Intel-CEO nennt die drei größten Fehler des Unternehmens

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Intel-CEO nennt die drei größten Fehler des Unternehmens
Quelle: Intel

In einem Interview hat Intels CEO Pat Gelsinger die drei größten Fehler verraten, die das Unternehmen in den letzten Jahren gemacht hat. Demnach hat Intel sowohl den Einstieg in den Smartphone- als auch in den AI-Markt verschlafen und die eigene Fertigung vernachlässigt.

In den vergangenen Jahren bekam Intels CPU-Geschäft zwar zunehmend Konkurrenz durch AMD und die zunehmende Entwicklung von ARM-Serverchips, auch heute ist der US-Konzern aber immer noch erfolgreich und in vielen Segmenten kaum wegzudenken. In der langen Firmengeschichte gab es aber natürlich auch einige Fehler. Pat Gelsinger, der das Unternehmen seit bald drei Jahren als CEO leitet, hat dem indischen Medienportal Digit nun die seiner Ansicht nach größten Versäumnisse verraten.

Smartphone, AI und Fertigung

Gleich zweimal nennt Gelsinger dabei verpasste Trends: Einerseits habe Intel den Einstieg in den mobilen Markt und andererseits den AI-Hype verpasst. Bei ersterem dürften dabei insbesondere Smartphones und Tablets gemeint sein: Während Intel bei Notebooks klarer Marktführer ist, verpasste das Unternehmen den Einstieg bei Handhelds. So kam das erste Smartphone mit Intels x86-Chip erst 2012 auf den Markt, als dieser schon lange zwischen den auf ARM-Betriebssystemen Android und iOS aufgeteilt war. Wirklich Fuß fassen konnten entsprechende Produkte dadurch nie.

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In einer ähnlichen Situation sieht sich das Unternehmen aktuell im AI-Markt, der aktuell von Nvidia dominiert wird. Hier hätte Intel womöglich mit dem GPU-Beschleuniger Larrabee punkten können, das Projekt wurde aber 2010 eingestellt. Jetzt versuchen Intel und AMD momentan gleichermaßen, in dem lukrativen Geschäft nachträglich Marktanteile zu gewinnen. Ob das gelingen wird, dürften wohl die nächsten Jahre zeigen.

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Dabei dürfte wohl auch das dritte Versäumnis, das Gelsinger gegenüber Digit nennt, eine Rolle spielen - die Fertigung. Hier ist Intel in den vergangenen Jahren ins Hintertreffen geraten, was natürlich auch zulasten der eigenen Produkte geht. Denn nur selten ist eine Architektur so gut, dass sie ein Fertigungsdefizit, wie es aktuell zulasten von Intel existiert, ausgleichen kann. Zumindest in diesem Punkt will Intel aber bald Fortschritte machen: In den vergangenen Jahren wurden Milliarden investiert, um TSMC wieder zu überholen. Ob das gelingt, und ob Intel damit zumindest einen der drei Fehler wieder ausbügeln kann, werden wohl die kommenden Jahre zeigen.

Quelle: via Tom's Hardware

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    • Kommentare (31)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Ich glaube, Intel hat nie getrennte Zahlen für Phi ausgewiesen, sondern nur für Xeon insgesamt. Aber im HPC-Bereich konnte man es recht deutlich an den Top500 sehen, bei denen sich zuvor ein immer größerer Cuda-Anteil breit machte.
        das stimmt zwar, aber das war vielleicht auch wieder quersubventioniert (wie bei den Mobilchips), sonst hätte man die Entwicklung in diese Richtung wohl nicht eingestellt.
        Ich kenne leider auch keine Zahlen, aber mich überrascht es einfach.
        Mit Nvidia Chips werden wir quasi überhäuft, Ponte Veccio wird uns auch unter die Nase gehalten als gute AI Lösung, aber Phi habe ich nichtmal auf Anfrage bekommen
        Zitat von PCGH_Torsten
        Intel ist regelmäßig in der Lage, 1 bis 1,5 Jahre vor Verfügbarkeit öffentliche Demos kommender CPUs durchzuführen. Intern dürften sie wenigstens noch ein weiteres Jahr Entwicklungsvorlauf haben – die Design-Phase für den CPU-Tile von Meteor Lake, der im Dezember endlich erscheinen sollte, war zur Veröffentlichung von Alder Lake 2021 bereits abgeschlossen.
        da gab es sogar schon Lauffähige Samples in den Laboren, wenige Monate später, also im Frühjahr 2022 meldete man schon den ersten OS Boot mit Meteor Lake.
        Zugegeben ein besonderes Beispiel. Aber mir fällt ein, dass sich Sandy Bridge auch schon fast 2 Jahre vor Release in Laboren befanden

