AMD Ryzen 2000 vs. 1000 im Vergleich: Die Unterschiede erklärt [Update zu XFR 2]
Nach den Raven-Ridge-APUs Ryzen 5 2400G und Ryzen 3 2200G hat AMD nun auch die großen Brüder Ryzen 7 2700(X) und Ryzen 5 2600(X) innerhalb der 2000er-Serie nachgeschoben. Sie wurden unter dem Codenamen Pinnacle Ridge entwickelt, einem Refresh von Summit Ridge. PC Games Hardware erklärt die Unterschiede zwischen Ryzen 1000 (Zen) und Ryzen 2000 (Zen+).
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Update vom 29.11.18:
Im Originalartikel erwähnten wir einen Umstand nicht, der in letzter Zeit häufiger nachgefragt wurde und zur Vorstellung des Ryzen 7 2700X und Ryzen 5 2600X nicht ganz klar war: Im Gegensatz zur 1000er-Serie unterstützt die 2000er-Reihe ohne X-Suffix kein XFR (2), also das automatische Übertakten bei adäquater Kühlung. Zudem müssen der Ryzen 7 2700 und Ryzen 5 2600 ohne den Precision Boost Overdrive als OC-Option auskommen.
Mit dem heutigen 19. April 2018 hat AMD die ersten vier Prozessoren der Pinnacle-Ridge-Familie veröffentlicht (Test des Ryzen 7 2700X und Ryzen 5 2600X bei PCGH.de). Pinnacle Ridge beerbt Summit Ridge, wobei der Name schon andeutet, was man von den neuen Prozessoren erwarten kann: Beide Codenamen bedeuten letztendlich Gipfelkamm - Pinnacle Ridge stellt keine komplette Neuentwicklung, sondern einen Refresh dar. Sämtliche Ryzen-1000-CPUs inklusive Threadripper sowie die Epyc-Modelle setzen alle auf AMDs Siliziumchip mit dem Codenamen Zeppelin. Er stellt die erste Iteration der Zen-Mikroarchitektur dar. Raven Ridge übernahm im Februar einen einzelnen CPU Complex (CCX) mit vier Zen-Kernen und kombinierte ihn mit einer Vega-Grafikeinheit. Pinnacle Ridge hingegen betitelt AMD als Zen+, einer optimierten Variante.
AMD Ryzen 2000 vs. 1000: 12LP statt 14LPP
Ursprünglich setzte AMD Globalfoundries' Fertigungsprozess 14LPP ein, also 14 nm Low Power Plus mit FinFET-Transistoren. Die Ryzen-1000-CPUs für den Sockel AM4 kommen mit Basistaktraten von bis zu 3,6 GHz daher und können sich per Boost und XFR auf bis zu 4,1 GHz beschleunigen. Im Bereich von 3,9 bis 4,1 GHz liegt üblicherweise die "Taktmauer" der Chips. Höhere Frequenzen, sofern das Silizium nicht komplett dicht macht, erfordern exponentiell höhere Spannungen. Die selektierten Ryzen Threadripper legen wenige Prozent Takt oben drauf.
Die Ryzen-2000-CPUs bekommen einen neuen Die spendiert, der erneut bei Globalfoundries vom Band läuft. Der Auftragsfertiger nennt den Prozess 12LP wie Leading Performance. Er stellt eine Weiterentwicklung von 14LPP dar und soll eine rund zehn Prozent höhere Performance sowie etwas höhere Packdichte erlauben. Die 14LPP-Masken ließen sich zum Großteil übernehmen, sodass eine Portierung kaum Kosten verursache. Der alte Zeppelin brachte 4,8 Milliarden Transistoren auf einer Chipfläche von 213 mm² unter - das gilt auch für den Refresh. Zen+ meldet sich in CPU-Z übrigens als B2.
