Anno 1800 im Technik-Test: 25 Grafikkarten auf dem Prüfstand plus CPU-Leistungstest
Seit dem 16. April ist Anno 1800 erhältlich. Über die Technik des prachtvollen Aufbauspiels aus deutschen Landen haben wir Sie bereits umfassend informiert. Nun geht es ans Eingemachte: Wie schlagen sich populäre Grafikkarten in Anno 1800 und wie groß fällt der Prozessorhunger wirklich aus? Das und mehr erfahren Sie im folgenden Benchmark-Test.
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Anno 1800, der neueste Ableger der famosen Aufbauspielserie, stellt hohe Anforderungen sowohl an den Prozessor als auch die Grafikkarte. In diesem Artikel prüfen wir diverse Komponenten auf ihre Leistung in Anno 1800. Alle Informationen zum neuen Aufbauspiel "made in Germany" erhalten Sie im Artikel Anno 1800: Das bildhübsche Aufbauspiel im (Vorab-)Technik-Test - vorläufige Messungen, im Folgenden dreht sich alles um die Performance der finalen Spielversion mit aktuellen Grafiktreibern.
Anno 1800: Die Technik
Technisch setzt Anno 1800 auf die Engine-Basis der jüngsten Vorgänger, allerdings wurde diese überarbeitet und an vielen Stellen erweitert, darunter fällt vor allem die Detaildarstellung. Zu den Engine-Erweiterungen zählt außerdem die DirectX-12-Schnittstelle, welche die Hardware durch eine verbesserte Auslastung unterstützen soll, um die gesteigerte Detailpracht auf den Schirm zu zeichnen. Anno 1800 wurde darüber hinaus mit Beteiligung der Community entwickelt; dazu wurde die Plattform Anno-Union.com genutzt, auf der Interessierte die Entwicklung verfolgen und eigene Wünsche vortragen konnten. Dort gibt es außerdem Einsicht in aufschlussreiche und lesenswerte Developer-Blogs.
Die offiziellen Hardware-Anforderungen für Anno 1800 lesen sich moderat und geben erfreulicherweise Auflösung, Detail-Setting und zu erwartende Framerate an. Die Empfehlungen beziehen sich auf die Grafikeinstellung "Hoch" - im Spiel existieren mit "Sehr hoch" und "Ultrahoch" aber noch zwei weitere, deutlich anspruchsvollere Detailstufen und Support für bis zu 8× Multisample-Anti-Aliasing, welches die Anforderungen an die Grafikkarte stark erhöht. Im folgenden Video erfahren Sie, wie Anno 1800 mit den empfohlenen Hardware-Konfigurationen läuft.
Anno 1800: Grafikkarten-Benchmarks
Unsere umfassenden Messungen belegen, dass Anno 1800 mit maximalen Details ein grafisch sehr anspruchsvolles Spiel ist. Dies geht zu großen Teilen auf das Multisample-AA zurück, welches bei der Detailstufe "Ultrahoch" mit achtfacher Abtastung zugeschaltet wird. Selbst 4× MSAA kostet sehr viel Performance, mit einer AMD-GPU etwas mehr als mit der Nvidia-Grafikkarte. Mit einer Radeon kann es sich da beinahe schon lohnen, auf Multisampling zu verzichten oder die Stufe zu reduzieren und stattdessen eine Auflösungsstufe höher auszuwählen - etwa mittels Downsampling/VSR.
Für die finalen Messungen haben wir uns dazu entschieden, eine besonders anspruchsvolle Benchmarkszene heranzuziehen. Das Savegame "Bright Sands", das Sie in diesem Artikel als Download vorfinden, basiert auf unserem ursprünglichen Spielstand, zeigt jedoch eine nochmals größere Stadt und stellt daher jeden PC vor eine Herausforderung. Anno 1800 stresst gängige Komponenten so sehr, dass wir uns gegen das spieleigene "Ultrahoch"-Preset entschieden haben - der Fps-Malus beträgt je nach System ungefähr ein Drittel. Daher testen wir einstweilen mit der Voreinstellung "Sehr hoch", setzen den "Wuselfaktor" jedoch auf "Ultrahoch" und deaktivieren selbstverständlich Vsync. Das Multisample-AA steht dabei auf 4×, was vor allem feinen Objekten hilft. Neben der aktuellen Launch-Spielversion von Anno 1800, das wir über Uplay beziehen, setzen wir auf die an das Aufbauspiel angepassten Treiber von AMD und Nvidia, namentlich den Geforce 425.31 WHQL und die Radeon Software Adrenalin 19.4.2.
Anno 1800: Benchmarkszene
Die Auswahl der Benchmarkszene hat die meiste Zeit in Anspruch genommen. Wie immer haben sich zunächst mehrere PCGH-Redakteure an verschiedenen Systemen ein Bild vom Spiel verschafft. So siedelten wir drauflos und die Stunden verrannen. Wie immer lag unser Fokus nicht auf der anfänglichen Performance, sondern den Bildraten im Late-Game. Strategiespiele werden mit steigender Levelkomplexität wesentlich anspruchsvoller als zu Beginn, da mehr Objekte, mehr KI, die Wegfindung und vieles mehr berechnet werden muss. Nach einiger Zeit hatten wir einen fordernden Spielstand zur Hand, anhand dessen wir die Vorabmessungen mit der Preview-Version von Anno 1800 anfertigten. Hier betrachteten wir unsere Siedlung mit statischer Perspektive. Bei weiteren Messungen stellte sich heraus, dass Kamerabewegung der wahre Leistungsfresser ist, da Objekte nachgeladen werden müssen.
