AMD True Audio in Thief und Co. ausprobiert: Was bedeuten Astound Sound und Convolution Reverb in der Praxis?

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AMD True Audio - Aufmacher
Quelle: AMD

Seit dem Wochenende können wir endlich AMDs True Audio einmal selbst genauer unter die Lupe nehmen. Nach einem Patch für das Schleichspiel Thief kann dort der hardware-beschleunigte Effekt Convolution Reverb aktiviert werden, der realistische Echo-Charakteristika ermöglichen soll. Zudem konnten wir eine mit dem Astound-Sound-Plugin versehene Version der Tuscany-Demo für das Oculus Rift ausprobieren. In diesem Artikel gehen wir genauer auf die Effekte ein.

AMD True Audio - Aufmacher Quelle: AMD AMD True Audio - Aufmacher Mit True Audio will AMD den Hardware-Sound wiederbeleben. Die dazu nötige Hardware ist auf den Bonaire- und Hawaii-GPUs des Herstellers verbaut, zudem unterstützen die aktuellen AMD-APUs True Audio. Dazu zählen auch die in den beiden aktuellen Konsolen Xbox One und Playstation 4 verbauten Exemplare.

True Audio - Die Technik

True Audio ist auf den erwähnten AMD-Grafikkarten in Form von vier Zusatzprozessoren für die Soundmodulation, sogenannten DSPs (Digital Signal Processor), verbaut. Diese stammen vom Hersteller Cadence und nennen sich Tensilica Xtensa. Drei der vier Prozessoren sind Xtensa HiFi 2, der letzte ein etwas weiterentwickelter HiFi EP. Diese vier programmierbaren DSPs erlauben es laut AMD, die gesamte Last der Audio-Engine von Spielen durch die Grafikeinheit berechnen zu lassen und den Sound-Designern zusätzlich eine größere Freiheit und weitreichende Möglichkeiten durch Klangmodulationen bei der Gestaltung des Spiele-Sounds zu geben. True Audio führt für Spiele-Entwickler, die diese Technik nutzen, zudem eine feste Größe ein: Bisher war es schwierig bis unmöglich, die verfügbaren Ressourcen für Spiele-Sound festzulegen. Dies trifft gerade auf den PC zu: Durch die breite Hardware-Basis bei PC-Spielern können Sound-Designer schlecht das vorhandene CPU-Budget für die Sound-Engine festlegen. Mit True Audio steht dieses nun fest und der Designer kann die Hardware voll ausnutzen. Allein, bisher fehlte die zugehörige, für True Audio entwickelte Software. Dies hat sich nun geändert und wir konnten zwei verschiedene Implementierungen ausprobieren.

True Audio - Convolution Reverb in Thief

Thief nutzt seit dem letzten Patch True Audio, um eine realistische Echo-Simulation zu berechnen. Für Convolution Reverb - in der deutschen Version etwas abstrakt mit "Faltschall" übersetzt - werden Impuls-Aufnahmen einer bestehenden Echtwelt-Lokalität erstellt, um ihre Echo-Charakteristik festzuhalten. Die gesammelten Daten werden dann in das Spiel übertragen. Klänge in Thief können nun in Echtzeit moduliert werden, um die Halleigenschaften der Echtwelt-Szenarien realistisch nachzubilden. Bis hierher kann die Arbeit auch von der CPU übernommen werden, Thief bietet dazu einen Software-Modus des Convolution Reverb. Doch um eine besonders realistische Akustik zu schaffen, werden mehrere dieser Effekte parallel berechnet und kombiniert. Beispielsweise die Halleigenschaften eines Gebäudes, die der davorliegenden breiten Straße und die der dahinterliegenden, engen Gasse. Mit True Audio können bis zu vier dieser Effekte kombiniert werden. In unserem Video können Sie den Effekt selbst erleben:

True Audio - Astound Sound in der Tuscany Demo

Astound Sound wurde von GenAudio entwickelt, wurde von AMD lizensiert und ermöglicht eine sehr eindrückliche Surround-Simulation. Sie funktioniert in der Theorie sowohl über Kopfhörer oder ein Headset als auch über Boxensysteme mit Stereo bis Mehrkanal. Die Technologie erstellt eine virtuelle, dreidimensionale 360°-Klangbühne rund um den Hörer herum, sowohl in der Horizontalen als auch der Vertikalen. Durch die Daten, die durch die Grafikeinheit und True Audio geliefert werden, "weiß" Astound Sound, wo sich in diesem Raum ein Geräusch befindet und moduliert dann mithilfe der DSPs den Klang für jede Schallquelle so, dass ein binaurealer Effekt entsteht. Dieser Effekt lässt uns dreidimensional hören. Das tun wir, weil der Schall einer Klangquelle durch seine Geschwindigkeit eine verschieden lange Zeit benötigt, um in unsere beiden Ohren zu gelangen. Je weiter links ein Ton aus unserer Sichtposition entstammt, desto länger benötigt das Geräusch, um auch in unser rechtes Ohr zu dringen. Unser Gehirn fertigt aus diesen Informationen ein dreidimensionales Klangbild und wir können auch ohne optischen Bezug erkennen, aus welcher Richtung ein Ton stammt.

In unserem Video der Tuscany-Demo können Sie diesen Effekt selbst beobachten. Setzen Sie sich einen Kopfhörer auf, konzentrieren Sie sich auf einen Klang und schließen Sie die Augen. Stellen Sie dann fest, aus welcher Richtung und welcher Entfernung der Klang stammt. Wenn Sie die Augen öffnen, können Sie die Präzision von Astound Sound selbst beurteilen. Beachten Sie bei dieser Demo: Weder sind die verwendeten Samples besonders gut, noch hat die Demo ein professionelles Sound-Design erhalten, wie es bei einem modernen Spiel mit Sicherheit geschehen wäre.

Wir sind auf weitere Implementationen von True Audio sehr gespannt, auch weil nicht abzusehen ist, was Sound-Designer mit den programmierbaren DSPs anfangen werden. Die steigende Verbreitung durch die aktuelle Konsolen-Generation lässt uns jedenfalls hoffen, dass zumindest kommende Cross-Plattform-Titel die Technik verwenden werden, sobald die Last-Gen-Konsolen keine Ports mehr erhalten. Wie ist ihr Eindruck von True Audio? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion.

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    • Kommentare (36)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von witcher3 Schraubenverwechsler(in)
        wenn der treiber schuldig ist . mal schauen ob man den alten noch findet .
        ich wollte es auch testen mit 7.1 und kopfhörer ( mmx 300)
        danke erst mal
      • Von witcher3 Schraubenverwechsler(in)
        wenn der treiber schuldig ist . mal schauen ob man den alten noch findet .
        ich wollte es auch testen mit 7.1 und kopfhörer ( mmx 300)
        danke erst mal
      • Von DARPA Volt-Modder(in)
        Hatte zu dem Zeitpunkt ne MMX 300 bzw. JBL LSR 305.
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Ich habe das nur auf dem PC eines LAN-Kumpels ausprobiert, mit einer 7.1 Heimkinoanlage und da war der Unterschied schon sehr deutlich. Bei Regen beispielsweise konnte man sehr gut wahrnehmen wo genau mehr Wasser tropft, oder ob es weiter weg ist als andere Geräusche. Beispielsweise kurz vor einer Ecke um die man gehen konnte, hat man es akustisch sofort gemerkt, dass dahinter Freiraum war. Ich fand das super gut damals.

        edit
        Mit welcher Hardware hast du das getestet?
      • Von DARPA Volt-Modder(in)
        War der Sinn von True Audio nicht vorrangig Performance zu sparen statt besserer Audioeffekte/-qualität?

        Ich hatte Thief auf ner 290 gezockt und konnte mit True Audio keinen besseren Sound wahrnehmen (im Vergleich zu nem ollen onboard ALC 892).
      • Von Cleriker Kokü-Junkie (m/w)
        Habs inzwischen auch nachgelesen, trotzdem danke. Ich denke das war keine gute Idee von AMD. Die Entwickler machen leider nur das nötigste. Dabei ist die Technik eigentlich gut. Gerade mit dem boom für hochwertige Kopfhörer, man erinnere sich z.B. an etliche hundert MMX300 threads) habe ich mir mehr Unterstützung dafür erhofft.
      Direkt zum Diskussionsende
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