AMD geht davon aus, dass sich Ryzen-2000-CPUs im Großen und Ganzen auf rund 4,2 GHz übertakten lassen sollen. Unabhängig von der Frequenz sinke die benötigte Spannung um circa 0,05 Volt, was die Effizienz erhöhe. AMD rechnet vor: Ein Ryzen 5 2600 nehme im Cinebench R15 (multithreaded) bei fixierten 3,5 GHz 11 Prozent weniger Leistung auf als ein Ryzen 5 1600X @ 3,5 GHz. Der Ryzen 7 2700 sei bei einem fixiertem TDP-Limit von 65 Watt 16 Prozent schneller als der Ryzen 7 1700.
| Prozessor | Kerne/Threads | CCX-Konfiguration | Basistakt/Max. Boost (exkl. XFR) | L3-Cache | TDP | UVP |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ryzen 7 2700X | 8/16 | 4+4 | 3,7/4,3 GHz | 16 MiB | 105 W | 319 € |
| Ryzen 7 1800X | 8/16 | 4+4 | 3,6/4,1 GHz | 16 MiB | 95 W | 345 € |
| Ryzen 7 1700X | 8/16 | 4+4 | 3,4/3,9 GHz | 16 MiB | 95 W | 309 € |
| Ryzen 7 2700 | 8/16 | 4+4 | 3,2/4,1 GHz | 16 MiB | 65 W | 289 € |
| Ryzen 7 1700 | 8/16 | 4+4 | 3,0/3,7 GHz | 16 MiB | 65 W | 279 € |
| Ryzen 5 2600X | 6/12 | 3+3 | 3,6/4,2 GHz | 16 MiB | 95 W | 225 € |
| Ryzen 5 1600X | 6/12 | 3+3 | 3,6/4,1 GHz | 16 MiB | 95 W | 209 € |
| Ryzen 5 2600 | 6/12 | 3+3 | 3,4/3,9 GHz | 16 MiB | 65 W | 195 € |
| Ryzen 5 1600 | 6/12 | 3+3 | 3,2/3,7 GHz | 16 MiB | 65 W | 185 € |
AMD Ryzen 2000 vs. 1000: Zen+ mit optimiertem Speicher
Den Übergang von 14LPP auf 12LP hat AMD genutzt, um minimale Anpassungen an den beiden 64-Bit-Speicher-Controllern vorzunehmen. Konkret wurden die Latenzen verbessert. AMD vergleicht einen Ryzen 7 2700X mit einem Ryzen 7 1800X, jeweils mit DDR4-3200-RAM: Ein Speicherzugriff im L1-Cache benötigt 0,95 statt 1,1 Nanosekunden (- 13,6%), im L2 3,0 statt 4,6 ns (- 34,8%) und im L3 9,2 statt 11,0 ns (- 16,4%). Laut AMD soll dadurch die Leistung pro Takt (Instructions per Clock, IPC) durchschnittlich um immerhin drei Prozent steigen.
Quelle: AMD
AMD Ryzen 2000 vs. 1000: Die Cache- und Speicherlatenzen sinken
Auf Seiten des Arbeitsspeichers hebt AMD die Spezifikationen an, nennt allerdings Einschränkungen. Die Werte werden noch differenzierter als zu Ryzen-1000-Zeiten angegeben. Bei der Spezifizierung von Dual-Rank-Modulen, die dank Speicher-Interleaving schneller arbeiten, aber auch höhere Anforderungen an die Controller stellen, ändert sich auf Mainboards mit vier RAM-Bänken nichts. Beim Einsatz von zwei Riegeln gibt AMD offiziell DDR4-2400 frei. Single-Rank-RAM lässt der Chiphersteller bis DDR4-2933 zu, sofern das Mainboard mindestens sechs PCB-Layer hat. Ansonsten bleibt es wie bisher bei DDR4-2667. Hat die Platine nur zwei RAM-Bänke, wie es zum Beispiel bei Mini-ITX-Modellen der Fall ist, gibt AMD auch DDR4-2667 für Dual-Rank-Speicher frei.
