AMD Ryzen 9000 ("Granite Ridge"): Alle Fakten und Spekulationen

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AMD Ryzen 9000 ("Granite Ridge"): Alle Fakten und Spekulationen
Quelle: AMD

AMDs kommende Desktop-Prozessoren der Serie Ryzen 9000 ("Granite Ridge") auf Basis der neuen Zen-5-Mikroarchitektur sollen im Zeitplan liegen und spätestens zum Jahresende an den Start gehen. PCGH hat alle Informationen zusammengetragen.

AMDs kommende Desktop-Prozessoren der Serie Ryzen 9000 ("Granite Ridge") auf Basis der neuen Zen-5-Mikroarchitektur sollen im Zeitplan liegen und spätestens zum Jahresende an den Start gehen. PCGH hat alle bislang verfügbaren Informationen zusammengetragen, um neue Fakten ergänzt und entsprechend eingeordnet.

Ryzen 9000 ist bereits gut dokumentiert

Nachdem bereits Mitte 2023 die ersten wirklich handfesten Informationen zu den voraussichtlichen Spezifikationen der Ryzen 9000 ("Granite Ridge"), welche seinerzeit noch als Ryzen 8000 gehandelt wurden, durchgesickert waren, hatte der für derartige "Leaks" bekannte @Kepler_L2 auf Nachfrage von Peter Wetzlmaier, seines Zeichens Marketingmanager bei der österreichischen Adwerba Marketing Service GmbH, im Januar vermeldet, dass die Serienfertigung von Ryzen 9000 in der Zwischenzeit erfolgreich angelaufen sei. Der YouTuber "High Yield" bestätigt daraufhin die durchgesickerten Spezifikationen und nannte zudem neue Details, welche zwischenzeitlich von @momomo_us untermauert worden sind.

Ryzen 9000 ("Granite Ridge")*

  • AM5 ("LGA 1718")
  • Zen 5 CCDs ("Eldora")
  • Zen 5 CPU Cores ("Nirvana")
  • 6 bis 16 Zen-5-Prozessorkerne
  • iGPU mit RDNA 2 oder RDNA 3.5**
  • 65 bis 170 Watt Verlustleistung ("TDP")
    • Engineering Sample mit 105 Watt [ Quelle ]
      • Stepping: A0
    • Engineering Sample mit 170 Watt [ Quelle ]
      • Stepping: B0
  • Vergleichbare Taktfrequenzen wie Ryzen 7000
  • Bis zu 64 MiByte L3-Cache und 16 MiByte L2-Cache
  • I/O-Die soll von Ryzen 7000 übernommen werden
  • Fertigung in 4 Nanometern ("N4") bei TSMC
  • Support für DDR5 mit bis zu 6.400 MT/s
  • Release in 07/2024 bis 09/2024

*) nicht offiziell bestätigt. **) je nach verwendetem I/O-Die.

Die Redaktion von PCGH hatte bereits im November des vergangenen Jahres alle relevanten Gerüchte zu Ryzen 9000 zusammengetragen sowie entsprechend eingeordnet. Diese wurden hiermit um die neuen Informationen ergänzt.

Der für solche Vorabinformationen bekannte @momomo_us hat jetzt zwei Engineering Samples ("ES") oder auch Qualification Samples ("QS") in mehreren Versandunterlagen, sogenannten Warenbegleitpapieren, einer Zollbehörde ausfindig gemacht. Daraus geht hervor, dass AMD aktuelle Prototypen mit einer TDP von 105 und 170 Watt versendet, wie sie bereits von Ryzen 7000 ("Raphael") bekannt ist.

Ryzen 9000 soll absolut im Zeitplan liegen

Mehr und mehr eingegrenzt wird auch der Veröffentlichungszeitraum, der in die Monate Juni bis September 2024 fallen soll. Laut jüngster Gerüchte will AMD damit auch den kommenden Desktop-CPUs der Serie Intel Core Ultra 200 ("Arrow Lake-S") zuvorkommen und mindestens bis zu deren Vorstellung auf der Desktop-Plattform "dominieren". Intel hingegen soll aktuell ins Hintertreffen geraten sein, heißt es.

Dieses Gerücht war zuvor bereits vom YouTube-Kanal Moore's Law is Dead in Umlauf gebracht worden, welcher die oben genannte Quelle zitiert hatte. Während AMD weiterhin anstrebe, seine Ryzen 9000 mit Zen 5 im 3. Quartal zwischen Juli und September in den Markt zu entsenden, könnte sich das Release bei Intel durchaus bis Oktober und Dezember hinziehen. Auch ein Release zum Beginn des Jahres 2025 ist laut den Gerüchten nicht mehr ausgeschlossen, soll aber vermieden werden. Das Duell zwischen "Granite Ridge" und "Arrow Lake-S" wird mit Spannung erwartet.

