Be quiet Pure Power 10 im Test: Upgrade mit DC-DC-Technik

Nicht mal ein ganzes Jahr, nachdem Be quiet die Pure-Power-9-Netzteilreihe auf den Markt gebracht hat, kam eine überholte Nachfolgeserie in den Handel; die Pure Power 10 (L10). PC Games Hardware hat sich das Einsteigernetzteil von Be quiet in der 500-Watt-Ausführung für einen Test etwas genauer angeschaut.

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Be quiet Pure Power 10 im Test: Upgrade mit DC-DC-Technik
Quelle: PC Games Hardware

Insgesamt zehn Netzteile der Pure-Power-10-Serie decken ein Leistungsspektrum von 300 bis 700 Watt ab, wovon vier mit einem Kabelmanagement ausgestattet sind. Be quiet hat einige Verbesserungen am Nachfolger vorgenommen: So werden beispielsweise ab 400 Watt Gleichspannungswandler für die Generierung von 3,3 Volt und 5 Volt eingesetzt, wodurch eine unabhängige Spannungsregulation und so stabilere Ausgangsspannung vor allem in Klemmschaltungen und Synchrongleichrichter ermöglicht wird . Mit diesen Topologien kann man nicht nur höhere Wirkungsgrade, sondern auch eine verbesserte Spannungsregulation erzielen, vor allem bei Crossload-Szenarien.

Be quiet Pure Power 10 Test: Das gebotene Paket

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as teilmodulare Netzteil mit den Standard-Abmessungen für ATX-Netzteile (160 x 150 x 86 cm) wurde von Be quiet mit allen gängigen Kabeln für den Einsatz in einem Gaming- oder Multimedia-PC der Mittelklasse ausgestattet. Dazu zählen neben einem fest verbauten, 55 Zentimeter langen und ummantelten 20+4-Pin ATX-Kabel und einem 60 cm langen 12 Volt P4+4 CPU-Kabel noch zwei 6+2-Pin PCIe-Kabel, mit denen auch ein Multi-GPU-Betrieb möglich ist. Die Länge mit 50 Zentimetern sollte auch bei größeren PC-Gehäusen ausreichend sein. Hinzu kommen noch sechs SATA- und drei Molex-Anschlüsse für Festplatten oder SSDs, sowie ein Nostalgieport für ein Disketten-Laufwerk. Diese sind auf drei Kabel mit einer Länge von bis zu 0,8 Metern aufgeteilt und können mit den beigelegten Kabelbindern sicher verzurrt werden. Befestigungsschrauben und eine Gebrauchsanweisung sind natürlich auch im Paket inbegriffen und Be quiet gibt auf das Einsteiger-Netzteil drei Jahre Garantie. Aktuell kann man die 500-Watt-Version für knapp 60 Euro erstehen.

Kabel Länge [cm] Anschlüsse
1 x (20+4) ATX-Stecker 55 1
1 x (4+4) CPU-Stecker (EPS) 60 1
2 x (6+2) PCie-Stecker 50 1
3 x SATA-Stecker* 50-65 6
3 x PATA-Stecker* 65-80 3
1 x FDD-Stecker* 95 1

Be quiet Pure Power 10 Test: Leistungsdaten und Schutzschaltungen

Das Pure Power 10 ist ein Multi-Rail-Netzteil mit zwei 12-Voltschienen, die 28 Ampere (12V1) respektive 20 Ampere (12V2) Strom leisten können. Zusammen können 40 Ampere und 480 Watt Leistung ausgegeben werden, wobei 12V1 Mainboard, Laufwerke und ein PCI-E-Kabel versorgt und 12V2 den Strom für die CPU und das zweite PCI-E-Kabel liefert. Die Nebenspannungen sind recht großzügig dimensioniert, sodass 120 Watt bei 3,3-Volt- und 5-Volt-Leitung erreicht werden. Wie bereits erwähnt, kommt hier die DC-DC-Technologie zum Einsatz, wodurch eine bessere und unabhängigere Spannungsregulation erzielt werden kann. Die maximale Stromstärke kann bei 3,3V bis zu 24A und bei 5V bis zu 15A betragen. Dagegen fallen die -12V und die 5V-SB-leitung standardmäßig aus und liefern maximal 0,3A respektive 3A mit einer Gesamtleistung von 3,6W und 15W.

