Apple: 8 GiB UMA-RAM doch nicht so gut wie 16? Flaschenhals im Macbook Pro M3 [Update]
8 GiByte Speicher beim Macbook Pro wurden bei der Vorstellung kritisiert. Apple versuchte zu beschwichtigen, doch Messwerte zeigen., dass der kleine Speicher bei Produktivanwendungen schnell zum Flaschenhals wird.
Original-Artikel vom 14.11.2023: Beim Macbook Pro M3 kommen als Einstieg nur 8 GiByte Speicher zum Einsatz, was angesichts des Preises von (ab) 2.000 Euro für Gesprächsstoff sorgte. Apples Vice President of Worldwide Product Marketing, Bob Borchers, glaubt, dass die 8 GiByte Unified-Speicher bei Apple gleichzusetzen sind mit 16 GiByte klassischem Speicher. Das Gegenteil ist der Fall, will nun der Youtube-Kanal Maxtech bewiesen haben.
Da hat man zwei Macbook Pro mit 14 Zoll und gleicher Ausstattung gegeneinander antreten lassen. Aber eben mit dem entscheidenden Unterschied, dass eines 8 GiByte Universalspeicher hat und das andere Gerät 16 GiByte. Wohl nicht ganz überraschend kommt man zum Ergebnis, dass das 16-GiByte-Modell deutlich fixer zu Werke geht und der Speicher weniger zum Flaschenhals wird als beim 8-GiByte-Modell.
5 statt 20 Minuten mit 16 statt 8 GiByte UMA-Speicher
Gemessen wurde in synthetischen Umgebungen wie Cinebench, aber auch in Produktivumgebungen wie Photoshop, Lightroom und Final Cut. Das mit 8 GiByte Speicher ausgestattete Gerät verliert mitunter im zweistelligen Prozentbereich, was in der Praxis zu merklich längeren Prozesszeiten führte. Lightroom etwa benötigte 5:16 Minuten auf dem Macbook Pro M3 mit 8 GiByte und 1:06 Minute auf dem Gerät mit 16 GiByte Speicher. Final Cut genehmigte sich 20:18 Minuten statt 5:01 Minuten - das alles wohlgemerkt auf identischen Geräten, jenseits des Arbeitsspeichers.
Das lässt die schon im Vorfeld wohl kritisch zu sehende Aussage von Borchers nicht besser dastehen. In der Upsell-Strategie von Apple ist es auch nur logisch, dass man die Nutzer mindestens ein paar Euro mehr für das Speicher-Upgrade ausgeben lässt und in der Regel auch für das nächstbeste SSD-Upgrade. Denn 256 GiByte mögen auf einem Macbook Air für 1.299 Euro vertretbar sein, beim Pro-Modell würde man aber wohl mehr erwarten.
Die Krux: Wer sich ein Macbook Air in 15 Zoll mit 8 GiB Speicher und 512 GB SSD kauft, ist mit 1.829 Euro schon fast am Preis des Macbook Pro in 14 Zoll mit 8 GiB Speicher und 512 GB SSD. Da bekommt man das technisch rundum interessantere Paket. Das ist am Ende auch die Strategie; den Kunden zum nächstbesseren Angebot zu locken. Automobilhersteller haben das lange perfektioniert.
8 GiB RAM auf einem Mac sind nicht mit 16 GiB auf einem PC zu vergleichen
Update vom 08.12.2023: Es war eine der Aussagen, die in die Internet-Geschichte eingehen wird. Ein Apple-Manager sagte, dass die 8 GiByte Unified-Speicher bei Macs gleichzusetzen sind mit 16 GiByte klassischem Speicher am PC. Das wurde recht schnell mit Messwerten widerlegt, die das kleine Macbook Pro nicht gut haben aussehen lassen. Insbesondere angesichts der Anschaffungspreise, die Apple aufruft.
Die Strategie ist klar: Upsell. Apple wird die Kunden dazu bringen, mehr Geld auszugeben. Die wären wahrscheinlich auch weniger verärgert, wenn man zumindest offen zugeben würde, dass man ihnen noch ein paar Euro aus der Tasche leiern will. Komische Aussagen aus dem Marketing holen einen immer wieder ein - Intel kann da gerade ein Liedlein singen.
Der Youtube-Kanal Max Tech hat ein Macbook Pro 14 mit 8 GiB RAM gegen ein Lenovo Legion mit 16 GiB getestet. Und wer hätte das gedacht, 8 GiB auf einem Macbook - mit vielleicht super-optimiertem BSD-Derivat namens MacOS - sind für ernsthafte Arbeitsabläufe heute genauso unsinnig wie auf einem Windows-PC. Und das sollte man nicht vergessen: Beim Macbook Air hätten viele wohl ein Auge zugedrückt, aber das Macbook Pro richtet sich explizit an "Professionals".
Chrome mit 10 Tabs sorgte bereist dafür, dass das 8-GiB-MacBook-Pro mit Swapping auf die SSD beginnt - rund 400 MB. Zum Glück sind SSDs heutzutage relativ schnell, aber Sie ahnen es, es wird kaum besser werden. Nachdem Lightroom gestartet wurde, war das kleine Macbook Pro schon bei 6 GiB Swap-File.
Am Ende zählt aber die Leistung: Ein Lightroom-Test dauerte 2 Minuten und 10 Sekunden statt 1 Minute und 47 Sekunden. Dem Windows-Rechner war es derweil gleich. Es ist auch nur ein Beispiel von vielen - für professionelle Nutzer sind - und darum geht es - 8 GiB am Mac nicht gleichzusetzen mit 16 GiB auf anderen Systemen. Je mehr Aufgaben man gleichzeitig bewältigt, Multitasking eben, desto schlimmer wird es. Auch der Windows-PC lässt sich etwas anmerken, aber bei Weitem nicht so eklatant wie der Mac.
230 Euro nimmt Apple für ein Upgrade auf 16 GiByte. Die sollte man mitnehmen und Apple ehrlich bleiben. Strategisch hat man aber natürlich alles richtig gemacht. Der Einstiegspreis ist für ernsthafte Anwender 2.229 Euro statt 1.999 Euro. Kunden, die dieses Geld für einen Mac ausgeben, sind ohnehin schon aus bestimmten Gründen an Bord - sei es das Display oder die Akkulaufzeit.

Es gibt nicht "das beste Betriebssystem". Es kommt immer auf die eigenen Bedürfnisse, Workflow an und was einem schlicht besser gefällt.
Inzwischen gibt es auf Windows Rechnern sehr gute Videobearbeitungssoftware (Adobe pro etc.) weswegen ich nicht wüsste weshalb ich Apple den Vorzug geben sollte. Wenn dies das Argument pro Apple wäre.
Und der "Wunderprozessor" M1 war zwar stark bei Markteinführung aber die Leistungssprünge halten sich inzwischen in Grenzen.
Der RAM ist nicht erweiterbar, was für mich ein absolutes NO GO ist. Im Sinne der Umwelt bin ich für modulare Bauweise.
An meinem PC kann ich machen was ich will.
Die Preise von Apple sind hingegen völlig überzogen.
Ein paar hundert Euro mehr in der Tasche bemerke ich dagegen sehr wohl. Genauso bemerke ich es sehr wohl, ob meine Daten aus einem RAM mit "längeren Kommunikationswegen" oder aus einem SWAP-File einer SSD geladen werden.