6 bis 16 Prozessorkerne mit mehr IPC

Dass das "On-Package Chiplet Design" mit seinen einzelnen Dies erhalten bleibt und die Anzahl der Prozessorkerne ("Core Count") voraussichtlich beibehalten wird, war schon länger kein Geheimnis mehr. Während die IPC ("Instructions per Cycle"), die Instruktionen pro Taktzyklus, zweistellig (10 %+) steigen sollen, könnte erstmals Arbeitsspeicher nach JEDEC-Standard DDR5-6400 werkseitig zur Anwendung kommen und durch den Speichercontroller ("IMC") unterstützt werden. Die Mehrleistung soll laut @Kepler_L2 bei 40 % pro Prozessorkern liegen.

Hierbei bezieht sich der Leistungssprung im Vergleich zu Zen 4 jedoch lediglich auf den SPEC-Benchmark, was nicht gleichbedeutend mit 40 Prozent mehr IPC ist. Im Hinblick auf die zu erwartende Leistung sollten die Gerüchte noch mit größter Vorsicht genossen werden.

Zen 5 mit 30 Prozent mehr IPC als Zen 4?

Wie der für seine Vorabprognosen bekannte YouTube-Kanal "RedGamingTech" in seinem neuesten Video unter dem vielsagenden Titel "Zen 5 IPC Gains are absurd" schildert, möchte er aus "sehr verlässlichen Quellen" erfahren haben, dass die kommende Architektur eine mehr als 30 Prozent höhere IPC besitzt. Ein Leistungssprung dieser Größenordnung wäre außergewöhnlich.

IPC-Steigerung (Gen ➜ Gen):

  • Zen+ ‭➜ Zen 2: +15 Prozent
  • Zen 2 ‭➜ Zen 3: +19 Prozent
  • Zen 3 ‭➜ Zen 4: +13 Prozent
  • Zen 4 ➜ Zen 5: +30 Prozent*

*) nicht offiziell bestätigt.

Sollten sich diese Gerüchte, welche auch laut "RedGamingTech" in der aktuellen Form "absurd" seien, bestätigen, würden sie nicht nur den immensen Sprung von Zen 2 auf Zen 3 übertreffen, sie wären in gewisser Weise AMDs neuer "Ryzen-Moment". Die erste Zen-Generation legte seinerzeit im Vergleich zu Excavator hinsichtlich Instruktionen pro Taktzyklus ("IPC") um mehr als 40 Prozent zu.

IPC Gain Quelle: AMD Damals handelte es sich allerdings um eine von Grund auf neu entwickelte Architektur, deren Vorgänger zudem nicht zur absoluten Spitze gehörte und Prozessoren wie den AMD Athlon X4 970 ("Bristol Ridge") hervorbrachte. Ob ein ähnlich signifikanter Leistungssprung von Zen 4 zu Zen 5 möglich ist, darf bezweifelt werden.

Zen 5 soll hohe Taktfrequenzen ermöglichen

Während Beobachter hinsichtlich der Leistungssteigerung von Zen 4 auf Zen 5 eher mit einer IPC-Steigerung von 15 bis 20 Prozent rechnen, wurde bisher auch davon ausgegangen, dass die Taktfrequenzen zumindest geringfügig zurückgefahren werden. Auch hierzu möchte "RedGamingTech" neuer Informationen haben.

Die Taktfrequenzen erfahren keine Regression und sind ausgezeichnet.

- RedGamingTech -

Während sich die Gerüchte zu Ryzen 9000 ("Granite Ridge"), die PCGH bereits zuvor entsprechend eingeordnet hatte, weiter zu bestätigen scheinen, liefert die Gerüchte zu Zen 5 weitere Hintergründe, die aber ebenfalls noch mit größter Vorsicht genossen werden sollten. AMD selbst hat sich diesbezüglich bislang nicht geäußert.

  • Laut einer sehr zuverlässigen Quelle beträgt der IPC-Zuwachs über 30 Prozent.
  • Laut einer anderen Quelle sind die IPC-Zuwächse höher als beim Wechsel von Zen 2 zu Zen 3.
  • Ich bleibe vorerst skeptisch. Weil die Steigerungen so absurd sind, gehe ich davon aus, dass sie 15 bis 20 Prozent betragen, und hoffe, dass es mehr sind.
  • Möglicherweise skaliert Zen 5 architektonisch besser für Server, sodass die IPC auf Turin wahrscheinlich etwas besser ist als auf Granite Ridge.

