Nvidia-Chef glaubt: Millionen von KI-GPUs reduzieren die Leistungsaufnahme
Im Nachgang zur Keynote auf der IT-Messe Computex hat Nvidia-CEO Jensen Huang einige interessante Aussagen zum Energiebedarf von Nvidias KI-GPUs getätigt.
KI-Anwendungen und -Hardware sind aktuell in aller Munde und die Themen sind vielfältig. Kritiker sehen vor allem den Energiebedarf kritisch. So gibt es Schätzungen, dass der Energieverbrauch von KI jedes Jahr um ca. 30 Prozent zunimmt - doch Nvidia hat dazu eine eigene Meinung.
Stromsparen dank KI?
Jensen Huangs Aussagen zum Thema Leistungsaufnahme hat unter anderem PC Gamer zusammengefasst. So sieht der Nvidia-CEO die eigenen KI-GPUs als deutlich schneller und effizienter "als jede Alternative". Man wolle "alles beschleunigen" - das spare Geld, Zeit und auch Energie, so Huang. Wichtig ist laut Nvidias Frontmann dabei die Unterscheidung zwischen dem Training von KI-Modellen und deren "Inferenz". Das Training ist dabei der erste Schritt für ein KI-Modell. Nach dem Training schließt sich die Inferenz an. So heißt der Prozess, bei dem ein trainiertes maschinelles Lernmodell Schlussfolgerungen aus brandneuen Daten zieht, ohne vorher ein entsprechendes Beispiel zu kennen - quasi das KI-Modell in Aktion.
KI-Bilder der PCGH-Community
Für Huang ist die Unterscheidung deshalb wichtig, weil der Energieverbrauch bei der Inferenz "viel, viel geringer" als bei alternativen Rechenmethoden wäre. Auf der Computex habe man eine Klimasimulation in Taiwan gezeigt - mit "3.000-mal weniger Energie". Das Trainieren von KI könne weltweit stattfinden und muss nicht in der Nähe von Bevölkerungszentren sein, wo Energie knapp ist. Er schlägt vor, "Kraftwerke und Rechenzentren für das Training dort einzurichten, wo wir keine Bevölkerung haben, das Modell woanders trainieren". Dagegen sollte man das Modell zur Inferenz näher zu den Menschen bringen - "in ihrer Tasche auf Handys, PCs, Rechenzentren und Cloud-Rechenzentren", so Huang.
Ist das wirklich realistisch?
PC Gamer sieht in der Argumentation Schwachstellen. So sei es aktuell kaum nachvollziehbar, welchen Anteil KI-Training und Inferenz an der Leistungsaufnahme haben. Und noch viel weniger transparent sei, welchen Einfluss KI auf den Workflow hat - also wie viel Zeit man sich möglicherweise durch den Einsatz von KI wirklich spart, sei es beim Bearbeiten von Fotos oder Videos, bei der Recherche, bei produktivem Arbeiten und vielem mehr. Außerdem könnte es sein, dass KI (und damit deren Energieeinsatz) überhaupt erst etwas ermöglicht, was vorher gar nicht geklappt hätte. Man kann davon ausgehen, dass nicht alle PCGHX-User, die fleißig KI-Foto-Kreationen im Forum posten, vorher auch mit klassischen Render-Tools gearbeitet haben. Wer Aufgaben dank KI schneller erledigen kann als vorher, wird vermutlich auch mehr Aufgaben als vorher erfüllen - und verbraucht noch mehr Energie.
PC Gamer sieht in den Aussagen von Huang Analogien zu seinem Lieblingsspruch "Je mehr du kaufst, desto mehr sparst du". Insgesamt bleibt eine Skepsis, dass aktuell KI wirklich in der Lage ist, die Leistungsaufnahme zu senken. Zumal KI-Startups große Investitionen tätigen müssen, um sich überhaupt Nvidia-KI-GPUs leisten zu können.
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Und so ist es mit jeder "grünen" Technologie. Man erfindet eine Maschine, die weniger Energie/Ressourcen benötigt und was passiert? Dann stehen in der Fabrik statt einer Maschine eben zwei, oder drei... Im Endeffekt steigt dann der Verbrauch wieder an.
Solange wir nicht endlich mal lernen, mit der Technik wirklich SINNVOLL umzugehen, hilft alle "grüne" Technologie nichts.
Ist es noch okay, wenn mein Social Score z.B. drei Autofahrten pro Woche für klimaschädlich erachtet?
Stellt euch vor ihr habt gerade einfach Bock drauf, mit dem Auto los zu rollen, um Kuchen zu kaufen - Dein Social Score sagt aber, du hast die Woche schon drei klimaschädliche Fahrten unternommen - Auto hat also stehen zu bleiben. Und jetzt? Ich würde aber total gerne gerade...
//EDIT:
zum thema, ist doch (nicht bei uns) geplant minireaktoren für rechenzentren zu benutzen, das macht sie unabhängig und co2 (was egal ist) entsteht auch nicht im betrieb. westinghouse bietet doch so einen smr (hiess der so?) an der 8 jahre ohne ende power liefert und ein geschlossenes system ist der keine kühlung braucht.
Entweder das, oder wir quetschen immer mehr Leute mit Ihren Autos in ein hermetisch geschottetes Parthaus ohne Frischluftzufuhr, schalten die Lampen den halben Tag an und schauen, wann alle tot sind.
Solche Statements zum Greenwashing des "KI-Booms" sind überflüssig.
Der Zug ist längst abgefahren und nimmt immer schneller fahrt auf, mit noch nicht absehbaren Ende.
Der Energiebedarf wird weiter steigen, das weiß auch Jensen.
Wichtig allein ist, wo die Energie herkommt.
Vorschlag: In der Wüste ein Sonnenkraftwerk hingestellt und dort die KIs trainieren.