Retro-CPU: Zilog stellt jetzt den Z80 ein - nach fast 50 Jahren

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Retro-CPU: Zilog stellt jetzt den Z80 ein - nach fast 50 Jahren
Quelle: Wikimedia - Nutzer: Liftarn (CC-BY 2.5)

Nach 48 Jahren soll bald der letzte Zilog Z80 vom Band rollen: Die Produktion des 1976 vorgestellten Chips wird im Sommer eingestellt. Damit endet eine lange Geschichte, die mit Intels 8080 begann.

Vor fast exakt 50 Jahren stellte Intel den legendären 8080 vor. Einen 8-Bit-Prozessor, der damals in zahlreichen Geräten eingesetzt und von mehreren Unternehmen in Lizenz gefertigt wurde. Verglichen mit heutigen CPUs hatte der 8080 dabei ein langes Leben - bei Intel wurde er bis 1990 und damit 16 Jahre lang hergestellt. Schon nach einigen Jahren stand er aber im Schatten eines anderen Prozessors: Federico Faggin, der die Architektur des 8080 entwickelte, hatte mit Zilog sein eigenes Unternehmen gegründet und brachte 1976 den verbesserten Z80 auf den Markt.

Ende nach 48 Jahren

Der zum Intel 8080 kompatible, aber einfacher zu implementierende Zilog Z80 kam in unzähligen Geräten zum Einsatz. Unter anderem auch im Segas Master System und - in einer von Sharp angepassten Variante - im Nintendo Game Boy. Gleichzeitig wird der Chip offenbar selbst heute noch hergestellt. Laut einer Mitteilung von Zilog, die durch den Industrie-Bauteildistributor Mouser veröffentlicht wurde, soll die Produktionsphase bald aber enden. Demnach werden letzte Bestellungen für den Z80 noch bis zum 14. Juni akzeptiert. Danach soll der Retro-Prozessor nicht länger hergestellt werden.

Für bestehende Systeme dürfte der Schaden durch den Wegfall des alten Prozessors dabei begrenzt sein, denn Zilog bietet weiterhin kompatible und verbesserte Nachfolgeprodukte an. Für Neuentwicklungen dürfte der Chip zudem schon lange kaum noch genutzt worden sein. Dort gibt es schließlich längst modernere Alternativen, wie beispielsweise die Atmega-Plattform von Microchip.

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Trotzdem geht mit dem Produktionsstopp aber natürlich ein langes Stück Hardwaregeschichte zu Ende, das gewissermaßen die Welt verändert hat. Gleichzeitig dürfte die Einstellung der Produktion aber wohl auch eine Herausforderung für Retro-Bastler bieten, die sich schon in der Vergangenheit an der Fertigung simpler Prozessoren versucht haben. Der Z80 mit seinen 8.500 Transistoren und einer 4-µm-Fertigung könnte hier in Zukunft ein passender Kandidat werden.

Quelle: Mouser (Zilog) via Techspot

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    • Kommentare (10)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von JoeyTai Freizeitschrauber(in)
        Ehrlich, ich liebe das Teil. Zuletzt gesehen im programmierbaren Ti Taschenrechner meiner Kinder vor 10 Jahren oder so. Aber nach 48 Arbeitsjahren mal aufs Altenteil ist auch ok - und ich hab ja noch meinen Z80, alles gut.
      • Von JoeyTai Freizeitschrauber(in)
        Ehrlich, ich liebe das Teil. Zuletzt gesehen im programmierbaren Ti Taschenrechner meiner Kinder vor 10 Jahren oder so. Aber nach 48 Arbeitsjahren mal aufs Altenteil ist auch ok - und ich hab ja noch meinen Z80, alles gut.
      • Von T-MAXX Volt-Modder(in)
        Zitat

        Zilog stellt den Z80 ein - nach fast 50 Jahren
        Tja, eine lange Zeit und fast ein halbes Jahrhundert, ist schon was für das Buch aller Rekorde wert...
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Standeck
        Mich würde interessieren wo die heute noch verbaut wurden?
        In verdammt vielen Geräten, wobei man da auch einfach etwas kompatibles nehmen kann. Vom Prinzip her können die Dinger enorm viel, wenn es jetzt nicht gerade Gaming ist, sondern irgendwelche intelligenten Geräte, dann ist damit meist sogar fast alles machbar.

        Zitat von Elsathar
        Letzterer hat in erster Linie dann eine Daseinsberechtigung, wenn z.B. Kompatibilität zu einem damaligen OS gefragt war - was bei Neueentwicklungen ja glücklicherweise oft nicht der Fall ist.
        Es ist halt eben so, dass sehr viele so weitermachen, wie sie es bisher getan haben. Eine Umstellung kostet immer Geld und wenn es dafür keine handfesten Vorteile gibt, die die Investition rechtfertigen, dann läßt man es eben bleiben. Aber der Z80 ist ja nicht weg, man kann ja ganz einfach die kompatiblen CPUs nehmen
      • Von Elsathar Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Genau darauf wollte ich hinaus: Es ist nicht dasselbe, da gebe ich dir recht. Aber in vielen Szenarien, für die ein Z80 heute noch Relevanz hätte, sind Microcontroller längst die bessere Wahl. Anspruchslos, billig, vergleichsweise wahnsinnig schnell
      • Von smash_It Komplett-PC-Käufer(in)
        Zitat von Elsathar
        Wenn ich mir die unzähligen 3D-Drucker & Co so anschaue, die heute auf Atmegas basieren, haben sich die Produktbereiche seitdem aber verschoben bzw. sind verschwommen.
        Jein.
        Ein Microcontroller ist eigentlich ein SoC.
        Und die gibt es heute in einer derat großen Fülle, dass man immer einen passenden findet.
        Man hat einfach keinen Grund mehr sich sein Embedded-System selber zu stricken.
        Und die kleinen Käfer haben heute auch abartige Rechenleistung erreicht
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