Corsair debütiert im Gehäusemarkt

Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test

Corsair erweitert sein Sortiment Stück für Stück. Mit dem Obsidian 800D hat uns vor einigen Tagen nun das erste Gehäuse von Corsair erreicht, dass wir natürlich sofort einem Test unterzogen haben. Wie sich das Obsidian 800D schlägt, erfahren Sie im Test von PC Games Hardware. (Oliver Pusse, 20.08.2009)
 PCGH-Wertung:
1.47
 
Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test
 
Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test [Quelle: siehe Bildergalerie]
Corsair Obsidian 800D
Das Obsidian 800D wurde erstmals von Corsair auf der Cebit in Hannover präsentiert. Dort stellte man allerdings einen frühen Prototyp aus, dessen grundsätzliche Bauweise zwar schon feststand, viele Details aber noch verbesserungswürdig waren. Corsair hat sich scheinbar das Feedback der Presse und der Besucher zu Herzen genommen und zahlreiche Detailverbesserungen vorgenommen. Auf der Computex konnten eingeladene Besucher das fast fertige Gehäuse betrachten, sogar mit eingebauter Wasserkühlung und Hardware. Vor einigen Tagen kam die finale Version des edlen Luxus-Towers in der Redaktion an.

Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test
 
Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test [Quelle: siehe Bildergalerie]
Obsidian 800D: Design
Das Aussehen des Obsidian 800D hat Corsair eher schlicht gehalten, allerdings wirkt das Gehäuse aufgrund seiner enormen Größe recht massig. In die linke Seitenwand hat Corsair ein Fenster eingelassen, dass mit seiner Form an ein Segel erinnert. Leider gibt das Fenster noch Einblicke in die Netzteil-Kammer, dafür aber nicht auf einen eventuell verbauten Radiator. Im Deckel befinden sich Öffnungen für drei 120-mm-Lüfter. Die Front-Partie besteht aus gebürstetem Aluminium und verfügt über zwei Klappen, hinter denen das I/O-Panel mit 4 x USB, Audio und Firewire untergebracht ist sowie vier Hot-Swap-Einschübe für 3,5-Zoll-Festplatten. Die drei metallenen Füße könnten besser in das Gehäuse-Design integriert sein und stören die ansonsten tadellose Optik etwas.

Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test
 
Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test [Quelle: siehe Bildergalerie]
Obsidian 800D: Innenraum
Beide Seitenteile lassen sich durch einen einfachen Knopfdruck entfernen, ohne dabei lästige Schrauben lösen zu müssen - vorbildlich. Der Innenraum des Obsidian 800D ist komplett schwarz, selbst Kabel und Schrauben. Das Netzteil sitzt in einer eigenen Kammer unten im Gehäuse, die Hauptplatine darüber. Die Festplatten können entweder in den Hot-Swap-Einschüben oder in der unteren Kammer montiert werden; zusätzlich bis zu fünf 5,25-Zöller im Laufwerksschacht. Die Belüftung übernehmen drei 140-mm-Lüfter: je einer neben den Festplatten, im Zwischenboden und am Heck. Im Deckel können drei weitere 120-mm-Lüfter samt Radiator untergebracht werden. Das Belüftungskonzept sieht vor, dass Frischluft generell von unten angesaugt wird. Das Netzteil gibt die erwärmte Luft direkt wieder ab. Die Grafikkarte soll von dem Lüfter im Zwischenboden mit kühler Luft versorgt werden. Der Lüfter am Heck befördert anschließend die erwärmte Luft aus der Mainboard-Kammer wieder nach außen. Der Lüfter neben den Festplatten kühlt diese und leitet den Luftstrom auf die Rückseite des Mainboard-Schlittens. Da dieser gut abgeriegelt ist, verlässt die erwärmte Luft nach dem Überdruckprinzip das Gehäuse durch die hinteren Öffnungen.

Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test
 
Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test [Quelle: siehe Bildergalerie]
Obsidian 800D: Praxis
Im Praxistest punktet das Obsidian 800D mit seinem vorzüglichen Platzangebot. Beim Einbau unserer Test-Hardware kommt es zu keinerlei Problemen. Die Festplatten müssen in den vier Hot-Swap-Einschüben angeschraubt werden. Wer zusätzliche Festplatten nutzen will, kann diese auf Schienen schrauben und vorne in der Netzteilkammer einschieben. Corsair hat das Obsidian 800D so entworfen, dass alle Kabel auf der Rückseite des Mainboard-Schlittens verlegt werden können, was den Innenraum sehr aufgeräumt wirken lässt, wobei eine gewöhnliche ATX-Platine in dem großen Gehäuse etwas verloren aussieht. Eine Verlängerung für den 8-Pin-Stromadapter liefert Corsair mit. Mit unserem Enermax Galaxy waren alle Kabel zwar lang genug, je nach Kabellänge des verwendeten Netzteils kann es aber knapp werden.

Wakü-Fans wird das enorme Platzangebot sicherlich begeistern. Während ein Triple-Radiator samt Lüftern im Deckel eine maximale Dicke von 10,5 Zentimetern haben kann, gibt es für Pumpe und Ausgleichsbehälter keine werkseitigen Bohrungen. Hier muss wieder selbst Hand angelegt werden - schade eigentlich. Ein großer Staubfilter, der alle Bodenöffnungen abdeckt, kann nach hinten herausgezogen und somit leicht gereinigt werden. Ein Handbuch vermisst der Hobbyschrauber allerdings. Corsair legt dem Obsidian 800D lediglich einen Faltzettel bei, der das Gehäuse in der Explosionszeichnung zeigt und einen Link zum Download der Anleitung enthält.

Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test
 
Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test [Quelle: siehe Bildergalerie]
Obsidian 800D: Leistung
Die Kühlleistung ist gut, wobei sich der Lüfter des CPU-Kühlers die frische Luft vom Deckel ansaugt und das Belüftungskonzept stört. Dort befinden sich nämlich keine Staubfilter. Die gemessene Lautheit aus einem halben Meter Entfernung ist mit 2,6 Sone sehr gut, allerdings messen wir frontal und das Obsidian 800D hat in der Front keine Öffnungen oder Lüfter. Die Grafikkartentemperatur ist mit 77 Grad Celsius etwas schlechter als bei einigen Konkurrenzprodukten, was vermutlich an der fehlenden Öffnung beziehungsweise an einem fehlenden Lüfter direkt in der Seitenwand hängt. Die Verarbeitung und die Verwindungssteifheit des Gehäuses sind allerdings sehr gut. Das zeigt sich leider auch auf der Waage: hier bringt es das Obsidian 800D auf ganze 16 Kilogramm Leergewicht - LAN-Gänger sollten sich nach einem kleineren und leichteren Gehäuse umschauen, allerdings dürfte das Obsidian 800D kaum geklaut werden.

Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test
 
Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test [Quelle: siehe Bildergalerie]
Obsidian 800D: Fazit
Das Corsair Obsidian 800D leistet sich keine gravierenden schwächen und wartet mit vielen Detaillösungen auf. Eine Wasserkühlung passt ebenso in das System wie eine Armee aus Festplatten oder optischen Laufwerken. Die Kühlleistung ist durchweg gut und die Möglichkeit zum eleganten Verlegen der Kabel dürfte nicht nur Moddern gefallen. Deshalb verleihen wir dem Corsair Obsidian 800D unseren Top-Produkt-Award. Das Gehäuse wird in der Preissuche von PC Games Hardware bereits für knapp 230 Euro gelistet, ist aber noch nicht erhältlich. Als Datum geben einige Shops den 21. August an - es sollte also bald verfügbar sein. Der Preis ist gemäß der Größe, Qualität und der gebotenen Features in Ordnung.


