"AMD-Lootboxen": Athlon 200GE mit AGESA-Update übertaktbar
Wer einen Athlon 200GE gekauft hat oder das noch vorhat, bekommt mehr als von AMD versprochen. Mit der AGESA-Version Pinnacle PI 1.0.0.6 lässt sich die APU mit eigentlich geschlossenem Multiplikator übertakten. Außerdem stehen für den oberen PCI-Express-x16-Steckplatz acht statt vier 3.0-Lanes zur Verfügung.
AMD hat sich in der Hardware-Community bereits einen gewissen Ruf aufgebaut, was die Freischaltbarkeit von Hardware angeht. Bei Grafikkarten mit teildeaktivierten GPUs ließen sich schon mal zusätzliche Shader-Einheiten oder mehrere GiByte RAM freischalten, bei Prozessoren Rechenkerne. AMD-Produkte werden daher auch schon mal liebevoll "Lootboxen" genannt, weil versierte Käufer gelegentlich mehr nutzen können, als eigentlich beworben wurde - im positiven Sinne.
Athlon 200GE nachträglich mit offenem Multiplikator
So scheint es sich nun auch beim bisher günstigsten Zen-basierten Prozessor für die AM4-Plattform zu verhalten. Der Athlon 200GE ist die erste CPU für ebendiese, die keinen offenen Multiplikator aufweist. Mit einem Preisschild von gut 50 Euro ist er für Büro-PCs gedacht, wo das Übertakten schlichtweg kein Thema darstellt. Mit der AGESA-Version Pinnacle Pi 1.0.0.6, welche unter anderem neuen CPU-Microcode enthält, wird diese Sperre effektiv aufgehoben. Das beweisen zahlreiche Reddit-Posts mit Mainboards von Asus, Gigabyte und MSI sowie ein Kurztest von computerbase.de. Im Falle von Asrock gibt es öffentlich noch keine BIOS-Versionen mit der aktuellen AGESA. Zusätzlich werden die vier deaktivierten PCI-Express-3.0-Lanes für den oberen x16-Steckplatz aktiviert, sodass wie bei den größeren Raven-Ridge -APUs die vollen acht Bahnen zur Verfügung stehen.
Das ist alles nicht die Welt, da die zusätzliche Leistung in Low-End-PCs wohl kaum benötigt wird und die wenigsten Nutzer einen solchen Zweikerner mit einer dedizierten Grafikkarte paaren wollen. Für Bastler ist das aber mindestens ein witziges Gimmick. Die 3,2 GHz CPU-Takt - einen Boost-Modus hat der Athlon 200GE nicht - lassen sich ohne Probleme um mehrere Hundert Megahertz erhöhen. Mit einem etwas besseren Kühler sind auch mal die 4,0 GHz drin. Das auszunutzen, kann dem geneigten Geek schon mal Spaß bereiten. Wenig Freude gibt es derweil bei der iGPU: Die 192 Vega-Shader sind weiterhin "gelockt" und lassen sich nicht über die 1.000 MHz hinaus übertakten.
Hintergrund-Infos: AMD Athlon 200GE: Raven-Ridge-APU für 55 US-Dollar erschienen
Abzusehen bleibt, ob AMD das Feature nicht aus Versehen in der Pinnacle-Pi-AGESA 1.0.0.6 freigeschaltet hat und es in Zukunft wieder unterbinden könnte. Da Asus der Möglichkeit, die vier PCI-E-3.0-Lanes zu aktivieren, sogar einen Namen im BIOS gibt ("CPU PCIe Lanes Unlocked"), scheint das Ganze allerdings explizit gewollt zu sein.


(Aufpassen bei den schwarzen Alphacool Kühlern, man sollte da die Plexiglasabdeckung gleich durch eine Metallplatte ersetzen, kann sonst schon mal spontan durchreissen...)
Den Aufwand die Teile zu tempern macht sich kaum ein Hersteller.
Spannungsrissean den Gewindeflanken durch Temperaturschwankungen sind dann das Ergebnis davon.
Auch das der Begriff so gar nicht passt...so wirklich überhaupt nicht...
Wie gesagt da muss man sich zwangsläufig fragen "Pfusch oder gewollt?"
"Weihnachten bei AMD..." hätte z.B. auch wg der Jahreszeit viel besser gepasst.
Liebe Redaktion,
macht Euch doch nochmal schlau was Lootboxen sind bzw. für was sie stehen und erklärt zumindest mir warum der Artikel mit "AMD-Lootboxen" in der Headline beginnt.
Loot Boxen, ein negativ behafteter Begriff wird für etwas Gutes verwendet... oh Mann.
"Im Falle von Asrock gibt es öffentlich noch keine BIOS-Versionen mit der aktuellen AGESA." Stimmt, aber ich hab Asrock gestern Abend wegen der AGESA Updates angeschrieben und die haben mir heute vormittags das 5.01 BIOS Update mit AGESA 1.0.0.6 für mein X370 Killer SLI zugesendet. https://i.postimg.cc/hv5s... Mehr als 2800 geht mit meinen F4-3200C16-8GVKB Modulen allerdings bei XMP auch nicht. Beim nächsten Mal wird's bei mir doch wieder RAM von Corsair. Für Corsair Module ist übrigens ein Asrock zertifiziertes CORSAIR VENGEANCE LPX 32GB (2x16GB) 3200MHz CMK32GX4M2B3200C16 Profil im BIOS hinterlegt. Dieses: https://i.postimg.cc/pdMv... Kann es am Speichercontroller der Ryzen 1600X CPU liegen, dass ich die RAMs nicht mit mehr als 2800 betreiben kann? Am Anfang liefen die G.Skill Module noch mit 2933.
Meine lief als 9700 (8 statt 4 Pixelshader).
Mit dem Rivatuner ging das prima.