        Zitat von PCGH_Torsten
        Panther Lake, also der Nachfolger von Lunar Lake, welcher im Intel-Jargon die Generation nach Arrow Lake ist, welcher wiederum für nächsten Sommer oder Herbst erscheinen soll, geht angeblich im kommenden Quartal an die Fabs. Release ist zwar für 2025 versprochen, aber beim bisherigen Tempo wäre 2026 schon gut – das sind drei Jahre Abstand.
        Ich würde MTL tatsächlich wegen vieler technischer Neuerungen (abgesehen vom Chiplet-Design eben auch die Fremdfertigung von (man fertigt zwar seit Jahren bei TSMC, aber ich denke MTL ist nochmal ein anderes Kaliber was die Abstimmung, Packaging, Testing... und generell die Wichtigkeit für Intel betrifft...) anders sehen als Panther Lake, wenn manche dieser Technologien schon eher erprobt sind.

        Aber abgesehen davon: ja das Märchen vom Kurzfristigen Reagieren passt in dieser Branche nicht, wo man bei eigener Fertigung (Intel) lange Vorlaufzeiten hat und selbst bei Fremdfertigung nicht einfach mal eine Bestellung aufgibt, sondern diese auch schon lange vorher gebucht werden müssen.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von PCGH_Torsten
        Ich glaube, Intel hat nie getrennte Zahlen für Phi ausgewiesen, sondern nur für Xeon insgesamt. Aber im HPC-Bereich konnte man es recht deutlich an den Top500 sehen, bei denen sich zuvor ein immer größerer Cuda-Anteil breit machte.
        das stimmt zwar, aber das war vielleicht auch wieder quersubventioniert (wie bei den Mobilchips), sonst hätte man die Entwicklung in diese Richtung wohl nicht eingestellt.
        Ich kenne leider auch keine Zahlen, aber mich überrascht es einfach.
        Mit Nvidia Chips werden wir quasi überhäuft, Ponte Veccio wird uns auch unter die Nase gehalten als gute AI Lösung, aber Phi habe ich nichtmal auf Anfrage bekommen
        Zitat von PCGH_Torsten
        Intel ist regelmäßig in der Lage, 1 bis 1,5 Jahre vor Verfügbarkeit öffentliche Demos kommender CPUs durchzuführen. Intern dürften sie wenigstens noch ein weiteres Jahr Entwicklungsvorlauf haben – die Design-Phase für den CPU-Tile von Meteor Lake, der im Dezember endlich erscheinen sollte, war zur Veröffentlichung von Alder Lake 2021 bereits abgeschlossen.
        da gab es sogar schon Lauffähige Samples in den Laboren, wenige Monate später, also im Frühjahr 2022 meldete man schon den ersten OS Boot mit Meteor Lake.
        Zugegeben ein besonderes Beispiel. Aber mir fällt ein, dass sich Sandy Bridge auch schon fast 2 Jahre vor Release in Laboren befanden

        Zitat von PCGH_Torsten
        Panther Lake, also der Nachfolger von Lunar Lake, welcher im Intel-Jargon die Generation nach Arrow Lake ist, welcher wiederum für nächsten Sommer oder Herbst erscheinen soll, geht angeblich im kommenden Quartal an die Fabs. Release ist zwar für 2025 versprochen, aber beim bisherigen Tempo wäre 2026 schon gut – das sind drei Jahre Abstand.
        Ich würde MTL tatsächlich wegen vieler technischer Neuerungen (abgesehen vom Chiplet-Design eben auch die Fremdfertigung von (man fertigt zwar seit Jahren bei TSMC, aber ich denke MTL ist nochmal ein anderes Kaliber was die Abstimmung, Packaging, Testing... und generell die Wichtigkeit für Intel betrifft...) anders sehen als Panther Lake, wenn manche dieser Technologien schon eher erprobt sind.

