Sapphire Rapids abgelichtet: Intels neuer 10-nm-Server-Prozessor mit zwei Dies und ein Codenamen-Ausflug
Im Internet sind Bilder von Sapphire Rapids aufgetaucht, den neuen Xeon-Server-Prozessoren von Intel in 10 nm. Sie können in ferner Zukunft mal die Basis für eine neue HEDT-Plattform stellen. Das führt auch zu einem kleinen Ausflug in den Codenamen-Dschungel von Intel.
Neben Rocket Lake und Alder Lake ist Sapphire Rapids eines der großen Themen von Intel für das laufende Jahr und es ist auch für Spieler von Relevanz, denn darauf könnte eine neue HEDT-Plattform in ferner Zukunft basieren. Zunächst aber kommen die Xeon-Modelle in 10 nm (++) für Sockel LGA4677-X und die Plattform Eagle Stream. Damit sind die Prozessoren auch für den Dual-Sockel-Betrieb geeignet. Ein erstes Bild zieht nun die Runde durch das Internet und zeigt den riesigen Chip.
Der ist auch so groß, weil unter dem Heatspreader je nach Modell zwei Dies sitzen. Böse Zungen fühlen sich an den Pentium D erinnert. Intel kombiniert so zwei Chips mit bis zu 28 Kernen zu einer CPU mit 56 Kernen und 112 Threads. Das ist dann knapp unter dem, was AMD anbietet, wo die Epyc-Prozessoren gerade mit Zen 3 als Milan auf den Markt kommen und bis zu 64 Kerne samt SMT bieten. Nachdem sich Intel bei der Integration von PCI Express 4.0 recht viel Zeit gelassen hat, soll nun offenbar mehr Druck gemacht werden: Sapphire Rapis soll wie Alder Lake bereits DDR5 und PCI Express 5.0 bekommen. Außerdem gibt es nach der letzten Wasserstandsmeldung in der Gerüchteküche Modelle mit 8-Kanal-Speicherinterface und CXL 1.1. Auf der Habenliste stehen zudem vier HBM-Stacks als Cache (mutmaßlich zwei pro Die). Intel verwendet entsprechend das Multi-Chip Package (MCM) und Embedded Multi-die Interconnect Bridge (EMIB), um alles miteinander zu verknüpfen.
Zudem geht man davon aus, dass Intel die Kernarchitektur von Sunny Cove (Skylake bis Comet Lake) zu Willow Cove aktualisiert. Die Kerne sollen so die 10-nm-Finfet-Fertigung optimal nutzen und es gibt neben den üblichen IPC-Optimierungen auch ein paar neue Instruktionen, von denen CET, MOVDIR und AVC512_VP2INTERSECT nicht rein Server-exklusiv sind. Dazu kommt für Server ENQCMD und AMX. Taktraten sind derweil unklar: Die Engineering Samples, die bislang auftauchten, waren auf 1,3 und 2,0 GHz Basistakt begrenzt. Das in den Bildern gezeigte Modell ist 1,3 GHz schnell und damit wohl ein frühes Muster.
Eine Runde im Codenamen-Karussell
Zur Erinnerung: In Rocket Lake (14 nm ++++) nutzt Intel Cypress-Cove-Kerne; zurückportierte Willow-Cove-Kerne aus den Tiger-Lake-Prozessoren. Willow Cove bietet verbesserte On-Die-Caches, mehr Sicherheitsfeatures und die schon erwähnten Optimierungen für 10 nm, die beim Takt helfen sollen. In Alder Lake (10 nm ++) sollen dann Golden-Cove-Kerne (zusammen mit Gracemont) verwendet werden, um die Verwirrung perfekt zu machen. Diese Golen-Cove-Kerne wiederum sollen eine signifikante Sincgle-Core-Leistungssteigerung bieten, Matrix Multiplication Hardware auf dem Die haben und nochmals verbesserte Sicherheitsfeatures.
Sapphire Rapids soll wohl noch im Parallelflug mit Alder Lake auf den Markt kommen: Die Hybrid-Prozessoren für den Mainstream sind im Moment für die zweite Jahreshälfte 2021 angesetzt. Verwendung finden die Xeons zunächst in Systemen wie dem Aurora Supercomputer, den Intel jüngst mit sechs Grafikkarten vom Typ Ponte Vecchio (Xe-Architetkur) zeigte. In Roadmaps von Intel ist für den Mainstream-Server-Bereich Ice Lake Whitley vorgesehen. Dem Namen entsprechend ist die Basis Ice Lake Mobile aus 2019 (Desktop wurde zugunsten von Comet Lake gestrichen). Hier kommen die Sunny-Cove-Kerne in 10 nm zum Einsatz.
