Halbleitermangel: Opel-Mutterkonzern Stellantis entwickelt eigene Chips

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STLA Smart Cockpit ab 2024 u.a. bei Jeep
Quelle: Stellantis

Der Mutterkonzern von Opel hat verkündet, künftig eigene Chips zu entwickeln. Gemeinsam mit Foxconn sollen ab 2024 die Chipsätze in Stellantis-Fahrzeugen Einzug halten.

Vor wenigen Tagen äußerte sich der Chef der VW-Group Herbert Diess verhalten optimistisch, dass man hoffentlich bald das Schwierigste geschafft habe. Die Rede ist vom weltweiten Halbleitermangel, der alle Autohersteller betrifft und zu langen Lieferzeiten sowie zu unfertigen Autos führt, wie das Beispiel Tesla aufzeigt. Nun hat der Opel-Mutterkonzern Stellantis eine Partnerschaft mit dem taiwanesischen Auftragsfertiger Foxconn bekannt gegeben. Ab dem Jahr 2024 soll Foxconn vier verschiedene Chip-Modelle bauen, die man gemeinsam mit Stellantis entwickelt hat. Mit dieser Kooperation will der Autohersteller unabhängig von Zulieferern werden und somit 80 Prozent des Halbleiterbedarfs aller 14 Stellantis-Marken abdecken. Perspektivisch wollen Foxconn und Stellantis ihre eigens entwickelten Chipsätze auch an andere Firmen verkaufen, wie einer der größten Autokonzerne auf dem Stellantis Software Day bekannt gegeben hat.

Mit eigenen Software-Lösungen Geld verdienen

Neben dem Bau von Halbleitern will Stellantis gemeinsam mit Foxconn ab dem Jahr 2024 auch mit Software in und ums Auto Geld verdienen. Hierzu betreiben beide Firmen unter dem Namen Mobile Drive eine eigene Abteilung, die perspektivisch 4.500 Mitarbeiter beschäftigen soll. Jede der 14 Automarken des Stellantis-Konzerns bekommt einen eigenen Markenauftritt samt eigener Grafiken im Radio-/Navigationssystem. Zudem entscheidet jede Marke selbst, wie viele Displays in welchem Modell eingebaut werden. Bis zum Jahr 2026 will Stellantis pro Jahr rund 4 Milliarden Euro Umsatz mit kostenpflichtigen Software-Lösungen erwirtschaften. Konkret soll es sowohl Features zum einmaligen Kauf nach Auslieferung des Autos, sowie im zeitlich begrenzten Abo-Modell geben. In folgenden Bereichen will Stellantis kostenpflichtige Services anbieten:

  • Abonnements für Fahrzeugfunktionen, zugeschnitten auf die 14 einzelnen Stellantis-Marken.
    • Beispielsweise das Jeep Trails Offroad Abo. Die kostenpflichtige Mitgliedschaft enthält Standort-Tracking des Geländewagens, spezielle Offroad-Karten, Community-Funktion zum Teilen von Abenteuerrouten, Over-the-Air-Updates u.v.m.
  • Navigation
    • So bietet man - teilweise heute schon - Abonnements wie Opel Connected Navigation Plus Paket an, welches neben Karten-Updates auch eine Online-Suche nach Sonderzielen, Echtzeitverkehrsinformationen und Informationen zu Tankstellen und Ladestationen enthält. Nach Ablauf von 36 Monaten nach Erstzulassung des Opels kann dieses Abo kostenpflichtig verlängert werden.
  • Features on demand.
    • Analog zu Premiummarken wie Audi will auch der Stellantis-Konzern künftig die Option anbieten, Sonderausstattungen nach der Fahrzeugauslieferung kaufen zu können. So lässt sich etwa bei Dodge eine neue Motor-Steuerungssoftware einkaufen, um nachträglich mehr PS freizuschalten.
    • Im Innenraum kann man einen Wi-Fi-Zugang kaufen oder Internet-Datenvolumen, um Streaming-Dienste wie Spotify, Amazon Music & Co. direkt im Radio nutzen zu können. Zudem wird es künftig bei ausgewählten Modellen optional einen eingebauten Amazon Fire TV geben, damit etwa Passagiere im Fond Filme bei Amazon Prime Video während der Fahrt anschauen können.
  • Data Services:
    • Fleet Services unter der Marke Free2Move. Stellantis will künftig mit Services für Großkunden und Flottenbetreiber Geld verdienen. Hierbei geht es um Fleet Services, die beispielsweise die Verwaltung von Firmenfahrzeugen erleichtern sollen. Neben einem elektronischen Fahrtenbuch gehört hierzu auch die Analyse, wie umweltfreundlich der Firmenwagen bewegt wird.
    • Eigene Versicherung. Hierbei soll es eine Autoversicherung geben, die anhand der tatsächlich gefahrenen Wegstrecken und Daten zum Fahrverhalten den Tarif anpasst.
  • Fahrzeugkauf:
    • Hierbei geht es um die Preisfindung der Fahrzeuge und die Option, Autos auch online kaufen zu können.
  • Fahrzeugservices:
    • Bei der Stellantis-Premiummarke DS gibt es das Only You-Programm, bei dem Kunden spezifische Serviceleistungen gegen Bezahlung bekommen, etwa exklusive DS-Events.

