highly recommended to use the microcode update.
If you can’t apply the update for some reason, there is a software workaround: you can set the chicken bit DE_CFG.
This may have some performance cost.