Intel: Neue Quartalszahlen führen zu Kursrutsch, Chipmangel bis 2023

10
News Valentin Sattler Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Intel: Neue Quartalszahlen führen zu Kursrutsch, Chipmangel bis 2023
Quelle: Intel

Intel hat am Donnerstag die Quartalszahlen für das dritte Quartal 2021 veröffentlicht. Im Vergleich zum selben Quartal des Vorjahres gibt es dabei einen leichten Anstieg beim Umsatz und deutlich mehr Gewinn. An der Börse sackte der Kurs des Unternehmens trotzdem ab. Außerdem prognostizierte Intels CEO Pat Gelsinger, dass sich der Chipmangel sogar noch bis 2023 hinziehen soll.

Mit den aktuellen Quartalszahlen für das dritte Quartal 2021 konnte Intel die Aktionäre nicht zufriedenstellen. Am Donnerstag wurde der Geschäftsbericht veröffentlicht, woraufhin der Kurs laut Google von 47,73 auf 43,46 Euro einbrach - ein Minus von fast neun Prozent. Umsatz und Gewinn stiegen zwar, doch sind die Aussichten nicht gerade rosig.

Wachstum für kleine Sparten, Bauteilmangel bremst CCG

Im Vergleich zum selben Quartal des Vorjahres konnte Intel den Umsatz um 5 Prozent auf 19,2 Milliarden US-Dollar steigern, während es beim Gewinn sogar ein 60-prozentiger Zuwachs von 6,8 statt 4,3 Milliarden US-Dollar war. Dieser wurde allerdings offenbar durch Einmaleffekte begünstigt, abgesehen von diesen sollen es nur 4,5 Milliarden US-Dollar und damit ein Zuwachs von knapp unter 5 Prozent gewesen sein.
Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen bracht Intels Aktienkurs deutlich ein. Quelle: Google Nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen bracht Intels Aktienkurs deutlich ein. Mit Hinblick auf die einzelnen Sparten konnte dabei insbesondere die kleine Internet-of-Things-Sparte gewaltig zulegen: Bei IOT-Geräten gab es ein Umsatzplus von 54 Prozent, bei der dazugehörigen Fahrassistenz-Sparte Mobileye gab es einen Anstieg um 39 Prozent. Auch die FPGA-Sparte erwirtschaftete 16 Prozent mehr, und im Datacenter gab es ebenso 10 Prozent Wachstum.

Schlecht sah es hingegen für die Speicherabteilung und Intels größte Abteilung, die Client-Computing-Group (CCG) aus. Hier fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um vier beziehungsweise zwei Prozent. Der Einbruch der Client-Computing-Group soll dabei insbesondere durch sinkende Notebook-Verkaufszahlen bedingt gewesen sein: Hier wurde Intel angeblich durch den weltweiten Bauteilmangel ausgebremst.
Intel konnte Umsatz und Gewinn zwar steigern, doch der starkte Anstieg der Einnahmen war eine Ausnahme. Quelle: Intel Intel konnte Umsatz und Gewinn zwar steigern, doch der starkte Anstieg der Einnahmen war eine Ausnahme. Auch interessant: Alder Lake: Erste Händler verkaufen Core i9-12900K

Eine baldige Verbesserung der Situation ist dabei offenbar nicht zu erwarten: Intels Ausblick für das vierte Quartal ist mit einem Umsatz von 19,2 Milliarden US-Dollar eher zurückhaltend, gegenüber den knapp 20 Milliarden des Vorjahres wäre das eine Verschlechterung von vier Prozent. Zudem soll sich der globale Chipmangel offenbar deutlich länger hinziehen als bislang gedacht: Gegenüber CNBC sprach Intels CEO Pat Gelsinger davon, dass Halbleiter bis 2023 knapp sein sollen. Immerhin stückweise Verbesserungen soll es bis dahin aber geben

"Im nächsten Jahr wird es von Quartal zu Quartal besser werden, aber ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage wird erst 2023 erreicht werden."