        Aber abgesehen davon: ja das Märchen vom Kurzfristigen Reagieren passt in dieser Branche nicht, wo man bei eigener Fertigung (Intel) lange Vorlaufzeiten hat und selbst bei Fremdfertigung nicht einfach mal eine Bestellung aufgibt, sondern diese auch schon lange vorher gebucht werden müssen.
      • Von takan BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Quake2008
        Entwickler haben sich an der Basis orientiert. Dank AMD kaen 6 und 8 Kerne in den Mainstream. Gut, aus der Not da AMD irgend wie angreifen musste.
        fragt sich nur wie entwickler dann umgehen mit der leistung, gibt ja auch den fact das ab gewissen punkt die synchronisation zwischen den kernen immer mehr leistung zieht.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Quake2008
        Das ist doch kein Consumer Zeug. Das war die HEDT Platfrom. Und auch sau teuer gewesen damals. Klar, Quad Channel, bis zu 8 Kerne/ 16 Threads. Deutlich mehr LANES etc.

        Im Consumer Bereich gab es immer nur den i7 als hlöchste Ausbau Stufe mit 4 Kernen und 8 Threads.
        Wenn 400 Euro für eine CPU und 200 Euro für ein Mainboard (inflationsbereinigter Preis heute: 700 Euro) "sau teuer" sind und somit im Umkehrschluss maximal 500 Euro als "Consumer Zeug" durchgehen, dann bietet AMDs Sockel AM5 da aber bis heute auch nicht mehr als Achtkerner.

        Zitat von Rollora
        spannend. Wie definierst du Erfolg? Hast du da irgendwelche Zahlen?
        Ich erinnere mich, dass ich mir mal eine Phi zulegen wollte, aber das war kaum wo lagernd/lieferbar, es gab auch nur ganz wenige Händler in Europa.

        Immerhin scheint man jetzt mit Ponte Vecchio ein paar kleine Erfolge zu haben
        Ich glaube, Intel hat nie getrennte Zahlen für Phi ausgewiesen, sondern nur für Xeon insgesamt. Aber im HPC-Bereich konnte man es recht deutlich an den Top500 sehen, bei denen sich zuvor ein immer größerer Cuda-Anteil breit machte.

        Zitat von Zik7
        Die ersten Ryzen erschienen im März 2017 und Coffee Lake im Oktober 2017. Wurde Intel von AMD komplett überrascht ? Oder hat Intel im Nov. 2016 schon gewusst, was auf sie zukommt und deshalb mehr Kerne geplant ? Man weiß es nicht....

        Fakt ist: AMD hat richtig Schwung in den Intel Laden gebracht!
        Intel ist regelmäßig in der Lage, 1 bis 1,5 Jahre vor Verfügbarkeit öffentliche Demos kommender CPUs durchzuführen. Intern dürften sie wenigstens noch ein weiteres Jahr Entwicklungsvorlauf haben – die Design-Phase für den CPU-Tile von Meteor Lake, der im Dezember endlich erscheinen sollte, war zur Veröffentlichung von Alder Lake 2021 bereits abgeschlossen. Panther Lake, also der Nachfolger von Lunar Lake, welcher im Intel-Jargon die Generation nach Arrow Lake ist, welcher wiederum für nächsten Sommer oder Herbst erscheinen soll, geht angeblich im kommenden Quartal an die Fabs. Release ist zwar für 2025 versprochen, aber beim bisherigen Tempo wäre 2026 schon gut – das sind drei Jahre Abstand.

        Coffee Lake war zugegebenermaßen ein kleinerer Schritt, da nichts an der Architektur und wenig an der Fertigung geändert wurde. Aber man kann mit ziemlicher Sicherheit davon ausgehen, dass der Sechskerner bereits zum Skylake-Launch konzipiert war und spätestens 1,5 Jahre vor dem Ryzen Launch die erste Vorserie ausbelichtet wurde. Die CFL-R-Achtkerner für 2019 wurden Anfang 2017 auf alle Fälle schon getestet; sie waren der Grund für die überraschende Einführung des Sockel 1151 (CFL). Während es anzunehmen ist, dass Intel rechtzeitig von AMDs Arbeiten an einem passablen Achtkerner wusste, müssen sie die Entscheidung für CFL-Sechskerner somit getroffen haben, lange bevor Taktraten und somit Absolutleistung bei AMD absehbar waren. Und das eigentliche Special-Feature von Ryzen waren die niedrigen Preise. Die dürften überhaupt erst nach Vorserienproduktion der Coffee-Lake-Achtkerner festgelegt worden sein. Da war absolut nichts mehr mit Reaktion, außer halt der kurzfristig um 6 Monate vorgezogene Release der 8000er-k-Modelle.