Sehr lobenswert ist, dass Be quiet neben alle gängigen Schutzschaltungen sogar einen Überhitzungsschutz in das Einsteigernetzteilmodell gepackt hat. Leider ist der Arbeitsbereich nur auf Temperaturen bis 40°C ausgelegt, die schon mal erreicht werden können, wenn das Netzteil zur Gehäuseentlüftung verwendet wird. Daneben sind natürlich noch Unterspannungs-, Überspannungs-, Überlast-, Überstromschutz und eine Kurzschlusssicherung verbaut, sodass angeschlossene Computerhardware vor Defekten geschützt ist. Der Überlastschutz greift bei diesem Netzteil bei knapp 642 Watt.

Bildergalerie

Be quiet Pure Power 10 Test: Effizienz

Das 80-Plus-Zertifikat gibt einen ersten Anhaltspunkt, wie groß der Wirkungsgrad des Geräts ist und wie viel Energie als Wärme verloren geht. Das Be quiet Pure Power 10 in der 500 Watt teilmodularen Ausführung hat von der Zertifizierungsstelle ein Silberabzeichen für ein 115 Volt-Netz bekommen. Dieses fordert eine Mindesteffizienz von 85 Prozent bei einer Netzteilauslastung von 20 Prozent, sprich 100 W. Für eine Halblast werden 88 Prozent und für Volllast 85 Prozent verlangt. Im europäischen 230-Volt-Netz sehen die Ansprüche an das Netzteil schon anders aus, hier müssen bei einem Fünftel der Gesamtlast 87 Prozent, bei Halblast 90 Prozent und bei Vollast 87 Prozent Effizienz erreicht werden. Der Spannungswandler schafft in beiden Netzen die Voraussetzungen für das Silberabzeichen und verfehlt nur um einzelne Prozentpunkte eine Goldzertifizierung. Dieser hohe Wirkungsgrad ist nicht zuletzt der neu implementierten DC-DC-Technologie zu verdanken. Bei festen Lasten, die ein Szenario im täglichen Betrieb nachstellen sollen, sackt das Netzteil bei 25W (entspricht fünf Prozent der Gesamtlast) auf 73,08 Prozent ab, kann aber schon bei 90 Watt auf 87,72 Prozent aufholen. Bei 250 W und 500 Watt können 90,23 Prozent respektive 87,16 Prozent erzielt werden. Grund für das Absacken im unteren Lastbereich könnte an der Power-Faktor-Korrektur liegen, die erst ab 20 Prozent Netzteilauslastung bei über 0,9 liegt, bei fünf Prozent Last sind es noch 0,6.

Be quiet Pure Power 10 Test: Lautheit

Das Netzteil macht seinem Namen alle Ehre, denn selbst mit 1.197 Umdrehungen pro Minute erreicht es nur 1,1 Sone aus 50 Zentimeter Entfernung. Bis zu einem Lastbereich von 50 Prozent liegt die Lautheit bei 0,1 Sone und der Lüfter dreht mit 500 U/min. Da verglichen mit dem Vorgänger weniger Abwärme durch den höheren Wirkungsgrad erzeugt wird, kann Be quiet die Lüfterkurve entsprechend anpassen.

Be quiet Pure Power: Effizienz und Lautheit im Diagramm Lautheit: Bis nahezu 50 Prozent Last ist das Netzteil kaum hörbar Quelle: PC Games Hardware Effizienz in einem 115V- und 230V-Netz. Quelle: PC Games Hardware

Be quiet Pure Power 10 Test: Spannungsstabilität

Der ATX-Standard erlaubt eine Abweichung von der Idealspannung von fünf Prozent, ein Spannungsabfall darf maximal zehn Prozent betragen. Das Pure Power 10 zeigt mit 0,6 Prozent auf der 12 Voltschiene einen sehr geringen Spannungsdrop, lediglich auf den Minor-Rails fällt das Absinken der Spannung mit 2,34 Prozent respektive 2,48 Prozent etwas deutlicher aus, bleibt aber noch im Toleranzbereich.

Be quiet Pure Power 10 Test: Spannungsstabilität im Diagramm Spannungsabfall  Quelle: PC Games Hardware Spannungsabweichung Quelle: PC Games Hardware

Be quiet Pure Power 10 Test: Hold Up Time

Die Hold Up Time, auch als Stützzeit bekannt, fällt leider oft den Sparmaßnahmen der Hersteller zum Opfer, da hierfür hochkapazitive Stützkondensatoren benötigt werden. Laut ATX-Standard muss das Netzteil noch 16 ms lang den Rechner mit Strom versorgen. Das Be quiet Pure Power 10 schafft hier sogar 23,2 ms und erfüllt damit die Voraussetzungen. Dieser Umstand ist lobenswert, da selbst Gold-Netzteile bei der Stützzeit gehörige Probleme haben.

