Anno 1800: Das bildhübsche Aufbauspiel im (Vorab-)Technik-Test - vorläufige Messungen
Anno 1800 verschlägt Sie in die ereignisreiche Zeit der Industriellen Revolution und kehrt nach den beiden Sci-Fi-Szenarien der Vorgänger Anno 2070 und 2205 zu früheren Wurzeln zurück. Optisch präsentiert sich in Anno 1800 nicht nur gewohnt prächtig, sondern fein verbessert. Obendrein unterstützt die Siedelei nun Direct X 12. In unserem (Vorab-)Techniktest analysieren wir die Performance. Benchmarks werden wir im Verlauf des Tages ergänzen.
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Update vom 16. April: Passend zum Launch von Anno 1800 am heutigen Dienstag haben wir frische Grafikkarten-Leistungswerte für Sie. Dafür verwenden wir eine neue, sehr (!) anspruchsvolle Testszene und die neuesten Grafiktreiber von AMD (Radeon Software 19.4.2) und Nvidia (Geforce 425.31 WHQL). Sie finden die Ergebnisse im entsprechenden Abschnitt dieses Artikels. Das volle "Benchmark-Brett" folgt allerdings erst morgen. Dann können Sie sich über die Ergebnisse von mindestens 20 populären Grafikkarten und Prozessor-Leistungswerte freuen.
Original-Artikel: Die deutschen Spiele-Pioniere Blue Byte Mainz erfreuen Siedlungswillige mit einem neuen Anno, dieses Mal verlegen die Düsseldorfer das Szenario allerdings nicht weiter in die Zukunft, sondern zurück in die Vergangenheit, genauer: In die frühen 1800er-Jahre und damit in die Blüte der Industriellen Revolution. Das historische Szenario soll laut den Entwicklern sowohl die alten Tugenden der Spiele-Reihe und die Stärken der klassischen Titel aufweisen, dabei aber auch neue Möglichkeiten und die Erkenntnisse der letzten, moderneren Spiele vereinen.
Dies betrifft beispielsweise die Spielewelt beziehungsweise die Karten: Als Siedlungsgebiete stehen Ihnen wieder Inseln zur Verfügung, der in Anno 2205 entfallene Zufalls-Generator ist nun wieder an Bord, die Karten sind zudem deutlich größer als noch in Anno 2070 und 2205. Doch wie auch in Anno 2205 stehen Ihnen mehrere unterschiedliche Gebiete zum gleichzeitigen Besiedeln zur Verfügung, neben gemäßigten Zonen können Sie außerdem Südamerika kolonisieren und dort Waren wie Rum oder Kaffee anbauen. Dabei unterscheiden sich die Inseln nicht nur optisch, sondern auch spielerisch. Dabei kommt das Multi-Session-System aus Anno 2205 zum Einsatz, Sie können die Karten also während dem Spielen geschwind wechseln, um sowohl Haupt- als auch Neben-Siedlung zu verwalten. Weitere Veränderungen betreffen den Warenverkehr, zudem sind die Handelsrouten nun wieder ein wichtiger Bestandteil von Anno 1800.
Bekannte Technik aufgewertet und zusammengeführt
Technisch setzt Anno 1800 weiterhin auf die Engine der jüngsten Vorgänger, allerdings wurde diese nochmals überarbeitet und an vielen Stellen erweitert, darunter fällt vor allem die Detaildarstellung. Zu den Engine-Erweiterungen zählt außerdem die Direct-X-12-Schnittstelle, welche die Hardware durch eine verbesserte Auslastung unterstützen soll, um diese gesteigerte Detailpracht auf den Schirm zu zeichnen. Anno 1800 wurde darüber hinaus mit Beteiligung der Community entwickelt, dazu wurde die Plattform Anno-Union.com genutzt, auf der Interessierte die Entwicklung verfolgen und eigene Wünsche vorbringen konnten. Dort gibt es außerdem Einsicht in aufschlussreiche und lesenswerte Developer-Blogs.
