Windows auf der Xbox One: Die Chuwi Aerobox setzt auf die identische APU
Der Komplettrechner Aerobox von Chuwi verbaut dieselbe APU wie in der Xbox One. Dadurch kann man nun, sieben Jahre nach Release, endlich gängige Benchmarks auf dem Chip durchlaufen lassen.
Mit der Xbox One und der Playstation 4 setzten Microsoft und Sony erstmals auf klassische PC-Hardware: Beide Konsolen verbauten angepasste APUs von AMD, die einen Jaguar-Prozessor mit einer GCN-GPU verbanden. Auch bei den Nachfolgekonsolen Playstation 5 und Xbox Series X ist das so geblieben. Dort liegt erneut eine AMD-APU zugrunde, auch wenn nun natürlich Zen-2-Kerne und eine RDNA2-GPU zum Einsatz kommen.
Der A9-9820 ist (fast) die Xbox-One-APU
Durch diese dem PC sehr ähnliche Basis sind die Konsolen zu gewöhnlicher PC-Hardware kompatibel, auch wenn Sony und Microsoft entsprechende Zweckentfremdungen unterbinden. Anandtech ist es nun aber trotzdem gelungen, Windows auf einer Xbox-One-APU laufen zu lassen - wenn auch mit Umwegen.
Die Website konnte demnach den Komplettrechner Aerobox von Chuwi, einem chinesischen Hardwarehersteller ergattern. Die Aerobox ist exklusiv für den japanischen Markt gedacht und setzt auf den AMD A9-9820. Dieser wiederum verfügt über acht Jaguar-Kerne mit 2MB L2-Cache, und er taktet mit 800 bis 2,35 GHz. Damit entspricht der Chip einer übertakteten Version der APU, die in der Xbox One verbaut und nie an Privatkunden verkauft wurde - Codename Durango.
Quelle: Chuwi
Die Aerobox ist ein kleiner Desktop-PC, der auf die Xbox-One-APU setzt.
Auch die GPU entspricht dem Chip Xbox One: Sie verfügt über 896 GCN-Shader und damit die Anzahl, die die Xbox One gehabt hätte, wenn sie vollständig aktiviert gewesen wäre. Stattdessen wurde die Xbox One aber nur mit 768 Shadern ausgeliefert. Es gibt gegenüber der originalen APU aber auch Rückschläge, denn der bei der Xbox One verbaute SRAM lässt sich hier nicht nutzen. Trotzdem dürfte es sich um exakt denselben Chip handeln, denn AMD wird kaum für ein Nischenprodukt eine ganz Fertigungslinie aufbauen.
Die Aerobox wird bereits mit installiertem Windows ausgeliefert, somit konnte Anandtech die üblichen Benchmarks durchlaufen lassen. Ein Problem war dabei aber der Treiber, denn neuere Varianten als den vorinstallierten, drei Jahre alten Adrenalin 17.12 gibt es nicht. Dadurch ist der Nutzen in modernen Spielen begrenzt - manche Titel verweigern den Dienst sogar komplett.
Die Gaming-Performance des A9-9820 ist laut Anandtech stark eingeschränkt: Die getesteten Spiele wie beispielsweise Borderlands 3 oder Far Cry 5 konnten selbst bei niedrigen Einstellungen in 360p nicht nennenswert mehr als 30 fps erreichen. Handelsübliche APUs, wie etwa der Ryzen 5 2400G, schneiden hier deutlich besser ab. Ein Problem ist dabei die CPU, die aufgrund ihrer acht langsamen Kerne nur schlecht mit nicht gesondert optimierten Spielen zurechtkommt.
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Unterm Strich liefert der A9-9820 wohl die erwartete Performance ab: Er ist bei Mehrkernbelastung deutlich schneller als damals erhältliche APUs, schließlich bietet er doppelt so viele Kerne wie ein Athlon 5370, der das (Endkunden-)Flaggschiff der Jaguar-Chips war. Auch die GPU hat mit 896 Shadern fast doppelt so viele Recheneinheiten wie AMDs damalige Bulldozer-APUs. Man darf aber nicht vergessen, dass diese Chips mittlerweile sieben Jahre alt und damit nicht mehr konkurrenzfähig sind. Ganz anders dürfte das derzeit bei den APUs der Xbox Series X oder der Playstation 5 aussehen, doch bis diese ihren Weg in Desktop-Modelle finden, dürfte es, falls es überhaupt so kommt, noch lange dauern.

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Duden: völlig übereinstimmend; vollkommen gleich...
Ich würde mich sehr freuen, wenn PCGH meinem Wunsch nachkommen würde und in Zukunft vermehrt über Linux als Alternatives OS berichten würde. Ihr wart bisher auch meines Wissens die einzigen, die Vulkan medial in ein positives Licht gerückt haben.
Technisch finde ich die Resteverwertung echt spannend, in der Leistung reißt das Ding aber wohl keine Bäume mehr aus. Um so beeindruckender was die angepasste Software da zuletzt noch rausgeholt hatte.
Technisch finde ich die Resteverwertung echt spannend, in der Leistung reißt das Ding aber wohl keine Bäume mehr aus. Um so beeindruckender was die angepasste Software da zuletzt noch rausgeholt hatte.