Für die aktuelle Messreihe haben wir die Kamera auf eine nochmals dichter besiedelte Insel eines CPU-Kontrahenten bewegt. Das führt zu gesteigerter Grundlast gegenüber den vorherigen Messungen. Für einen nochmals größeren Unterschied sorgt jedoch die zweite Änderung, mit der wir die Messung etwas praxisnäher machen: Analog zum Tropico-6-Benchmark drehen wir mittels "Y"-Taste die Kamera im Uhrzeigersinn, um die Engine und das Streaming-System zu belasten. Selbstverständlich besteht der Alltag in Anno 1800 nicht aus Kameradrehen, Letzteres ist jedoch unabdingbar, um Gebäude ordentlich zu platzieren und auch, um die Welt aus allen Perspektiven zu betrachten. Unter dem Strich testen wir ein Worstcase-Szenario, das ist auch ohne weitere Langzeiterfahrung mit Anno 1800 gewiss.Zwar ist DX12 optional, im Falle eines fordernden Spielstands könnte man aber auch von einer Mindestvoraussetzung sprechen.
Eine Neuerung von Anno 1800 gegenüber früheren Serienteilen ist die Unterstützung von DirectX 12. Die Low-Level-API ist exklusiv unter Windows 10 verfügbar, sofern auch die Grafik-Hardware mitspielt. Zwar ist DX12 in Anno 1800 optional, im Falle eines fordernden Spielstands wie dem unsrigen könnte man aber auch von einer Mindestvoraussetzung sprechen - DirectX 12 steigert die Bildrate auf unseren Testrechnern um bis zu 50 Prozent! Dieses Plus bleibt Nutzern von Windows 7 verwehrt, womit Ruckeln programmiert ist. Wir testen daher konsequenterweise mit einem aktuellen Windows 10 1809 in der 64-Bit-Version unter DirectX 12. Letzteres steht auf älteren Grafikkarten mit der DirectX-Funktionsebene 11_0 nicht zu Auswahl:
Nachdem all das gesagt wurde, kommen wir zu den Grafikkarten-Ergebnissen. Sage und schreibe 25 Modelle der Jahrgänge 2013 bis 2019 haben Anno 1800 in vier Auflösungen (inklusive Ultrawide-QHD) über sich ergehen lassen:
Es ist offensichtlich, dass die Messungen trotz aller Maßnahmen vom auf 4,8 GHz übertakteten Core i7-8700K (6C/12T) beeinflusst, insbesondere mit den schnelleren Grafikkarten. So liefert die Geforce RTX 2080 Ti über alle Auflösungen sehr ähnliche Bildraten, ein Indiz, dass unser Prozessor selbst in 4K noch limitiert. Die 6 Kerne und 12 Threads unserer Test-CPU werden genutzt - unter DX12 besser als unter DX11 -, allerdings nur zum Teil ausgelastet. Das geht zulasten der Gesamtperformance. Da der Prozessor zu den schnellsten verfügbaren Modellen gehört, kann man jedoch von einer auf High-End-Rechnern repräsentativen Performance sprechen. Besitzer einer schnellen Grafikkarte investieren die überschüssige Pixelleistung in MSAA oder Downsampling-Auflösungen.
Steigt man die Grafikkartentreppe hinab, offenbart Anno 1800 weitere Neigungen. Die Pracht erfordert auch ein gerüttelt Maß an Grafikleistung, allerdings fällt dieses kleiner aus als aufseiten des Prozessors. Praktisch ist, dass Strategiespiele keine 60 oder gar 120 Fps benötigen, um Spaß zu bereiten; viele Spieler sind mit deutlich weniger zufrieden. Wer beispielsweise mit 40 Fps in Full HD spielen möchte, benötigt keine High-End-Grafikkarte. Bereits mit einer Mittelklasse-GPU vom Schlage Geforce GTX 1060 oder Radeon RX 580 wird das Ziel erreicht. In WQHD ziehen die Anforderungen nur moderat an, da viele Grafikkarten noch im partiellen CPU-LImit operieren. Freude kommt ab der Leistungsklasse einer Geforce GTX 1070 (Ti), GTX 1660 Ti oder Radeon RX Vega 56 auf, hiermit liegt die Bildrate im 40er-Bereich. Ultra HD trennt schließlich die Spreu vom Weizen, hier ist besagte Bildrate ein Luxus, welcher nur von wenigen Grafikkarten erfüllt wird.

Das Changelog füllt bei Anno jedesmal mehrere Seiten.
Alternativ könnte man zur 6700 (XT) greifen. Da hätte man immerhin gleich noch 12 GiB Speicher.
RT kann Anno eh nicht.
Die Karten davor sind bei DX12 deutlich schwächer.
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Also habe ich jetzt mehrere Testszenen im Spiel jeweils einmal mit DX 11 und einmal mit DX 12 angespielt und bewertet. Mit DX 11 waren es durchweg bessere Ergebnisse. Mag an meinem Spiel Spiel liegen, aber wenn das bei allen so ist, und nicht an der alten und für DX 12 nicht wirklich perfekten Grafikkarte liegt, wäre es schön gewesen, das irgendwo zu erwähnen.
Mit den CPUs habt ihr ja auch DX 11 gegen DX 12 verglichen, das wäre mit Grafikkarten auch schon gewesen. So wurden, wenn ich den Test richtig verstanden habe, nur GTX 780 und R9 280 mit DX 11 getestet.
Die Karten davor sind bei DX12 deutlich schwächer.