Hintergrundmaterialien zum Corsair Obsidian 800D
Produkt Obsidian 800D
Hersteller (Webseite) Corsair (www.corsair.com)
Bezugsquelle (Webseite) K&M Eletronik (www.kmelektronic.de)
Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis Ca. € 230,-/gut
Material Stahl (SECC), Front aus gebürstetem Aluminium
Ausstattung (20%) 1,95
Lüfterplätze (Position, Lüfter schon vorhanden) 3 x 120 mm (Deckel), 1 x 140 mm (Heck), 1 x 140 mm (Zwischenboden), 1 x 140 mm (neben den HDDs)
Platz für Grafikkarte(n) 38,5 Zentimeter
Modding/Silent Seitenfenster, Wakü-Schlauchausgänge/-
Frontanschlüsse 4 x USB, Audio, Firewire
Eigenschaften (20%) 2,40
Gewicht 16 Kilogramm
Abmessungen (B x H x T) 228 x 610 x 610 mm
Verarbeitung/Verwindungssteifheit Sehr gut/sehr gut
Leistung (60 %) 1,00
CPU-Temperatur (Last) 74 Grad Celsius
Grafikkartentemperatur (Last) 77 Grad Celsius
Gehäusetemperatur (Last) 24 Grad Celsius
Festplattentemperatur (Last) 33 Grad Celsius
Lautstärke in Sone (Last) 2,6 Sone
Kompatibilitätstest bestanden? Ja
FAZIT 1,47


(Ansicht vergrößern für Quellenangaben)
     

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Meinung: Oliver Pusse
"Corsair gelingt das Debüt - ich bin begeistert!"
Als ich das Obsidian 800D zum ersten Mal sag, dachte ich eigentlich nur "Was für ein Klotz". Das Belüftungskonzept erweckte einige Zweifel, da es nicht optimal zu sein schien. Auch die Wakü-Tauglichkeit war beim ersten Prototyp noch nicht vollständig durchdacht. Die finale Version macht aber bei all diesen Details einen ausgezeichneten Eindruck. Ich werde jedenfalls alles versuchen, das ich das Testmuster noch nicht zurückschicken muss, um die Wakü-Tauglichkeit im Selbstversuch zu testen. Den PCGH-Testparcours hat das Obsidian 800D mit Bravur durchlaufen - für das erste Gehäuse von Corsair hätte ich nicht mit so viel Finesse gerechnet. Umso höher ist nun allerdings der Erwartungsdruck auf das zweite Gehäuse des Speicherspezialisten - Ankündigungen oder Gerüchte dazu gibt es allerdings noch keine. Ich ziehe jedenfalls meinen Hut. Als Nörgler vom Dienst habe ich am Obsidian 800D wirklich nicht viel auszusetzen. Negativ aufgefallen ist eigentlich nur das enorme Gewicht. Die Praktikanten haben leider Urlaub und ich musste das Gehäuse selber von Tisch zu Tisch tragen ;)
 
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Aktuelle Kommentare
FreaksLikeMe
Software-Overclocker
15.09.2009 20:26
AW: Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test

Oben im Deckel passt doch Problemlos ein Triple-Radiator oder?

Tecqu
PC-Selbstbauer
21.08.2009 01:12
AW: Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test

HABEN WILL

Jörg Heptner
Schraubenverwechsler
20.08.2009 16:18
AW: Corsair Obsidian 800D im Gehäuse-Test

Quote: (Zitat von BigBubby)
Interessantes Gehäuse, aber ich vermute mal, der Strom zu dem DVD Laufwerk oder wenn man noch in die 5 1/4 HDDs einbaut, wird etwas zu kurze Kabel haben.


Nein, das reicht dicke. Du hast eher ein Problem mit dem 24-PIN Stromkabel, wenn der Anschluß am Mainboard oben links sitzt, wie zum Beispiel bei AsRock A780FullHD, da reicht das Kabel unter Umständen nicht um es hinterm Board zu verlegen und du bist im Prinzip gezwungen es hinterm Board zu verlegen, da das Seitenteil bündig mit dem Zwischenboden abschließt.

Also vorm Kauf prüfen wo der Anschluß sitzt und ggfl. Verlängerung kaufen.

 
 
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