        Ich erinnere in dem Zusammenhang auch an das Ende von Netburst: Anfang 2005, zusammen mit dem 3,73EE, ethielten einige Tester Zugang zum Pentium 4 680 mit 4 GHz und diverse Shops erlaubten die Vorbestellung. Wenige Wochen später kamen aber kein Launch, sondern die vollständige Keulung. Spätestens zu diesem Zeitpunkt hat Intel also beschlossen, das Taktrennen abzubrechen und nicht mehr über 3,8 GHz hinauszugehen. Obwohl sie die alternative/nachfolge-Technologie in Form des Pentium M zu diesem Zeitpunkt bereits in Großserie verkauft haben und obwohl es von mehreren Herstellern bereits Desktop-Mainboards dafür gab (weil man eigentlich nichts anderes machen musste, als den Sockel umzulöten), dauerte es aber noch bis zum Herbst 2006, ehe die ersten Core 2 in den Desktop-Markt kamen. Das waren 1,5 Jahre in der Öffentlichkeit, also mindestens 2 Jahre ab dem Startschuss intern, ehe der Tanker Intel seinen Kurs um ein paar Grad (Celsius^^) korrigiert hatte.
      • Von DarkWing13 BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von takan
        fürs zocken halt reichten 4 kerne. guck ma, fast 10 jahre waren 4 kerner immer mehr als ausreichend halt.
        Ja, die waren "ausreichend", weil sich die Entwickler eher auf CPUs mit 2 Kernen /4 Threads konzentriert haben, denn das war die Masse und dort musste es auch irgendwie laufen.
        Die Technik gibt das Machbare vor, die Softwareentwickler richten sich danach.
        Wenn Intel nicht so "knausrig" gewesen wäre, und einen 4-Kerner, gefühlt 20 Jahre lang, für den Consumer-Markt nach dem anderen rausgehauen hätte, wer weiß, wo wir heute wären.

        Nachteil wäre aber auch, dass es AMD wohl dann nie mehr geschafft hätte aus der Versenkung aufzutauchen.
        Deshalb, und trotz allem: Vielen Dank Intel!
      • Von Ralf345 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von sandworm
        Du meinst wohl 2036? Mal schauen wer am Ende näher dran ist.
        Aber etwas sagt mir dass ich am Ende näher dran sein werde.
        Warum trollst du gleich, muss das sein? Aber vielleicht kannst du noch etwas seriöses beitragen? Intel hat sehr viel Geld in die Hand genommen in den letzten Jahren und im Moment sieht alles danach aus, als wenn sie die Zeitpläne einhalten können. ARL mit 20A ist bereits lauffähig und der erste ES Chip von Panther Lake in 18A soll in H1 2024 aus der Fabrik kommen. Ein release wird Ende 2025 angestrebt, wobei 18A so richtig erst 2026 Fahrt aufnehmen wird. Selbst wenn sich das ein halbes Jahr verzögern sollte, ist das doch geschenkt. Intel hat den EUV Zug verschlafen, doch GAA mischt die Karten wieder neu.

        Zitat von Zik7
        Die ersten Ryzen erschienen im März 2017 und Coffee Lake im Oktober 2017. Wurde Intel von AMD komplett überrascht ? Oder hat Intel im Nov. 2016 schon gewusst, was auf sie zukommt und deshalb mehr Kerne geplant ? Man weiß es nicht....

        Fakt ist: AMD hat richtig Schwung in den Intel Laden gebracht!
        Cannonlake-S war mit 8C geplant. Dazu ist es nie gekommen, weil der erste 10nm Prozess kaputt gewesen ist. Selbst mit 10+ hat es nur zu einem Icelake-U gereicht, der zum launch maximal 3.9 Ghz takten konnte. Also musste Intel Skylake mit mehr Kernen aufbohren und später Icelake auf 14nm portieren. Das war alles suboptimal, wobei Coffeelake damals eine Zeit lang gut dabei gewesen ist.
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