Quelle: Intel (Quartalsbericht) via Computerbase, CNBC via The Verge

10
    • Kommentare (10)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Don-71 Lötkolbengott/-göttin
        Irgendwie Blüten der besonderen Art und halt Börse, aber wer hätte das vor 3-4 Jahren auch nur im enferntesten gedacht, nichts desto trotz, ziemlicher Blödsinn der Anleger.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Edit:
        Bei AMD läufts, sogar ziemlich krass gut, die 16 Milliarden Jahresumsatz knacken sie locker und sind zum Vorjahresquartal, obwohl da schon die neuen Semi-Custom Chips (Sony und Microsoft) mit drinne waren, nochmal um 56% gewachsen. Zum Vorhergehenden Quartal sind es 12%. Auch kratzt man jetzt an 1 Milliarde Gewinn im Quartal.
        Läuft.
      • Von Don-71 Lötkolbengott/-göttin
        Irgendwie Blüten der besonderen Art und halt Börse, aber wer hätte das vor 3-4 Jahren auch nur im enferntesten gedacht, nichts desto trotz, ziemlicher Blödsinn der Anleger.
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Edit:
        Bei AMD läufts, sogar ziemlich krass gut, die 16 Milliarden Jahresumsatz knacken sie locker und sind zum Vorjahresquartal, obwohl da schon die neuen Semi-Custom Chips (Sony und Microsoft) mit drinne waren, nochmal um 56% gewachsen. Zum Vorhergehenden Quartal sind es 12%. Auch kratzt man jetzt an 1 Milliarde Gewinn im Quartal.
        Läuft.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Bezüglich Raptor Lake kann ich nur sagen, dass Intel noch kein einziges Wort dazu verloren hat, obwohl bereits Kerne und TDPs von Meteor Lake bestätigt wurden. Entweder handelt es sich bei RPL (RAL? RTL?) um ein bislang falsch einsortiertes Produkt, dass überhaupt nicht in diese Reihe gehört (HEDT-Ableger von SRP?) oder um eine komplette Luftnummer, die gar nicht mehr erscheint. Laut offizieller Fertigungsroadmap muss sich Zen 4 jedenfalls, wenn er erst Ende 2022 erscheint, direkt mit Meteor Lake messen.

        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen]

        Aber wie verlässlich die Zeitangaben dieser Roadmap sind... . Ich habe Hinweise, dass Intel zumindest selbst daran glaubt, aber ebenfalls große Zweifel, dass die 7-nm-Fertigung in 12 Monaten schon großserientauglich ist. Mal gucken, wie die Verfügbarkeit von ADL/Intel 10 in den nächsten Monaten aussieht.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Daran gemessen, dass mit Tiger Lake und Ice Lake SP endlich die ersten beiden "wie geplant"-10-nm-Produkte am Markt sind, ist es trotzdem schwach. Techologisch hat Intel den (vorläufigen^^) Tiefpunkt vor einem Jahr hinter sich gelassen und mit dem Windows-11-Launch sowie der allgemein weiter hohen Nachfrage sollten die Absatzchancen nicht schlechter sein als in 3Q20. Der große Corona-wir-nehmen-jeden-Laptop-zu-jedem-Preis war schließlich in 1H20, steckt also nicht mehr vollumfänglich in den Vorjahresvergleichszahlen. Das Intel, bei wachsendem Markt weiterhin mittelmäßig abschneidet, hängt also auch daran, dass die Konkurrenz aus eigener Kraft und nicht mehr nur wegen Intel-Fehlern Marktanteile gewinnt.
        Corona hat Intel teilweise massiv in die Hände gespielt und ich hätte sogar mit Umsatzeinbußen gerechnet (bin aber kein Experte).
        Die erhöhte Nachfrage samt limitierten Angebot, die dazu geführt hat, dass sich die Endpreise erhöhen hat geholfen etwa die Verluste vom Wegfall von Apple auszugleichen.