- RedGamingTech -

Hinsichtlich des Fahrplans von AMD im Hinblick auf die Einführung von Zen 5 konnte mittlerweile etwas mehr Licht ins Dunkle gebracht werden, und zwar von ganz offizieller und zugleich höchster Stelle.

AMD bestätigt Zen 5 offiziell für 2024

AMD hat jetzt die Mikroarchitekturen für seine mobilen Next-Gen-APUs aus der Serie Ryzen 9050 ("Strix Point") im Rahmen einer Veranstaltung in Peking offiziell bestätigt und erklärt, dass, wie erwartet wurde, Zen 5, RDNA 3+ und XDNA 2 für die Nachfolger der Serie Ryzen 8040 ("Hawk Point") zum Einsatz kommen werden. Auf der Bühne erklärte AMD-CEO und Präsidentin Dr. Lisa Su, dass die APUs in 2024 starten. In Datenbanken tauchen mittlerweile auch Samples von Epyc 9005 ("Turin") auf, weshalb davon auszugehen ist, dass Zen 5 in 2024 alle Segmente bedient.

Ryzen 9000X3D ("Granite Ridge-X") soll Anfang 2025 folgen

Während Ryzen 9000 ("Granite Ridge") voraussichtlich zwischen Juli und September 2024 an den Start gehen könnte, wird von einer Vorstellung der speziell für die Spieler interessanten Ryzen 9000X3D ("Granite Ridge-X") zur CES 2025, welche vom 7. bis 10. Januar 2025 in Las Vegas stattfindet, ausgegangen. Spätestens dann soll das große CPU-Duell zwischen AMD Ryzen 9000 und Intel Core Ultra 200 steigen.

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Quelle: @momomo_us via X, High Yield via YouTube, RedGamingTech via YouTube

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    • Kommentare (86)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von blautemple Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Hagal
        und wird werden dann sehen was in 5 Jahren noch mehr Reserven hat dein 7800 oder mein 7960
        Da reicht ein kurzer Blick in die Vergangenheit. Welche CPU ist heute in Spielen schneller? Ein 2950X oder ein 3700X? Von mir aus kannst auch auch einen 2700X und einen 2950X vergleichen. Das ändert nichts ^^

        In Spielen wird eine HEDT CPU auch in weiteren 5 Jahren, wahrscheinlich auch in 10 Jahren, nicht schneller als ein 7800X3D sein.
      • Von blautemple Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Hagal
        und wird werden dann sehen was in 5 Jahren noch mehr Reserven hat dein 7800 oder mein 7960
        Da reicht ein kurzer Blick in die Vergangenheit. Welche CPU ist heute in Spielen schneller? Ein 2950X oder ein 3700X? Von mir aus kannst auch auch einen 2700X und einen 2950X vergleichen. Das ändert nichts ^^