Die Anforderungen von Anno 1800 lesen sich moderat und geben erfreulicherweise Auflösung, Detail-Setting und zu erwartende Framerate an, die Empfehlungen beziehen sich indes auf die Grafikeinstellung "Hoch", darüber existieren mit "Sehr hoch" und "Ultrahoch" noch zwei weitere, deutlich anspruchsvollere Detailstufen und Support für bis zu 8x Multisampling, welches die Anforderungen an die Grafikkarte außerdem stark erhöht.
| 1080p | 30 Fps | Niedrige Details | 1080p | 60 Fps | Niedrige Details | 1080p | 30 Fps | Hohe Details | 1080p | 60 Fps | Hohe Details | |
|---|---|---|---|---|
| Windows | Windows 7, 8 oder 10 (64 Bit) | Windows 7, 8 oder 10 (64 Bit) | Windows 7, 8 oder 10 (64 Bit) | Windows 7, 8 oder 10 (64 Bit) |
| CPU | Intel i5-2500K (3,3 GHz) oder AMD FX 6350 (3,9 GHz) | Intel i5-4460 (3,2 GHz) oder AMD Ryzen 3 1200 (3,1 GHz) | Intel Core i5-4690K (3,5 GHz) oder AMD Ryzen 5 1400 (3,2 GHz) | Intel Core i5-4690K (3,5 GHz) oder AMD Ryzen 5 1500X (3,5 GHz) |
| RAM | 8 Gigabyte RAM | 8 Gigabyte RAM | 8 Gigabyte RAM | 8 Gigabyte RAM |
| Grafikkarte | Nvidia Geforce GTX 660/2G, AMD Radeon R7 260X/2G | Nvidia Geforce GTX 670/2G, AMD Radeon R9 270X/2G | Nvidia Geforce GTX 770/2G, AMD Radeon R9 285/2G | Nvidia Geforce GTX 970/4G, AMD Radeon R9 290X/4G |
| Direct X | Direct X 11 oder 12 | Direct X 11 oder 12 | Direct X 11 oder 12 | Direct X 11 oder 12 |
| Laptop: | Intel HD Graphics 620, AMD Vega 10 (720p, niedrige Details) | Intel Iris Pro Graphics 580 (1080p, niedrige Details) |
Traditionell eine Augenweide mit vielen Details
Die feine Grafik von Anno 1800 ist ein Genuss. Häufig ertappt man sich dabei, dem farbenfrohen Treiben der Bewohner zuzusehen, die nicht nur in beträchtlicher Dichte zuerst über Lehmpfade trampeln und im späteren Spielverlauf durch prunkvoll ausgebaute Straßenzüge flanieren, sondern auch Waren transportieren oder Freizeitaktivitäten nachgehen und Feste feiern. Außerhalb der Städte gibt es ebenfalls viel zu sehen, dichte Wälder und sattgrüne Wiesen werden von einer Vielzahl Tiere bevölkert, Rotwild und Büffel ziehen in Herden umher, Wolfsrudel pirschen durch das Unterholz und Bären trotten an Flussufern und Berghängen umher. Durch die Lüfte ziehen Vogelschwärme, Möwen umkreisen küstennahe Gebäude, etwas entfernter schweben Adler majestätisch gelassen vor blauem Himmel und weißen Wolken.
Auch die eigentlichen Gebäude, Farmen und Fertigungsbetriebe werden sehr detailliert dargestellt, die Entwickler haben Kornfeldern einen Wellen-Shader spendiert, welcher das Korn im Wind wiegen und dabei in der Sonne glänzen lässt. Die Wasserdarstellung ist ebenfalls sehr ausgefeilt, Wellen bauen sich in Küstennähe auf, tragen beim Näherkommen schaumige Kronen und zerschellen in sprudelnder, weißer Gischt an Felsen und Riffen. Anno 1800 ist eine echte Augenweide!
Der hohe Detailgrad kommt indes erst in höheren Auflösungen voll zur Geltung und profitiert stark von der Multisampling-Kantenglättung. Ohne diese ist der Aufbauspaß sehr flimmeranfällig, selbst in Ultra HD ist das Pixelraster ohne MSAA zu grob, um Details wie die unzähligen Bewohner, die feindetaillierten Gebäude oder das dichte Gras sauber abzubilden, es kommt zu Pixelflimmern. Die Multisampling-Kantenglättung ist teuer, mindestens 2x MSAA empfehlen wir jedoch ausdrücklich, da bereits diese niedrige Stufe das Bild wirksam beruhigt. 4x MSAA ist beim Betrachten der Glättungswirkung im Verhältnis zu den Performance-Kosten noch empfehlenswert, statt 8x MSAA lohnt unseres Ermessens, stattdessen eine höhere Auflösung (beispielsweise via DSR oder VSR) bei niedrigerer Multisampling-Stufe in Betracht zu ziehen. Über eine Auflösungsskalierung oder eine andere Form von Kantenglättung verfügt das Spiel leider nicht.
