Foundry: Intel will gerne Chips für AMD produzieren - Realistisch?

16
News Andreas Link Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen
Foundry: Intel will gerne Chips für AMD produzieren - Realistisch?

Intel versucht, seine Auftragsfertigung auszubauen, und hatte den Intel Foundry Services Direct Connect veranstaltet. CEO Gelsinger betont, dass er auch Chips für AMD und Nvidia produzieren will. Das ist aber kompliziert.

Auf der Intel Foundry Services Direct Connect hat der Konzern am Mittwoch seine Pläne für den Foundry Service vorgestellt, den CEO Pat Gelsinger als Wettbewerb zu TSMC etablieren will. Dazu muss man natürlich einerseits eine wettbewerbsfähige Fertigung etablieren, aber auch andererseits Kunden an sich binden. Und das ist im Falle Intel gar nicht so einfach, denn als Chip-Architekt steht man da auch in direkter Konkurrenz zu den Kunden wie AMD und Nvidia. Ebendarum wurden schon Stimmen laut, Intel wäre mit einem Spin-off der Foundry Services gut beraten, aber die sind noch kein Thema. Dennoch will Gelsinger gerne auch die direkte Konkurrenz an Bord holen.

"Ich möchte also, dass meine Foundry von allen genutzt wird. Punkt. Wir wollen helfen, Nvidia-Chips und AMD-Chips, TPU-Chips für Google und Inferenz-Chips für Amazon zu bauen. Punkt. Wir wollen ihnen helfen und ihnen die stärksten, leistungsfähigsten und effizientesten Technologien zur Verfügung stellen, damit sie ihre Systeme bauen können. Punkt. Schluss."

Bildergalerie

Ist das überhaupt realistisch?

Intel hat schon den einen oder anderen Kunden, mit dem man nicht rechnen würde. Foundry-Kopf Stu Pann nannte ARM einen der wichtigsten Kunden. Und ARM-CEO Rene Hass war sogar vor Ort. Für Microsoft fertigt man künftig auch Chips. Aber beide stehen wohl nicht ganz so scharf im Wettbewerb wie AMD und Nvidia. Der Knackpunkt ist hier, dass Intel über den Foundry-Service früh Zugang zu intellektuellem Eigentum von AMD und Nvidia bekommen würde und die CPU/GPU-Märkte beackert man gegenseitig.

Da stellt sich schon die Frage, ob es realistisch ist, dass AMD und Nvidia jemals Produkte bei Intel fertigen lassen werden. Die Antwort darauf ist aber nicht kategorisch Nein, denn über TSMC schwebt stets die Gefahr, dass China doch einmal Taiwan annektieren möchte und dann wird der Markt für Auftragsfertiger schnell überschaubar. Nvidia hatte seinen Ausflug mit Samsung bereits. TSMC bereitet sich auf solche Eventualitäten aber auch vor, indem man Fabriken im Ausland baut, die viele Fördergelder verschlingen, aber auch die politischen Gefahren senken.

Quelle: via Tom's Hardware

16
    • Kommentare (16)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von ThirdLife Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Schori
        Als hätte Intel keine anderen / einfacheren Möglichkeiten an die Daten zum Aufbau der Ryzen CPUs zu kommen.
        So naiv darf man nicht sein.
        Deutsche und Humor, schwieriges Thema. Muss immer separat als solcher ausgewiesen werden sonst kommt das nicht an. Regeln, Verbote, Ordnung. Wichtig.
      • Von ThirdLife Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Schori
        Als hätte Intel keine anderen / einfacheren Möglichkeiten an die Daten zum Aufbau der Ryzen CPUs zu kommen.
        So naiv darf man nicht sein.
        Deutsche und Humor, schwieriges Thema. Muss immer separat als solcher ausgewiesen werden sonst kommt das nicht an. Regeln, Verbote, Ordnung. Wichtig.
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von DARPA
        Die eigenen Chips zu TSMC schieben und die Konkurrenzprodukte selbst fertigen.
        Cleverer Schachzug, Intel
        "Core mit besserer Fertigung als Ryzen" muss das Ziel sein.

        Zitat von rehacomp
        Dann hätte Intel AMD nicht das kopieren/nachbauen der eigenen Chips verbieten sollen

        Diese Chips sind alle aus Silizium, dennoch ist jeder anders. So könnte man bei Intel die Performance, von AMD die Effizienz und von anderen die Nischenspezialisierung kopieren und kombinieren. Fortschritt wäre dann aber wohl kaum noch möglich, Konkurrenz gibt´s ja dann keine mehr.
        Mischen wir dann auch CISC mit RISC und anderen Architekturen?
        AMD hat überhaupt keine Effizienz, TSMC hat die. Deren Fertigungsqualität versucht Intel tatsächlich zu kopieren respektive zu überbieten, bislang kamen nur mehr Versprechungen denn Ergebnisse bei raus. Aber daran würde sich nichts ändern, wenn sie für-Intel-Fertigung-Baupläne von Chipdesigns haben, die aus TSMC-Fertigung überzeugen. Deren Lacke, Beschichtungsverfahren, etc., das würde Intel sicherlicher brennend interessieren. Aber am fertigen Chip ist davon nur noch die Auswirkungen, nicht die Methoden zu sehen.

