AMD Bulldozer: erste Architektur-Informationen zum Phenom-Nachfolger

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Beim "Analyst Day" verriet AMD Details zur kommenden CPU-Generation mit Codenamen Bulldozer, die die bekannte Phenom-Riege ablösen wird.

Bei der Vorstellung der Roadmaps für Desktop- und Server-CPUs auf AMDs Financial Analyst Day kamen einige neue Informationen zur künftigen CPU-Architektur mit Codenamen Bulldozer ans Licht. Bulldozer wird AMDs erste vollständig neue Architektur seit dem K7 (Athlon), dessen Nachfolger von K8 bis K10 stets nur größere Evolutionsschritte darstellten. Eigentlich sollten Bulldozer-CPUs bereits 2009, dann 2010 verfügbar sein, laut der neuesten Roadmap kommen die Prozessoren mit vier oder acht Kernen erst 2011 auf den Markt. Die Desktop-Versionen heißen Zambezi (High-End, 4 oder 8 Kerne) und Llano (Mainstream, 4 Kerne) und sind Teil der Plattformen Scorpius und Lynx, die nach wie vor den Sockel AM3 und DDR3-Speicher nutzen. Gefertigt wird Bulldozer im 32-nm-SOI-Prozess bei Globalfoundries.

Beim Analyst Day präsentierte AMD den schematischen Aufbau der Bulldozer-CPUs. Demnach enthält jedes Bulldozer-Modul zwei CPU-Kerne, die sich zu Vier- oder Achtkern-CPUs kombinieren lassen. Dabei handelt es sich um "ungeteilte", eigenständige Kerne, nicht etwa um eine Hyperthreading-Technik, wie Intel sie beim Core i7 und beim Atom einsetzt. Jeder Kern besteht aus einer Einheit für die Integer-Berechnung mit vier Pipelines, der außerdem ein eigener Scheduler und L1-Cache zur Verfügung steht. In jedem Modul aus zwei Kernen findet sich außerdem eine doppelte 128-Bit-FPU (Floating Point Unit für die Berechnung von Gleitkommazahlen), ebenfalls mit einem eigenen Scheduler. Damit wird die bereits 2007 angekündigte Befehlssatzerweiterung SSE5 möglich sein. Beide Kerne eines Moduls teilen sich einen L2-Cache, alle Module zusammen wiederum nutzen einen gemeinsamen L3-Cache und Speichercontroller ("Northbridge").

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    • Kommentare (40)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Bucklew BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von ruyven_macaran
        Jup, AMD hat alle PCI-E Controller in dem Chip, der typischerweise "Northbridge" genannt wird, wobei es -abgesehen von der Position auf dem Mainboard- keine einheitliche Definition dessen gibt, was man "Northbridge" oder "Southbridge" nennt, die eigentlichen Funktionen können nahezu willkürlich verteilt sein.
        eigentlich sind diese Bezeichnungen "Northbridge" und "Southbrige" ja auch keine funktionellen Bezeichnungen, sondern einfach nur Unterscheidungen im Sinne von "oben" und "unten".
      • Von Bucklew BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von ruyven_macaran
        Jup, AMD hat alle PCI-E Controller in dem Chip, der typischerweise "Northbridge" genannt wird, wobei es -abgesehen von der Position auf dem Mainboard- keine einheitliche Definition dessen gibt, was man "Northbridge" oder "Southbridge" nennt, die eigentlichen Funktionen können nahezu willkürlich verteilt sein.
        eigentlich sind diese Bezeichnungen "Northbridge" und "Southbrige" ja auch keine funktionellen Bezeichnungen, sondern einfach nur Unterscheidungen im Sinne von "oben" und "unten".
      • Von Stefan Payne Kokü-Junkie (m/w)
        Richtig, wobei es (auch für AMD) Single Chip Chip'sätze' gibt wie z.B. den MCP78 aka Geforce 8200/nForce 730a.

