Intel Alder Lake: Neuer Leak zum "16-Kerner" mit vielen Details
Intels Alder Lake-S zeigt sich als frühes Engineering Sample mit 16 unterschiedlich starken Kernen und einer TDP von 125 Watt. Einem Screenshot nach, der viele Details enthüllt, trägt es die Bezeichnung "Core 1800".
Die für Ende 2021 erwarteten Alder-Lake-S-Prozessoren von Intel sollen bis zu 16 Kerne bieten und damit, rein von der Anzahl ihrer Rechenherzen, auf die Ryzen-5000-Serie aufschließen. Igor's Lab wurden nun exklusiv die Daten ein weiteres Engineering Samples zugespielt. Der ihm vorliegende Screenshot eines "Core-1800" liefert dabei recht ausführliche Daten. Er verrät zum Beispiel einmal mehr, dass nur die "großen" Kerne Hyper-Threading unterstützen, nicht aber die kleineren Atom-Cores. Bei jeweils acht Kernen ergibt das 24 Threads.
Als Engineering Sample (B0) entfaltet Alder Lake-S natürlich nicht sein volles Potenzial. So liegt der Basistakt bei niedrigen 1.800 MHz. Die Turbo-Boost-Grenzen gewähren da schon eher einen Ausblick auf das Potenzial, das im Prozessor schlummert. Ein bis zwei Kerne sollen 4,6 GHz erreichen, drei bis vier 4,4 GHz, fünf bis sechs 4,2 GHz und alle acht (großen) Kerne immerhin noch 4,0 GHz. Demgegenüber erreichen die Atom-Kerne laut Igor's Lab nur 3,4 GHz bei bis zu vier ausgelasteten Kernen. Werden mehr ausgereizt, kann das ES nur 3,0 GHz aufbieten. Die Spannung, die im Screenshots genannt wird, liegt bei 1,3147 Volt.
Intel Alder Lake: Bis zu 228 Watt bei PL2
Ebenfalls abzulesen sind die Lastzustände PL1 und PL2, die mit 125 und 228 Watt angegeben werden. PL1 hat dabei eine Zeit von 56 Sekunden, während die Peak-Zeit von PL2 bei 2,44 ms liegt. Außerdem heißt es, dass der Prozessor im Socket V (LGA 1700) sitzt. Die Junction Temperatur ist mit 100° C hinterlegt.
Mehr zum Thema: AMD Zen 5 angeblich mit Antwort auf Intels Big-Little-Vorstoß
Ob es Alder Lake S gelingt, auf Ryzen 5000 aufzuschließen, wird abzuwarten sein. Es kommt im Desktop zwar erstmals Intels 10-nm-Prozess zum Einsatz - allerdings auch ein Big-Little-Ansatz nach Vorbild von ARM-Prozessoren. Die acht erwarteten Golden-Cove-Kerne könnten es noch mit Zen 3 aufnehmen und vielleicht sogar überflügeln. Bei den acht kleinen Gracemont-Kernen (Atom) wird das aber kaum der Fall sein. Entsprechend ist zu erwarten, dass Multi-Threading die Paradedisziplin der Konkurrent bleibt. Im Gegenzug könnte Intel in puncto Effizienz einen größeren Schritt machen. Auch Feature-seitig soll es mit DDR5 und möglicherweise auch PCI-Express 5.0 wieder vorangehen.
Quelle: Igor's Lab

Bei Intels Alder Lake wird auf 228 W auf 2,44 ms-Ausschnitten spekuliert.
Aber einige hier sehen die Wattzahl und deuten sie in Intels Untergang um.
Ist eigentlich schon klar, ob es mit ADL Chiplets geben wird oder die Atomkerne einfach nur ein Abschnitt auf einem Monolithen werden?
Der Stromverbrauch des IF hatte in den ersten so gebauten AMD-Generationen ja ordentlich Strom gebraucht, gerade auch Richtung Idle. Wenn Intel das nicht auf Anhieb besser macht wird das mit dem Strom einsparen wirklich schwer.
"The values of 127 W, 159 W, and 28 seconds are merely guidelines – most motherboards should be able to go beyond this, and Intel encourages its partners to adjust these values by default as required."
Entsprechend im Umkehrschluss vermaß AnandTech die CPU bzgl. des 5GHz-AllCore-Taktes auch bei Intel's Basisempfehlungen und kam zu dem Schluss: "... simply put, 159W isn’t enough to hit 5.0 GHz."
Die voraussichtlichen 228 W zu ADL haben also nichts mit der 1,25 x PL1-Minimalempfehlung zu tun; die sind eher im Kontext der 250 W von CML und der fast 300 W von RKL zu sehen. (AnandTech hat bei letzterem im absoluten Peak bis zu 296 W gemessen.)
https://www.intel.com/con... (Seite 102/103)
EU-Vorgaben sind dem Sinn nach aber meist deutlich einfacher (auch wenn die Regeln, wo sie gelten sollen, oft mit extrem vielen Kompromissen und Sonderklauseln überfrachtet werden), wie man zum Beispiel an Beleuchtungsmitteln sehen konnte: Es wurden Effizienklassen definiert und ab einem bestimmten Tag durften bestimmte Klassen für bestimmte Zwecke nicht mehr verkauft werden, fertig. (Im Gegensatz zur landläufigen Meinung wurden Glühbirnen als solche nie verboten, sondern technologieneutral eine Lichtausbeute vorgeschrieben, die nur mit fortschrittlicheren Technologien praktikabel war.) Im Falle von PCs heißt das: Der Verbrauch u.a. im Leerlauf darf ein gewisses Maß nicht überschreiten. Wie die Hersteller das schaffen, bleibt ihnen überlassen – aber eine effizientere CPU hilft halt und Intel Folien versprechen 20-40 Prozent Einsparungen durch verschieden optimierte Kerne. Allerdings stehen meinem Wissen nach keine weiteren Verschärfungen vor der Haustür und wenn man sich bei RGB & Co zurückhält, sind die heutigen Grenzen auch mit normelen Prozessoren zu schaffen. Global wichtig sind solche Einsparungen dagen für den mobilen Markt zwecks längerer Akkulebensdauer. Die dafür fertig entwickelte Technik auch im Desktop einzusetzen ist dann einfach ein gratis-Bonus.