AMD, Intel und Nvidia bitten Joe Biden um Unterstützung bei der US-Halbleiterfertigung

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AMD, Intel und Nvidia bitten Joe Biden um Unterstützung bei der US-Halbleiterfertigung
Quelle: Globalfoundries

Die großen US-Halbleiterunternehmen haben Joe Biden aufgefordert, Anreize für die Fertigung in den USA zu schaffen. Andernfalls könnte der US-Marktanteil an der globalen Halbleiterfertigung noch weiter zurückfallen.

Die Fertigung von Halbleitern ist auch für die Politik ein wichtiges Thema. Selbst erfahrene Foundries wie TSMC können Produktionslinien für Halbleiter nicht einfach aus dem Boden stampfen, und aufgrund der hohen Investitionskosten sind die produzierenden Unternehmen bei der Errichtung neuer Fabriken meist eher zurückhaltend. Andererseits steht die moderne Industrie ohne eine stabile Versorgung mit Halbleitern vor großen Problemen. Deshalb versuchen Europa und die USA, die zunehmend nach Asien ausgelagerte Halbleiterfertigung teilweise wieder zurückzuholen.

US-Halbleiterunternehmen wollen Subventionen

Um das im Falle der USA zu ermöglichen, hat die Semiconductor Industry Association, die 98 Prozent der US-Halbleiterunternehmen vereint, einen Brief an den neuen US-Präsident Joe Biden verfasst. Dieser wurde unter anderem von den CEOs von AMD, Intel, Nvidia, IBM, Broadcom und Qualcomm unterzeichnet. Damit hat der Text wohl in gewisses Gewicht, es handelt sich hier schließlich um große und wichtige US-Unternehmen.

In dem Brief fordern die Unternehmen Joe Biden auf, umfangreiche Anreize für die US-Halbleiterindustrie zu schaffen - beispielsweise in Form von Zuschüssen oder Steuervergünstigungen. Außerdem soll der neue US-Präsident auch Mittel für die Halbleiterforschung vorsehen.

"We therefore urge you to include in your recovery and infrastructure plan substantial funding for incentives for semiconductor manufacturing, in the form of grants and/or tax credits, and for basic and applied semiconductor research. We believe bold action is needed to address the challenges we face. The costs of inaction are high."

"Wir fordern Sie daher auf, in Ihrem Konjunktur- und Infrastrukturplan umfangreiche Mittel für Anreize für die Halbleiterfertigung in Form von Zuschüssen und/oder Steuergutschriften sowie für die Grundlagen- und angewandte Halbleiterforschung vorzusehen. Wir glauben, dass mutige Maßnahmen erforderlich sind, um die Herausforderungen, vor denen wir stehen, anzugehen. Die Kosten der Untätigkeit sind hoch."

Auch interessant: Intel erläutert den Stand zur 7-nm-Fertigung und Pläne mit der Chip-Produktion

In dem Schreiben wird betont, dass sich der US-Marktanteil bei der Halbleiterfertigung seit dem Jahr 1990 deutlich reduziert hat. Er ist von 37 auf nur noch 12 Prozent gefallen. Ohne weitere Anreize durch die US-Politik sehen die Unternehmen offenbar keinen Grund, ihre Fertigung nicht in andere Länder zu verlegen, in denen diese günstiger wäre. Das würde den Marktanteil der USA noch weiter reduzieren und damit, laut dem Brief, potentiell die nationale Sicherheit gefährden

Quelle: CRN via PC Gamer

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    • Kommentare (50)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Moriendor
        Samsung baut jetzt eine Fab in Austin, TX, wo ca. 1800 Arbeitsplätze entstehen. Das sind 1800 Steuerzahler (über die Umsatzsteuer, weil TX ja keine Einkommenssteuer hat), viele davon hochqualifiziert. Die wohnen dann dort, kurbeln den Konsum an (wieder Umsatzsteuer), deren Kinder gehen zur Schule oder zum College und getreu dem Motto "der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" wird dies positive Effekte auf den Gesamtbildungsstandard in der jeweiligen Region haben usw. etc. pp.
        Für die Kommune und den Bundesstaat ergeben sich unschätzbare Wertschöpfungsketten weit über die "paar Kröten" an Steuer hinaus, die ihnen bei einer Befreiung entgehen könnten. Man muss da in größeren Kategorien denken.

        Es ist also keineswegs ein selbstloser Akt oder gar ein Minusgeschäft, wenn die Regierung Steuererleichterungen oder Zuschüsse gewährt, sondern ganz im Gegenteil sollten und werden die US-Regierung und die Bundesstaaten sich da nicht zwei Mal bitten lassen. Ich glaube die (positive) Antwort von Biden wird nicht lange auf sich warten lassen.
        Samsung selbst hat für die ersten 20 Jahren 7,3 Milliarden US-Dollar an Gehalt für die Angestellten im neuen Werk eingeplant. Bei rund 6 Prozent Umsatzsteuer in Texas 0,4 Milliarden US-Dollar Steuereinnahmen für die Gegend. Im Gegenzug verlangt Samsung "Incentives" nicht nur für die neue, sondern auch für bestende Fabs, im Gegenwert von 1,1 Milliarden US-Dollar.