Quelle: Wccftech
Sapphire Rapids abgelichtet: Intels neuer 10-nm-Server-Prozessor mit zwei Dies und ein Codenamen-Ausflug (1)
Am Ende stellt sich die Frage, wie es mit HEDT weitergeht. Die aktuelle Ware basiert noch auf Cascade Lake und eine Umstellung auf Cooper Lake sparte man sich anscheinend aufgrund der marginalen Unterschiede. Auf Serverseite hat man für 2020 Cooper Lake (Xeon 4-8 Sockel, Cedar Island) und Ice Lake (Xeon 1-2 Sockel, Whitley), beide markiert als 3. Generation, basierend auf der 2. Generation Cascade Lake. Ab 2021 sehen Folien von Intel nur noch Sapphire Rapids vor. Angesichts des offenbar geplanten Wechsels auf DDR5 und PCIE 5.0 im ganzen Programm kann man daher wohl orakeln, dass die nächste HEDT-Plattform auf dieser sogenannten "Next Gen"-Technik basiert, die in Sapphire Rapdis steckt. Das dürfte aber noch ein paar Tage reifen.

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"Das C3-Stepping sorgt dafür, dass kleinere Bugs behoben werden. Eine der wichtigsten Neuerungen ist, dass die C3-CPUs DDR3-1333-Speichermodule nun bei einer Bestückung mit vier Riegeln mit voller Taktfrequenz ansprechen können. "
Dieser hat mit gute und zufriedenstellende Dienste geleistet ...
MfG Föhn.
Der erste native 4 Kerner der Welt... wie es AMD nannte.
Am ende ist es Werbung und jeder haut jeden irgendwo in die Pfanne.
Der Spruch mit den geklebten CPUs kommt nämlich ursprünglich von AMD, nicht von Intel (C2Q vs "nativen" 4 Kerner Phenom). Intel hat den lediglich (sarkastisch) zurück gegeben. Lustig, wie schnell die Leute das vergessen
Der erste native 4 Kerner der Welt... wie es AMD nannte.
Am ende ist es Werbung und jeder haut jeden irgendwo in die Pfanne.
Bei AMD und Nvidia bleibt es zumindest in der Familie. Die CEOs sind verwandte.
Ab 2019 entkoppelte Intel dann die Architektur von der Fertigung und dem Prozess. Es gab weiterhin die Skylake-basierte Mikroarchitektur hier konkret den Coffee Lake Refresh (und Comet Lake befand sich bereits in der Entwicklung, beide in 14nm+++) und parallel gab es nun die modernere Sunny Cove-uArch, die u. a. für die mobilen Ice Lake Y/U (10nm+) und auch den großen Ice Lake SP (10nm++) verwendet wird (wobei sich letzterer jedoch deutlich verzögerte; Volumenrelease erst in diesem Halbjahr). In 2020 gibt es bspw. Comet Lake == Comet Lake (weiterhin Skylake-basiert) und parallel die 2. uArch-Iteration Willow Cove, die u. a. in den mobilen Tiger Lake CPU's verwendet wird.
In 2021 wird es neu Cypress Cove in der Consumer-Desktop-CPU Rocket Lake geben, was nach bisherigem Vernehmen ein 14nm-Backport von Sunny Cove (eher nicht Willow Cove) darstellt *) und in Alder Lake und Sapphire Rapids SP wird die mittlerweile 3. uArch-Gen Golden Cove verwendet werden ... und in den ADLs mit Hybrid Technology kommen zudem parallel neueste Atom-Kerne der Gracemont-Generation hinzu, die deutlich überarbeitet wurden ggü. den aktuellen Tremont-Kernen und bspw. deutlich stärkere Vektoroperationen bieten (die bisherigen Atom's unterstützen maximal SSE 4.2 und bspw. kein AVX).
*) Die Cache-Struktur von RKL weist weitaus eher auf Sunny Cove hin anstatt auf einen Backport von Willow Cove und mit Blick auf RKL konnte man bisher auch noch nie etwas von der Control-Flow Enforcement Technology lesen, die Willow Cove mit Tiger Lake in den Markt brachte.
Zudem scheint der eigenständige Name "Cypress Cove" möglicherweise größtenteils marketinggetrieben zu sein, denn vielleicht wollte man vermeiden in 2021 einen uArch-Namen zu verwenden, der eigentlich schon seit 2018/19 umhergeistert. Darüber hinaus ist der neue Name aber dennoch nicht ganz so verkehrt, denn es handelt sich immerhin um einen Backport auf einen komplett anderen Prozess, was auch einige Anpassungen erforderlich machte, d. h. ausschließlich schnödes Marketing kann man denen da auch nicht wirklich vorwerfen (und ebenso ist die "neue" uArch deutlich durchsatzstärker als das bisherige Comet/Skylake).