Die Technologie-Abteilung bei Stellantis wird von Ned Curic, einem ehemaligen Amazon-Mitarbeiter aus dem Fire OS-Team, geleitet. Als Herzstück dient ab dem Jahr 2024 STLA Brain als Recheneinheit in den Stellantis-Fahrzeugen. Hierbei wird es auch Entwicklerschnittstellen zu bestimmten Sensoren der Fahrzeuge geben, wie Joachim Langenwalter, Head of Software and Hardware Engineering, mitteilt. STLA Brain setzt dabei auf zwei verschiedene Betriebssysteme. Einmal gibt es das Safety RT OS, welches abgeschlossen ist und sich um Assistenzsysteme kümmert und getrennt vom Operating System läuft, welches man im Infotainmentsystem zu sehen bekommt.

STLA Smart Cockpit macht Autos zu rollenden Spielekonsolen

Unter dem Namen STLA Smart Cockpit entwickelt Mobile Drive passende Benutzeroberflächen und Steuerungsoptionen für die 14 einzelnen Automarken des Stellantis-Konzerns, darunter auch Opel. Zu den Interaktionsmöglichkeiten zählt etwa auch das Augmented-Reality-Head-Up-Display, welches es für 1.600 Euro Aufpreis im neuen Opel Astra L zu kaufen gibt. STLA Smart Cockpit wird auf Android als Betriebssystem für das Infotainmentsystem setzen, aber wohl nicht auf die Google-Version. Aktuell benutzt etwa Opel Tomtom als Lieferant für die Navigationsservices, ob das mit STLA Smart Cockpit so bleibt, ist noch nicht bekannt.

Bildergalerie

Künftig soll es in Stellantis-Fahrzeugen auch die Option geben, Videospiele spielen zu können. Um dies während der Fahrt machen zu können, sind autonome Fahrfunktionen notwendig, die Stellantis nun gemeinsam mit dem Münchner Autohersteller BMW unter dem Namen STLA Auto Drive entwickelt und sukzessive ab dem Jahr 2024 in neu auf dem Markt erscheinenden Fahrzeugen anbieten wird. Für Level 4 der fünf SAE-Autonomiestufen arbeitet Stellantis mit der Google-Abteilung Waymo zusammen. Interessierte Software-Entwickler können sich auf einem eigenen Stellantis-Portal registrieren, um ihre Web-Apps kompatibel mit der Infotainment-Plattform zu machen. Es läuft derzeit ein Hackathon mit einem Hauptgewinn in Höhe von 50.000 US-Dollar.

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Ebenfalls lesenswert: Chipmangel ohne Folgen: Autohersteller noch mit Rekordgewinnen

Sammlung zur Software- und Hardware-Zukunft von Stellantis:

  • Der Autokonzern Stellantis, zudem auch der deutsche Hersteller Opel gehört, hat auf dem Stellantis Software Day verkündet, eigene Chips zu entwickeln. Gemeinsam mit dem taiwanesischen Unternehmen Foxconn werden diese Chipsätze ab dem Jahr 2024 in Neuwagen verbaut.
  • Perspektivisch wollen Foxconn und Stellantis ihre eigens entwickelten Chipsätze auch an andere Firmen verkaufen.
  • Unter dem Namen STLA Smart Cockpit werkeln Stellantis und Foxconn an einem Infotainmentsystem auf Android-Basis, welches u.a. auch Videospiele in die Autos bringen soll.
  • Es läuft derzeit ein Hackathon mit einem Hauptgewinn in Höhe von 50.000 US-Dollar.
  • Generell möchte Stellantis künftig Geld mit Software-Lösungen verdienen und wird dazu neben Abo-Modellen - wie etwa Connected Navigation Plus bei Opel - auch Features on demand offerieren. Zudem sollen Flottenkunden mit Free2Move etwa elektronische Fahrtenbücher erstellen können.