        Das wären nach Adam Milchmädchen rund 1.600 US-Dollar pro Monat und Mitarbeiter, die staatliche Institutionen draufzahlen (davon ausgehend, dass sich zusätzliche Einnahmen z.B. aus Landverkauf und weiterem Arbeitsbedarf während des Baus und zusätzliche Ausgaben z.B. für die Straßen-, Strom- und Wasserinfrastruktur die Waage halten). Der jetzt verfasste Brief wurde aber erst nach Samsungs Ausbauplänen veröffentlicht und fordert eine Intensivierung der öffentlichen Förderung über das bestehende Niveau hinaus.

        Zitat von Hannesjooo
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Du fährst bestimmt auch mit der Deutschen Bahn?
        Ein mit Deutschen Steuergeldern geschaffenes ehemaliges Staatsunternehmen das
        Privatisiert und an den Steuerzahler verkauft wurde...
        Telekom, Post, Postbank etc....
        Mir alles recht, Hauptsache es werden Arbeitsplätze geschaffen und die Preise niedriger,
        wait ging auch nicht bei den oben genannten Unternehmen...
        Sollen die doch machen wie immer, Geld regiert die Welt.
        Im Gegensatz zur Telekom wurde die Bahn nur privatisiert, befindet sich aber weiterhin in Staatsbesitz. Mir zu erklären, was dass dann überhaupt bringen soll, würde vermutlich den hiesigen Rahmen sprengen, aber im Ergebnis landen alle etwaigen Gewinne, die die Bahn dank Übernahme von Kosten durch den Staat vielleicht irgendwann mal machen könnte, wieder beim Staat. Wird dagegen ein Unternehmen in Privatbesitz subventioniert, dass gleichzeitig Dividenden ausschüttet, findet eine direkte Verlagerung von Steuergeldern auf die Privatkonten der Eigentümer statt.

        Darauf wollte ich aber gar nicht hinaus, das gilt für sehr viele Subventionen. Das besondere bei diesem Brief ist, dass ein Teil der Unterzeichner durchaus schon Fabs hatte, gebaut zum Teil mit Steuergeldern, diese dann aber verkauft hat und jetzt fordert, dass man Neubauten erneut aus der Staatskasse bezahlen sollte. Das wäre so als wenn alle ICEs nach China Spanien verkauft werden, das eingenommene Geld an irgendwelche Aktienfonds geht und die DB dann schreibt "Liebe Regierung, wisst ihr, was echt mal geil wäre? Öffentlicher Personenverkehr! Leider haben wir nur gute Ideen, aber keine Züge. Könnt ihr da nicht was machen? Eure Bahn"
      • Von PCGH_Torsten Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Moriendor
        Samsung baut jetzt eine Fab in Austin, TX, wo ca. 1800 Arbeitsplätze entstehen. Das sind 1800 Steuerzahler (über die Umsatzsteuer, weil TX ja keine Einkommenssteuer hat), viele davon hochqualifiziert. Die wohnen dann dort, kurbeln den Konsum an (wieder Umsatzsteuer), deren Kinder gehen zur Schule oder zum College und getreu dem Motto "der Apfel fällt nicht weit vom Stamm" wird dies positive Effekte auf den Gesamtbildungsstandard in der jeweiligen Region haben usw. etc. pp.
        Für die Kommune und den Bundesstaat ergeben sich unschätzbare Wertschöpfungsketten weit über die "paar Kröten" an Steuer hinaus, die ihnen bei einer Befreiung entgehen könnten. Man muss da in größeren Kategorien denken.

        Es ist also keineswegs ein selbstloser Akt oder gar ein Minusgeschäft, wenn die Regierung Steuererleichterungen oder Zuschüsse gewährt, sondern ganz im Gegenteil sollten und werden die US-Regierung und die Bundesstaaten sich da nicht zwei Mal bitten lassen. Ich glaube die (positive) Antwort von Biden wird nicht lange auf sich warten lassen.
        Samsung selbst hat für die ersten 20 Jahren 7,3 Milliarden US-Dollar an Gehalt für die Angestellten im neuen Werk eingeplant. Bei rund 6 Prozent Umsatzsteuer in Texas 0,4 Milliarden US-Dollar Steuereinnahmen für die Gegend. Im Gegenzug verlangt Samsung "Incentives" nicht nur für die neue, sondern auch für bestende Fabs, im Gegenwert von 1,1 Milliarden US-Dollar.

