Zen 6 und PCIe 6.0: AMD bestätigt Next-Gen-Ryzen-Threadripper
AMD hat die nächste Generation der Ryzen Threadripper alias "Mustang Peak" in der eigenen Dokumentation aufgeführt: Zen 6 alias "Morpheus" in 2 nm, neuer Sockel TR6 und erstmals PCIe 6.0 sind gesetzt. Der Marktstart erfolgt nicht vor 2027.
AMD hat die nächste Generation seiner Ryzen Threadripper ohne Ankündigung in der eigenen technischen Dokumentation hinterlegt. Unter der Kennung "UG1866" führt der US-Hersteller aus dem kalifornischen Santa Clara seine kommenden Workstation- und HEDT-Prozessoren bereits unter dem Codenamen "Mustang Peak", gekoppelt an den neuen Sockel TR6 und die Zen-6-Architektur alias "Morpheus".
Quelle: AMD
AMD führt die kommenden Ryzen Threadripper ("Mustang Peak") bereits auf der Website.
Als zentrale Neuerung verzeichnet das Datenblatt PCIe 6.0. Aufgespürt hat den Eintrag der Datenbank-Analyst und Insider InstLatX64, welcher die zugehörige CPUID samt Plattform-Spezifikationen über den Kurznachrichtendienst X öffentlich machte. Einen ersten Bericht veröffentlichte daraufhin die Website Wccftech.
Die aktuellen Ryzen Threadripper 9000 alias "Shimada Peak" setzten noch auf Zen 5 alias "Nirvana" und den Sockel TR5, während die Verwandtschaft zu den Server-CPUs der Serie Epyc 9006 alias "Venice" mit Zen 6 alias "Morpheus" bei "Mustang Peak" deutlich enger ausfällt. Die Next-Gen-Ryzen-Threadripper werden mächtiger.
AMDs nächste Threadripper setzen auf Zen 6 und PCIe 6.0
Diese Angaben entstammen dabei keiner Gerüchteküche, sondern AMDs offizieller Dokumentation. Die exakten technischen Spezifikationen bleiben regulären Besuchern zwar verborgen, die Ausrichtung der professionellen Plattform gibt das Unternehmen bereits jetzt ganz unmissverständlich vor. Es ist klar, wo die Reise hingehen wird.
Sockel TR6 löst die aktuelle TR5-Plattform ab
Mit dem Sockel TR6 vollzieht AMD den ersten echten Plattformwechsel seit dem Sprung auf TR5. Der bisherige Sockel TR5 ("LGA4844") trägt seit Ryzen Threadripper 7000 alias "Storm Peak" zwei Generationen, ehe ihn TR6 beerbt. Die Redaktion von PCGH hatte den AMD Ryzen Threadripper 9980X und 9970X im Test.
Dabei dürfte AMD das bewährte Muster fortführen und den neuen Sockel eng an die kleinere Epyc-Plattform anlehnen, während der jeweilige Chipsatz weiterhin über die HEDT- oder Workstation-Ausrichtung entscheidet. Beim Arbeitsspeicher bleibt es hingegen bei DDR5, voraussichtlich aber mit mehr Kanälen und einer höheren Speicherkapazität. Threadripper Pro 9000 adressiert bis zu 2 Terabyte.
Zen 6 in 2 nm bringt Epyc Venice in die Workstation
Die Zen-6-Prozessorkerne von "Mustang Peak" entstehen wie bei Epyc 9006 "Venice" in TSMCs 2-nm-Fertigung und teilen sich mit den Servern weite Teile des Aufbaus. AMD bringt seine ersten Zen-6-Prozessoren noch in diesem Jahr mit Epyc 9006 "Venice" an den Start, die bereits in die Volumenfertigung übergegangen sind.
Quelle: AMD
AMD Ryzen Threadripper alias "Mustang Peak" und die TR6-Plattform auf der offiziellen Website.
Da Threadripper und Epyc auf nahezu identischen Die-Konfigurationen aufsetzen, übernimmt "Mustang Peak" deren Bausteine, darunter das doppelte I/O-Chiplet. Ein einzelnes CCD ("Core Complex Die") fasst bei Zen 6 bis zu zwölf Prozessorkerne. Wie viele davon AMD bei Threadripper bündelt, dokumentiert das Unternehmen bislang nicht; die aktuelle 9000-Serie reicht bis zu 96 Kernen und 384 MiB L3-Cache, eine Untergrenze, welche "Mustang Peak" kaum unterschreiten dürfte. Innerhalb der Gerüchteküche wird indes über 128 Kerne mit 256 Threads spekuliert.
PCIe 6.0 ist die eigentliche Neuerung der TR6-Plattform
PCIe 6.0 markiert beim Threadripper "Mustang Peak" den größten dokumentierten Fortschritt gegenüber der bisherigen TR5-Plattform. Für Workstation-Anwender zählen vor allem hohe Bandbreiten: Die Anbindung verdoppelt den Durchsatz je PCIe-Lane gegenüber PCIe 5.0 und ebnet schnelleren SSDs sowie KI-Beschleunigern der nächsten Generation den Weg in Workstations und HEDT-PCs.
Hinterlegt ist "Mustang Peak" in AMDs Datenbank als Family 1Ah Model A8h mit der CPUID BA0F80. Diese Kennungen ordnen den Prozessor klar der Zen-6-Generation zu und belegen, dass es sich nicht um eine Neuauflage bestehender Silizium-Designs, sondern um eine vollständig neue Prozessor-Generation handelt.
Marktstart von Mustang Peak nicht vor 2027
Den Marktstart der Ryzen Threadripper "Mustang Peak" verortet die Branche frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027. Zunächst legt AMD mit Epyc 9006 "Venice" vor, dessen finale Produkte und Zeitpläne das Unternehmen im Rahmen seiner Hausmesse Advancing AI am 22. Juli vorstellen dürfte. Es folgen dann die Desktop-Prozessoren der Ryzen-X-Serie ("Olympic Ridge"), ehe Threadripper traditionell als Letztes nachzieht.
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Quelle: AMD via InstLatX64 via Wccftech
