Ryzen Threadripper 3000: Geekbench-Werte auch im Single-Core nah an Intel
Langsam dürfte man dem Release von Threadripper 3000 näher rücken, denn es ist ein weiteres Mal eine CPU unter dem Codenamen Sharktooth aufgetaucht. Wohl einmal mehr ein Engineering Sample, aber ein Flottes, wenn man den Geekbench-Werten traut.
Offiziell ist Threadripper 3000 nicht angekündigt und AMD-CEO Dr. Lisa Su meinte zu dem Thema bislang nur, dass die Plattform weiterentwickelt wird. Hinter vorgehaltener Hand ist derweil klar, dass im Herbst eine Neuauflage kommen soll - passend zum Umfeld des Cascade-Lake-X-Release. Und so verwundert es wohl auch nicht, dass neulich eine entsprechende CPU im Geekbench auftauchte - Codename Sharktooth, mit Zen 2 in 7 nm und potenziell deutlich mehr Leistung als noch die Vorgänger.
Jenes Engineering Sample tauchte nun an anderer Stelle wieder auf, mit etwas anderen Taktraten, aber nach wie vor mit 32 Kernen, 64 Threads, 128 MiByte L3-Cache und 16 MiByte L2-Cache. Der Cache alleine ist schon eine Philosophie-Stunde wert, denn Ryzen Threadripper 2990WX hat mit 72 MiByte kombiniert gerade einmal rund die Hälfte des Sharktooth.
Doch heute soll es um die neuen Geekbench-Werte gehen, die durchs Internet geistern und da liefert die CPU 5.523 Single-Core- und 68.576 Punkte Multi-Core-Performance ab - das bei ausgelesenen Taktraten von 2,20 GHz Basis und 4,17 GHz Boost-Takt. Zum Vergleich ein AMD Ryzen Threadripper 2990WX schafft standardmäßig Ergebnisse im Bereich von 4.800/36.000 Punkte. Ein Intel Xeon W-3175X liefert um 5.150/38.000 Punkte. Berücksichtigt man, dass Engineering Samples niedriger getaktet sind und AMD noch etwas für das Retail-Produkt in der Hinterhand hat, dürfte Threadripper 3000 in massiv parallelisierten Umgebungen potenziell recht kurzen Prozess mit seinem Umfeld machen.
Auch lesenswert: Intel Cascade Lake X: 10- und 18-Kerner im Geekbench
Interessanter Blick auf die Singlecore-Performance
Selbst die klassische AMD-Schwäche bei der Single-Core-Performance scheint in diesem Szenario zu verpuffen, denn besagter Intel Xeon W-3175X mag vielleicht noch eine besser IPC haben, aber man muss die in diesen stark parallelisierten Szenarios auch auf die Straße bringen. Genaues kann man aktuell natürlich nicht sagen und Cascade Lake X dürfte schneller sein als der hier herangezogene Skylake-SP mit 3,1 GHz (die Tage lieferte ein 2,2 GHz-ES um 5.400 Punkte), aber aus der Ferne betrachtet sieht es für AMD nicht schlecht ausm um im Workstation- und Server-Markt Marktanteile zu erkämpfen und das sind besonders gute Marktanteile, weil die Margen ordentlich sind.
Ryzen Threadripper 3000 wird für das zweite Halbjahr 2019 erwartet, das ja bereits läuft. AMD wird sich sicher im Umfeld von Intels Cascade Lake X bewegen. Castle Peak, so der Codename der Reihe, soll auf dem Sockel TR4 zum Einsatz kommen und PCI Express 4.0 unterstützen. Der Plattform wird ein X590-I/O-Hub nachgesagt. Intel indes will den Sockel wechseln.


Nur wegen meinem Enthusiastenego werd ich nicht aufrüsten. Da löte ich vorher ein bissl an einem meiner alten Boards herum. Hab aktuell ein Thinkpad 760 dass ein paar neue Kondensatoren braucht.
Ich glaub das liegt am AM4 Sockel ist halt doch nur Mainstream und passt nicht zu meinem Erstreben ein Enthusiast zu sein, da wird glaub auch nichts der 3950X dran ändern der eigentlich eingesetzt werden sollte.
Und wenn ich jetzt lesen:
Single-Core Werte Nähe an Intel
finde ich das Super.
Ich bin echt noch unschlüssig in der Hinsicht.
Ich könnte mir vorstellen, 16, 24, 32, 48 Kerne. *)
Der 16-Kerner könnte ggü. dem 3950X durchaus eine höhere Performance aufweisen, denn hinzu kommt grundsätzlich der 4-Kanal-Speicher und es könnte eine Version oder Versionen mit 128 MB L3-Cache geben.
Und effizienter als Ryzen wird der keinesfalls sein, eher im Gegenteil. Bereits der 14 nm IOD des Epyc, der hier auch zum Einsatz kommen wird, verbraucht etwas mehr Strom und mehr Chiplets bedeutet auch mehr Verbrauch und Abwärme, auch wenn einige Cores oder gar ganze CCXe deaktiviert sind, so bspw. insbesondere der große L3, der nahezu schon die halbe Chipfläche eines CCX ausmacht. Nur zum Vergleich: der Epyc 7282 mit 16 Kernen und 64 MB L3, d. h. zwei komplett aktiven Chiplets (analog dem 3950X **), ist mit 2,8/3,2 GHz Takt und bereits 120 W TDP spezifiziert. Epyc ist relativ konservativ dimensioniert bzgl. der Taktraten. Für TR kann man wohl etwas höhere Taktraten annehmen, was sich auch in der TDP niederschlagen sollte. (AMD gibt den 3950X mit 105 W TDP an, mit 3,5 GHz Basistakt.)
*) Mit nur 32 Kernen könnte man sich leistungstechnisch nicht nennenswert von Intels Xeon W (Cascade Lake) mit bis zu 28 Kernen absetzen. Und bereits bei mäßiger Verwendung von AVX-512 hätte man das Nachsehen. (Bei extrem AVX-512-lastigem Code kann aktuell Intels 28-Kerner auch AMDs 64-Kern-Topmodell 7742 schlagen, so bspw. in NAMD und GROMACS. - Spätere Code-Optimierungen für Rome könnten deren AVX2-Code hier noch etwas beschleunigen, ein Intel-28-Kerner würde in solchen Spezialfällen jedoch einen AMD-32-Kerner deutlich hinter sich lassen.)
**) Vermutlich wird TR aus Stabilitätsgründen min. 4 Chiplets auf dem CPU-Package haben, in dem konkreten Fall des 7282 werden dann zwei Chiplets Dummies sein. Hinzu kommt der große 14 nm IOD.
Der 16er ist wirklich obsolet, vermutlich hat das AMD schnell erkannt und deswegen den 1900x nicht fortgesetzt. Und wenn die Kerne wieder nur paarweise aktiviert werden können ergeben sich ja auch nicht mehr Möglichkeiten. Und davon kann ja wieder ausgehen, sonst gäbe es jetzt auch 5- und 7-Kerner.
Ich denke 64 Kerne werden sie sich aufheben für Notfälle.
Außerdem bin ich gespannt auf die Leistungsaufnahme. Hab noch nichts von Epic nachgelesen, aber ich denk aufgrund der höheren Anzahl der Chiplets pro IO müsste er ein wenig effizienter zu Werke gehen als die AM4- Version.