Quellen: Stellantis (1), Stellantis (2), Opel

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    • Kommentare (10)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Bl4ckR4v3n Software-Overclocker(in)
        Zitat von Olstyle
        Ist es. Und spezialisierte SOCs machen das Problem größer statt kleiner weil man weniger flexibel wird.
        Ich schätze es geht da eher um Kontrolle als darum den Halbleitermangel entgegenzutreten.
        Solange man nicht anfängt Steuergeräte etc. zu konsolidieren wird man in dem Kontext wohl kaum was reißen.
      • Von Bl4ckR4v3n Software-Overclocker(in)
        Zitat von Olstyle
        Ist es. Und spezialisierte SOCs machen das Problem größer statt kleiner weil man weniger flexibel wird.
        Ich schätze es geht da eher um Kontrolle als darum den Halbleitermangel entgegenzutreten.
        Solange man nicht anfängt Steuergeräte etc. zu konsolidieren wird man in dem Kontext wohl kaum was reißen.
      • Von ToZo1 Software-Overclocker(in)
        Zitat von Lexx
        Das ist so, weil die alle diese Chips für die Bill Gates-Impfung herstellen.
        Bekam letzte Woche meinen 4. mit der Grippeimpfung installiert.
        Seitdem habe ich schlechten Handy-Empfang.
        Und meine letzte Glühbirne ist durchgebrannt.
        Was das erst wird, wenn du deinen Himmelfahrts-Booster bekommen hast und die 3 unvermeidlichen neuen interessante Omikron-Injektionen? Aber da hat der gute Elon Musk schon Abhilfe parat, falls dann wirklich keine Glühlampe mehr angehen will:
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        ..... vielleicht arbeiten Elon und Opel ja auch zusammen.
      • Von Iconoclast Volt-Modder(in)
        Zitat von VeriteGolem
        Und nein ich bin sicher kein Die Hard "Deutsche Autoindustrie BESTE" Fan. Aber wenn Billig, dann eher Hyundai oder KIA und nicht solche Gurken da oben.
        Mazda würde ich auch jederzeit uneingeschränkt nehmen. Aber stimmt schon, die aktuellen Opel Fahrzeuge sind wieder absoluter Billigramsch. Habe mal im aktuellen Corsa gesessen und die Innenraumqualität ist ein Witz.
      • Von VeriteGolem BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von takan
        stellantis hat 14 marken laut wikipedia. fusion aus fiat chrysler und psa gruppe. nunja, wir kennen nur opel und die anderen marken seperat. das es aber wie toyota/hundye/vw ein riesen-börsen-unternehmen mit 100 marken ist, denkt keiner daran.

        infotainment und boarcomputer sollten physisch getrennt sein. toll spart zwar paar kosten, ist aber haufen müll alles maßzuschneidern. haben wir schon ne software garantie? neue autos schnell altbacken weil board elektronik streikt? gefühlt werden ältere autos immer aktraktiver für otto-normalo, weil es ebend noch nicht so verappelt wurde.
        Sie haben 14 Marken, davon eine schlimmer als die andere. Peugeot hat mal geniale Autos gebaut.....vor 30 Jahren. Mittlerweile sind die Dinger der absolute Horror. Citroen hat funky Design, aber ebenfall katastrophal was QM und Technik angeht. Opel hatte unter GM in den letzten Serien gute Fahrzeuge abgeliefert. Der letzte GM Insignia, der Adam, der Karl, der Mokka.....das waren tatsächlich brauchbare Autos. Da musste man sich nicht ne Tüte übern Kopf ziehen wenn man in die Stadt fuhr. Die Zeiten sind aber vorbei, PSA hat alles kaputtgespart, die Qualität bei Opel ist weit unter den schlimmsten Zeiten in den 80ern und 90ern.

        Der ganze Rest. Mag sein das das nen großer Konzern ist, aber da ist nicht eine verlässliche Marke dabei. Das sind alles so Dinger wo man "Liebhabermarke" zu sagt, aka "ist scheiße, hat aber manchmal gute Designs". So wie Fiat oder Alfa. Keine der Marken garantiert dir das du 50km weit kommst wenn du beim Händler vom Hof fährst. Auch Dodge.....protzig aber jeder Ami würde eher nen Ford oder Chevy nehmen.

        Sorry aber so einer Gurkentruppe trau ich sicher keine hochqualitative Chipfertigung zu die am Ende über mein Leben und das anderer entscheidet

        Und nein ich bin sicher kein Die Hard "Deutsche Autoindustrie BESTE" Fan. Aber wenn Billig, dann eher Hyundai oder KIA und nicht solche Gurken da oben.
      • Von wuselsurfer Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von takan
        haben wir schon ne software garantie?
        Die Software war immer von der Garantie ausgeschlossen.
        Und sie wird es auch bleiben.
      Direkt zum Diskussionsende
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