Dell flirtet mit AMD wegen Intels Versorgungslage

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Quelle: PC Games Hardware

Intels Lieferengpässe sind mittlerweile wohl jedem bekannt und auch wenn die Lage sich etwas entspannt hat, sind es vor allem die OEM-Partner, die weiter leiden. Dell flirtet nun offen mit AMD - sicher als Warnung an Intel, aber gewiss auch als Absicherung, sollte sich das Drama weiter im volumenstarken Office-PC-Segment festsetzen.

Intel hatte sich die Tage genötigt gesehen, in einem offenen Brief an die Partner eine Entschuldigung für die anhaltenden Lieferprobleme auszusprechen. Da beteuerte Michelle Johnston Holthaus, Executive Vice President, und zuständig für Sales, Marketing und Communication, dass in Santa Clara an der Lösung der Probleme gearbeitet wird. Wenig später wurde dann bekannt, dass Intel Chips bei Samsung fertigen lässt. "Es ist keine Überraschung, dass es ein hartes Jahr war, es macht das Leben komplizierter und ich erwarte, dass es noch ein oder zwei Quartale anhält ", kommentierte ein HP-Manager die Lage im Oktober.

Bei Dell sieht man das vermutlich ähnlich, denn einem Bericht zufolge evaluiert Dell nun AMD-Prozessoren im größeren Stil. Dells Chief Financial Officer Tom Sweet sagte nur kurz und knapp "We are evaluating AMD chips" - sicher auch als Warnung an Intel, langsam mal die Lage in den Griff zu bekommen. Dell bietet derzeit zwar Prozessoren mit dem gesamten Ryzen-3000-Protfolio an, aber die Angebotslage ist doch recht überschaubar.

Spannend wird es vor allem in Volumengeschäft, wenn Dell AMD-Prozessoren im großen Stil für Office-Rechner einsetzen würde. Das Problem ist da vor allem, dass Ryzen 3000 auf Matisse-Basis keine integrierte Grafikeinheit hat, womit nur die APUs auf Basis von Picasso bleiben sowie der jüngst vorgestellte Athlon 3000G mit in der Konfiguration 2/4 und 192 Shader (sowie natürlich Embedded-CPUs).

Auch lesenswert: Bilanztricks mit Intel-Geldern: Dell muss 100 Millionen US-Dollar Strafe zahlen

Dell hängt schon etwas an Intel, das macht die Betonung der 35-Jährigen Partnerschaft klar. Das wird zwar manch einem die Haare zu Berge stehen lassen - insbesondere nach den Skandalen in den 2000ern, wo auch Dell mit 100 Millionen US-Dollar Strafe (gegenüber akkumulierten 4,3 Milliarden US-Dollar Rabatt gewährt durch Intel) bei einem Vergleich bedacht wurde, aber so ist nun die Lage und AMD hatte sich bis zum Zen-Start auch nicht zwingend aufgedrängt.

Sollte Intel aber weiter schlecht liefern können und Dell Office-Rechner auf AMD umstellen, um überhaupt etwas verkaufen zu können, dürfte sich das für AMD durchaus lohnen. Die Margen sind bei CPUs von 50-150 US-Dollar zwar nicht riesig, aber die Menge macht es am Ende dann doch.

