Tachyum: Start-up mit universellen AI-Chips will menschliches Gehirn simulieren

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Tachyum-Prodigy-Logo
Quelle: Tachyum

Aus dem Silicion Valley kommen Behauptungen, dass neue Prozessoren mit zehnmal höherer Leistung und geringerem Platzbedarf bald GPU und CPU ersetzen. Tachyum, das Start-up hinter diesen Aussagen, will mithilfe sogenannter Universalprozessoren sogar das menschliche Gehirn simulieren, was 19 Exaflops benötigen würde - soviel Leistung erreichen nicht mal aktuelle Supercomputer.

Tachyum, ein Start-up aus dem US-amerikanischen Silicion Valley, stellt in letzter Zeit einige fantastische Behauptungen auf. Die Firma arbeitet an neuen CPUs, die - falls die Prognosen der Entwickler stimmen - zehnmal leistungsfähiger sein sollen, als die klassischen Recheneinheiten von AMD und Intel. Die neue Hardware von Tachyum soll nicht nur klassische CPUs für Heimanwender, sondern auch GPUs und Prozessoren für das HPC-Marktsegment ersetzen können.

Wie genau die neuen CPUs von Tachyum ihre hohe Geschwindigkeit und Effizienz erreichen sollen, ist noch unbekannt. Das Start-up behauptet, dass die neue Hardware nur ein Prozent der Fläche und zehn Prozent des Stroms eines Servers braucht, um vergleichbare Leistung zu liefern. Anscheinend hat sich Tachyum bei dem Design des Universalprozessor von der Natur, primär vom menschlichen Gehirn, inspirieren lassen. Es handelt sich laut Folien aus Präsentationen der Firma um einen AI-Chip, also sollte eine künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen.

An sich folgt das Start-up den Spuren anderer Hardware-Entwickler, die sich daran versuchen, künstliche Nervenzellen zu entwickeln. Diverse Forschungseinrichtungen, aber auch Firmen wie IBM und Intel arbeiten an solcher Technik. Erst kürzlich präsentierte Intel den Loihi-Prozessor, der mit künstlichen Nerven einfache Aufgaben mit sehr hoher Energieeffizienz schnell lösen kann.

Fraglich bleibt aber, inwiefern Tachyum die eigenen Versprechungen erfüllen kann. Hardware oder technische Spezifikationen wurden bisher nicht präsentiert, nur Marketingpräsentationen mit unbelegten Behauptungen. Das Start-up behauptet, der selbst entwickelte Universalprozessor sei das perfekte Werkzeug für das Human Brain Project, welches, mit einen Bedarf an Rechenleistung in Höhe von 10 hoch 19 Flops (zehn Exaflops), das menschliche Gehirn simulieren möchte. Bis 2020 soll das Prodigy-Datenzentrum mit Tachyum-Universalprozessoren entstehen, welches dann das menschliche Gehirn als neurales Netzwerk simulieren soll.

Quelle: Computerbase.de, Tachyum

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    • Kommentare (33)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von gaussmath
        Aber dadurch sind diese klassischen technischen Systeme auch kontrollierbar. Ein gigantisches neuronales Netz ist eine Blackbox. Man denkt, das Ding rechnet eine Excel Tabelle aus, dabei plant es schon die Weltherrschaft...
        Ja, sowas kenne ich auch: Hat ein ungeheuer leistungsfähiges Neuronen-Netzwerk, täuscht fleißige Excel-Aktivitäten vor und sobald sich der Chef umdreht... .
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von gaussmath
        Aber dadurch sind diese klassischen technischen Systeme auch kontrollierbar. Ein gigantisches neuronales Netz ist eine Blackbox. Man denkt, das Ding rechnet eine Excel Tabelle aus, dabei plant es schon die Weltherrschaft...
        Ja, sowas kenne ich auch: Hat ein ungeheuer leistungsfähiges Neuronen-Netzwerk, täuscht fleißige Excel-Aktivitäten vor und sobald sich der Chef umdreht... .
      • Von Zappaesk Volt-Modder(in)
        Zitat von gaussmath
        dabei plant es schon die Weltherrschaft...
        Bissle viel SF gelesen?