        Das wären nach Adam Milchmädchen rund 1.600 US-Dollar pro Monat und Mitarbeiter, die staatliche Institutionen draufzahlen (davon ausgehend, dass sich zusätzliche Einnahmen z.B. aus Landverkauf und weiterem Arbeitsbedarf während des Baus und zusätzliche Ausgaben z.B. für die Straßen-, Strom- und Wasserinfrastruktur die Waage halten). Der jetzt verfasste Brief wurde aber erst nach Samsungs Ausbauplänen veröffentlicht und fordert eine Intensivierung der öffentlichen Förderung über das bestehende Niveau hinaus.

        Zitat von Hannesjooo
        [Ins Forum, um diesen Inhalt zu sehen] Du fährst bestimmt auch mit der Deutschen Bahn?
        Ein mit Deutschen Steuergeldern geschaffenes ehemaliges Staatsunternehmen das
        Privatisiert und an den Steuerzahler verkauft wurde...
        Telekom, Post, Postbank etc....
        Mir alles recht, Hauptsache es werden Arbeitsplätze geschaffen und die Preise niedriger,
        wait ging auch nicht bei den oben genannten Unternehmen...
        Sollen die doch machen wie immer, Geld regiert die Welt.
        Im Gegensatz zur Telekom wurde die Bahn nur privatisiert, befindet sich aber weiterhin in Staatsbesitz. Mir zu erklären, was dass dann überhaupt bringen soll, würde vermutlich den hiesigen Rahmen sprengen, aber im Ergebnis landen alle etwaigen Gewinne, die die Bahn dank Übernahme von Kosten durch den Staat vielleicht irgendwann mal machen könnte, wieder beim Staat. Wird dagegen ein Unternehmen in Privatbesitz subventioniert, dass gleichzeitig Dividenden ausschüttet, findet eine direkte Verlagerung von Steuergeldern auf die Privatkonten der Eigentümer statt.

        Darauf wollte ich aber gar nicht hinaus, das gilt für sehr viele Subventionen. Das besondere bei diesem Brief ist, dass ein Teil der Unterzeichner durchaus schon Fabs hatte, gebaut zum Teil mit Steuergeldern, diese dann aber verkauft hat und jetzt fordert, dass man Neubauten erneut aus der Staatskasse bezahlen sollte. Das wäre so als wenn alle ICEs nach China Spanien verkauft werden, das eingenommene Geld an irgendwelche Aktienfonds geht und die DB dann schreibt "Liebe Regierung, wisst ihr, was echt mal geil wäre? Öffentlicher Personenverkehr! Leider haben wir nur gute Ideen, aber keine Züge. Könnt ihr da nicht was machen? Eure Bahn"
      • Von malajo Komplett-PC-Aufrüster(in)
        Micron hat selbst FAB`s in den Staaten, Intel sind nicht die einzigen. Infineon hat massiv in Villach investiert, GF erhöht das Produktionsvolumen in DD um den Faktor 2,5. Es sind sehr viele Chips aus Europa in z.B. aktuellen Smartphones vebaut, die Dinger laufen nicht nur mit einem ARM SoC
      • Von gangville Software-Overclocker(in)
        Zitat von Albatros1
        Die meisten Konsumenten verstehen nicht was ein Monopol ist, erst wenn es besteht und sich die Eigenschaften eines Monopols zeigen. Erfahrungsgemäß ist es dann fast immer zu spät noch etwas zu ändern.
        Die Konsumgesellschaft hat sich total verändert. Heute Zahlen viele Menschen hohe Graumarktpreise für Rolexuhren, obwohl die es viel günstiger zum LP gibt. Wenn es nur nicht die Käufer gibt. Diese Grafikkartenknappheit geht mir total auf die Nerven.
        Kinder kaufen Pokemonkarten Displays für 400€, obwohl es sie vor einem Jahr für 90€ gegeben hat. Social Media ist auch ein großes Problem. Jeder geht nur noch nach Hype. Alles Kindergarten hier. Früher war der Markt noch ruhig und normal.
      • Von Albatros1 Software-Overclocker(in)
        Zitat von gangville
        Nvidia und AMD verdienen schon genug Geld durch Miner. Sollen sie ihr eigenes Geld investieren.
        Letztendlich wird der Steuerzahler zur Kasse gebeten, damit die CEOs in der Pandemie noch mehr Geld verdienen. Reiche werden reicher. Kryptowährungen und Corona bringt die Konsumwirtschaft total durcheinander.
        Hier bildet sich eine Elite, die Monopolstellungen haben.
        Die meisten Konsumenten verstehen nicht was ein Monopol ist, erst wenn es besteht und sich die Eigenschaften eines Monopols zeigen. Erfahrungsgemäß ist es dann fast immer zu spät noch etwas zu ändern.
      • Von gangville Software-Overclocker(in)
        Nvidia und AMD verdienen schon genug Geld durch Miner. Sollen sie ihr eigenes Geld investieren.
        Letztendlich wird der Steuerzahler zur Kasse gebeten, damit die CEOs in der Pandemie noch mehr Geld verdienen. Reiche werden reicher. Kryptowährungen und Corona bringt die Konsumwirtschaft total durcheinander.
        Hier bildet sich eine Elite, die Monopolstellungen haben.
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