Native Processing Unit: Photonischer Prozessor enorm schnell und effizient
Das Stuttgarter Start-up Q.ANT will mit einem neuen photonischen Prozessor für KI-Rechenzentren eine energieeffiziente und performante Lösung gefunden haben. Die Forschung soll "in nur wenigen Jahren erhebliche Leistungssteigerungen und ein enormes Energiesparpotenzial" bieten.
Im Zuge des KI-Booms, der die Technikwelt seit geraumer Zeit in Atem hält, ist bei Kritikern insbesondere der Energiebedarf ein anhaltender Aspekt, der gelöst werden will. Schätzungen zufolge soll dieser jährlich um ca. 30 Prozent ansteigen. Während treibende Köpfe hinter dem KI-Wachstum wie Nvidia-Chef Jensen Huang alles halb so wild sehen, will das Stuttgarter Start-up Q.ANT eine tatsächliche Lösung für die Energieeffizienz gefunden haben.
Denn mit dem ersten kommerziellen Photonik-Prozessor, der jüngst in einer Pressemitteilung angekündigt wurde, soll eine "mindestens 30-fache Verbesserung der Energieeffizienz" gegenüber der herkömmlichen CMOS-Technologie anstehen. Zeitgleich verspricht Q.ANT einen "erheblichen Leistungsschub, der die Nachhaltigkeit von Rechenzentren in greifbare Nähe rückt".
Die "photonische Native Processing Unit", wie Q.ANT die neue Technologie tauft, rechnet mit Licht statt mit Elektronen - dadurch werden elektrische Verluste sowie daraus resultierende Abwärme vermieden. Hierfür wird im Gegensatz zu bisherigen Versuchen eines photonischen Chips das Material gewechselt: Statt Siliziumoxid als optisches Material kommt ein dünner Film aus Lithiumniobat zum Einsatz.
Da die Q.ANT-NPU (nicht mit den derzeit gängigen Neural Processing Units zu verwechseln) auf einer PCI-Express-Karte liegen, sollen die neuen Chips mit bestehenden Servern kompatibel sein. Unternehmensangaben zufolge habe sich der Photonik-Prozessor bereits in ersten Testläufen und Simulationen bewiesen und erreicht eine "mit linearen Netzen vergleichbare Genauigkeit bei weniger Energieverbrauch"; zeitgleich sei die NPU schneller trainierbar und eine effizientere Wahl für KI-Inferenz. Ob das Versprechen tatsächlich eingehalten werden kann, ist frühestens im Februar 2025 feststellbar: In diesem Zeitraum sollen die ersten Q.ANT-NPUs geliefert werden.

Start-up Q.ANT