        Und bezüglich vieler anderer Vor- und Nachteile lässt sich oft sagen, dass sie einander bedingen. Klar kannst du mit einem vereinfachten ARM-Befehlssatz einen viel kleineren Decoder (oder gar keinen) verwenden und so viel kleinere Kerne bauen. Aber du solltest dann nicht erwarten, dass die bei komplexen, vom Compiler zusammengestückelten Befehlen die IPC eines x86 erreichen. Genauso kannst du mit einem kurzen AMD-8-Stationen-plus-Uplink-Ringbus super flott acht Kerne in einem CCX miteinander verbinden. Aber sobald deine Berechnungen die enge Zusammenarbeit von mehr als acht Kernen erfordern, siehst du gegenüber Intels größeren Ringen oder gar Meshs kein Land mehr. Umgekehrt loosen letztere auf kurzen Strecken, wo andere Techniken schlicht schneller sind. Eine CPU ist immer ein Kompromiss und die großen Unterschiede in der Real-World-Performance resultieren daraus, ob der Kompromiss sinnvoll war oder an den Anforderungen des Markts vorbeigeht. Das Intel Skylake X mit Mesh gebaut hat, war zum Beispiel ein absoluter Flopp für HEDT-Nutzer, die 8 bis 12 Kerne wollten. Aber für 2X-Servermodelle war es unverzichtbar.

        Für die Konkurrenz sind die grundsätzlicheren Ideen im nachhinein auch leicht nachvollziehbar, dafür braucht man nicht einmal die CPU selbst oder gar deren Baupläne. Aber das nützt einem halt nichts, wenn man in der eigenen Entwicklung die Weichen vor drei Jahren falsch gestellt hat. Intel hat über zwei Jahre gebraucht, um Netburst abzusägen und Desktop-CPUs auf Basis der ohnehin für mobile entwickelten Core-Architektur anzubieten. AMD brauchte sechs Jahre, um aus dem Bulldozer-Loch rauszukommen. Wenn man merkt, dass die eigenen Zielsetzungen eine Schnappsidee waren, ist es schon viel zu spät um bei der Konkurrenz nachzugucken, was die besser macht. Das grobe sieht man auch so, die Feinheiten sind hoffnungslos veraltet ehe man irgendwas davon in einem eigenen, neuen Prozessor umgesetzt hat.
      • Von rehacomp Software-Overclocker(in)
        Zitat von PCGH_Dave
        Am Ende ist ein Chip ein Chip. Die sitzen alle im gleichen Boot.
        Dann hätte Intel AMD nicht das kopieren/nachbauen der eigenen Chips verbieten sollen

        Diese Chips sind alle aus Silizium, dennoch ist jeder anders. So könnte man bei Intel die Performance, von AMD die Effizienz und von anderen die Nischenspezialisierung kopieren und kombinieren. Fortschritt wäre dann aber wohl kaum noch möglich, Konkurrenz gibt´s ja dann keine mehr.
        Mischen wir dann auch CISC mit RISC und anderen Architekturen?
      • Von latiose88 BIOS-Overclocker(in)
        Ich könnte mir vorstellen das was man bei Global Foundies in 12 nm und so mal Produzieren hat lassen bei Intel zu fertigen.Da kommt dann vielleicht ein sparsames Modell raus.Wäre ne alternative.Mit dem Chip kann man nicht wirklich viel Anfangen.Für AMD entsteht durch das keine Nachteile.Der Preis für das könnte durchaus eine Rolle spielen.Dann hätte AMD ein teil der Fertigung bei Intel.
        Alles wird AMD nicht fertigen lassen.Es ginge auch noch das man zweigleisig fährt ein teil also die kleinen CPUS bei Intel und die großen bei TSMC.Durch das würde es nie mehr wieder ein Engpass geben.
        Aber dafür müsste Intel gute Preise bei AMD aufrufen.Es wird also spannend sein ,welche Option hier in betracht gezogen wird.Würden die ganzen Hersteller also ausbleiben wäre das super schlecht für Intel.Ich könnte mir aber auch vorstellen wenn ein teil zu Intel wechselt.
        Dann wäre es AMD egal,weil das frei gewordenen Contegent kauft dann AMD und kann so ebenso mehr Chips fertigen bzw Proudzieren lassen.AMD gewinnt also so oder so,egal wie sie sich Entscheiden werden.
      • Von raPid-81
        Zitat von Neuer_User
        Intel will also wissen, wie die AMD Chips aufgebaut sind. Das haben sie nötig? So leer ist deren "Schublade"?
        Wohl kaum. Aber als Foundry (was AMD ja schon lange nicht mehr betreibt) sucht man halt Kunden. Und wer produziert in den neuesten Prozessen? Nvidia, AMD, Mediatek, Apple und ein paar wenige weitere. Die Auswahl an möglichen Kunden ist ziemlich begrenzt in dem Bereich.
      Direkt zum Diskussionsende
  • Print / Abo
    Apps
    PCGH Magazin 07/2026 PC Games 06/2026 play5 07/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 07/2026 LinuxUser 07/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games Hardware PC Games Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk