Radeon Software 21.4.1 im Test: Mehr Features und höhere Leistung für das Jahr 2021 [Update]
Update mit Videos: Die Radeon Software erhielt just ein neues, großes Funktions-Update. Mit der Version 21.4.1 führt AMD die von den Radeon-Nutzern meistgewünschten Features ein - darunter einen neuen "Minimalmodus" ohne Ballast, AMD Link für Windows und mehr. PCGH hat sich die neue Radeon Software vorab angesehen und verrät, warum AMD seinen Vorsprung ausbaut.
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Update vom 21. April: Wir haben zwei Videos in diesen Artikel eingebunden, die die nützlichen neuen Funktionen der Radeon Software 21.4.1 in Aktion zeigen.
"Wenn meine Nutzer glücklich sind, bin ich glücklich": Getreu diesem Motto veröffentlichen die Radeon-Macher erneut ein Feature-Update der hauseigenen Radeon Software, welches ein paar der meistgewünschten Funktionen implementiert. PCGH hat die Radeon Software 21.4.1 bereits getestet und stellt die neuen Funktionen vor.
Radeon Software 2021: Minimal Install & Driver only
Je mächtiger ein Programm mit der Zeit wird, desto größer ist die Gefahr, dass die Übersicht leidet und der Ressourcenhunger zunimmt. So kommt es, dass sich viele Radeon-Nutzer ein "Light"-Paket wünschten, das die zahlreichen Spezialfunktionen über Bord wirft und nur die wichtigsten Stellschrauben anbietet. Mit der Radeon Software 21.4.1 wird genau das Realität, bei der Installation des Treibers dürfen Sie ab sofort zwischen drei Modi wählen: dem bekannten "Full Install"-Standardumfang, "Minimal Install" und "Driver only". Sehen Sie selbst:
Während uns der Driver-only-Modus in Ermangelung mächtiger Third-Party-Tweaktools relativ sinnlos erscheint, erweist sich der Minimalmodus im Test als sinnvolle Ergänzung - zumindest für Nutzer, die einfach nur spielen wollen. Installieren Sie diese Variante, fehlen die Alleinstellungsmerkmale der Radeon Software, darunter die Capture- und Streaming-Features sowie das Tuning-Menü nebst Überwachungs- und Overlay-Funktionen. Alle wichtigen Einstellungen rund um Texturfilterung, Anti-Lag, Sharpening, Freesync und Konsorten sind hingegen vollständig an Bord. Unser Wunsch für das nächste Radeon-Software-Update spinnt den Gedanken weiter: ein "Do it yourself"-Modus, der alle Optionen bei der Installation an- und abwählbar macht. Alle Menüs des Minimal-Installs in der Übersicht:
Performance-Unterschiede zwischen den Treiber-Konfektionen gibt AMD nicht zu Protokoll, wir vermuten jedoch, dass das entschlackte Minimal-Paket weniger CPU-Last erzeugt als das volle Programm, welches Hintergrunddienste, Hotkeys & Co. am Laufen hält. Benchmarking-Freunde und Besitzer altersschwacher Prozessoren dürften mit dem Minimal-Setup daher am besten fahren, müssen dann jedoch über ein Tool wie den MSI Afterburner übertakten und undervolten.
Im Folgenden sehen Sie der Vollständigkeit halber alle aktuellen Menüs der vollständig installierten Radeon Software (Full Install) in Version 21.4.1 - das breite Funktionsspektrum des AMD-Grafiktreibers wird hier besonders deutlich:
Radeon Software 2021: AMD Link für Windows
Bei AMD Link handelt es sich um einen 2017 eingeführten Zusatz der Radeon Software, der sich dem Streaming von Spiel-Inhalten verschrieben hat - nicht, um damit im Internet live für Furore zu sorgen, sondern um PC-Spiele an das eigene Handy oder Tablet zu schicken. Die Idee ist simpel: Das Mobilgerät ermöglicht das kabellose und bequeme Spielen auf dem Sofa, während der entfernt stehende Gaming-PC das flüssige Rendering übernimmt. Laut AMD erfreut sich Link gerade in Lockdown-Zeiten großer Beliebtheit (vermutlich aber nicht so viel wie Nintendos Link), sodass die nunmehr vierte Hauptversion fertiggestellt ist. Das wichtigste Feature von AMD Link 4.0 ist, dass die App nun auch unter Windows lauffähig ist, was Streaming auf Notebooks oder andere PCs ermöglicht. Besonders interessant ist, dass sich auf diese Weise auch lokale Koop-Sessions starten lassen, sofern das gewünschte Spiel einen solchen Modus unterstützt. Die Verbindung erfolgt über einen Einladungs-Code.
Radeon Software 2021: Weitere Neuerungen
Falls Sie die Bilder oben durchgeklickt haben, fielen Ihnen die kleinen Verbesserungen am Rande womöglich bereits auf. Da wären die beiden neuen Optionen im Untermenü Anzeige: "Verbesserung der Anzeigefarben" und "Farbenblindheit-Korrektur". Ersteres erinnert an ein Relikt längst vergangener Zeiten: Digital Vibrance in Nvidias ehemaligen Detonator-Treibern. Die Funktion sorgt für eine stärkere Farbsättigung, während es die Farbkorrektur-Slider erlauben, verschiedene Sehfehler global anzugehen. Laut AMD kosten beide Funktionen, die sich auch im Minimal-Setup finden, keine Leistung.
Wer sich stattdessen für das volle Paket entscheidet, findet bei den Streaming-Funktionen einen neuen Wizard vor, welcher die erste Einrichtung vereinfacht. Die zahlreichen Einstellungen rund um Bitrate und Kompressionsverfahren sind jedoch selbstverständlich weiter zugänglich. In diesem Kontext bewirbt AMD außerdem die Fertigkeit, AV1-Videomaterial inklusive DRM dekodieren zu können. Zu guter Letzt wurden (im Full Install) die Performance Metrics unter "Leistung" - "Metrik" erweitert und sind nun in der Lage, auch Ryzen-Prozessoren zu überwachen. Die unter "Konfiguration" zu findenden Tuning-Regler sind nach wie vor nur für die Grafikkarte, aber ausreichend mächtig und bieten bereits seit einigen Monaten einen integrierten Overclocking-Stabilitätstest.
Quelle: PC Games Hardware
Radeon Software Adrenalin 2021 Full Installation - Leistung - Metrik erweitert
Die meistgestellte Frage im Anschluss an die Treiber-Präsentation betraf FidelityFX Super Resolution (FSR), AMDs Alternative zu DLSS. Zu diesem Thema gebe es nichts Neues - man werde es alle Interessierten wissen lassen, sobald sich das ändere. Tatsächlich handelt es sich bei FSR um keine Spiele-agnostische Funktion, welche als Schalter in der Radeon Software zu finden sein wird, sondern um ein Feature, das - wie DLSS - gezielt von Spiele-Entwicklern in den Renderer implementiert werden muss. Es versteht sich von selbst, dass ein derart aufmerksam beäugter Vorstoß etwas mehr Vorlauf braucht als beispielsweise ein simpler (wenn auch effektiver) Schärfefilter im Treiber.
Wie immer funktionieren nicht alle neuen Funktionen mit allen Radeon-GPUs. Wenngleich die vor gut neun Jahren eingeführten GCN-GPUs (Graphics Core Next) im Laufe der Zeit viele neue Funktionen erhalten haben, entfaltet die Radeon Software erst auf modernen RDNA-Chips ihr volles Feature-Spektrum. So erfordern die Farbfunktionen eine Radeon der Serie RX 5000 oder 6000, oder ein Ryzen-Modell der 4000-Serie und neuer, sowie Windows 10. Auch der neue Streaming-Wizard und bereits vor einer Weile implementierte Crash Defender erfordern Windows 10. Zu guter Letzt benötigt die Unterstützung von PlayReady AV1 Decode zwingend Windows 10, eine Radeon der RX-6000-Serie sowie selbstverständlich unterstützte Inhalte von Streaming-Diensten.
Radeon Software 2021: Fazit
Neues Jahr, bekanntes Fazit: AMD baut mit dem jüngsten Update der Radeon Software seine Führung auf Software-Ebene aus. Der Radeon-Treiber bietet mittlerweile so viele Funktionen, dass die Community nach einer aufs Wesentliche reduzierten Treibervariante fragte. Diesem und weiteren Wünschen kommt AMD mit der Radeon Software 21.4.1 (und neuer) nach. Haben auch Sie konstruktives Feedback, tun Sie es den Radeon-Machern über die Feature-Abstimmungsfunktion im Treiber kund, oder melden Sie sich auf der Plattform Reddit zu Wort.
Falls Sie bis hierhin gelesen haben und das Wort "Wundertreiber" vermisst haben: Hier ist es - Wunder bei der Leistung verspricht AMD jedoch offiziell schon lange nicht mehr. Der Hersteller hat laut eigener Aussage bereits vor Jahren umfangreiche Maßnahmen ergriffen, um die Stabilität und Performance direkt zum Start einer neuen GPU-Architektur oder neuer Spiele zu gewährleisten. "Day-0 Drivers", also offizielle Treiber direkt zum Launch wichtiger Spiele, lautet nach wie vor die Marschrichtung. Leistungssteigerungen durch globale Optimierungen sind nicht zu erwarten, allerdings betont AMD, dass die Arbeit im Laufe des Jahres zu akkumulierten Leistungssteigerungen in ausgesuchten Spielen führt - es gebe jedoch nichts Spezielles, das die Radeon Software 21.4.1 schneller mache als Version 21.3.2 und Konsorten. Diese Aussage macht Verbesserungen wie Smart Access Memory (SAM) umso wertvoller, denn hier lässt sich tatsächlich mehr und auf breiterer Basis Leistung gewinnen. PCGH arbeitet gerade an einer frischen Messreihe, welche die aktuellen Zugewinne durch SAM herausarbeitet.
In der folgenden Bildergalerie finden Interessierte die komplette AMD-Präsentation der Radeon Software Adrenalin 21.4.1. Der Treiber steht unterdessen bei AMD.com zum Download bereit.


Das einzig nervige, was ich aber schon seit Monaten sehe, ist die Überlagerung des Textes bei der Lüftergeschwindigkeit...
Im Menü und genau so im Overlay.
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