        Welcher Autor war eigentlich der erste, der so ein Szenario beschrieben hat? Heinlein, wäre jetzt mein erster Gedanke dazu.
      • Von gaussmath
        Zitat von PCGH_Torsten
        Ein entscheidender Vorteil des Gehirns dürfte schlicht Platz sein: Es nimmt locker das 100.000- bis 1.000.000-fache Volumen der eigentlich aktiven moderner Microchips ein. Und bei diesen ist auch noch das Verhältnis aus aktiven Transistoren und passiven Leitungen weitaus schlechter, als bei unserem durchgängig im feinsten verfügbaren Prozess gefertigten Denkorgan – ganz zu schweigen davon, dass große Teile der Transistoren mit Verwaltungs- und Steueraufgaben beschäftigt sind. Die am logischen Denken beteiligten Neuronen des Menschen könnten durchaus eine Milliarde mal voluminöser sein als die mit nützlichen Rechenaufgaben betrauten Bereiche einer aktuellen Server-CPU.
        Aber dadurch sind diese klassischen technischen Systeme auch kontrollierbar. Ein gigantisches neuronales Netz ist eine Blackbox. Man denkt, das Ding rechnet eine Excel Tabelle aus, dabei plant es schon die Weltherrschaft...
      • Von RyzA Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Ein entscheidender Vorteil des Gehirns dürfte schlicht Platz sein: Es nimmt locker das 100.000- bis 1.000.000-fache Volumen der eigentlich aktiven moderner Microchips ein. Und bei diesen ist auch noch das Verhältnis aus aktiven Transistoren und passiven Leitungen weitaus schlechter, als bei unserem durchgängig im feinsten verfügbaren Prozess gefertigten Denkorgan – ganz zu schweigen davon, dass große Teile der Transistoren mit Verwaltungs- und Steueraufgaben beschäftigt sind. Die am logischen Denken beteiligten Neuronen des Menschen könnten durchaus eine Milliarde mal voluminöser sein als die mit nützlichen Rechenaufgaben betrauten Bereiche einer aktuellen Server-CPU.
        Der große Vorteil vom menschlichen Gehirn ist wohl auch die Parallelität oder Konnektivität. Pro Neuron gibt es bis zu 800 Verknüpfungen. Und im Gehirn gibt es ungefähr 100 Milliarden Neuronen.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von empy
        Die Natur nutzt aber auch schon grundlegend andere "Hardware". Da werden ja nicht direkt Ladungsträger bewegt. Es finden eher sich fortsetzende elektrochemische Prozesse statt (haben wir Biologen hier? Ich bin da nicht so fit). Allgemein werden Störsignale durch die geringen Abstände von Leitern begünstigt.

        Um ein "richtiges" Gehirn nachzubilden, müssten halt eigentlich relativ große Gruppen von "Neuronen" komplett vernetzt sein. Kann auch sein, dass das das größere Problem ist und auch der große Vorteil von echten Gehirnen. Prinzipiell können sich Neuronen ja potenziell mit allen Neuronen in der Nähe vernetzen. Um das simulieren zu können, müssen alle potenziellen Verbindungen zwischen künstlichen Neuronen existieren und das werden halt schnell sehr viele (quadratische Komplexität). Zumindest so viele, dass man ganz schnell deutlich mehr Fläche für die Verbindungen braucht, als für die Neuronen selbst.
        Ein entscheidender Vorteil des Gehirns dürfte schlicht Platz sein: Es nimmt locker das 100.000- bis 1.000.000-fache Volumen der eigentlichen arbeitenden Bereiche moderner Microchips ein. Und bei diesen ist auch noch das Verhältnis aus aktiven Transistoren und passiven Leitungen weitaus schlechter, als bei unserem durchgängig im feinsten verfügbaren Prozess gefertigten Denkorgan – ganz zu schweigen davon, dass große Teile der Transistoren mit Verwaltungs- und Steueraufgaben beschäftigt sind. Die am logischen Denken beteiligten Neuronen des Menschen könnten durchaus eine Milliarde mal voluminöser sein als die mit nützlichen Rechenaufgaben betrauten Bereiche einer aktuellen Server-CPU.
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