Vorab-Technik-Test noch ohne Day-1-Patch, aktuelle Benchmarks folgen
Wir konnten unsere Test-Version von Anno 1800 bereits vor einigen Tagen starten und haben die Zeit genutzt, das Spiel, die schicke Optik und die Performance sowohl unter Direct X 11 als auch Direct X 12 sowie mit unterschiedlichen Detailstufen in Augenschein zu nehmen. Wir haben außerdem bereits einige Messungen mit einer RX Vega 56 sowie GTX 1660 Ti erstellt. Diese erlauben uns, die Performance der beiden im Normalfall ähnlich potenten GPUs ins Verhältnis zu setzen, Auswirkungen von Auflösungs- sowie Detailstufe und die Kosten des Multisamplings einzuschätzen. Des Weiteren haben wir mit 720p-Messungen die Auswirkungen des eintretenden CPU-Limits mit beiden Grafikkarten dokumentiert.
Doch für Anno 1800 ist zum Erscheinen am 16.04 ein Day-1-Patch angekündigt, der noch einige Fehler beheben sowie die Stabilität der Direct-X-12-Schnittstelle verbessern soll. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, unseren definitiven Testablauf sowie die eigentlichen Benchmarks erst nach dem Erscheinen des Patches anzufertigen. Wenn Sie diesen Artikel zu dessen Erscheinen lesen, so sitzen die PCGH-Redakteure bereits an den Rechnern, um für Sie im Verlaufe des Tages Messungen anzufertigen, deren Performance den der Launch-Version entspricht.
Die vorläufigen Messungen für Grafikkarten
Bis daher bieten wir Ihnen unsere Evaluierungs-Messungen mit der MSI GTX 1660 Ti Gaming X sowie der Powercolor RX Vega 56 Red Devil an, damit Sie bereits direkt zum Launch des Aufbauspiels auf eine solide Informationsbasis zurückgreifen können.
Diese Messungen belegen, dass Anno 1800 mit maximalen Ultra-Details ein grafisch sehr anspruchsvolles Spiel ist. Dies geht indes zu großen Teilen auf das Multisampling zurück, welches bei der Detailstufe "Ultrahoch" mit achtfacher Abtastung zugeschaltet wird. Selbst 4x MSAA kostet sehr viel Performance, mit der AMD-GPU gar noch etwas mehr als mit der Nvidia-Grafikkarte. Mit einer Radeon kann es sich da beinahe schon lohnen, auf Multisampling zu verzichten oder die Stufe zu reduzieren und stattdessen eine Auflösungsstufe höher auszuwählen - etwa mittels Downsampling/VSR.
Beachten Sie bitte, dass einige Bäume und Objekte beim Start des Spielstands zufällig platziert werden, die Bilder sich daher auch ein wenig abseits der Detaileinstellungen unterscheiden.
Ebenfalls sehr deutlich wird die sehr hohe CPU-Anforderung, insbesondere unter Direct X 11 können die Bildraten bei größeren Siedlungen drastisch einbrechen. Wir empfehlen aus diesem Grund ausdrücklich die Direct-X-12-Schnittstelle, die deutliche Vorteile gegenüber Direct X 11 bringt. Wir brachten Anno 1800 gar auf einem leicht übertakteten Ryzen 3 1200 (4C/4T @ 3,6 GHz) zum Laufen, die Leistung lag auf dem kleinen Vierkern-Ryzen unter DX12 um deutlich mehr als 50 Prozent über jener, die wir mit dem AMD-Prozessor unter Direct X 11 erzielten und selbst mit Ultra-Details im noch halbwegs spielbaren Bereich um 30 Fps. Zusätzliche (CPU-)Performance lässt sich darüber hinaus durch das Absenken von Details erzielen. Das Optionsmenü bietet dafür eine umfängliche Auswahl Einstellungen, der Prozessor-Performance kommt vor allem ein Absenken der Qbjekt- Gelände- und Schattenqualität sowie der Sichtdistanz und des Wuselfaktors (Pluspunkt für die nostalgische Beschreibung) zugute.