        In Zukunft bin ich halt gespannt, ob man die Zeitpläne einhalten kann.
        10nm waren über Jahre angekündigt - und verschoben (zumindest im Desktop). Mal sehen, ob man nun wirklich über dem Berg ist und 2025 18A anbieten kann, oder ob sich das auch wieder alles hinzieht.
        Zwar hat man offensichtlich auch ohne dem genug Produktionskapazitäten um riesige Gewinne zu erziehlen und offenbar braucht es technisch nicht das beste Produkt dafür, wenn der Hauptkonkurrent mit der Produktion nicht hinterherkommt, aber zumindest für die informierten User ists ein Kriterium: gibt man nun Geld aus für den einen, oder anderen Hersteller. Bis vor kurzem wärs bei mir (hätte ich sofort kaufen müssen) klar ein AMD Prozessor geworden, mit Alder Lake hat man zumindest wieder mein Interesse geweckt.
        Geht es in den nächsten Jahren schlag auf schlag (Alder Lake - Zen 3+Cache - Raptor Lake vs Zen 4 - Meteor Lake - Zen 4+ Cache oder Zen 5 - Lunar Lake - Zen 5 Nachfolger - Nova Lake...)

        Das freut mich dann schon, finde ich spannender als die Jahre der Intel-Dominanz und des anschließenden Spielstandes.

        Ihr Redakteure habt dann natürlich mehr Arbeit, ich wünsche euch dafür auch mehr Clicks und Verkäufe
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Rollora
        Gelsinger steht am Anfang einervlangen Bewegung bei Intel.Die Zahlen klingen natürlich nicht nach Wachstum, aber die Zeit des großen Coronanachfrage ist ohnedies vorbei und schlecht sind sie dennoch nicht wenn man sie an dem misst, wie es Intel angesichts des technischen Rückstandes durchaus auch gehen könnte
        Daran gemessen, dass mit Tiger Lake und Ice Lake SP endlich die ersten beiden "wie geplant"-10-nm-Produkte am Markt sind, ist es trotzdem schwach. Techologisch hat Intel den (vorläufigen^^) Tiefpunkt vor einem Jahr hinter sich gelassen und mit dem Windows-11-Launch sowie der allgemein weiter hohen Nachfrage sollten die Absatzchancen nicht schlechter sein als in 3Q20. Der große Corona-wir-nehmen-jeden-Laptop-zu-jedem-Preis war schließlich in 1H20, steckt also nicht mehr vollumfänglich in den Vorjahresvergleichszahlen. Das Intel, bei wachsendem Markt weiterhin mittelmäßig abschneidet, hängt also auch daran, dass die Konkurrenz aus eigener Kraft und nicht mehr nur wegen Intel-Fehlern Marktanteile gewinnt.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von HardwareNoob41
        Die Aktionäre waren trotzdem" Not amused", sonst wäre die Aktie nicht 9 % eingebrochen! Vor allen Dingen der Ausblick ist suboptimal, denn bis 2023 nur mäßige Aussicht auf starke Kursgewinne sind auch für Gelsinger nicht so gut, falls der Vertrag genau dann auslaufen sollte! Dann kann er sich einen anderen Arbeitgeber suchen, falls die Hauptversammlung unzufrieden ist! Und AMD steht als neuer Arbeitgeber nicht zur Debatte, da Dr. Lisa Su bei AMD einen sehr guten Job macht!
        Gelsinger steht am Anfang einervlangen Bewegung bei Intel.Die Zahlen klingen natürlich nicht nach Wachstum, aber die Zeit des großen Coronanachfrage ist ohnedies vorbei und schlecht sind sie dennoch nicht wenn man sie an dem misst, wie es Intel angesichts des technischen Rückstandes durchaus auch gehen könnte
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk