Intel Sapphire Rapids: Bis zu 80 Kerne für Server?
Sapphire Rapids ist den Bildern eines Die-Shots zufolge mit bis zu 80 Kernen unterwegs. Die Server-Prozessoren böten damit deutlich mehr Kerne, als bis vor Kurzem angenommen wurde.
Neue Die-Shots legen nahe, dass Intels Sapphire Rapids bis zu 80 CPU-Kerne bietet. Bisherige Leaks sprachen bei den 10-nm-CPUs von 56 Kernen, was bedeuten würde, dass Intel wesentlich mehr Rechenherzen aufbietet als angenommen. Bilder des Engineering Samples machten eigentlich auch schon vor Wochen die Runde. Die neuen Aufnahmen zeigt den Prozessor jedoch mit vom Substrat entfernten Dies.
Diesen Fotos ist zu entnehmen, dass jeder Die eine 4x5-Konfiguaration an CPU-Kernen aufbietet. Bei vier Dies und 20 Kernen pro Die kommt man auf die besagten 80 Rechenherzen. Inwieweit das Engineering Sample repräsentativ ist, wird sich erweisen müssen. Vorstellbar wäre, dass bei marktreifen Flaggschiffen pro Chiplet zwei Kerne zwecks besserer Ausbeute deaktiviert werden. In dem Fall würde Intel aber immer noch 72 CPU-Kerne ins Rennen schicken. Sicherlich wird es auch schwächere Modelle mit weniger Rechenherzen geben. Spannend wird auch sein, wie viele Kerne bei den HEDT-Prozessoren ankommen.
Einer älteren, angeblich von Intel stammenden Folie zufolge bietet Sapphire Rapids bis zu 56 Golden-Cove-Kerne, wobei ein solches Spitzenmodell eine TDP von 350 Watt haben sollte. Bleibt man bei dem 80-Kern-Konstrukt, wären bei einem 56-Kerner sechs Rechenherzen pro Die abgeschaltet.
Samples machen schon länger die Runde
Dazu, wie viele Kerne Sapphire Rapids nun aufbietet, hat sich Intel nie offiziell geäußert. Samples der Chips machen jedenfalls schon länger die Runde. Die CPU, die man nun zerlegt hat, zeigte sich tatsächlich schon im Februar, nur war der Entdecker damals noch nicht so skrupellos, sie zu zerstören.
Mehr zum Thema: Neue Details zu Sapphire Rapids: Folie bestätigt DDR5 und PCIE 5.0 - Hoffnung für HEDT?
Intel soll bereits seit Ende 2020 Samples von Sapphire Rapids an seine Partner schicken. Die Vorstellung der Server-Prozessoren wird allerdings erst für Ende 2021 beziehungsweise Anfang 2022 erwartet. Es folgt, dem Vernehmen nach, der Wechsel auf DDR5 und PCI-Express 5.0, entsprechend wird auch ein neuer Sockel, mutmaßlich der LGA-4677, erforderlich sein. Dabei hatte Intel erst Ice Lake-SP einen neuen Unterbau spendiert. Diese Chips nutzen bis zu 40 CPU-Kerne.

AMD stellt den 7713 (Milan, 64C, 2 GHz) dem alten 7662 (Rome, 64C, 2 GHz) gegenüber. Bei jeweils 225 W TDP zeigt sich:
7713 (Milan) vs 7662 (Rome)
Score: INT 225 zu 224 (+0,4 %) , FP 187 zu 180 (+3,9 %)
Score/Watt: INT 1,028 zu 1,176 , FP 0,894 zu 0,965
Die Milan-CPU verbaucht hier real gemessen signifikant mehr, was ihre Effizienz senkt, sowohl bei Integer- als auch FP-lastigen Tests.
Nicht wirklich besser sieht es beim Vergleich des 7663 (Milan, 56C, 2 GHz) gegen den 7742 (Rome, 64C, 2,25 GHz) jeweils bei fixierten 225 W TDP aus. Die Milan-CPU steht zwar unter Berücksichtigung des Scores und der nur 56 Kerne relativ gut gar, die Gesamtbilanz ist dennoch negativ, denn die CPU verbraucht deutlich mehr:
7663 (Milan) vs 7742 (Rome) bei 225 W TDP
Score: INT 235 zu 240 (-2,1 %) , FP 193 zu 191 (+1,0 %)
Score/Watt: INT 1,066 zu 1,143 , FP 0,894 zu 0,953
AMD hat hier also nicht ohne Grund die TDPs von Milan angehoben, den andernfalls würden die Zugewinne deutlich kleiner ausfallen und entsprechend schreibt AnandTech auch hier:
"Whatever the technical background of this new odd power behaviour, it’s clear that it has negative consequences for the new Milan parts, possibly resulting in lower-than-expected generational performance improvements, as we’ll see in the next few pages."
Nichts anderes zeigt sich auch, wenn man die beiden Topmodelle anhand deren Ergebnissen direkt miteinander vergleicht:
7763 (Milan, 64C, 2,45 GHz, 280 W) vs 7742 (Rome, 64C, 2,25 GHz, 225 W), SPEC2017 Rate
Score INT: 255,0 zu 235,8 (+8,1 %)
Score FP: 212,6 zu 194,8 (+9,1 %)
Die Zugewinne sind noch überschaubar, würde man der Milan-CPU nun jedoch 55 W weniger zugestehen (d. h. man streicht die +24 % höhere TDP), würden die Zugewinne absehbar deutlich zusammenschrumpfen, d. h. ein nennenswerter Teil davon ist auf das erhöhte Power Budget zurückzuführen.
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Aktuell geistert das Datenpaar 56 Kerne und 350 W durch den Äther, wirklich viel anfangen kann man damit aber dennoch nicht, da man nicht weiß, für welchen Takt das Design ausgelegt ist. Hierbei könnte es sich auch genau so gut um eine hochtaktende HPC-CPU handeln, denn wenn die bisherigen Daten korrekt sind, sind hier ganze 6 Kerne pro Tile (30 %) deaktiviert.
Sollte es tatsächlich etwas wie einen 72-Kerner geben, dann wird dessen Basistakt jedoch nur etwa in der 2,2 - 2,5 GHz-Range liegen.
Btw ... auch AMD musste die TDP für Milan signifikant anheben (nun 280 W regulär), damit von der Mehrleistung auch tatsächlich was ankommt. In der SPEC2017-Suite ist ein 7763 Milan mit einer 225 W-cTDP-down sowohl im Integer- als auch FP-Rate-Durchlauf nur etwa genau so schnell wie ein 7742 Rome mit seinen regulären 225 W. (Anmerkung: Die Server-CPUs halten sich hier recht genau an die voreingestellte TDP und das gilt selbst für Intel-Server, so den neuesten Ice Lake SP, selbst mit AVX-512.)
Noch interessanter dürfte jedoch sein, wie Intel's Mesh in Verbindung mit EMIB performt und wie das Ganze mit bis zu 64 GiB HBM2 als L4-Cache zusammenspielt.
Vielleicht reicht das um den dann zu betreiben?