[COLOR=textColor3]Update: Grafikkarten-Benchmarks
Wir haben nun erste Performance-Messungen mit der finalen Anno-Version erstellt. Da Nvidia bereits seit einigen Tagen einen für Anno 1800 vorbereiteten Treiber anbietet, haben wir die Geforce-Messungen priorisiert und derweil auf AMD gewartet. Der entsprechende Radeon-Treiber mit der Versionsnummer 19.4.2 erschien am Montagabend. Sie finden den Vorher-Nachher-Vergleich mit der Radeon Software 19.4.1 im Benchmark unten. Derweil laufen weitere Benchmarks auf Hochtouren - die Werte von 20+ Grafikkarten der Jahrgänge 2014 bis 2019 folgen morgen.
Bei der Szenen-Wahl und den Qualitätssettings haben wir ebenfalls noch einmal angesetzt. Statt wie in unseren Preview-Messungen die eigene Siedlung aus statischer Perspektive zu betrachten, haben wir die Kamera auf eine der deutlich dichter besiedelten Insel eines der CPU-Kontrahenten bewegt. Analog wie in unserem Tropico-6-Benchmark drehen wir zudem mit der "Y"-Taste die Kamera im Uhrzeigersinn, um die Engine und das Streaming zu belasten. Des Weiteren haben wir uns aufgrund der insbesondere bei dem Ultra-Preset extrem prozessorlastigen Szenarios dazu entschieden, die Messungen mit "Sehr hoch" durchzuführen. Dieses Setting verzichtet auf einige Details, Sichtweite, der "Wuselfaktor" wurde auf unserem Testsystem dagegen automatisch auf "Ultrahoch" gesetzt und verweilt auch während unserer Messungen auf dieser Stufe. Wir nutzen die Direct-X-12-Schnittstelle, die in diesem Szenario gegenüber Direct X 11 bis zu 50 Prozent mehr Performance einbringt.
Trotz all dieser Maßnahmen werden unsere Messungen stark von unserem auf 4,8 GHz übertakteten Core i7-8700K (6C/12T) beeinflusst, insbesondere mit den schnelleren GPUs. So liefert die RTX 2080 Ti über alle Auflösungen sehr ähnliche Bildraten, ein Indiz, dass unser Prozessor die schnelle Nvidia selbst in 4K noch limitiert. Die sechs Kerne und 12 Threads unserer Test-CPU werden genutzt, allerdings nur zum Teil ausgelastet. Das geht zulasten der Gesamtperformance.
Quelle: PC Games Hardware
Anno 1800 - Hier sehen Sie den Ausgangspunkt unserer Benchmarkszene. Um die Streaming-Last zu erhöhen, drehen wir die Kamera mit der "Y"-Taste nach Laden des Spielstands im Uhrzeigersinn. Die CPU bestimmt in vielen Fällen die Leistung, erst in höheren Auflösungen können sich die schnellen Grafikkarten untereinander absetzen. Die RTX 2080 Ti wird selbst in Ultra HD samt 4x MSAA noch von der Prozessor-Leistung ausgebremst.
Der finale PCGH-Benchmark ist deutlich anspruchsvoller als unsere erste Testszene, wir erzielen knapp 40 Prozent weniger Fps. Dieser Performance-Unterschied wird hauptsächlich durch die gesteigerte Prozessor-Last verursacht.
Unser technischer Ersteindruck von Anno 1800
Folgt im Laufe des Dienstags mit mehr Messwerten und finalen Grafiktreibern.

Ja, die "random crashes" sind bei mir weg, nur jetzt kommen direct X Fehler Meldungen und ich lande auf dem Desktop, also bin ich quasi genau da, wo ich vorher war :x
Wäre auch mal zu schön gewesen, wenn ein Game einigermaßen fehlerfrei läuft zu release.
Update:
Heute hab ich mit dem Kerl gesprochen der mir zuerst von den regelmäßigen CTD's erzählt hat und er meint die seien zumindest auf dem Radeon-System mit dem neuem Treiber verschwunden. Bei ihm läuft das Spiel auf einem Ryzen 1700 @stock, mit (nur) 8GB Hauptspeicher und einer RX580 "flüssig" in 1080p.
Demnächst schaue ich mir das aber mal live an, messe die FPS und gucke genauer in die Einstellungen.
Edit
Sorry für den doppelpost, da hab ich nicht aufgepasst. Das darf gern zusammengeführt werden.
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Ein Schnapper würde ich mal sagen.
MfG,
Raff
Da sich die Benchmark-Sequenz um ein Savegame handelt, hätte ich eine Frage:
Könnt ihr die Savegame-Datei hochladen?
Ich würde gerne (vergleichbar) testen, wie sich meine CPU zu den neueren Architekturen verhält.
Mfg Drebbin
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