        In Spielen wird eine HEDT CPU auch in weiteren 5 Jahren, wahrscheinlich auch in 10 Jahren, nicht schneller als ein 7800X3D sein.
      • Von latiose88 BIOS-Overclocker(in)
        Na zum reinen zocken eignet der sich ja nicht weil diese cpu nicht optimal ausgelastet wird. Mit so vielen 4,6 oder 8 Kern spielen sieht es halt sehr schlecht für den 24 Kerner aus. Es sei denn man macht 2 Sachen gleichzeitig, wie zocken und was intensives im Hintergrund, dann ja.
      • Von pdk PC-Selbstbauer(in)
        Zitat von Maddoc6
        Ein 7950X ist nun mal keine optimale Gaming CPU. Dessen Stärken sind ganz wo anders zu suchen. In Anwendungen wischt der 7950X mit dem 5600x schlicht den Boden auf.
        Ich rede vom 7960x, den Hagal ja als Top Gamer CPU verkauft
      • Von empy Lötkolbengott/-göttin
        Zitat von Incredible Alk
        Ein Workaround dafür ist übrigens, wenn eine Operation verschiedene Ergebnisse liefern kann die darauf folgenden Rechnungen die eigentlich auf das Ergebnis warten müssten einfach alle schon auszuführen - und dann wenn das Ergebnis da ist alle die nicht eingetroffen sind zu verwerfen.
        Das geht aber eigentlich nur bei bedingten Sprüngen. Da kann man heuristisch ermitteln, ob es wahrscheinlich ist, dass ein Sprung erfolgt oder nicht und auch die Zieladdresse cachen. Das eliminiert einen Großteil der Verzögerungen bei der Ausführung von Schleifen, weil da oft der gleiche Sprung passiert.
        Zitat von Incredible Alk
        Künstliches Beispiel: Das Ergebnis von Rechnung A könnte 00 oder 01 oder 10 oder 11 sein. Anstatt jetzt mit Rechnung B zu warten bis das Ergebnis da ist berechnet die CPU das Ergebnis C für 00, 01, 10 und 11 - und wenn dann Rechnung A fertig ist werden die drei falschen Endergebnisse verworfen, das richtige ist aber schon fertig.
        Das wäre mit viel Aufwand vermutlich möglich, allerdings hat man schon bei einem achtbittigen Datentyp kaum noch eine Chance, das richtige Ergebnis zu treffen, wenn man nicht die Zahl der ALUs deutlich erhöht und es besteht die Chance, dass man Einheiten belegt, die doch noch anderweitig hätten verwendet werden können.
        Zitat von Incredible Alk
        Diese Art von Prefetch ist schnell(er) als warten und man kann viele ALUs parallel auslasten - aber dann geht das Geschreie wieder los weil das natürlich sehr ineffizient ist wenn 3 von 4 Rechnungen "unnötig" waren, sprich man erhöht die Auslastung der ALUs stark und damit auch die Leistungsaufnahme der CPU stark dafür, dass man am Ende ein bisschen schneller ist.
        Naja, wenn man wirklich nicht weiß, was man braucht, hat man schlechte Karten. Man kann teilweise natürlich vorher schon wissen, was man braucht, aber das ist ungefähr das, was man in der Regel mit der bisher verfügbaren Parallelität gut bedienen kann und für die Ausnahmen gibt es halt SIMD.
        Zitat von Incredible Alk
        Diese Tradeoffs sind halt wirklich irre komplex. Deswegen wird ja bei jeder einzelnen Interation von CPU-Architekturen das "Prefetching verbessert" bzw. da ist seit Jahrzehnten bis heute und in Zukunft Performance zu holen. Das reine "MEHR POWER!!" ist sowohl was die wortwörtliche Leistungsaufnahme als auch die Anzahl von gut skalierenden Paralleleinheiten (und Kernen...) einer CPU für übliche Endkundenworkloads ziemlich am Limit angekommen.
        Um die sequentiellen Flaschenhälse zu weiten, bzw. Behinderungen im Programmfluss zu vermeiden, muss man halt immer mehr Aufwand für immer geringere Ergebnisse betreiben. Kleinere Fertigungsprozesse können helfen, weil man z.B. mehr schnellen Cache in Taktlatenzreichweite unterbringen kann, ansonsten hätte man wieder einen Trade-Off von mehr Cache aber mit höherer Latenz.
      • Von Incredible Alk Flüssigstickstoff-Guru (m/w)
        Zitat von empy
        Es gibt einfach Aufgaben, die nicht zulassen, dass man sehr viele Dinge gleichzeitig berechnet, weil Berechnungen von den Ergebnissen vorhergehender Berechnungen abhängen.
        Ein Workaround dafür ist übrigens, wenn eine Operation verschiedene Ergebnisse liefern kann die darauf folgenden Rechnungen die eigentlich auf das Ergebnis warten müssten einfach alle schon auszuführen - und dann wenn das Ergebnis da ist alle die nicht eingetroffen sind zu verwerfen.

        Künstliches Beispiel: Das Ergebnis von Rechnung A könnte 00 oder 01 oder 10 oder 11 sein. Anstatt jetzt mit Rechnung B zu warten bis das Ergebnis da ist berechnet die CPU das Ergebnis C für 00, 01, 10 und 11 - und wenn dann Rechnung A fertig ist werden die drei falschen Endergebnisse verworfen, das richtige ist aber schon fertig.

        Diese Art von Prefetch ist schnell(er) als warten und man kann viele ALUs parallel auslasten - aber dann geht das Geschreie wieder los weil das natürlich sehr ineffizient ist wenn 3 von 4 Rechnungen "unnötig" waren, sprich man erhöht die Auslastung der ALUs stark und damit auch die Leistungsaufnahme der CPU stark dafür, dass man am Ende ein bisschen schneller ist.

        Diese Tradeoffs sind halt wirklich irre komplex. Deswegen wird ja bei jeder einzelnen Interation von CPU-Architekturen das "Prefetching verbessert" bzw. da ist seit Jahrzehnten bis heute und in Zukunft Performance zu holen. Das reine "MEHR POWER!!" ist sowohl was die wortwörtliche Leistungsaufnahme als auch die Anzahl von gut skalierenden Paralleleinheiten (und Kernen...) einer CPU für übliche Endkundenworkloads ziemlich am Limit angekommen.
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