Be quiet Pure Power 10 Test: Restwelligkeit

Als Restwelligkeit (Ripple) bezeichnet man den Anteil an Wechselspannung in der geglätteten und gleichgerichteten Gleichspannung, es handelt sich also um eine Mischspannung. Die ideale Ausgangsgleichspannung würde in einem Oszilloskop als Linie erkennbar sein, durch die Überlagerung mit Wechselstrom kommt es aber zu einer Welle mit zusätzlichen Ausschlägen. Der Ripple auf den beiden 12-Volt-Schienen beträgt 32,8 mV für den ATX-Stecker, 40,7 mV für den EPS-Stecker und 24,8 mV für den VGA-Stecker. Damit liegt das Netzteil von Be quiet sehr weit unter dem Grenzwert von 120 mV. Auf den Minor-Rails konnte eine Restwelligkeit von 40 mV für 3,3 Volt gemessen werden und 34,4 mV auf der 5-Volt-Schiene. Auch hier konnte der Grenzwert von 50 mV deutlich unterschritten werden.

Be quiet Pure Power 10 Test: Stützlast und Restwelligkeit im Diagramm Hold Up Time Quelle: PC Games Hardware Restwelligkeit bei 12V Quelle: PC Games Hardware Restwelligkeit bei 3,3 und 5V Quelle: PC Games Hardware

Be quiet Pure Power 10 Test: Fazit

Das Pure Power 10 hat die "Fehler" des Vorgängers korrigiert und kann dank DC-DC-Technik, aktiver Klemmschaltung und Synchrongleichrichter den Wirkungsgrad erhöhen. Soweit sogar, dass das Netzteil unter manchen Lastbedingungen Goldstatus erreichen würde. Für 60 Euro wird hier ein gut durchdachtes Netzteil geboten, das nicht nur auf den Einsatz in einem Gaming- oder Multimedia-PC der Mittelklasse ausgelegt ist, sondern auch für ruhige Gemüter. Denn selbst bei knapp 1.200 Umdrehungen des Rifle-Bearing-120-mm-Lüfters kann nur eine Lautheit von 1,1 Sone gemessen werden. Daher ist das Pure Power 10 eine klare Kaufempfehlung für alle, die ein qualitativ hochwertiges Netzteil für wenig Geld haben wollen.

PCGH-Wertung

1,85
Produkt Pure Power 10
Modellnummer L10-CM-500W
Hersteller Be Quiet
Preis/Preis-Leistungs-Verhältnis 60,- Euro/gut
PCGH-Preisvergleich www.pcgh.de/PurePower10CM500
Dauerleistung (Herstellerangabe) 500 Watt
Ausstattung (20 %) 1,93
Kabellänge SATA-/Molex-Stecker 50-65 cm/ 65-80 cm
Anschlüsse Floppy/PATA/SATA 1/3/6 Stück
12-V-Anschluss/ATX-Stecker (Länge) 4+4 Pin (60 cm), 20+4 Pin (55 cm)
PCI-E-Anschlüsse (Länge) 2 x 6+2 Pin (55 cm)
Modulares Kabelsystem Ja, teilmodular
Lüfteranschlüsse Nein
Kühlsystem (Lüftergröße, Art des Lagers) Aktiv, 120-mm-Rifle-Bearing-Lüfter
Handbuch/Garantie Kurzanleitung, mehrsprachig/3 Jahre
Schutzschaltungen OVP, UVP, OCP, OPP OTP SCP
Zubehör/Sonstiges Kaltgerätestecker, Kabelbinder, Schrauben
Eigenschaften (20 %) 1,93
Kondensatoren primär Teapo LH, 270 µF, 420 V, 85°C
Kondensatoren sekundär Teapo SC, 3.300 µF, 10 V,105°C
Abmessungen L x B x H 160 x 150 x 86 mm
Belastbarkeit +3,3 V und +5 V 120 Watt
Belastbarkeit +12-V-Schienen 480 Watt
Aufteilung +12-V-Schienen Multi-Rail
Leistung (60 %) 1,79
Prüfung 80-Plus-Zertifizierung (115 Volt) bestanden
Effizienz 10/20/50/100 %**(230 Volt) 82/88/90/87
Effizienz bei 25/90/250/500 Watt 73/88/90/87
Lautstärke 10/20/50/80/100 %** 0,1/0,1/0,2/0,7/1,1 Sone
Leistungsaufnahme bei 45 mA ErP 0,44 Watt
Leistungsfaktorkorrektur (PFC) 10 bis 100 %** 0,87-0,99
Restwelligkeit bei 100 % Last*** 33,3/32,8/21,7/39,9/31,2
Spannungsregulation gut
Fazit 1,85
** Auslastung Auch unter Volllast kaum hörbar
*** +5V, +12V, -12V, +3,3V, +5Vsb Fast Gold-Zertifikat Effizienzwerte
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    • Kommentare (48)