        NB (PCIe Teil) und SB (I/O Teil) zu trennen gibt auch noch etwas mehr Flexiblität, man kann so z.B. den Funktionsumfang erweitern und z.B. mehr S-ATA Ports hinzufügen, ohne was an der NB ändern zu müssen.
        Hat aber auch den Nachteil des Platzbedarfes (und ev. auch Kosten)
      • Von ruyven_macaran Trockeneisprofi (m/w)
        Jup, AMD hat alle PCI-E Controller in dem Chip, der typischerweise "Northbridge" genannt wird, wobei es -abgesehen von der Position auf dem Mainboard- keine einheitliche Definition dessen gibt, was man "Northbridge" oder "Southbridge" nennt, die eigentlichen Funktionen können nahezu willkürlich verteilt sein.
      • Von klaerchen Freizeitschrauber(in)
        Ich fasse nochmal zusammen; war ein bißchen viel auf einmal:
        Also eine NB kann auch zu Teil die Funktionen einer SB übernehmen und umgekehrt. Wiederum kann der Prozessor einige oder gar ganze Teile der Northbridge in sich aufnehmen, sei es in den Kern integriert oder wie beim i3/i5 Clarkdale als Chip-neben-Chip auf dem gleichen Gehäuse.

        Ein direkter Vergleich mit AMD und Intel ist so nicht möglich. Beides hat seine Vor- und Nachteile.
        Bei AMD sitzt aber der PCIe-Controller noch in dem "Northbridgechip". Hab ich das so richtig verstanden?
      • Von Stefan Payne Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von ruyven_macaran
        Thx.
        Ist die Quelle verlässlich?
        Weil auf dem Diagramm seh ich nur eine einzige Decodereinheit und nur eine FPU, die von diesem direkt angesprochen wird. Auf den AMD Folien sind die Kerne deutlich klarer getrennt (und haben auch 4 identische statt 2x2 Pipelines).
        Naja, er hat sich das ganze aus den Patenten zusammengesucht, von daher ist das nicht mehr als eine (recht genaue) Spekulation

        Zitat von ruyven_macaran
        Was mir an der Stelle auffällt:
        Zählen für Windows bzw. Software allgemein nicht letztendlich die Decoder?
        D.h. die hier gezeigten Cluster hätten zwar zwei Funktionseinheiten (bzw. wäre eine asymetrische Ansammlung von zwei großen Integer- und einer FP-Einheit), wären aber softwareseitig nur ein Kern. (So wie umgekehrt eine CPU mit HT als Doppelkern erscheint, weil sie zwei getrennte Decoder haben und das System nicht sehen kann, dass diese auf nur eine Recheneinheit zurückgreifen)
        So wie das ausschaut, würd ich sagen, das dieser eine Bulldozer als 2 Kerne erscheint.
        Ist ja beim P4 mit SMT ja auch nicht anders gewesen.
        Nur mit dem Unterschied, das man hier wirklich 2 (ALU) Kerne hat und eine gesharte FPU.
        Zitat von ruyven_macaran
        Das wiederspricht zwar auf dem ersten Blick der Überschrift auf den AMD Folien, würde aber zu dem alten Gerücht passen, dass AMD an einem "Anti-HT" arbeitet, dass viele Kerne zu einem zusammenschaltet. (was ja auch Leistungstechnisch Vorteile bringen kann, wenn man die entstehende Rechenlast gut verteilt - etwas, wo AMD die Erfahrungen aus der Radeon-Threadverwaltung einbringen könnte). Außerdem könnte man so die Umgebung der Cluster ähnlich gestalten, wie bisher die Umgebung der Kerne, da sie nach außen hin nur ein (sehr leistungsfähiger) Kern wären.
        Naja, abwarten und Tee rauchen, was man hier denn nun wirklich machen kann und wied as denn nun wirklich funktioniert bzw ob man biede Blücke auch zusammenfassen könnte.

        Dresdenboy vermutet auch, das der Bulldozer 'nen Trace Cache haben wird, der ist aber noch nicht in dem Diagramm drin.
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