| Speicherunterstützung | 2/2 Riegel, Single Rank | 2/2 Riegel, Dual Rank | 2/4 Riegel, Single Rank | 2/4 Riegel, Dual Rank | 4/4 Riegel, Single Rank | 4/4 Riegel, Dual Rank |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Zen+/Pinnacle Ridge/Ryzen 2000 | DDR4-2933* | DDR4-2667 | DDR4-2933* | DDR4-2400 | DDR4-2133 | DDR4-1866 |
| Zen/Summit Ridge/Ryzen 1000 | DDR4-2667 | DDR4-2400 | DDR4-2667 | DDR4-2400 | DDR4-2133 | DDR4-1866 |
*setzt Mainboards mit mindestens 6 PCB-Layern voraus; ansonsten DDR4-2667
AMD Ryzen 2000 vs. 1000: Mehr Boost auf allen Kernen
Mit Ryzen 1000 hat AMD den Precision Boost und die Extended Frequency Range (XFR) eingeführt, um die Kerntaktraten in Relation zur Stromstärke, Spannung und Temperatur zu bestimmen. Die Boost-Frequenzen nehmen bislang jedoch stark ab, wenn mehr als ein Kern belastet wird. Zusammen mit XFR kann ein Ryzen 7 1800X einen einzelnen Kern auf 4,1 GHz bringen, bei einer Vollauslastung sind hingegen nur noch 3,7 GHz drin.
Quelle: AMD
AMD Ryzen 2000 vs. 1000: Boost-Verhalten des Ryzen 7 2700X
Die Ryzen-2000-Nachfolger ziehen das größte Leistungsplus aus einer "intelligenteren" Precision-Boost-2-Steuerung zusammen mit XFR 2. Die Taktkurve fällt bei einer Belastung von zwei oder mehr Kernen nicht mehr so stark ab, AMD spricht im Falle des Ryzen 7 2700X von rund 4,0 GHz auf allen Kernen. Da Precision Boost 2 und XFR 2 dynamisch agieren, nennt der Chiphersteller keine festen Turbomodi abseits von den maximalen Boosts plus 50 MHz XFR-2-Takt (auf allen Kernen). Einen Haken gibt es jedoch: XFR 2 unterstützen nur noch der Ryzen 7 2700X und der Ryzen 5 2600X, die Non-X-Modelle hingegen nicht mehr - AMD grenzt die CPUs stärker voneinander ab. Ebenso lassen sich nur die X-CPUs per Precision Boost Overdrive übertakten. Dabei können Nutzer im Ryzen-Master-Tool die Parameter für die Spannungszufuhr erweitern, wodurch die CPUs höhere Taktraten erreichen, aber diese weiterhin intelligent anpassen, zum Beispiel mit einem stärkeren 1-, 2- oder 4-Kern-Boost.
Der X470-I/O-Hub ("Chipsatz") stellt einen Refresh des X370 dar, dar neben einer niedrigeren Idle-Leistungsaufnahme neue Software-Spielereien wie Store MI unterstützt. SSDs und HDDs lassen sich damit als ein einzelnes, großes Laufwerk ansprechen, wobei die schnelleren Datenträger als Cache fungieren. Auf Wunsch können Nutzer eine maximal 2 GiByte große RAM-Disk über Store MI konfigurieren. Genauso verhält es sich vom B350 zum B450. Das Ryzen Master Tool bietet weitere Funktionen, darunter neue Underclocking-Optionen (für eine höhere Effizienz), Per-Core-OC und die Anzeige der beiden taktfreudigsten Kerne pro CCX sowie insgesamt. Die älteren Ryzen-CPUs unterstützen die Neuerungen noch nicht.

Das war "früherer Stand", da war es noch so, dass beide gleich sind und sich im Takt unterscheiden, aber dem ist ja jetzt nicht mehr so. Eine Laie steht jetzt ganz schön unbedarft vor der Auswahl. Ich selbst habe mich mit XFR und PBO auch nie beschäftigt, warum sollte man auch, wenn es nur im den Mhz-Ausgleich ging? Oder macht das am Ende gar nur einen messbaren Unterschied? Wäre klasse, wenn PCGH sich dazu noch äußern könnte
..wobei ich den obligatorischen Gegencheck mit der Kompatibilitätsliste voraussetze.
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