      Zur Diskussion im Forum
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Threshold
        Dann würde mich mal interessieren, wie dein Fanless nach 10 Jahren aussieht.
        Hotspots hast du ja immer. Kühlung nur, wenn der Airflow stimmt. Mal sehen, wie die Caps nach 10 Jahren aussehen.
        Größtenteils Feststoffkondensatoren, denen macht das wenig, dann sind nie Elkos auch noch gut platziert und last but not least ist das Ding unten verbaut sowie die Abwärme bestenfalls Handwarm. Wenn ich es demnächst mal reinige, dann kann ich ja Fotos machen.
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Threshold
        Dann würde mich mal interessieren, wie dein Fanless nach 10 Jahren aussieht.
        Hotspots hast du ja immer. Kühlung nur, wenn der Airflow stimmt. Mal sehen, wie die Caps nach 10 Jahren aussehen.
        Größtenteils Feststoffkondensatoren, denen macht das wenig, dann sind nie Elkos auch noch gut platziert und last but not least ist das Ding unten verbaut sowie die Abwärme bestenfalls Handwarm. Wenn ich es demnächst mal reinige, dann kann ich ja Fotos machen.
      • Von Threshold Großmeister(in) des Flüssigheliums
        Zitat von Pu244
        Das hängt stark vom Netzteil ab, das Seasonic X (2011) und DPP P10 (2012) sind auch heute noch technisch Top und den Mittelklassenetzteilen, wie dem E10, überlegen. Von daher gibt es im Moment keinen Grund sie auszutauschen und es ist Fraglich ob so ein Grund die nächsten 2-3 Jahre kommen wird. Mit den beiden Netzteilen hat man gute Chancen auch nach 10 Jahren noch gut gerüstet zu sein.
        Dann würde mich mal interessieren, wie dein Fanless nach 10 Jahren aussieht.
        Hotspots hast du ja immer. Kühlung nur, wenn der Airflow stimmt. Mal sehen, wie die Caps nach 10 Jahren aussehen.

        Mein P11 ist jedenfalls schon wieder 2 Jahre alt. Weg damit.

        Zitat von meeen
        Würde ein L10 eigentlich für einen Benchtable ausreichen? Oder brauch man beim Extrem übertakten schon ein P11 oder ähnliches. Geht nur um Mainstream CPUs wie i7 6700k und Co. Keine großen Plattformen oder GPUs
        Für Mainstream und maximal Wasserkühlung sollte ein starkes L10 reichen.
        Trotzdem kann es nicht schaden, was höherwertiges zu kaufen.
        Muss ja kein P11 sein. Ein Whisper M ist auch nicht schlecht. Ebenso ein Seasonic Focus.
      • Von rum BIOS-Overclocker(in)
        Zitat von facehugger
        Die recht geringe Lautstärke klingt irgendwie besser, oder

        Gruß
        Jetzt, wo ich's nochmal lese ... recht hast Du!
      • Von meeen Freizeitschrauber(in)
        Danke für die Antworten zu meiner Frage L10 vs E10. Ich bin mit meinem E10 500 Watt CM super zufrieden und würde es wieder kaufen. Auch die Optik der Kabel ist so gut das man sie in einem offenen Gehäuse zeigen mag

        Würde ein L10 eigentlich für einen Benchtable ausreichen? Oder brauch man beim Extrem übertakten schon ein P11 oder ähnliches. Geht nur um Mainstream CPUs wie i7 6700k und Co. Keine großen Plattformen oder GPUs
      • Von Pu244 Kokü-Junkie (m/w)
        Zitat von Threshold
        Nach 8 Jahen willst du das Netzteil weiter nutzen?
        Tja. Empfehle ich nicht.
        Das hängt stark vom Netzteil ab, das Seasonic X (2011) und DPP P10 (2012) sind auch heute noch technisch Top und den Mittelklassenetzteilen, wie dem E10, überlegen. Von daher gibt es im Moment keinen Grund sie auszutauschen und es ist Fraglich ob so ein Grund die nächsten 2-3 Jahre kommen wird. Mit den beiden Netzteilen hat man gute Chancen auch nach 10 Jahren noch gut gerüstet zu sein.
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