Quelle: CNN Money

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    • Kommentare (30)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von geisi2
        Wenn Intel da so gut und verlässlich ist warum hatten sie dann die Drecksmethoden und anders kann man das nicht nennen was da abgelaufen ist und wahrscheinlich im Hintergrund immer noch abläuft überhaupt notwendig. Es ist halt auch leicht zu glänzen wenn man den einzigen Mitbewerber mit unlauterem Wettbewerb fast in der Ruin getrieben hat.
        In den Ruin treiben wollte man AMD sicher nicht, sondern nur klein halten. Ruin wäre fürs Kartellamt bzw Intel problematisch gewesen. Und die schmutzigen Methoden - ja die gibt es immer noch. Exklusivagreements sind auch in der Softwarebranche nix neues und werden sogar von Spielern sehr gerne unterstützt (Epic Store usw)
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von geisi2
        Wenn Intel da so gut und verlässlich ist warum hatten sie dann die Drecksmethoden und anders kann man das nicht nennen was da abgelaufen ist und wahrscheinlich im Hintergrund immer noch abläuft überhaupt notwendig. Es ist halt auch leicht zu glänzen wenn man den einzigen Mitbewerber mit unlauterem Wettbewerb fast in der Ruin getrieben hat.
        In den Ruin treiben wollte man AMD sicher nicht, sondern nur klein halten. Ruin wäre fürs Kartellamt bzw Intel problematisch gewesen. Und die schmutzigen Methoden - ja die gibt es immer noch. Exklusivagreements sind auch in der Softwarebranche nix neues und werden sogar von Spielern sehr gerne unterstützt (Epic Store usw)
      • Von geisi2 Freizeitschrauber(in)
        Zitat von Bongripper666
        Ich werde mir den Arsch ablachen, wenn einer der großen OEM mit AMD auf die Schnauze fallen wird. AMD hat bis heute keine Referenz für eine langfristige Versorgung mit CPU für OEM Hersteller. Die Lieferengpässe bei Intel sind nicht schön, aber dann muss AMD erst einmal zeigen, ob sie wirklich etwas auf dem Kasten haben. Die Technik ist nur eine Seite der Medaille, was hier ja gerne bei dem Dauergehype um AMD (absichtlich) vergessen wird.
        Bin gespannt, was da noch kommen wird.
        Wenn Intel da so gut und verlässlich ist warum hatten sie dann die Drecksmethoden und anders kann man das nicht nennen was da abgelaufen ist und wahrscheinlich im Hintergrund immer noch abläuft überhaupt notwendig. Es ist halt auch leicht zu glänzen wenn man den einzigen Mitbewerber mit unlauterem Wettbewerb fast in der Ruin getrieben hat.
      • Von Rollora Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Tech_Blogger
        Was bringt dir so ein Beitrag?

        Woher glaubst du das zu wissen?

        Was wird denn vergessen?
        Also mot AMD haben sich in der Vergangenheit schon ein paar OEMs die Finger verbrannt, aber ich bin es leid die Erfahrungen von damals immer wieder durch bzw vorzukauen. Das lag damals ja auch an Qualitätsproblemen und Produktionsproblemen (damals noch bei AMD selbst)
        Zitat von P4TriX206
        Ich frag mich eh warum die nicht schon lange auf AMD bauen...AMD hat doch die eindeutig besseren Arbeitstiere wofür diese PCs ja eigentlich sind.
        Das ist ein sehr langatmiger Prozess Intel ist seit Jahren mit knapp 90 % Marktführer. Bis Händler mehr bestellen, AMD mehr Produziert (neue Verträge mit TSMC!!), neue Lager gebaut werden etc etc vergeht viel Zeit. Allen voran muss aber auch mehr und besseres Marketing her. Bauer Hans kennt Intel - wenn überhaupt- sicher aber nicht AMD. Bevor also der DAU Zugreift muss die Marke ab und zu wo erwähnt werden. Und dazu brauchts auch ein neues Image. Etwas, das über Jahre aufgebaut werden muss und auf keinen Fall der Fixxer fixen sollte
      • Von dragoon92 Kabelverknoter(in)
        Man kann als Kunde nur abwarten, was da kommen mag seitens Dell. Ich hätte ehrlich gesagt nichts dagegen, wenn es mehr Ryzen Notebooks gäbe dadurch.
        Die CES steht ja vor der Türe - vielleicht gibt es da noch das ein oder andere Informationshäppchen von beiden.
        Und die Embedded World kommt ja auch wieder Ende Februar (Wobei da ja kaum was neues Veröffentlicht wird)
      • Von Technologie_Texter BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von Bongripper666
        Ich werde mir den Arsch ablachen, wenn einer der großen OEM mit AMD auf die Schnauze fallen wird.
        Was bringt dir so ein Beitrag?

        Zitat
        AMD hat bis heute keine Referenz für eine langfristige Versorgung mit CPU für OEM Hersteller.
        Woher glaubst du das zu wissen?

        Zitat
        Die Technik ist nur eine Seite der Medaille, was hier ja gerne bei dem Dauergehype um AMD (absichtlich) vergessen wird.
        Was wird denn vergessen?
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